{"id":5628,"date":"2020-04-16T11:11:30","date_gmt":"2020-04-16T09:11:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=5628"},"modified":"2020-09-18T09:18:54","modified_gmt":"2020-09-18T07:18:54","slug":"quantifizierbare-nutzen-risiko-bewertung-von-mikronaehrstoffen-von-der-theorie-zur-praxis","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/warum-vitamine\/quantifizierbare-nutzen-risiko-bewertung-von-mikronaehrstoffen-von-der-theorie-zur-praxis\/","title":{"rendered":"Quantifizierbare Nutzen-Risiko-Bewertung von Mikron\u00e4hrstoffen: Von der Theorie zur Praxis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Autoren: Lisette Krul, Bas H. A. Kremer, Niels B. Lucas Luijckx &amp; Winfried R. Leeman<br>Seiten 3729-3746 | Akzeptierte Autoren-Version gepostet online: 17. Mai 2016, ver\u00f6ffentlicht online: 17. Mai 2016<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abstrakt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU Direktive f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel (2002\/46\/EC) regelt die erlaubte H\u00f6chst- und Mindestmenge (MPLs) f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe. Um die MPLs zu bestimmen, die f\u00fcr bestimmte Populationsgruppen durchf\u00fchrbar sind, sollte ein wissenschaftlicher Ansatz verwendet werden, in welchem das Risiko einer hohen Einnahme, das Risiko eines Missverh\u00e4ltnisses und der Nutzen ganzheitlich bewertet werden, wobei alle verf\u00fcgbaren Daten und Auspr\u00e4gungsgrade sowie das Auftreten einer Wirkung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2004 haben Renwick et al. (ILSI Europe \u2013 International Life Science Institute, Br\u00fcssel) eine wissenschaftlich g\u00fcltige, flexible und pragmatische Grundlage f\u00fcr einen Risiko-Nutzen-Ansatz ver\u00f6ffentlicht, der hier f\u00fcr die praktische und messbare Anwendung durch Risiko-Manager weiterentwickelt wurde. Die Anwendbarkeit des Ansatzes wird an Beispielf\u00e4llen mit Eisen und Folat demonstriert. Der vorgeschlagene Ansatz kann alle relevanten, zur Verf\u00fcgung stehenden Daten anwenden, einschlie\u00dflich Daten aus Humanstudien, Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten, die eine Variabilit\u00e4t zwischen bestimmten Formen der Mikron\u00e4hrstoffe zeigen, und, im Fall von Tierstudien, Daten \u00fcber die Vergleichbarkeit von Spezies. Der Ansatz ist daher sowohl praktisch, als auch flexibel und eignet sich daher gut f\u00fcr Risiko-Manager, die damit beauftragt sind, eine sichere Einnahmemenge f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in verschiedenen Formen und f\u00fcr bestimmte Populationsgruppen zu bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Im Text verwendete Abk\u00fcrzungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">AI = Adequate intake \u2013 ausreichende Einnahmemenge<br>AR = Average requirement \u2013 durchschnittlicher Bedarf<br>CV = Coefficient of variation \u2013 Variabilit\u00e4tskoeffizient<br>DRV = Dietary reference value \u2013 di\u00e4tetischer Referenzwert<br>EAR = Estimated average requirement \u2013 gesch\u00e4tzter Durchschnittsbedarf<br>ED50 = 50% effect dose levels \u2013 50% Effektivdosis<br>EU = European Union \u2013 Europ\u00e4ische Union<br>FSD = EU Food Supplements Directive \u2013 EU Direktive \u00fcber Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<br>IOM = Institute of Medicine<br>ILSI = International Life Sciences Institute \u2013 Internationales Institut f\u00fcr Lebenswissenschaften<br>LOAEL = Lowest Observed Adverse Effect Level \u2013 niedrigster beobachteter Grad unerw\u00fcnschter Wirkungen [1]<br>MPLs = Maximum and minimum permitted levels \u2013 erlaubte H\u00f6chst- und Mindestmengen<br>NOAEL = No Observed Adverse Effect Level \u2013 kein beobachteter Grad unerw\u00fcnschter Wirkungen [2]<br>PSI = Population Safety Index \u2013 Populations-Sicherheitsindex<br>RDA = Recommended daily allowance \u2013 empfohlene t\u00e4gliche Verzehrmenge<br>SCF = Scientific Committee on Food \u2013 Wissenschaftliches Komitee f\u00fcr Ern\u00e4hrung<br>ULs = Tolerable upper intake levels \u2013 tolerierbare h\u00f6chste Einnahmemengen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1] LOAEL: niedrigste Dosis eines verabreichten chemischen Stoffes, bei der im Tierexperiment noch Sch\u00e4digungen beobachtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1] NOAEL: h\u00f6chste Dosis eines Stoffes, die auch bei andauernder Aufnahme keine erkennbaren und messbaren Sch\u00e4digungen hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Einf\u00fchrung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Artikel 5 der Direktive \u00fcber Nahrungserg\u00e4nzungsmittel der Europ\u00e4ischen Union (2002\/46\/EC) regelt die Festlegung der H\u00f6chst- und Mindestmengen (MPLs) von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln und die nachfolgende Harmonisierung in der gesamten EU. Um die H\u00f6chstmenge von Vitaminen und Mineralstoffen zu bestimmen, schreibt die Direktive vor, dass die sicheren H\u00f6chsteinnahmemengen ber\u00fccksichtigt werden, einschlie\u00dflich, wo zutreffend, der unterschiedlichen Sensibilit\u00e4tsgrade der einzelnen Verbrauchergruppen. Referenzeinnahmen von Vitaminen und Mineralstoffen, einschlie\u00dflich der Einnahme aus anderen Nahrungsquellen, sollten ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden. Dar\u00fcber hinaus sollte eine Mindestmenge pro Tagesdosis festgelegt werden, um sicherzustellen, dass die ern\u00e4hrungsrelevanten oder physiologisch signifikanten Mengen der Vitamine und Mineralstoffe in den Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln vorhanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2006 ver\u00f6ffentlichte die Europ\u00e4ische Kommission ein Diskussionspaper \u00fcber die Festlegung der H\u00f6chst- und Mindestmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsmitteln (Europ\u00e4ische Kommission, 2006 , European Commission. (2006). Discussion paper on the setting of maximum and minimum amounts for vitamins and minerals in foodstuffs.), verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf<\/a> , um die Meinung von Interessenvertretern einzuholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Diskussisonspaper enthielt einen \u00dcberblick \u00fcber vorhandene Modelle f\u00fcr das Festlegen von H\u00f6chstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsmitteln. Nach R\u00fccksprache mit Interessenvertretern erstellte die Europ\u00e4ische Kommission im Juli 2007 ein Orientierungspaper \u00fcber das Festlegen von H\u00f6chst- und Mindestmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsmitteln (Europ\u00e4ische Kommission, 2007 European Commission. (2007). Orientation paper on the setting of maximum and minimum amounts for vitamins and minerals in foodstuffs. Reference no. Sanco\/E4\/FDA\/bs(2007)D\/540510. Pgs. 1\u201323).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Paper wird entschieden, dass das von der European Responsible Nutrition Alliance (ERNA) und der European Federation of Health Products Manufacturers Associations (EHPM) entwickelte Risikomanagement-Modell bevorzugt werden sollte (Europ\u00e4ische Kommission, 2007 European Commission. (2006).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Discussion paper on the setting of maximum and minimum amounts for vitamins and minerals in foodstuffs. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist ein Risiko-Management-Modell, bei dem Mikron\u00e4hrstoffe in drei Kategorien charakterisiert und kategorisiert werden, basierend auf dem errechneten Populations-Sicherheitsindex (Population Safety Index, PSI). F\u00fcr eine quantitative Charakterisierung der Sicherheit des Vitamins oder Mineralstoffes, wie sie von der Scientific Committee for Food (SCF) oder der European Food Safety Authority (EFSA) festgelegt wurden, werden die tolerierbaren h\u00f6chsten Einnahmemengen im ERNA\/EHPM-Modell verwendet (Europ\u00e4ische Kommission, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2007<\/a> European Commission. (2006). Discussion paper on the setting of maximum and minimum amounts for vitamins and minerals in foodstuffs. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/food\/sites\/food\/files\/safety\/docs\/labelling_nutrition-supplements-discus_paper_amount_vitamins_en.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bestimmung der ULs basiert auf den grundlegenden Prinzipien des Risikomanagements: Gefahridentifikation, Gefahrcharakterisierung, Expositionsbewertung und Risikocharakterisierung. Unerw\u00fcnschte Wirkungen von Mikron\u00e4hrstoffen werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter unterschiedliche Anforderungen entsprechend der Altersstufe, Gesundheitszustand, sportliche Aktivit\u00e4ten und genetische Polymorphismen. Somit ist es angemessen, wo n\u00f6tig, einzelne ULs f\u00fcr bestimmte Verbrauchergruppen und Altersstufen anzuwenden. Dar\u00fcber hinaus bestimmt die Bioverf\u00fcgbarkeit eines gegebenen N\u00e4hrstoffes (Form) sehr stark dessen Absorption, was wiederum die Expositionsstufen beeinflusst, die sowohl n\u00fctzliche, als auch unerw\u00fcnschte Wirkungen hervorbringen. Daher ist die Bioverf\u00fcgbarkeit f\u00fcr einzelne Mikron\u00e4hrstoffe vorzugsweise dann zu bestimmen, wenn ein UL deriviert wird (SCF, 2006). In der Praxis jedoch gibt es oft unzureichende Daten, um bestimmte ULs f\u00fcr einzelne Subpopulationen und\/oder Formen von Mikron\u00e4hrstoffen abzuleiten. In den meisten F\u00e4llen wird bei den von den Beh\u00f6rden festgelegten ULs ein vorbeugender Ansatz angewendet, der die Stufe ber\u00fccksichtigt, bei der keine unerw\u00fcnschten Wirkungen bei Subpopulationen mit der h\u00f6chsten Einnahmemenge berichtet werden, oder sie basieren auf der sensibelsten unerw\u00fcnschten Wirkung. Unsicherheitsfaktoren werden verwendet, um das Risiko jeglicher unerw\u00fcnschter Wirkungen beim UL zu minimieren, auch bei jenen sensiblen Personen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Festlegen von MPLs basiert typischerweise auf den Population Reference Intakes (PRI, der von der EFSA angewendet wird (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010a<\/a> EFSA. (2010a). Scientific opinion on principles for deriving and applying dietary reference values. <em>EFSA J.<\/em> 8(3):1458.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0009&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1458\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010a&amp;pages=1458&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+principles+for+deriving+and+applying+dietary+reference+values&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>)) oder auf dem Nutrient Reference Value (NRV) (fr\u00fcher Recommended Daily Allowance, RDA, genannt). Dies ist die durchschnittliche t\u00e4gliche di\u00e4tetische Einnahmemenge, die als ausreichend erachtet wird, um den N\u00e4hrstoffanforderungen bei (fast) allen gesunden Personen zu entsprechen. Der PRI oder NRV basiert wiederum auf dem durchschnittlichen Bedarf (AR), der angemessenen Einnahme (AI) oder entsprechend auf einem gesch\u00e4tzten durchschnittlichen Bedarf (EAR), der den N\u00e4hrstoffeinnahmewert darstellt, der angesetzt wird, um dem Bedarf der H\u00e4lfte der gesunden Personen in einer Bev\u00f6lkerungsgruppe zu entsprechen (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010a<\/a> EFSA. (2010a). Scientific opinion on principles for deriving and applying dietary reference values. <em>EFSA J.<\/em> 8(3):1458.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0009&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1458\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010a&amp;pages=1458&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+principles+for+deriving+and+applying+dietary+reference+values&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Im vorliegenden Paper wird die Abk\u00fcrzung AR \u00e4quivalent f\u00fcr EAR und AI verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Falle unzureichender Daten \u00fcber die Sicherheit und Wirksamkeit von Mikron\u00e4hrstoffen, k\u00f6nnen, wie bereits angedeutet, zus\u00e4tzliche Unsicherheitsfaktoren einbezogen werden, um Unsicherheiten abzudecken, wenn ein AR oder UL abgeleitet wird. Bei den meisten Mikron\u00e4hrstoffen ist als Folge der Bereich zwischen AR und UL eng, was bedeutet, dass einige Subpopulationen den UL mit der Einnahme eines Mikron\u00e4hrstoffes bereits \u00fcbersteigen. Dies tritt auf bei Vitamin A, Kalzium, Kupfer, Fluorid, Jod, Eisen, Mangan und Zink. Dies wirft f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger ein Dilemma auf. Das Festlegen von H\u00f6chstwerten, um zu versuchen sicherzustellen, dass der UL nicht von einer Subpopulation \u00fcberschritten wird, k\u00f6nnte bei einem Teil der Population dazu f\u00fchren, dass sie einem erh\u00f6hten Risiko einer unzureichenden Einnahme ausgesetzt ist. Wenn dar\u00fcber hinaus AR und UL als Schwellenwerte verwendet werden, liegt keine Information \u00fcber die Art und H\u00f6he des Risikos vor, wenn diese Referenzpunkte \u00fcbertroffen werden (Bruins et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2015<\/a> Bruins, M.J., et&nbsp;al. (2015). Das Thematisieren des Risikos einer unzureichenden und exzessiven Einnahme von Mikron\u00e4hrstoffen bedeutet: Traditioneller kontra neuer Ansatz, um ausreichende und sichere Werte von Mikron\u00e4hrstoffen in Lebensmitteln festzulegen. <em>Food Nutr. Res.<\/em> 59.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0003&amp;dbid=20&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.3402%2Ffnr.v58.26020&amp;tollfreelink=2_18_316c8deedea3421caabdcd21cf94b3e877dd17645b4427c79046217faeec44ac\" target=\"_blank\">[Taylor &amp; Francis Online]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0003&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000348722600001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2015&amp;author=M.J.+Bruins&amp;title=Addressing+the+risk+of+inadequate+and+excessive+micronutrient+intakes:+traditional+versus+new+approaches+to+setting+adequate+and+safe+micronutrient+levels+in+foods&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folgen dieser traditionellen Methode liegen darin, dass bestimmte (gef\u00e4hrdete) Populationsgruppen, wie Kinder und Schwangere oder Gruppen mit h\u00f6heren Anforderungen als der Durchschnitt, wie Athleten, dem Risiko eines Mangels an Mikron\u00e4hrstoffen ausgesetzt sind. Dies k\u00f6nnte ihren langzeitlichen Gesundheitszustand, ihre Widerstandsf\u00e4higkeit und ihre K\u00f6rperfunktionen nachteilig beeinflussen. Dar\u00fcber hinaus ist bekannt, dass die Anwendung beh\u00f6rdlicher Ma\u00dfnahmen, um eine Exposition von Subpopulationen mit h\u00f6chster Empfindlichkeit gegen\u00fcber einer gegebenen Form eines Mikron\u00e4hrstoffes zu verhindern, auch andere Subpopulationen daran hindern kann, eine ausreichende Einnahme zu erhalten. (Verkerk, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Verkerk, R. (2010). Das Paradoxon \u00fcberlappender Risiken und Nutzen eines Mikron\u00e4hrstoffes verpflichtet zu einer Risiko-Nutzen-Analyse. <em>Toxicology<\/em> 278(1):27\u201338.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.tox.2010.02.011\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20188138\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000285127500004\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=27-38&amp;issue=1&amp;author=R.+Verkerk&amp;title=The+paradox+of+overlapping+micronutrient+risks+and+benefits+obligates+risk\/benefit+analysis&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Davon ausgehend, dass die FSD (EU Food Supplements Directive, EU Direktive \u00fcber Nahrungserg\u00e4nzungsmittel) ebenfalls die Bestimmung von MPLs verlangt, ergibt sich hieraus, dass das Risiko sowohl einer unzureichenden als auch einer exzessiven Einnahme von bestimmten Mikron\u00e4hrstoffen f\u00fcr bestimmte Subpopulationen festgelegt werden sollte. Die Art und der Auspr\u00e4gungsgrad von Wirkungen sollten in dieser Hinsicht zus\u00e4tzlich ber\u00fccksichtigt werden, da unerw\u00fcnschte gesundheitliche Folgen aufgrund der Einnahme unterhalb des PRI im Vergleich mit jenen oberhalb des UL sich betr\u00e4chtlich unterscheiden k\u00f6nnen. Dies erfordert einen Ansatz, der es dem Risiko-Manager erlauben w\u00fcrde, die Folgen einer ver\u00e4nderten Einnahme abzuw\u00e4gen, bezogen auf den Teil der Population mit entweder einer unzureichenden oder exzessiven Einnahme (Renwick, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man das Obige ber\u00fccksichtigt, sollte ein wissenschaftlicher Ansatz zur Anwendung kommen, bei welchem das Risiko einer hohen Einnahme, das Risiko einer unzureichenden Einnahme und der Nutzen auf eine ganzheitliche Art bewertet werden, die die Grundlage f\u00fcr Risikomanagement-Entscheidungen bildet, die den optimalen Ern\u00e4hrungsstatus f\u00fcr entsprechende Populationsgruppen ber\u00fccksichtigen. Um Risiko-Management-Entscheidungen sowohl f\u00fcr Risiken, als auch f\u00fcr den Nutzen zu treffen, sollten die Art, der Auspr\u00e4gungsgrad, das Gef\u00e4lle der Dosis-Wirkungs-Kurven und das Auftreten von Wirkungen ber\u00fccksichtigt werden. Im Falle, dass dar\u00fcber hinaus ein Risiko oder Nutzen f\u00fcr eine bestimmte Subpopulationsgruppe zutrifft, sollte dies nicht f\u00fcr die allgemeine Population extrapoliert werden und umgekehrt. Der Ansatz sollte au\u00dferdem unterscheiden k\u00f6nnen zwischen den chemischen Formen eines Mikron\u00e4hrstoffes in Bezug auf eine unterschiedliche Bioverf\u00fcgbarkeit und Wirkungen als Folge dessen, dass Teile des Molek\u00fcls keine Mikron\u00e4hrstoffe sind, z. B. Methionin in Selenomethionin. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung besteht darin, einen Ansatz zu entwickeln, der alle zur Verf\u00fcgung stehenden Daten ber\u00fccksichtigt und die Quantifizierung aller relevanten Aspekte (einschlie\u00dflich des Auspr\u00e4gungsgrads der Wirkung und die Qualit\u00e4t der Daten) erm\u00f6glicht, um den optimalen Dosisbereich f\u00fcr bestimmte Populationsgruppen zu bestimmen. Daher besteht der Zweck dieses Papers darin, einen pragmatischen und quantitativen Risiko-Nutzen-Ansatz zu entwickeln, um unter Ber\u00fccksichtigung fr\u00fcherer Arbeiten, die auf diesem Gebiet durchgef\u00fchrt wurden, MPLs f\u00fcr bestimmte Mikron\u00e4hrstoffe und Formen abzuleiten. Das Hauptziel ist, eine Methodologie zu definieren oder Methodologien zu kombinieren, und zwar auf solch eine Art und Weise, dass f\u00fcr jede Populationsgruppe ein optimaler Bereich f\u00fcr die Einnahme von Mikron\u00e4hrstoffen abgeleitet werden kann, der die Risiken einer unzureichenden und exzessiven Einnahme ber\u00fccksichtigt und den Dosierungsbereich f\u00fcr eine optimale Einnahme festlegt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Derzeitige Risiko-Nutzen-Ans\u00e4tze<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurden mehrere Risiko-Nutzen- und Risikomanagement-Ans\u00e4tze w\u00e4hrend der vergangenen zehn Jahre ver\u00f6ffentlicht. Obwohl jedes Modell seine Vor- und Nachteile hat, machen es einige der verwendeten Ansatzpunkte \u2013 vor allem die objektive Bewertung von Nutzen und Risiken \u2013 f\u00fcr einen Risiko-Manager schwierig, Interpretationen abzugeben. Mehrere Ans\u00e4tze, wie das d\u00e4nische Budgetmodell (EU, 2006); ERNA\/EHPM (2004) das 2014 durch die International Alliance of Dietary\/Food Supplement Associations (Richardson, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> Richardson, D. P. (2014), aktualisiert wurde. <a href=\"https:\/\/ams-iadsa.s3.eu-west-2.amazonaws.com\/resources\/2883dea0-269e-4119-964a-6aaf84c6326d\/Nutritional_risk_analysis_approaches-EBOOK-%28ISBN-978-1-9995992-5-6%29.pdf?X-Amz-Algorithm=AWS4-HMAC-SHA256&amp;X-Amz-Credential=ASIASCE55NMNGYBQ2QPV%2F20200918%2Feu-west-2%2Fs3%2Faws4_request&amp;X-Amz-Date=20200918T064650Z&amp;X-Amz-Expires=900&amp;X-Amz-Security-Token=IQoJb3JpZ2luX2VjEA4aCWV1LXdlc3QtMiJHMEUCIQCarwVLzl7BSI%2FYSboOFKy%2FfjwzAH5sxcUIbZijh9%2BgLgIgMJoQsFg1rqdF3BEeQBkLiK%2FbLCkzeSDrT9eABfrSLfcqtAMIJxACGgwxNDIwNjUxMDE1OTQiDFtq8IgVgwuknJEr4CqRA6FtCqii5fEHla9jVpSUh2C26EdAAHnQK%2Fovg7at7zdv30ju2BokARWC2h07zqtXrC7P69cl7fKV42O%2FvHNKYyAkd2gPYINcuXLxGNh%2BHjYOJVKHlrY2vHi9wTjvA9YEG%2FTjhOZVL0TZpgsH6LEm%2F2M2%2FwgzGYAWLuCe9DRrXxAOiwKr0tOG%2FvUHQ0jFHtovmcAiyfBmywRsMvjWgVPrw2S2U%2F%2FRoGkcnhY82%2FwHSXdlOMhKxU5PnjpmOY1kfR8iXwLIFXYBD%2FLr4P1qwVgOmwwQQZ%2FH6v8vJqJTG%2BlWuot7a9zm6WpIUgiHJS10VWtslYchcLbuaFfKA1JI%2FxFPJ6Yz4qw5kNMC%2B3b6%2FD1V%2BidnN5j%2F2OmVaoDM0X3wE1oEkhK2yqVWAfXt7UqXR5L0vd7gMR5%2FiOAzJdr8hRHDKYlajQ3TsEExXgOzxpNcZEWX3q5vTiA17LiGrMuMe%2BJryYHARx1ouz%2BBzmHOZtqOwM2PkvhiPXbSGu5fWG%2BP%2FEQ%2FVgxJ6e806I693Ky5DVmop7QnMLGckfsFOusBaFWIpJZCpCfAiXnAmkge4dD7TQo1w4cm8UImQA3i4gJsDNTlWP4qaiHb1Ky%2BifICO0AQqeGmLL9AOKkHcfEvI5USfsYSUpm0cTI1U4%2F19Qgm0HjC6G5TmCzdA%2FvUFDPS3NidYSVXPQMTE9mkc7CLRTqMRJtFi8qRs%2B%2FK3TS%2FIu9ikJ%2B2ycQreke8EeuhYz2KAmBpkEweiA%2Fx2Yo8JfwN5uacef3OyjI%2BmgzY2TIDI%2FNL4CJNlIXt%2BhuVF5O2LuQMbDPeJU1Ethpiq6y83qSYAbg02qsRahLvUnhuSJlU4EnR%2BaYjcrlNvSsOvw%3D%3D&amp;X-Amz-Signature=854c500095bcc3906910aab958640247e6b0fc4ef8e5d4a48c9a10030a2b0b0b&amp;X-Amz-SignedHeaders=host\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ans\u00e4tze zur Analyse von Ern\u00e4hrungsrisiken zur Etablierung von H\u00f6chstwerten f\u00fcr Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln.<\/a> Erstellt im Namen der IADSA (International Alliance of Dietary\/Food Supplement Associations). window of benefit (Palou et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> Palou, A., et&nbsp;al. (2009). Integration of risk and benefit analysis\u2013the window of benefit as a new tool. <em>Cr. Rev. Food Sci.Nutr.<\/em> 49(7):670\u2013680.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0033&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=19582643\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0033&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000267766700003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;issue=7&amp;author=A.+Palou&amp;title=Integration+of+risk+and+benefit+analysis\u2013the+window+of+benefit+as+a+new+tool&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>); der EFSA Leitfaden (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010b<\/a> EFSA. (2010b). Guidance on human health risk-benefit assessment of foods. <em>EFSA J.<\/em> 8(7):1673.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0010&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1673\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010b&amp;pages=1673&amp;issue=7&amp;author=EFSA&amp;title=Guidance+on+human+health+risk-benefit+assessment+of+foods&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) und andere (EU, 2006) verwenden Punktsch\u00e4tzungen wie RDA und UL als Ansatzpunkt zur Bestimmung des Risikos des zu bewertenden Mikron\u00e4hrstoffes. Jedoch wird hierbei die Unterschiedlichkeit zwischen den Formen des Mikron\u00e4hrstoffes oder der Gr\u00f6\u00dfe und dem Auspr\u00e4gungsgrad des Nutzens oder Risikos, einhergehend mit den Einnahmemengen, die bei bestimmten Populationsgruppen \u00fcberschritten werden, nicht ber\u00fccksichtigt. Diese Methoden verwenden au\u00dferdem keinen Bewertungsgrad entsprechend dem Auspr\u00e4gungsgrad der zugrundliegenden Wirkungen als M\u00f6glichkeit, um eine gr\u00f6\u00dfere Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den am h\u00f6chsten entwickelten Risiko-Nutzen-Modellen sind jene, die versuchen, zwischen Risiko und Nutzen eine gemeinsame Gebr\u00e4uchlichkeit zu entwickeln, n\u00e4mlich der DALY-Ansatz (Disability-adjusted life years, behindertenangepasste Lebensjahre) und der QALY-Ansatz (Quality-adjusted life years, qualit\u00e4tskorrigierte Lebensjahre), wie die BENERIS-, BRAFO- und QALIBRA-Modelle (Tijhuis et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Tijhuis, M. J., et&nbsp;al. (2012). State of the art in benefit-risk analysis: Food and nutrition. <em>Food Chem. Toxicol.<\/em> 50:5\u201325.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2011.06.010\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=21679741\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000300069900003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=5-25&amp;author=M.+J.+Tijhuis&amp;title=State+of+the+art+in+benefit-risk+analysis:+Food+and+nutrition&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Obwohl die DALY\/QALY-Ans\u00e4tze sehr wertvoll sein k\u00f6nnen, wenn die Regierungspolitik \u00fcber medizinische Behandlungen etc. informiert wird, ist ihre Anwendung auf Mikron\u00e4hrstoffe und deren bestimmte Formen zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchf\u00fchrbar, da es nicht gen\u00fcgend relevante Eingabedaten gibt. Die European Food Safety Authority (EFSA, Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit) betonte mehrere zus\u00e4tzliche Nachteile dieser Ans\u00e4tze, einschlie\u00dflich deren Anwendbarkeit auf verschiedene Zielpopulationen (z. B. Kinder, Schwangere, Erwachsene, Senioren), die Schwierigkeit, bestimmte n\u00fctzliche Wirkungen zu quantifizieren, die Einbindung nicht getesteter Annahmen und das Unverm\u00f6gen, Gefahrendaten aus Tierstudien zu integrieren (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010b<\/a> EFSA. (2010b). Guidance on human health risk-benefit assessment of foods. <em>EFSA J.<\/em> 8(7):1673.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0010&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1673\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010b&amp;pages=1673&amp;issue=7&amp;author=EFSA&amp;title=Guidance+on+human+health+risk-benefit+assessment+of+foods&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus ber\u00fccksichtigen diese Modelle direkt oder indirekt erkrankte Populationen, w\u00e4hrend ein Behinderungsstatus im DALY-Modell keine koexistierenden Erkrankungen ber\u00fccksichtigt und die Gewichtungen sind kultur-\/l\u00e4nderspezifisch (ebenso wie die Einnahme und das Auftreten von Erkrankungen) Tijhuis et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Tijhuis, M. J., et&nbsp;al. (2012). State of the art in benefit-risk analysis: Food and nutrition. <em>Food Chem. Toxicol.<\/em> 50:5\u201325.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2011.06.010\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=21679741\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000300069900003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=5-25&amp;author=M.+J.+Tijhuis&amp;title=State+of+the+art+in+benefit-risk+analysis:+Food+and+nutrition&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). QALY Kontrastwerte variieren je nach dem jeweilig verwendeten Fragebogen, sind oft abh\u00e4ngig von der Gestaltung der Frage, sind im Allgemeinen nicht ausreichend sensibel und zeigen Unterschiede auf, die von der Bewertung durch Allgemein\u00e4rzte, Patienten, Familie oder der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit abh\u00e4ngen (Tijhuis et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Tijhuis, M. J., et&nbsp;al. (2012). State of the art in benefit-risk analysis: Food and nutrition. <em>Food Chem. Toxicol.<\/em> 50:5\u201325.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2011.06.010\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=21679741\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0041&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000300069900003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=5-25&amp;author=M.+J.+Tijhuis&amp;title=State+of+the+art+in+benefit-risk+analysis:+Food+and+nutrition&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Somit sind die Datenanforderungen f\u00fcr die Berechnung einer gemeinsamen Gebr\u00e4uchlichkeit hoch und es gibt zahlreiche Herausforderungen bei der Ableitung passender Einbindungsdaten. Wenn man das Obige ber\u00fccksichtigt, wurde der DALY\/QALY-Ansatz als Grundlage eines generischen Ansatzes zur Anwendung durch Risiko-Manager f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe als ungeeignet erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2004 von der ILSI Europe Expertengruppe entwickelte Ansatz (Renwick et&nbsp;al, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) wurde f\u00fcr die Entscheidung beim Risiko-Management als am geeignetsten befunden, da er eine wissenschaftlich g\u00fcltige, flexible und pragamatische Grundlage f\u00fcr ein Risiko-Nutzen-Management von Mikron\u00e4hrstoffen in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln ist. Der Ansatz basiert auf zwei dosisabh\u00e4ngigen Einnahme-Inzidenz-Verh\u00e4ltnissen, eines f\u00fcr das Ausbleiben von jeglichem Nutzen, das andere f\u00fcr Toxizit\u00e4t. Jede Dosis-Wirkungs-Kurve wird von einer 50 % Wirkungsdosis (ED<sub>50<\/sub>) abgeleitet, als jene Dosis, die eine Wirkung bei 50 % der Population hat, und von einem Variationskoeffizienten (CV), der den Abfall der Wirkungskurve aufzeigt, welche die Abweichungen von einer Person zu anderen innerhalb der menschlichen Population ber\u00fccksichtigt. Zusammen stellen diese Kurven einen Rahmen f\u00fcr den Dosierungsbereich zwischen Nutzen und Risiko f\u00fcr eine bestimmte Population zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Grundlage der ED<sub>50<\/sub>-Werte f\u00fcr Nutzen und Risiko und wenn der Variationskoeffizient (CV) angewendet wird, k\u00f6nnen die Einnahmemengen in Bezug auf die Chance berechnet werden, dass eine bestimmte Wirkung eintreten kann, die als die Inzidenz aufgezeigt wird. Der ED<sub>50<\/sub>-Wert wird typischerweise aus einer Dosis-Wirkungs-Kurve berechnet, f\u00fcr die eine log-normale Verteilung biologische Variabilit\u00e4t darstellen soll. Sollten dar\u00fcber hinaus unzureichende Daten zur Verf\u00fcgung stehen, um die Dosis-Wirkungs-Kurve zu berechnen, k\u00f6nnen stattdessen Default-Werte f\u00fcr den CV verwendet werden, und zwar ein CV von 15 % f\u00fcr Nutzen und 45 % f\u00fcr Toxizit\u00e4t (Renwick <em>et&nbsp;al<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der Ansatz vereinigt wichtige Aspekte f\u00fcr die Art der Gefahr, die Eignung der Daten und die typischen Unsicherheiten in Bezug auf die zur Verf\u00fcgung stehenden Daten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Einnahme bei vordefinierten Inzidenzen, die auf den ED<sub>50<\/sub>-Werten f\u00fcr Nutzen und Risiko basieren, zu berechnen, haben Renwick et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) eine Methodologie vorgestellt. Die Berechnung der Einnahme bei vordefinierten Inzidenzen wurde wie folgt vorgeschlagen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der normale CV wird umgewandelt auf eine Log-Skala, indem Sigma berechnet wird:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sigma = (ln(CV<sup>2<\/sup> +1)<sup>0.5<\/sup>;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die geometrische Standardabweichung (GSD, log geometric standard deviation) wird berechnet:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GSD = <em>e<\/em><sup>sigma<\/sup><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die log-normale Verteilung kann in Excel analysiert werden, und zwar durch die Statistikfunktion NORMSINV der zu beobachtenden Inzidenz<\/li><li>Das Verh\u00e4ltnis der Dosen im Durchschnitt und die Inzidenz (%) werden berechnet durch:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ratio = 10<sup>(logGSD \u00d7 NORMSINV)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Einnahme bei vordefinierter Inzidenz unter Ber\u00fccksichtigung des ED<sub>50<\/sub> wird dann berechnet:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einnahme bei Inzidenz = ED<sub>50<\/sub> \u00d7 ratio<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem g\u00e4ngigen Microsoft Excel Softwarepacket wird die Formel zur Berechnung der Einnahme bei der Decision-Inzidenz wie folgt angegeben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einnahme bei der Decision-Inzidenz bei Nutzen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>= (<strong>ED<sub>50<\/sub><\/strong>*(10\u02c6(((LOG(EXP((LN(((<strong>CV<\/strong>\/100)\u02c62)+1))\u02c60.5)))*(NORMSINV(1-(1\/<strong>incidence<\/strong>)))))))<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einnahme bei der Decision-Inzidenz bei Risiko:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>= (<strong>ED<sub>50<\/sub><\/strong>*(10\u02c6(((LOG(EXP((LN(((<strong>CV<\/strong>\/100)\u02c62)+1))\u02c60.5)))*(NORMSINV(1\/<strong>incidence<\/strong>))))))<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einnahmebereich zwischen den Decision-Inzidenzen von Nutzen und Risiko wird als Einnahmemenge erachtet, die zum Nutzen f\u00fcr die Mehrheit der zu beobachtenden Population ist, ohne dass exzessive unerw\u00fcnschte Wirkungen auftreten. Dieser Ansatz wird als ein sehr vielversprechender Ansatz f\u00fcr Risikomanagement-Zwecke erachtet, da die Bewertung von Nutzen und Toxizit\u00e4t mittels vergleichbarer Methoden und Werte (ED<sub>50<\/sub> und CV) durchgef\u00fchrt und die Umwandlung von ED<sub>50<\/sub>-Werten in Inzidenzen bei bestimmten Expositionswerten verrichtet werden kann. Dar\u00fcber hinaus sind der Auspr\u00e4gungsgrad der den ED<sub>50<\/sub>-Werten zugrundliegenden Wirkungen und die Unsicherheitsaspekte in Bezug auf die verwendeten Daten in dieser Methodologie mitinbegriffen, so dass sie leicht f\u00fcr F\u00e4lle adaptiert werden kann, wo die Wirkungen sich bei unterschiedlichen Subpopulationen unterscheiden. Dar\u00fcber hinaus kann dieser Ansatz f\u00fcr die verschiedenen Formen des gleichen Mikron\u00e4hrstoffes zur Bestimmung von MPLs angewendet werden, wo Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit oder im Risiko-\/Nutzen-Profil zwischen den Formen bekannt sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Methode<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Ansatz von Renwick et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) als Grundlage f\u00fcr die Entwicklung eines wissenschaftlichen Ansatzes f\u00fcr ein Risikomanagement-Model f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe sowohl als flexibel, als auch als geeignet erachtet wird, sollte er weiterentwickelt werden, um ihn zu einem praktischen und quantifizierbaren Ansatz zur Anwendung f\u00fcr Risiko-Manager zu machen. Das Modell sollte dar\u00fcber hinaus angepasst werden, um es f\u00fcr das Festlegen von Mikron\u00e4hrstoffspiegeln in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln geeignet zu machen und, falls dies wissenschaftlich notwendig ist, um unterschiedliche Spiegel f\u00fcr bestimmte Formen der Mikron\u00e4hrstoffe und\/oder Populationsgruppen abzuleiten. Der Zweck unserer Arbeit bestand darin, den fr\u00fcher empfohlenen theoretischen Ansatz (Renwick <em>et&nbsp;al<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) in einen praktischen, quantifizierbaren Ansatz f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln umzuwandeln, der direkt von Risiko-Managern verwendet werden k\u00f6nnte. Demzufolge wurde der Ansatz angepasst, indem Schritte hinzugef\u00fcgt wurden, und er beinhaltet eine detailliertere Entwicklung der Schritte, die entscheidend sind, um den Ansatz praktikabel zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Gesamt\u00fcberblick \u00fcber das Design des empfohlenen Risiko-Nutzen-Ansatzes wird in Abschnitt&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0001\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">4.1<\/a> dargestellt und danach werden die Schritte, die von den gegenw\u00e4rtigen Autoren im Vergleich zu dem Ansatz von Renwick weiterentwickelt wurden, in Abschnitt&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0002\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">4.2<\/a> ausgearbeitet. Es werden die Erkenntnisse der Autoren dar\u00fcber angegeben, wie man ED<sub>50<\/sub>-Werte und VCs f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln anwendet und wie man den Auspr\u00e4gungsgrad der ber\u00fccksichtigten Wirkung zu Inzidenzen in Bezug setzt, von denen halbwegs angenommen wird, dass sie f\u00fcr diese Wirkungen vertretbar sind. Daher wird eine Quantifizierung des Auspr\u00e4gungsgrads der Wirkungen ber\u00fccksichtigt, wohingegen die Qualit\u00e4t der Daten durch die Anwendung von Unsicherheitsfaktoren ber\u00fccksichtigt wird. Weiterhin wird eine Anleitung angeboten, wie man die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen ber\u00fccksichtigt, was zu unterschiedlichen Einnahmemengen der unterschiedlichen chemischen Formen des zu bewertenden Mikron\u00e4hrstoffes f\u00fchren kann. Beispiele relevanter Quellen \u00fcber Nahrungsmittel-Verbrauchsdaten werden gegeben, einschlie\u00dflich der Verbrauchsdaten von Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln. Schlie\u00dflich wird eine Empfehlung gegeben, wie Risiko-Manager Daten \u00fcber Risiko\/Nutzen anwenden k\u00f6nnen. Um die Anwendbarkeit des vorgeschlagenen Risiko-Nutzen-Ansatzes f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln zu bewerten, wurden zwei chemische Formen der Mikron\u00e4hrstoffe Folat und Eisen f\u00fcr einen Grundsatzbeweis ausgew\u00e4hlt (siehe Abschnitt&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0003\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">4.3<\/a>). Es ist zu beachten, dass der vorgeschlagene Ansatz nur f\u00fcr offensichtlich gesunde Populationen oder bestimmte Subgruppen hiervon relevant ist, der Ansatz schlie\u00dft daher erkrankte Populationen oder welche, die sich unter medizinischer Aufsicht befinden, aus.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Ergebnisse<\/h4>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4.1. Gesamtdesign des Ansatzes f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gesamte Risikomanagement-Ansatz, der als geeignet f\u00fcr die Bestimmung der MPLs von Mikron\u00e4hrstoffen in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln erachtet wird, sollte flexibel sein, um einen breiten Bereich von Daten effektiv zu beinhalten. Der vorgeschlagene Ansatz f\u00fcr das Risikomanagement beinhaltet die folgenden Schritte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Identifizierung relevanter (Sub-) Populationen auf Grundlage der beabsichtigten Verwendung der Mikron\u00e4hrstoffe und\/oder auf Grundlage von Bedenken oder bestimmten Wirkungen, die bei (anf\u00e4lligen) Subpopulationen bekannt sind;<\/li><li>Das Ableiten von ED<sub>50<\/sub>-Werten f\u00fcr Nutzen und Risiko aus Schl\u00fcsseldaten f\u00fcr die relevanten (Sub-) Populationen;<\/li><li>Ein Rating des Auspr\u00e4gungsgrads der Wirkung, von dem angemessene Nutzen-\/Risiko-Inzidenzen abgeleitet werden k\u00f6nnen;<\/li><li>Eine Unsicherheitsbewertung einschlie\u00dflich Bioverf\u00fcgbarkeit und Qualit\u00e4t des Datensatzes, der f\u00fcr das Scaling der angemessenen Inzidenzen verwendet wird. Die kombinierten Unsicherheitsfaktoren und angemessene Inzidenzen f\u00fchren zu Decision-Inzidenzen f\u00fcr Nutzen und Risiko. Diese Decision-Inzidenzen werden f\u00fcr die Berechnung der optimalen Einnahmemengen verwendet \u2013 \u00e4quivalent zu den MPLs \u2013 bei vordefinierten Inzidenzen f\u00fcr Nutzen und Risiko und unter Ber\u00fccksichtigung eines anwendbaren ED<sub>50<\/sub> und CV;<\/li><li>Die Decision-Inzidenz wird berechnet durch: angemessene Inzidenz x Unsicherheitsfaktor (z. B. angemessene Inzidenz von 1:100 mit einem Unsicherheitsfaktor von 10 ergibt Decision-Inzidenzen von 1:1.000). Dies k\u00f6nnte einem Risiko-Manager ein besseres Verstehen \u00fcber Unsicherheiten in Bezug auf die zu treffende Wahl geben;<\/li><li>Zuweisung der Einnahmemengen f\u00fcr Nutzen und Risiko bei der Decision-Inzidenz;<\/li><li>Die Einnahmebewertung der Mikron\u00e4hrstoffe kann nur f\u00fcr die relevanten (Sub-) Populationen in die gesamte Einnahme und in die Nahrungserg\u00e4nzungsmittel-Exposition unterteilt werden;<\/li><li>Vergleich der Einnahmemengen der Erg\u00e4nzungsmittel bei der Decision-Inzidenz mit den gesamten Einnahmemengen f\u00fcr die relevanten Subpopulationen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein grafisches Modell des vorgeschlagenen Ansatzes wird vorgestellt (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#f0001\" target=\"_blank\">Abb.&nbsp;1<\/a>) und basiert auf dem von Renwick et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>), einschlie\u00dflich dem Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkung und der Skalierung der (Unsicherheits-) Faktoren, um die Decision-Inzidenzen f\u00fcr Nutzen und Risiko zu bestimmen. Eine detailliertere Beschreibung der zus\u00e4tzlichen und\/oder weiterentwickelten Schritte wird in den nachfolgenden Abschnitten dieses Papers zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 1: Design des vorgeschlagenen Risiko-Nutzen-Ansatzes f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe zur Anwendung bei der Entscheidungsfindung im Risikomanagement.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"398\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Abbildung_1.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-5629\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4.2. Ausarbeitung der Schritte, die weiterentwickelt wurden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.1. Bestimmung der ED<sub>50<\/sub>-Werte f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bestimmung des ED<sub>50<\/sub> wird als Ausgangspunkt der Bewertung erachtet. Zur Ber\u00fccksichtigung des Nutzens eines gegebenen Mikron\u00e4hrstoffes sollte ein ED<sub>50<\/sub>-Wert oberhalb (die Anforderungen an den Mikron\u00e4hrstoff werden erf\u00fcllt) und unterhalb (eine unerw\u00fcnschte Wirkung oder kein Nutzen als Ergebnis einer unzureichenden Einnahme ist evtl. zu erwarten) in Betracht gezogen werden. Die EFSA leitet Dietary Reference Values (DRV, di\u00e4tetische Referenzwerte) ab, hierzu geh\u00f6rt der AR (Average requirement \u2013 durchschnittlicher Bedarf) AR (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010a<\/a> EFSA. (2010a). Scientific opinion on principles for deriving and applying dietary reference values. <em>EFSA J.<\/em> 8(3):1458.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0009&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1458\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010a&amp;pages=1458&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+principles+for+deriving+and+applying+dietary+reference+values&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der AR kann als Nutzen-ED<sub>50<\/sub> verwendet werden, da der AR die durchschnittliche (median) Anforderung an den Mikron\u00e4hrstoff wiederspiegelt, die ausreichend ist f\u00fcr eine bestimmte Population, was per Definition bedeutet, dass 50% der Population oberhalb und 50% unterhalb dieses Wertes liegen wird (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010a<\/a> EFSA. (2010a). Scientific opinion on principles for deriving and applying dietary reference values. <em>EFSA J.<\/em> 8(3):1458.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0009&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2010.1458\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010a&amp;pages=1458&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+principles+for+deriving+and+applying+dietary+reference+values&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>; Fairweather-Tait<em>et&nbsp;al.<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2011<\/a> Fairweather-Tait, S. J., et&nbsp;al. (2011). Risk-benefit analysis of mineral intakes: case studies on copper and iron. <em>Proc. Nutr. Soc.<\/em> 70:1\u20139.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0019&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1017%2FS0029665110003873\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0019&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20860861\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0019&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000287939600001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2011&amp;pages=1-9&amp;author=S.+J.+Fairweather-Tait&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+mineral+intakes:+case+studies+on+copper+and+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der AR ist somit die beste Einsch\u00e4tzung der Anforderungen, die aus ver\u00f6ffentlichten Daten erreicht werden kann, da jegliche zur Verf\u00fcgung stehende Literatur zum Zeitpunkt der Bestimmung ausgewertet und ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Risiko ED<sub>50<\/sub>-Wert zu bestimmen, sollte der ausschlaggebende Datensatz zur Bestimmung der Gefahr des Mikron\u00e4hrstoffes zuerst ausgew\u00e4hlt werden. Dieser Datensatz sollte zur Identifizierung unerw\u00fcnschter Wirkungen durch den Mikron\u00e4hrstoff bewertet werden und f\u00fchrt gew\u00f6hnlich zur Ermittlung von NOAEL (No Observed Adverse Effect Level, kein beobachteter Grad unerw\u00fcnschter Wirkungen) oder LOAEL (Lowest Observed Adverse Effect Level, niedrigster beobachteter Grad unerw\u00fcnschter Wirkungen). Der verwendete Datensatz zur Bestimmung der aktuell tolerierbaren ULs (upper levels) f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) wird als guter Ausgangspunkt zur Bestimmung der Risiko ED<sub>50<\/sub>-Werte erachtet, besonders dann, wenn eine dosisabh\u00e4ngige Wirkung betroffen ist, da alle zur Verf\u00fcgung stehende Literatur ber\u00fccksichtigt und auf ihre Qualit\u00e4t und G\u00fcltigkeit gepr\u00fcft wurde. Zur Beachtung: Der UL kann nicht als Ersatz f\u00fcr den ED<sub>50<\/sub> verwendet werden, da der UL normalerweise keinen Wirkungsgrad hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall, dass der Mikron\u00e4hrstoff bei allen Dosierungsmengen unerw\u00fcnschte Wirkungen induziert und eine Dosiswirkung nicht mit ausreichender Sicherheit bestimmt werden kann, &nbsp;kann die niedrigste getestete Dosis als LOAEL in Betracht gezogen werden. Davon ausgehend, dass der LOAEL eigentlich eine Wirkungsdosis ist, so wie der ED<sub>50<\/sub>, ist der Prozentsatz der Population, bei der die Wirkung beim LOAEL induziert ist, gew\u00f6hnlich weder angegeben, noch leicht zu bestimmen. Im Fall, dass ein LOAEL ausgew\u00e4hlt wird, bei dem auf Grundlage der Daten eine Wirkungsdosis unterhalb 50 % wahrscheinlich ist, kann der LOAEL vorsichtig als ED<sub>50<\/sub> verwendet werden. Wenn eine h\u00f6here Wirkungsdosis in Betracht gezogen wird, kann ein Unsicherheitsfaktor f\u00fcr die Skalierung ber\u00fccksichtigt werden (Abschnitt&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0002-0003\" target=\"_blank\">4.2.3<\/a>). Wenn die Substanz keine unerw\u00fcnschten Wirkungen induziert hat, auch nicht bei der h\u00f6chsten Dosismenge, wird diese h\u00f6chste Dosismenge als NOAEL ber\u00fccksichtigt. Die Verwendung eines NOAEL bei der h\u00f6chsten Dosismenge als Ausgangspunkt wird eine vorsichtige Einsch\u00e4tzung des ED<sub>50<\/sub> ergeben. Alternativ kann angenommen werden, dass die Einnahme in dieser H\u00f6he bereits eine Dosismenge darstellt, die durch die Menge, die normalerweise erwartungsgem\u00e4\u00df konsumiert wird, begrenzt wird. Da der NOAEL bei der h\u00f6chsten getesteten Dosis auf keine Gefahr hindeutet, wird der Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkung als nicht vorhanden erachtet. In diesem Fall wird der Auspr\u00e4gungsgrad beim NOAEL auf eine angemessene Inzidenz von 1:10 bezogen (Abschnitt&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0002-0002\" target=\"_blank\">4.2.2<\/a>). Dar\u00fcber hinaus kann im Falle eines Default-CV von 45% ein CV von 15% stattdessen angewendet werden, was ebenfalls einen geringen, vorsichtigen Faktor in die Gleichung einf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr relevante Subpopulationen k\u00f6nnen separate ED<sub>50<\/sub> bestimmt werden, und zwar auf Grundlage der bestimmen Anforderungen, Nutzen und\/oder Risiken beim Verzehr von Mikron\u00e4hrstoffen. Dies kann auf das Alter, das Geschlecht und\/oder die Lebensphasen (z. B. Schwangerschaft) bezogen werden, f\u00fcr die stets Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit oder der Wirkungsparameter in Betracht gezogen werden sollten. Ein Beispiel f\u00fcr die Notwendigkeit dieses Ansatzes wird im Fall von Folat f\u00fcr Schwangere gegen\u00fcber \u00e4lteren Menschen aufgezeigt (Verkerk, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Verkerk, R. (2010). The paradox of overlapping micronutrient risks and benefits obligates risk\/benefit analysis. <em>Toxicology<\/em> 278(1):27\u201338.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.tox.2010.02.011\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20188138\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000285127500004\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=27-38&amp;issue=1&amp;author=R.+Verkerk&amp;title=The+paradox+of+overlapping+micronutrient+risks+and+benefits+obligates+risk\/benefit+analysis&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Als ein Ergebnis einer bestimmten Gefahr f\u00fcr eine bestimme Subpopulation kann ein Risiko- und\/oder Nutzen-ED<sub>50<\/sub> f\u00fcr jede relevante Subpopulation ausgearbeitet werden. Dar\u00fcber hinaus kann ein ED<sub>50<\/sub> f\u00fcr eine akute und chronische Exposition abgeleitet werden, wenn die zur Verf\u00fcgung stehenden Daten unterschiedliche Gefahren andeuten. In diesem Fall sollte der abgeleitete ED<sub>50<\/sub> mit einer kurzzeitigen bzw. langzeitigen Exposition vergleichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn bekannt ist, dass sich eine sehr steile Dosis-Wirkungs-Kurve ergibt, kann der ED<sub>50<\/sub> auf der niedrigsten beobachteten Wirkung und\/oder der schwerwiegendsten beobachteten Wirkung beruhen. Wenn die schwerwiegende Wirkung ein gr\u00f6\u00dferes Gesundheitsproblem hervorruft als die niedrigste Wirkung \u2013 basierend auf der errechneten Einnahme bei der Decision-Inzidenz \u2013 k\u00f6nnen entweder beide ED<sub>50<\/sub>-Werte oder der ED<sub>50<\/sub>-Wert mit der schwerwiegendsten Wirkung als Dateneingabe f\u00fcr die Risiko-Nutzen-Bewertung ausgew\u00e4hlt werden. Die Wahl sollte entsprechend dem Urteil der Expertengruppe erfolgen. Der ausgew\u00e4hlte ED<sub>50<\/sub> sollte alle (relevanten) unerw\u00fcnschten Wirkungen f\u00fcr die Substanz und die betreffende Population beinhalten. Dar\u00fcber hinaus sollten auch der Auspr\u00e4gungsgrad und die zugeh\u00f6rige Inzidenz ber\u00fccksichtigt werden. Als ein hypothetisches Beispiel wird genannt: An\u00e4mie wird bei einem ED<sub>50<\/sub> von 1&nbsp;mg\/kg bw\/d mit einer angemessenen Inzidenz von 1:100 festgestellt, siehe Tabelle\u00b01, und ein histologischer (reversibler) Leberschaden wird bei einer n\u00e4chst h\u00f6heren Dosismenge von 10&nbsp;mg\/kg bw\/d mit einer angemessenen Inzidenz von 1:100.000 (Tabelle\u00b01) festgestellt; der Faktor von 10 bei der Dosismenge ist viel niedriger als der Unterschied bei den angemessenen Inzidenzen, der 1.000 betr\u00e4gt. In diesem Fall sollte der Leberschaden anstatt der An\u00e4mie als Ausgangspunkt ausgew\u00e4hlt werden, auf dem der NOAEL basiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.2. Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkungen: Quantifizierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um Nutzen und Risiko abzuw\u00e4gen, ist zu beachten, dass der Auspr\u00e4gungsgrad von unerw\u00fcnschten Wirkungen f\u00fcr Nutzen und Risiko meistens nicht vergleichbar ist. Dar\u00fcber hinaus sollte der Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkungen in Zusammenhang stehen mit dem, was als angemessene Inzidenz der betroffenen Population erachtet werden k\u00f6nnte. Daher sollten die Inzidenz der Wirkungen und der Auspr\u00e4gungsgrad dieser Wirkungen in einem Risiko-Nutzen-Ansatz ber\u00fccksichtigt werden. Da vertretbare Inzidenzen f\u00fcr die meisten der unerw\u00fcnschten Wirkungen derzeit nicht vorhanden sind, schlagen wir vor, stattdessen den Begriff \u201aangemessene Inzidenz\u2018 zu verwenden. Letztendlich sollten angemessene Inzidenzen f\u00fcr bestimmte Wirkungen definiert werden. Diese angemessenen Inzidenzen werden \u2013 nach der Skalierung unter Verwendung der Unsicherheitsfaktoren \u2013 Decision-Inzidenzen genannt, welche jene Inzidenzen sind, die f\u00fcr Entscheidungen des Risikomanagements in Betracht gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Liste von Indikatoren f\u00fcr den Auspr\u00e4gungsgrad von unerw\u00fcnschten Wirkungen gibt es von Renwick et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Jedoch wurden diese Indikatoren nicht weiter quantifiziert. Eine Quantifizierung des Auspr\u00e4gungsgrads der Wirkungen ist notwendig, um dies bei der Risiko-Nutzen-Bewertung zu ber\u00fccksichtigen. Daher wird f\u00fcr jeden Indikator des Auspr\u00e4gungsgrads einer Wirkung, wie bei Renwick beschrieben, eine angemessene Inzidenz vorgeschlagen. In Bezug auf die Kanzerogenit\u00e4t ist ein Risiko f\u00fcr die Bildung eines Tumors von 1 pro 10<sup>6<\/sup> allgemein vertretbar. Derzeit gibt es kein allgemein vertretbares Risiko f\u00fcr andere Wirkungen, die f\u00fcr die Bestimmung von angemessenen Inzidenzen verwendet werden k\u00f6nnen. Daher schlagen wir angemessene Inzidenzen f\u00fcr andere Wirkungen vor, die in Relation zu dem allgemein vertretbarem Risiko f\u00fcr Kanzerogenit\u00e4t von 1 pro 10<sup>6 <\/sup>ausgearbeitet werden. Wir schlagen au\u00dferdem vor, dass klinische Anzeichen eines irreversiblen Organschadens als eine \u00e4quivalente Risikoinzidenz f\u00fcr eine Kanzerogenit\u00e4t erachtet werden (d. h. angemessene Inzidenz von 1 pro 10<sup>6<\/sup>), und dass die Risikoinzidenz um den Faktor 10 stufenweise in verschiedenen Kategorien mit abnehmendem Risiko reduziert wird, wie Tabelle\u00b01 zeigt. Das Festlegen von angemessenen Inzidenzen ist eher die Verantwortung des Risikomanagements und weniger die der Risikobewertung: Diese Inzidenzen sind Sch\u00e4tzungen davon, was die Gesellschaft als ein vertretbares Risiko in Bezug auf eine bestimmte Wirkung erachtet. Da die vorgeschlagenen angemessenen Anzeichen in dem Vergleich zwischen Nutzen\/Risiko bei einem Mangel einerseits und Toxizit\u00e4t andererseits verwendet werden, sind die tats\u00e4chlich verwendeten Zahlen etwas willk\u00fcrlich und spiegeln in erster Linie den Auspr\u00e4gungsgrad einer Wirkung zahlenm\u00e4\u00dfig wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn bekannt ist, dass unterschiedliche Wirkungen bei unterschiedlichen Subpopulationen auftreten, sollte eine bestimmte angemessene Inzidenz f\u00fcr jede relevante Subpopulation abgeleitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.3. Unsicherheitsbewertung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.3.1. Qualit\u00e4t der Daten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fcr die Bestimmung der ED<sub>50<\/sub>-Werte verwendete Datenpaket k\u00f6nnte Unsicherheiten einf\u00fchren, die bei der Risiko-Nutzen-Bewertung ber\u00fccksichtigt werden sollten. Die Unsicherheitsbewertung dieses Ansatzes beinhaltet einen quantifizierten Korrekturfaktor f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Daten und daf\u00fcr, wie repr\u00e4sentativ die Daten f\u00fcr die zu ber\u00fccksichtigende menschliche Population sind (z. B. Ber\u00fccksichtigung der Aspekte in Bezug auf Bioverf\u00fcgbarkeit). In dieser Hinsicht k\u00f6nnen die normalen Korrekturfaktoren zur Umrechnung von Tierdaten in Humandaten ber\u00fccksichtigt werden: Ein Faktor 10 als Default f\u00fcr art\u00fcbergreifende Unterschiede und ein Faktor 10 f\u00fcr Unterschiede innerhalb der Art. Die Einbindung dieser Unsicherheitsfaktoren, die einen einseitigen, vorbeugenden Ansatz ergeben, k\u00f6nnte aufgrund eines Mangels zu signifikanten unerw\u00fcnschten Wirkungen auf die Gesundheit in der Population f\u00fchren (Renwick <em>et&nbsp;al.<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Um eine derartige Situation zu vermeiden, wird vorgeschlagen, dass ein Unsicherheitsfaktor als Skalierungsfaktor eingef\u00fchrt wird, um die angemessenen Inzidenzen sowohl f\u00fcr Nutzen, als auch f\u00fcr Risiko in eine Decision-Inzidenz umzuwandeln. Auf diese Weise kann beim Risikomanagement die Inzidenz einer weniger schwerwiegenden Risikowirkung mit mehr Unsicherheiten eher mit einem schwerwiegenderen Nutzen oder Risiko mit weniger Unsicherheiten verglichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zuweisung von Unsicherheitsfaktoren zu einem bestimmten Datensatz kann \u00e4u\u00dferst subjektiv sein und entsprechend der Verf\u00fcgbarkeit der Daten variieren, und die Ber\u00fccksichtigung dieser Daten ist relevant. F\u00fcr einen optimalen Vergleich sollte die Unsicherheitsbewertung f\u00fcr Nutzen und Risiko mit der gleichen Methodologie durchgef\u00fchrt werden, um \u00fcberzogene Unterschiede bei den verwendeten Unsicherheitsfaktoren zu vermeiden. Die EFSA ver\u00f6ffentlichte (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> EFSA. (2012). Guidance on selected default values to be used by the EFSA scientific committee, scientific panels and units in the absence of actual measured data. <em>EFSA J.<\/em> 10(3):2579.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0011&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2012.2579\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=2579&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Guidance+on+selected+default+values+to+be+used+by+the+EFSA+scientific+committee,+scientific+panels+and+units+in+the+absence+of+actual+measured+data&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) einen Leitfaden \u00fcber ausgew\u00e4hlte Defaultwerte, die vom EFSA Wissenschaftlichen Komitee, von Wissenschaftlichen Aussch\u00fcssen und Einheiten in Ermangelung gemessener Daten (Tabelle\u00b02) verwendet werden sollten. Dieses Dokument kann als Hintergrunddokument verwendet werden, um einen einheitlichen Ansatz zu verwenden. Der Leitfaden beinhaltet Defaultwerte f\u00fcr art\u00fcbergreifende Extrapolation und Extrapolation innerhalb der gleichen Spezies, Extrapolation f\u00fcr die Dauer der Exposition, Ans\u00e4tze f\u00fcr die Handhabung von Unzul\u00e4nglichkeiten bei den zur Verf\u00fcgung stehenden Daten und andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle 2. Von der EFSA ver\u00f6ffentlichte Unsicherheitsfaktoren (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> EFSA. (2012). Guidance on selected default values to be used by the EFSA scientific committee, scientific panels and units in the absence of actual measured data. EFSA J. 10(3):2579.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0011&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2012.2579\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=2579&amp;issue=3&amp;author=EFSA&amp;title=Guidance+on+selected+default+values+to+be+used+by+the+EFSA+scientific+committee,+scientific+panels+and+units+in+the+absence+of+actual+measured+data&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu beachten, dass der CV, so wie er f\u00fcr die Bestimmung der Einnahmen bei vordefinierten Inzidenzen verwendet wurde, die Dosis-Wirkungs-Kurve der den Daten zugrundeliegenden Population wiederspiegelt. Daher wurden Unterschiede bei den Menschen einer betroffenen Population bereits durch den CV ber\u00fccksichtigt, wenn Humandaten dem ED<sub>50<\/sub>-Wert zugrunde liegen. Zu beachten ist, dass ein Unsicherheitsfaktor eingef\u00fchrt werden kann, wenn Informationen \u00fcber eine bestimmte betroffene Subpopulation fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall, dass das Datenpaket von relativ niedriger Qualit\u00e4t ist oder Datenl\u00fccken enth\u00e4lt, die eine gute Bewertung der Relevanz oder die Brauchbarkeit der Daten verhindern, sollte die Relevanz zur Verwendung dieses Datenpakets bestimmt werden, bevor ein Unsicherheitsfaktor angewendet wird: z. B., wenn die Daten in Bezug auf die gezogene Schlussfolgerung fraglich sind, kann es zweckm\u00e4\u00dfiger sein, die Daten zu verwerfen, als einen Unsicherheitsfaktor anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle\u00b02 zeigt: Unterschiede in der Toxikokinetik und Toxikodynamik bestimmen gr\u00f6\u00dftenteils den zu verwendenden Unsicherheitsfaktor. Bekannte Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit zwischen den getesteten Arten oder Populationen und der zu untersuchenden Population sollten daher ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden. Zu beachten ist, dass dies sowohl zu einem niedrigeren, als auch h\u00f6heren zu verwendenden Unsicherheitsfaktor f\u00fchren kann. Zus\u00e4tzlich zur Verwendung der Bioverf\u00fcgbarkeitsbewertung f\u00fcr die Unsicherheitsbewertung beim Extrapolieren von Tierdaten auf Menschen k\u00f6nnen die Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten zur Bestimmung von Unterschieden in der Bioverf\u00fcgbarkeit der chemischen Formen von N\u00e4hrstoffen verwendet werden. Im n\u00e4chsten Abschnitt wird ein Leitfaden dar\u00fcber zur Verf\u00fcgung gestellt, wie man (die Qualit\u00e4t von) Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten von Mikron\u00e4hrstoffen bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.3.2. Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bioverf\u00fcgbarkeit ist bei verschiedenen Formen der Mikron\u00e4hrstoffe unterschiedlich und beeinflusst so eine systemische Exposition und nachfolgende g\u00fcnstige oder unerw\u00fcnschte Wirkungen. Durch die Bestimmung der MPLs der Mikron\u00e4hrstoffe sollten daher potentielle Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit als eine Folge der chemischen Form des Mikron\u00e4hrstoffes ber\u00fccksichtigt werden. Die Bioverf\u00fcgbarkeit wird im Allgemeinen bei der Bestimmung der tolerierbaren h\u00f6chsten Einnahmemengen ber\u00fccksichtigt (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>), f\u00fcr die die bioverf\u00fcgbarsten Formen eines gegebenen Mikron\u00e4hrstoffes als ausreichend gelten, um das Risiko zu bewerten. Dies kann jedoch zu Unzul\u00e4nglichkeiten f\u00fchren, wenn weniger bioverf\u00fcgbare Formen des Mikron\u00e4hrstoffes betroffen sind. Daher sollten Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit bei den chemischen Formen eines gegebenen Mikron\u00e4hrstoffes bewertet werden. Eine solche Variabilit\u00e4t wird als wichtig erachtet, wenn man eine Exposition gegen\u00fcber Polyglutamylfolaten aus Lebensmitteln mit Pteroylmonoglutamins\u00e4ure in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln vergleicht (Gregory, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2001<\/a> Gregory, J. F. (2001). Bioavailability of nutrients and other bioactive components from dietary supplements. case study: Folate bioavailability. <em>J. Nutr.<\/em> 131:1376S\u20131382S.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0023&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=11285357\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0023&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000168170600001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2001&amp;pages=1376S-1382S&amp;author=J.+F.+Gregory&amp;title=Bioavailability+of+nutrients+and+other+bioactive+components+from+dietary+supplements.+case+study:+Folate+bioavailability&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.3.2.1. Definition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird rege \u00fcber die Definition der Bioverf\u00fcgbarkeit diskutiert, die bei der Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit der verschiedenen Formen der Mikron\u00e4hrstoffe verwendet wurde. Wenn man die Bioverf\u00fcgbarkeit der unterschiedlichen Formen der Mikron\u00e4hrstoffe vergleicht, ist die Absorption des N\u00e4hrstoffanteils der wichtigste Faktor, um dessen systemische Verf\u00fcgbarkeit zu bestimmen. In der vorliegenden Arbeit wird die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen als der Anteil eines Mikron\u00e4hrstoffes definiert, der aus der Ern\u00e4hrung oder dem Erg\u00e4nzungsmittel aufgenommen und bei den normalen metabolischen und physiologischen Prozessen verwendet wird. Der Bioverf\u00fcgbarkeitsfaktor wird als der Prozentsatz der Einnahme ausgedr\u00fcckt, der vom K\u00f6rper aufgenommen wird. Dies wird durch eine gro\u00dfe Anzahl von Faktoren beeinflusst: Freisetzung aus der Nahrungsmatrix, intestinale Verdauung, Anbindung an und Transport \u00fcber die intestinale Schleimhaut, systemische Verteilung und Ablagerung, metabolische und funktionale Verwendung und Ausscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen F\u00e4llen jedoch wird der Begriff Bioverf\u00fcgbarkeit eigentlich verwendet, um die Biowirksamkeit anzuzeigen, die ein Teil der Bioverf\u00fcgbarkeit ist und die Effizienz anzeigt, mit welchem eingenommene Mikron\u00e4hrstoffe aufgenommen werden, und somit nur den di\u00e4tetischen und intestinalen Bestandteil der Bioverf\u00fcgbarkeit wiedergibt. Letzteres ist auch die Definition, die die EFSA in ihrem Bericht \u00fcber tolerierbare h\u00f6chste Einnahmemengen f\u00fcr Vitamine und Mineralstoffe verwendet (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Da der Risikomanagement-Ansatz idealerweise Ziele vorschlug, um g\u00fcnstige und unerw\u00fcnschte Wirkungen bei einer Mikron\u00e4hrstoff-Exposition anzugehen und hierbei einen Systembiologie-Ansatz verwendet und alle Daten zur Bioverf\u00fcgbarkeit ber\u00fccksichtigt, wird die vollst\u00e4ndigere Definition von Bioverf\u00fcgbarkeit als Ausgangspunkt f\u00fcr die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit bevorzugt. Zu beachten ist jedoch, dass gew\u00f6hnlich nur Daten \u00fcber die Biowirksamkeit vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.3.2.2. Strategie der Bewertung zur &nbsp;Bioverf\u00fcgbarkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Prozesse und Faktoren sind f\u00fcr die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen relevant; jene, die zu den wichtigsten geh\u00f6ren, werden schematisch (<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#f0002\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Abbildung&nbsp;2<\/a>) dargestellt. Die Prozesse und Faktoren, die im roten Kreis abgebildet sind, markieren die wichtigsten Gesichtspunkte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 2: Schematische Abbildung der Prozesse und Faktoren, die f\u00fcr die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen relevant sind. Zur Beachtung: Konversionsfaktoren und Interaktionsfaktoren k\u00f6nnen integriert werden, wenn sie bekannt sind, ansonsten kann stattdessen ein Unsicherheitsfaktor verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"374\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Abbildung_2.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-5630\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zahlreiche andere Faktoren, die zu der Komplexit\u00e4t einer Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen beitragen, sind offensichtlich (<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#f0002\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Abb.&nbsp;2<\/a>). Jedoch wird es selten vorkommen, dass vollst\u00e4ndige Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten f\u00fcr einen bestimmten Mikron\u00e4hrstoff sowohl f\u00fcr Tiere, als auch f\u00fcr Menschen zur Verf\u00fcgung stehen. Dar\u00fcber hinaus werden normalerweise Daten unterschiedlicher vorhersagbarer Werte aus verschiedenen Studientypen zur Verf\u00fcgung stehen, wobei Daten \u00fcber verschiedene chemische Formen des Mikron\u00e4hrstoffes vorliegen k\u00f6nnen. Daher sollte die Bioverf\u00fcgbarkeit als Schl\u00fcsselinformation erachtet werden, wenn verschiedene chemische Formen eines Mikron\u00e4hrstoffes verglichen und dabei Kinetikdaten, soweit verf\u00fcgbar, ber\u00fccksichtigt werden. Als Richtlinie f\u00fcr die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten werden die folgenden Erw\u00e4gungen vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menge, Beschaffenheit und Qualit\u00e4t der vorhandenen Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten bilden den Rahmen, um Schlussfolgerungen zu ziehen, und zwar im Hinblick auf den Vergleich der Bioverf\u00fcgbarkeit zwischen mehreren chemischen Formen von Mikron\u00e4hrstoffen. Es gibt viele verschiedene Arten von Daten, die f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich und als Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten definiert sind. Dazu geh\u00f6ren Daten aus <em>in-vivo<\/em>-Studien am Menschen und an Tieren, haupts\u00e4chlich Ratten, Schweine und Affen; sowie Daten aus <em>in-vitro<\/em>-Studien, die Biozug\u00e4nglichkeits- und Absorptionsstudien umfassen. In Bezug auf Studien am Menschen wird die Bioverf\u00fcgbarkeit in unterschiedlichen Studienformaten bewertet, z. B. durch akute und langzeitliche Studien zu Erg\u00e4nzungsmitteln, als auch durch die Bewertung unterschiedlicher Marker f\u00fcr die Bioverf\u00fcgbarkeit, wie isotopenmarkierte Studien \u00fcber Mikron\u00e4hrstoffe und die Analyse direkter und indirekter Plasmamarker. Die Relevanz und G\u00fcltigkeit der vorhandenen Daten h\u00e4ngt demzufolge von Kriterien ab wie (erwarteter) Konversionswert des verwendeten Modells und Relevanz der Marker, die f\u00fcr die Bewertung der Absorption\/Bioverf\u00fcgbarkeit gemessen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend eines Workshops \u00fcber die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hstoffen, der vom EURRECA Netzwerk f\u00fcr Exzellenz organisiert wurde, gab es unter den Experten eine allgemeine \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, dass die durch Humanstudien erhaltenen Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten, die eine Methodik zur Analyse stabiler Isotope integriert, den Goldstandard darstellen (Casgrain<em>et&nbsp;al.<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Casgrain, A., et&nbsp;al. (2010). Micronutrient bioavailability research priorities. <em>Am. J. Clin. Nutr.<\/em> 91:1423S\u20131429S.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0004&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.3945%2Fajcn.2010.28674A\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0004&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20200267\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0004&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000276845100040\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=1423S-1429S&amp;author=A.+Casgrain&amp;title=Micronutrient+bioavailability+research+priorities&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Obwohl f\u00fcr eine Anzahl von Mikron\u00e4hrstoffen, einschlie\u00dflich Eisen und Folat, solche Studien fest etabliert sind, sind f\u00fcr die meisten Mikron\u00e4hrstoffe diese Daten nicht verf\u00fcgbar, und die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit st\u00fctzt sich haupts\u00e4chlich auf Tiermodelle und\/oder <em>in-vitro<\/em> Untersuchungen. Um imstande zu sein, \u00fcber den Wert der Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten zu entscheiden, die aus Studien, mit Ausnahme von Tracer-Studien am Menschen, gewonnen wurden, sollten die folgenden Aspekte, wie sie in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#f0003\" target=\"_blank\">Abbildung&nbsp;3<\/a> dargestellt sind, ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>\u2013<\/td><td>Translationale Werte der Testmodelle<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 3. Schematische Darstellung zur Bewertung der Validit\u00e4t der Bioverf\u00fcbarkeitsdaten. Gr\u00fcne Linien zeigen positive und rote Linien negative Antworten an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"356\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Abbildung_3.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-5631\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Goldstandard f\u00fcr Bioverf\u00fcgbarkeitsstudien ist eine Tracer Humanstudie \u00fcber die einmalige Bolusgabe eines Mikron\u00e4hrstoffes als Supplementierung. Wenn die Daten aus Humanstudien \u00fcber einen intensiven oder langfristigen Einnahmestatus stammen, ist es nicht erforderlich, einen Translations- oder Konversionswert anzuwenden. In diesen Studien muss die Relevanz der Marker (und der beobachteten Ver\u00e4nderungen), die zur Bestimmung des Status zur Messung der Bioverf\u00fcgbarkeit verwendet wurden, bestimmt werden (siehe: \u201aRelevanz der gemessenen Marker zur Berechnung der Bioverf\u00fcgbarkeit\u2018 weiter unten).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den aus Tierstudien gewonnen Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten, bei denen die Bioverf\u00fcgbarkeit von Referenz-Mikron\u00e4hrstoffen als Ma\u00dfstab gegen\u00fcber Tracer Humanstudien gesetzt wurden, sollte ein h\u00f6herer Stellenwert als Tierstudien beigemessen werden, bei denen keine vergleichbaren Humanstudien zur Verf\u00fcgung stehen. Die folgenden Schl\u00fcsselfaktoren sollten beachtet werden, wenn Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten aus Tierstudien ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Spezies zeigen Unterschiede in Bezug auf luminale Wirkungen auf die Verf\u00fcgbarkeit eines Mikron\u00e4hrstoffes. Informationen \u00fcber eine unterschiedliche Bioverf\u00fcgbarkeit aufgrund von Unterschieden in der Stabilit\u00e4t und bei den Modellspezies in Bezug auf Physiologie und Darm-Mikrobiologie konnten durch Anwendung eines Konversionsfaktors eingef\u00fchrt werden;<\/li><li>Spezies zeigen Unterschiede bei der Absorption in Bezug auf Mechanismus und Kinetik. Abh\u00e4ngig vom bekannten Transport- oder Absorptionsmechanismus, beziehungsweise vom aktiven rezeptorgesteuerten Transport oder passiver Absorption, kann die Validit\u00e4t der vorhandenen Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten beeinflusst werden, so dass ein Unsicherheitsfaktor eingesetzt werden kann;<\/li><li>Spezies zeigen Unterschiede in der Verteilung im K\u00f6rper und in der Deposition. Um imstande zu sein, die Ergebnisse aus Tiermodellen auf den Menschen zu \u00fcbertragen, m\u00fcssen Unterschiede in der Verteilung im K\u00f6rper und in der Deposition ber\u00fccksichtigt werden. Sollte es Informationen \u00fcber \u00c4hnlichkeiten oder Unterschiede hierzu geben, k\u00f6nnen Konversionsfaktoren zur Verf\u00fcgung stehen, die auf der berechneten Verteilung basieren. In anderen F\u00e4llen kann ein Unsicherheitsfaktor eingesetzt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus sollte \u2013 besonders f\u00fcr <em>in-vitro<\/em> Analysen \u2013 die Korrelation zwischen <em>in-vitro<\/em> Absorptionsanalysen und der Bioverf\u00fcgbarkeit im Menschen ber\u00fccksichtigt werden. Eine Reihe von <em>in-vitro<\/em> Untersuchungen wurde zur Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit durchgef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6ren das dynamische <em>in-vitro<\/em> gastrointestinale TIM-Modell von TNO und zellenbasierte Untersuchungen (Arkb\u00e5ge<em>et&nbsp;al.<\/em>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2003<\/a> Arkb\u00e5ge, K., Verwei, M., Havenaar, R. and Witth\u00f6ft, C. (2003). Bioaccessibility of folic acid and (6S)-5-methyltetrahydrofolate decreases after the addition of folate-binding protein to yogurt as studied in a dynamic in vitro gastrointestinal model. <em>J. Nutr.<\/em> 133(11):3678\u201383.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0001&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=14608093\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0001&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000186650600056\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2003&amp;pages=3678-83&amp;issue=11&amp;author=K.+Arkb\u00e5ge&amp;author=M.+Verwei&amp;author=R.+Havenaar&amp;author=C.+Witth\u00f6ft&amp;title=Bioaccessibility+of+folic+acid+and+(6S)-5-methyltetrahydrofolate+decreases+after+the+addition+of+folate-binding+protein+to+yogurt+as+studied+in+a+dynamic+in+vitro+gastrointestinal+model&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Daten aus diesen Untersuchungen tragen zu der Information \u00fcber die Bioverf\u00fcgbarkeit eines bestimmten Mikron\u00e4hrstoffes bei. Jedoch stellen sie nur ein unvollst\u00e4ndiges Bild der gesamten Aufnahmekette dar. Diese Daten k\u00f6nnen nur zusammen mit relevanten <em>in-vivo<\/em> Daten verwendet werden oder wenn es eine nachgewiesene Korrelation zwischen validen Human-Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten und den <em>in-vitro<\/em> Ergebnissen \u00e4hnlicher Mikron\u00e4hrstoff-Formen gibt. Wenn es keine Angaben \u00fcber die Relevanz dieser <em>in-vitro<\/em> Untersuchungen gibt, sollten diese nicht f\u00fcr eine quantitative Risiko-Nutzen-Bewertung verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>\u2013<\/td><td>Relevanz der gemessenen Marker zur Berechnung der Bioverf\u00fcgbarkeit<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen Studien wird die Bioverf\u00fcgbarkeit eines Mikron\u00e4hrstoffes durch die Analyse von Plasmakonzentrationen des bestimmten Mikron\u00e4hrstoffes oder eines Metaboliten hiervon bewertet. Jedoch wird die Absorption von Mikron\u00e4hrstoffen nicht notwendigerweise durch eine vollst\u00e4ndige oder unvollst\u00e4ndige Response in den Plasmakonzentrationen f\u00fcr einen bestimmten Mikron\u00e4hrstoff wiedergegeben. Besonders im Fall von Mineralstoffen sind die Plasmaspiegel von freien oder gebundenen Mikron\u00e4hrstoffen oft streng reguliert und geben nicht (sofort) das absorbierte Material in Akutstudien wieder. Daher muss der Validit\u00e4t von Plasmamarkern (in Human- und Tierstudien) besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, wenn sie zur Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit eingesetzt werden. Die folgenden Aspekte m\u00fcssen f\u00fcr die Bewertung der Validit\u00e4t von bestimmten Plasma- (oder Urine-) Biomarkern ber\u00fccksichtigt werden: &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wurde der Biomarker anhand der Tracer Humanstudien validiert und gibt es f\u00fcr ihn einen einheitlichen Konversionsfaktor?<\/li><li>Reflektiert die Einnahme\/Bioverf\u00fcgbarkeit eine Ver\u00e4nderung der verwendeten Plasmabiomarker? Dies kann eine direkte oder indirekte Reflektion der Ver\u00e4nderungen der K\u00f6rperspeicher sein;<\/li><li>Ist der verwendete Biomarker spezifisch f\u00fcr den Mikron\u00e4hrstoff oder wird er durch mehrere Mikron\u00e4hrstoffe oder andere Mechanismen gesteuert?<\/li><li>Welche wesentlichen Faktoren beeinflussen die Plasmaspiegel der verwendeten Biomarker oder deren Kontrolle? Zum Beispiel: Eine Entz\u00fcndung reduziert die Plasmamarker des Eisenstatus (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten aus Human- und Tierstudien, bei denen die Plasmabiomarker von Mikron\u00e4hrstoffen direkt oder indirekt verwendet werden, nur dann f\u00fcr die Risiko-Nutzen-Bewertung eingesetzt werden sollten, wenn relevante Biomarker die Absorption des bestimmten Mikron\u00e4hrstoffes wie bewertet wirklich reflektieren. Diese Marker ben\u00f6tigen einen fundierten wissenschaftlichen Nachweis als Grundlage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>\u2013<\/td><td>Anmerkung zu Komplikationsfaktoren<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist bekannt, dass die Bioverf\u00fcgbarkeit von Mikron\u00e4hrstoffen durch eine gro\u00dfe Anzahl von Faktoren beeinflusst wird. Zu diesen Faktoren geh\u00f6ren unter anderem vergleichbare Interaktion zwischen Mikron\u00e4hrstoffen im Hinblick auf mukosalen Transport oder systemischen Transport oder Speicherung und Auswirkungen auf die Gesundheit oder den Ern\u00e4hrungszustand von Personen auf Prozesse, die die Bioverf\u00fcgbarkeit regulieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft werden Mikron\u00e4hrstoffe in Multi-Mikron\u00e4hrstoff-Erg\u00e4nzungsmitteln angeboten. Die Bioverf\u00fcgbarkeit der einzelnen Komponenten dieser Mischungen kann aufgrund von Matrixinteraktionen oder Interaktion (z. B. Konkurrenzkampf um die Absorption) stark von den berichteten Daten f\u00fcr die einzelnen Mikron\u00e4hrstoffe abweichen. Eine \u00e4hnliche Ber\u00fccksichtigung wie f\u00fcr Einfach-Mikron\u00e4hrstoffe m\u00fcssen auch f\u00fcr die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten in Betracht gezogen werden, wenn es um eine Multi-Mikron\u00e4hrstoff-Exposition geht. Einige Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten werden in Studien erhalten, bei denen eine vollst\u00e4ndige Ern\u00e4hrung mit Tracer-markierten Erg\u00e4nzungsmitteln zur Anwendung kommt; in diesem Fall k\u00f6nnen die Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten durch Wirkungen der Nahrungsmatrix beeinflusst werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer, oft ignorierter Faktor ist der Einfluss des Gesundheits- oder Mikron\u00e4hrstoffzustands auf die Regulierung der Absorption von Mikron\u00e4hrstoffen. Im Gegensatz zu Bioverf\u00fcgbarkeitsstudien mit Medikamenten oder Chemikalien ist der Ausgangspunkt bei Human- und Tierstudien, bei denen Mikron\u00e4hrstoffe eingesetzt werden, das biologische System, das gew\u00f6hnlich den entsprechenden Mikron\u00e4hrstoff vollst\u00e4ndig aufgenommen hat. Da die Aufnahmerate und somit die Bioverf\u00fcgbarkeit durch den Zustand des Mikron\u00e4hrstoffes des Wirtes stark beeinflusst werden kann, sollte dies ber\u00fccksichtigt werden, wenn die Validit\u00e4t der Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten f\u00fcr gesunde und anf\u00e4llige Populationen bewertet wird (Heaney, 2001; Hurrell and Eqli, 2010). Obwohl aufgezeigt wurde, dass eine Aufnahmewirkung aufgereten ist, die jedoch entsprechend der Form des Mikron\u00e4hrstoffes und der Subpopulation als \u00e4u\u00dferst variabel erachtet wird, kann in vielen F\u00e4llen die Anwendung von Unsicherheitsfaktoren, die durch ein Expertenurteil bewertet werden muss, relevant sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.2.4. Einnahmeberechnungen f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe in Erg\u00e4nzungsmitteln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einnahmebereich zwischen den Nutzen- und Risiko-Decision-Inzidenzen wird als eine Einnahmemenge erachtet, die f\u00fcr die Mehrheit der beobachteten Population n\u00fctzlich ist und keine (exzessiven) unerw\u00fcnschten Wirkungen aufgrund von Mangel oder Toxizit\u00e4t aufweist. Durch die Verwendung der Einnahmedaten via die Ern\u00e4hrung der zu bewertenden Population kann die t\u00e4gliche Hintergrund-Exposition bestimmt werden. Diese Hintergrund-Exposition ist der Ausgangspunkt f\u00fcr die Bewertung erw\u00fcnschter, zus\u00e4tzlicher Einnahmemengen via Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, bei denen sowohl Nutzen, als auch Risiko ber\u00fccksichtig werden. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass bei einer Limitierung die Hintergrund-Exposition nicht immer ber\u00fccksichtigt wird. Zum Beispiel im Fall von Magnesium: Der UL basiert auf dem NOAEL einer zus\u00e4tzlichen Mg Exposition, exklusiv des Gehalts von Mg in der Nahrung, da diese Information in der verwendeten Schl\u00fcsselstudie nicht angegeben wurde. Die dem UL zugrundeliegenden Daten sollten daher f\u00fcr Risiko-Nutzen-Zwecke mit Vorsicht verwendet werden, wenngleich ein Ausschlie\u00dfen des in der Nahrung enthaltenen Gehalts ein eher vorsichtiger Ansatz ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wichtigkeit verl\u00e4sslicher Expositionsdaten f\u00fcr die (Sub)Population bzw. f\u00fcr das betroffene geografische Gebiet ist offensichtlich, f\u00fcr das einige Beispiele mit verl\u00e4sslichen Expositionsdaten zur Verf\u00fcgung stehen. Mehrere europ\u00e4ische L\u00e4nder haben umfangreiche Umfragen \u00fcber den Lebensmittelkonsum durchgef\u00fchrt; die Daten sind auf der Webseite der EFSA in der Comprehensive European Food Consumption Database verf\u00fcgbar (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2015a<\/a> EFSA. (2015a). Available at <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/datexfoodcdb\/datexfooddb\" target=\"_blank\">http:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/datexfoodcdb\/datexfooddb<\/a>.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar?hl=en&amp;q=EFSA.+(2015a).+Available+at+http:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/datexfoodcdb\/datexfooddb.\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Diese Umfragen liefern im Allgemeinen sehr detaillierte Daten, die verwendet werden k\u00f6nnen, um den t\u00e4glichen Verbrauch von Mikron\u00e4hrstoffen f\u00fcr mehrere Altersgruppen und (EU) regionale Unterschiede bei der Einnahme zu bestimmen. Die Wahl des Modells kann je nach entsprechender Population variieren. In den Vereinigten Staaten stellt der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) detaillierte Informationen \u00fcber den Gesundheits- und Ern\u00e4hrungszustand von Erwachsenen und Kindern in den USA (NHANES) zur Verf\u00fcgung. Andere detaillierte Einnahmedaten gibt es von Flynn et\u00b0al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> Flynn, A., et&nbsp;al. (2009). Intake of selected nutrients from foods, from fortification and from supplements in various European countries. <em>Food Nutr.Res.<\/em> 12:1\u201351.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;pages=1-51&amp;author=A.,+Flynn&amp;title=Intake+of+selected+nutrients+from+foods,+from+fortification+and+from+supplements+in+various+European+countries&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) f\u00fcr Europa, und vom Institute of Medicine (IOM, 2011) f\u00fcr die USA.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Hintergrunddaten \u00fcber eine Mikron\u00e4hrstoff-Exposition durch Nahrungsquellen (ohne Erg\u00e4nzungsmittel) werden Daten f\u00fcr unterschiedliche Altersgruppen und Geschlechter als Mindestanforderung erachtet. Diese Daten sollten das Folgende enthalten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>5% Perzentil Exposition, um mit der Nutzen-Decision-Inzidenz zu vergleichen, da die Verbrauchergruppe mit einer Einnahme bei oder niedriger als 5% Perzentil typischerweise dem gro\u00dfen Risiko ausgesetzt ist, einen Mangel an dem betreffenden Mikron\u00e4hrstoff zu erleiden;&nbsp;<\/li><li>50% Perzentil (oder Mittelwert\/Medianwert) Exposition, um die durchschnittliche Einnahme f\u00fcr die gegebene Subpopulation zu vergleichen;<\/li><li>95% Perzentil Exposition, um mit der Risiko-Decision-Inzidenz zu vergleichen, da die Verbrauchergruppe mit einer Einnahme bei oder mehr als 95% Perzentil typischerweise mit jenen Verbrauchern in Zusammenhang stehen, deren Einnahme oberhalb einer Menge liegt, die m\u00f6glicherweise aufgrund der Einnahme des Mikron\u00e4hrstoffes unerw\u00fcnschte Wirkungen induziert.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Flynn et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> Flynn, A., et&nbsp;al. (2009). Intake of selected nutrients from foods, from fortification and from supplements in various European countries. <em>Food Nutr.Res.<\/em> 12:1\u201351.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;pages=1-51&amp;author=A.,+Flynn&amp;title=Intake+of+selected+nutrients+from+foods,+from+fortification+and+from+supplements+in+various+European+countries&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) und NHANES stellen auch Einnahmedaten einschlie\u00dflich jene f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel und angereicherte Nahrungsmittel zur Verf\u00fcgung. Diese Daten erlauben einen Vergleich der Einnahme aus Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln mit der Einnahme aus herk\u00f6mmlichen und angereicherten Nahrungsmitteln sowie die Einnahme in Zusammenhang mit den Decision-Inzidenzen, die entsprechend f\u00fcr Nutzen und Risiko berechnet wurden. Diese werden daher als die derzeit geeignetste Datenquelle in Bezug auf die Risiko-Nutzen-Bewertung von Mikron\u00e4hstoffen in Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln erachtet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4.3. Wirksamkeitsnachweis anhand von zwei Demof\u00e4llen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vorgeschlagene Ansatz wird auf zwei Formen von Folat und Eisen entsprechend angewendet, mit dem Ziel, einen Wirksamkeitsnachweis f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe im Allgemeinen zu bestimmen. Die ausgew\u00e4hlten Beispiele beinhalten mehrere Themen, die als informativ f\u00fcr Risiko-Manager erachtet werden, und sie zeigen eine Demonstration davon, wie andere F\u00e4lle unter Einbeziehung bestimmter Mikron\u00e4hrstoffe und Formen innerhalb des vorgeschlagenen Ansatzes behandelt werden k\u00f6nnten. Dies kann auf Aspekte bezogen werden, die bestimmte relevante Subpopulationen (Folat), unterschiedliche Formen des Mikron\u00e4hrstoffs (Eisen) und die Einnahme unterhalb der Nutzen-Decision-Inzidenz bei P95 Einnahme (Eisen f\u00fcr Schwangere) einbeziehen. Es sollte erw\u00e4hnt werden, dass das derzeitige Manuskript auf die Evaluierung der praktischen Anwendbarkeit des wissenschaftlichen Ansatzes fokussiert ist, der f\u00fcr das Risikomanagement von Mikron\u00e4hrstoffen verwendet werden sollte; es wird nicht beabsichtigt, eine vollst\u00e4ndige Evaluierung des betroffenen Mikron\u00e4hrstoffes oder des Risikomanagement an sich zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die aktuellen F\u00e4lle wurden die Informationen \u00fcber Nutzen, Gefahr und Exposition, die f\u00fcr den Wirksamkeitsnachweis verwendet wurden, ausschlie\u00dflich aus \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Review-Publikationen entnommen. Die Nutzendaten wurden aus den Daten erhalten, die den AR-Werten, wie von der EFSA abgeleitet, zugrunde liegen, die Gefahrdaten wurden aus Daten entnommen, die den ULs zugrundeliegen, wie von der EFSA abgeleitet, und die Expositionsdaten wurden dem Dutch Food Consumption Survey (RIVM, <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2011<\/a> Rossum, C. T. M. van, et al. (2011). Dutch National Food Consumption Survey 2007-2010. RIVM Report 350050006. Available at <a href=\"http:\/\/www.rivm.nl\/bibliotheek\/rapporten\/350050006.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.rivm.nl\/bibliotheek\/rapporten\/350050006.pdf<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2011&amp;pages=1-51&amp;author=Rossum,+C.+T.+M.+van,+et+al&amp;title=Dutch+National+Food+Consumption+Survey+2007-2010&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Google Scholar]<\/a>) entnommen. Der Grund hierf\u00fcr lag darin, dass diese Daten als qualitativ gut erachtet werden und Sachverst\u00e4ndige und Manager bef\u00e4higen, das Ergebnis mit diesem Ansatz mit aktuellen ARs und ULs f\u00fcr Folat und Eisen zu vergleichen. Die Einbindung einer neuen Wissenschaft k\u00f6nnte die Schlussfolgerungen der Bewertung ver\u00e4ndern. Falls vorhanden wurden die Ergebnisse einiger neuer Daten aus Ver\u00f6ffentlichungen gezeigt; eine vollst\u00e4ndige Evaluierung aller relevanten Daten f\u00fcr Folat und Eisen wurde jedoch als au\u00dferhalb des Anwendungsbereichs des aktuellen Manuskripts erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1. Folat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die oxidierte, chemische Form von Folat, Pteroylmonoglutamin(fol)s\u00e4ure, und die bioaktiv reduzierte Form, 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF), als dessen Kalziumsalz (Kalzium-L-Methylfolat), werden f\u00fcr eine Bewertung unter Anwendung des Risiko-Nutzen-Ansatzes als Wirksamkeitsnachweis ber\u00fccksichtigt. Der Ansatz war f\u00fcr die allgemeine Population (Erwachsene) vorgesehen sowie f\u00fcr relevante Subpopulationen, n\u00e4mlich Schwangere, Stillende und Personen mit einem Mangel an Vitamin B12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.1. Bioverf\u00fcgbarkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Starke Abweichungen der Ergebnisse von Menschen und Ratten haben zu der allgemeinen Annahme gef\u00fchrt, dass Ratten nicht daf\u00fcr eingesetzt werden k\u00f6nnen, um die Bioverf\u00fcgbarkeit von Fols\u00e4ure quantitativ zu bewerten (Gregory, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">1995<\/a> Gregory, J. F. (1995). The bioavailability of folate. In: <em>Folate: Nutritional and Clinical Perspectives (Bailey, L., ed)<\/em>, pp. 195\u2013235. New York: Marcel Dekker.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=1995&amp;pages=195-235&amp;author=J.+F.+Gregory&amp;title=Folate:+Nutritional+and+Clinical+Perspectives+(Bailey,+L.,+ed)&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). <em>In-vitro<\/em> Untersuchungen haben einen deutlichen Mehrwert bei der Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit von Folaten, wie in einem Bericht k\u00fcrzlich beschrieben (Etcheverry et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Etcheverry, &nbsp; et&nbsp;al. (2012). Application of <em>in<\/em> vitro bioaccessibility and bioavailability methods for calcium, carotenoids, folate, iron, magnesium, polyphenols, zinc and vitamins B6, B12, D and E. <em>Front. Physiol.<\/em> 3:1\u201322.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.3389%2Ffphys.2012.00317\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=22275902\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000209173000311\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=1-22&amp;author=&nbsp;+Etcheverry&amp;title=Application+of+in+vitro+bioaccessibility+and+bioavailability+methods+for+calcium,+carotenoids,+folate,+iron,+magnesium,+polyphenols,+zinc+and+vitamins+B6,+B12,+D+and+E&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Da die dem ED<sub>50<\/sub> zugrundeliegenden Daten auf Humandaten basieren, wurden diese Daten nicht weiter ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anzeichen einer Bioverf\u00fcgbarkeit von Folaten basieren haupts\u00e4chlich auf Humanstudien unter Verwendung von isotopenmarkierten Fols\u00e4ure-Erg\u00e4nzungsmitteln oder Plasmafolat-Bewertungen nach Einzel- oder Langzeitgaben. Auf der Grundlage dieser Daten ist das Institute of Medicine (1998) zu dem Schluss gekommen, dass es valide ist anzunehmen, dass Fols\u00e4ure-Erg\u00e4nzungsmittel eine Bioverf\u00fcgbarkeit von 85% haben, wenn sie mit der Nahrung eingenommen werden, und beinahe 100%, wenn sie mit Wasser auf n\u00fcchternen Magen eingenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Goldstandard f\u00fcr die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeit ist die Messung der Einnahme von isotopenmarkierten Mikron\u00e4hrstoffen in gut kontrollierten Humanstudien. F\u00fcr Fols\u00e4ure liegen diese Studien bereits vor. Dar\u00fcber hinaus gibt es im Fall von Folat ausreichende Nachweise f\u00fcr eine direkte Korrelation zwischen Ver\u00e4nderungen im Plasmafolat (= 5-MTHF-Form) oder der Folatkonzentration in den roten Blutk\u00f6rperchen (Erythrozyten) durch die Einnahme von Fols\u00e4ure (Pietrzik et&nbsp;al., 2010). Spiegel dieser aktiven Folatform im Blutkreislauf werden haupts\u00e4chlich bewertet durch standardisierte mikrobiologische Untersuchungen der Blutproben \u00fcber einen Zeitraum. Auf der Grundlage dieser Daten ist es sicher anzunehmen, dass die Bioverf\u00fcgbarkeit der biosynthetischen Folatformen 5-MTHF-Ca und Fols\u00e4ure \u00e4hnlich sind (Pietrzik et&nbsp;al., 2010). Eine Anzahl Studien hat die Bioverf\u00fcgbarkeit dieser beiden Erg\u00e4nzungsmittel bei gesunden Erwachsenen direkt verglichen (PrinzLangenohl et&nbsp;al. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2003<\/a> Prinz-Langenohl, R., et&nbsp;al. (2003). Effect of folic acid preload on the bioequivalence of [6S]-5-methyltetrahydrofolate and folic acid in healthy volunteers. <em>J. Inherit. Metab. Dis.<\/em> 26(Suppl 1):124.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2003&amp;pages=124&amp;issue=Suppl+1&amp;author=R.+Prinz-Langenohl&amp;title=Effect+of+folic+acid+preload+on+the+bioequivalence+of+%5b6S%5d-5-methyltetrahydrofolate+and+folic+acid+in+healthy+volunteers&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a> and Pentieva et&nbsp;al. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Pentieva, &nbsp;et&nbsp;al. (2004). Die kurzfristigen Bioverf\u00fcgbarkeiten von (6S)-5-Methyltetrahydrofolat und Fols\u00e4ure sind bei M\u00e4nnern gleichwertig (<em>Human Nutr.Metab.<\/em> 134:580\u2013585.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=580-585&amp;author=&nbsp;+Pentieva&amp;title=The+short-term+bioavailabilities+of+(6S)-5-methyltetrahydrofolate+and+folic+acid+are+equivalent+in+men&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>; \u00d6hrvik <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> \u00d6hrvik, V. (2009). Folate bioavailability in vitro experiments and human trials. Doctoral thesis of the Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala, ISBN 978-91-576-7410-4.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;pages=580-585&amp;author=V.+\u00d6hrvik&amp;title=Folate+bioavailability+in+vitro+experiments+and+human+trials&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Auf der Grundlage des Bereichs unter der Kurve (AUC) und C<sub>max<\/sub>-Messungen f\u00fcr die Plasmafolatspiegel kam man zu dem Schluss, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit und Bio\u00e4quivalenz zwischen beiden Formen gibt. Dies stimmt mit der EFSA Beurteilung (2004) \u00fcber den Gebrauch von 5-MTHF-Ca als Nahrungserg\u00e4nzungsmittel \u00fcberein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um f\u00fcr Folat ein Folat-Nahrungs\u00e4quivalent (Dietary Folate Equivalents, DFEs) abzuleiten, wird das Folgende ber\u00fccksichtigt: Mit der Nahrung aufgenommenes Folat ist 85% bioverf\u00fcgbar, wohingegen in der Nahrung nat\u00fcrlich vorkommendes Folat nur ungef\u00e4hr 50% bioverf\u00fcgbar ist. Das mit der Nahrung aufgenommene Folat ist daher 85\/50 (d. h. 1,7) Mal mehr bioverf\u00fcgbar (Yang et&nbsp;al. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2005<\/a> Yang, T. L., et&nbsp;al. (2005). A long-term controlled folate feeding study in young women supports the validity of the 1.7 multiplier in the dietary folate equivalency equation. <em>J. Nutr.<\/em> 135:1139\u20131145.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0043&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15867294\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0043&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000228953600029\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2005&amp;pages=1139-1145&amp;author=T.+L.+Yang&amp;title=A+long-term+controlled+folate+feeding+study+in+young+women+supports+the+validity+of+the+1.7+multiplier+in+the+dietary+folate+equivalency+equation&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Wenn somit eine Mischung aus Fols\u00e4ure plus Folat aus der Nahrung konsumiert wurde, werden die DFEs wie folgt berechnet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 DFE = 1&nbsp;\u03bcg nat\u00fcrlich vorkommendes Folat = 0,6&nbsp;\u03bcg Fols\u00e4ure aus angereicherter Nahrung oder als Erg\u00e4nzungsmittel mit der Nahrung konsumiert = 0,5&nbsp;\u03bcg eines auf n\u00fcchternen Magen eingenommenes Erg\u00e4nzungsmittel. (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>; IOM, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Ber\u00fccksichtigung der Bioverf\u00fcgbarkeit im vorliegenden Rahmenwerk ist es wichtig zu beachten, dass Polymorphismen in der Methylentetrahydrofolat-Reduktase Genkonversion von Fols\u00e4ure zu 5-MTHF in der Darmschleimhaut zu einer Reduzierung von systemisch vorhandenem Folat aus Fols\u00e4ure f\u00fchren kann, im Vergleich zu 5-MTHF, das keine Schleimhautkonversion ben\u00f6tigt (Pietzrik et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Pietzrik, K., et&nbsp;al. (2010). Folic acid and L-5-methyltetrahydrofolate: comparison of clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics. <em>Clin. Pharmacokinet.<\/em> 49(8):535\u2013548.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2165%2F11532990-000000000-00000\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20608755\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000280693600003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=535-548&amp;issue=8&amp;author=K.+Pietzrik&amp;title=Folic+acid+and+L-5-methyltetrahydrofolate:+comparison+of+clinical+pharmacokinetics+and+pharmacodynamics&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Dar\u00fcber hinaus verhindert eine Anzahl von Medikamenten, wie Methotrexat und Trimethoprim, eine Dihydrofolat-Reduktase, ebenfalls ein wichtiges Enzym bei der Konversion von Fols\u00e4ure zu 5-MTHF (Blakley, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">1984<\/a> Blakley, R. L. (1984). Dihydrofolatereductase. In: <em>Folates and Pterins: Chemistry and Biochemistry of Folates (volume 1)<\/em>, pp191\u2013244. Blakley, R. L., Benkovic, S. J., editors. Wiley, New York.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=1984&amp;pages=191-244&amp;issue=8&amp;author=R.+L.+Blakleyauthor=R.+L.+Blakley&amp;author=S.+J.+Benkovic&amp;title=Folates+and+Pterins:+Chemistry+and+Biochemistry+of+Folates+(volume+1)&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>; Pietzrik et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Pietzrik, K., et&nbsp;al. (2010). Folic acid and L-5-methyltetrahydrofolate: comparison of clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics. <em>Clin. Pharmacokinet.<\/em> 49(8):535\u2013548.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2165%2F11532990-000000000-00000\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20608755\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000280693600003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=535-548&amp;issue=8&amp;author=K.+Pietzrik&amp;title=Folic+acid+and+L-5-methyltetrahydrofolate:+comparison+of+clinical+pharmacokinetics+and+pharmacodynamics&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Daher sollten m\u00f6gliche Interaktionen beachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.2. Nutzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folat spielt eine wichtige Rolle beim Transfer von C1-Gruppen (d. h. Methyl-, Methylen- und Formylgruppen), die bei der Methylierung die Balance halten, wie bei der Biosynthese der DNA-Basen und beim Aminos\u00e4uren-Stoffwechsel (Etcheverry et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Etcheverry, &nbsp; et&nbsp;al. (2012). Application of <em>in<\/em> <em>vitro<\/em> bioaccessibility and bioavailability methods for calcium, carotenoids, folate, iron, magnesium, polyphenols, zinc and vitamins B6, B12, D and E. <em>Front. Physiol.<\/em> 3:1\u201322.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.3389%2Ffphys.2012.00317\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=22275902\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0016&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000209173000311\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=1-22&amp;author=&nbsp;+Etcheverry&amp;title=Application+of+in+vitro+bioaccessibility+and+bioavailability+methods+for+calcium,+carotenoids,+folate,+iron,+magnesium,+polyphenols,+zinc+and+vitamins+B6,+B12,+D+and+E&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der Ausgangspunkt zur Ableitung eine ED<sub>50<\/sub> zum Nutzen ist der AR oder, bei Schwangeren der AI, die auf der Aufrechterhaltung von normalen Konzentrationen von Folat im Blut basieren. AR\/AI-Werte von DEFs wurden von der EFSA erhalten (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) und betragen 250, 600 und 380&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr Erwachsene, Schwangere und Stillende entsprechend. Es ist zu beachten, dass diese AR\/AI-Werte von gleicher Gr\u00f6\u00dfenordnung sind wie die EAR-Werte, die vom Institute of Medicine abgeleitet wurden (IOM, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> IOM National Research Council. (2014).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Schwangere basiert der AI auf dem Wachstum des F\u00f6tus und des m\u00fctterlichen Gewebes sowie auf der aktiven \u00dcbertragung von Folat auf den F\u00f6tus; bei Stillenden basiert der AR auf dem normalen Folatstatus, der aufgrund der Sekretion in die Muttermilch h\u00f6her ist. Zu beachten ist, dass f\u00fcr die Subpopulation jener Frauen, die schwanger werden m\u00f6chten, ein bestimmter Nutzen in Bezug auf ein verringertes Risiko von Neuralrohrdefekten beim F\u00f6tus aufgrund der Einnahme von Folat in Betracht gezogen werden k\u00f6nnte. Die Einnahme von 400&nbsp;\u00b5g\/Tag Fols\u00e4ure als Erg\u00e4nzungsmittel mindestens einen Monat vor und w\u00e4hrend des ersten Trimesters der Schwangerschaft wird allgemein empfohlen, obwohl die zur Verf\u00fcgung stehenden Daten \u00fcber die Einnahme von Fols\u00e4ure und dem Risiko, einen Neuralrohrdefekt zu erleiden, nicht daf\u00fcr verwendet werden k\u00f6nnen, um den Bedarf an Folat abzuleiten (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Da nur Frauen, die schwanger werden m\u00f6chten, von einer Intervention profitieren w\u00fcrden, wohingegen der kritische Zeitraum f\u00fcr eine Verh\u00fctung sehr kurz ist, basiert der AI f\u00fcr Frauen, die schwanger werden m\u00f6chten, auf der Aufrechterhaltung eines normalen Folatstatus. Der AI f\u00fcr S\u00e4uglinge im Alter von 7-11 Monaten und der AR f\u00fcr Kinder, wie von der EFSA ausgearbeitet, wurden in diesem Fall nicht ber\u00fccksichtigt, da diese Werte von gestillten S\u00e4uglingen oder Erwachsenen extrapoliert wurden (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.3. Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Anzeichen daf\u00fcr, dass Folat, isoliert, das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, bestimmte Krebsarten und psychiatrische oder mentale St\u00f6rungen verringern kann. Dieser Beweis ist jedoch nicht eindeutig. Der AR basiert daher auf der Aufrechterhaltung von normalen Folatspiegeln im K\u00f6rper (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Wenn man ber\u00fccksichtigt, dass Folat eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Methylierungsbalance spielt, kann die Aufrechterhaltung von normalen Folatspiegeln mit einem \u201aBiomarker mit m\u00f6glichen n\u00fctzlichen Wirkungen\u2018 in Zusammenhang stehen, was eine angemessene Inzidenz von 1:100 andeutet. Diese Inzidenz betrifft auch Schwangere und Stillende. Da Humandaten betroffen sind, die eine signifikante, verf\u00fcgbare Datenmenge umfassen, wird ein Skalierfaktor von 1 ber\u00fccksichtigt, der auf alle Populationen anwendbar ist. Der Standard CV von 15% wird f\u00fcr die Nutzen-Kalkulation verwendet; er wird auch von der EFSA f\u00fcr die Berechnung des PRI aus dem AR verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.4. Risiko<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausgangspunkt, um das Risikolevel der Decision-Inzidenz abzuleiten, sind die Studien, die der UL Ableitung der EFSA zugrunde liegen (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Die Details der Schl\u00fcsselstudie zum Ableiten des UL von Folat sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Wirkung<\/strong>: Das Maskieren h\u00e4matologischer Anzeichen und das Progressionspotential der neurologischen Symptome bei Personen mit Vitamin B12 Mangel als Ergebnis einer Erg\u00e4nzung mit Fols\u00e4ure. Es ist zu beachten, dass die EFSA erkl\u00e4rte, dass f\u00fcr nat\u00fcrliches (aus der Nahrung) oder anderes reduziertes Folat kein Nachweis f\u00fcr solch eine Wirkung mit einer hohen Einnahme assoziiert wird. Dies kann auf eine unterschiedliche Wirkung oder einen unterschiedlichen Mechanismus f\u00fcr die chemischen Formen bei einer hohen Einnahme hindeuten. In dieser Bewertung wird angenommen, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch eine hohe Einnahme von nat\u00fcrlichem oder reduziertem Folat h\u00e4matologische Anzeichen neurologischer Symptome bei Personen mit Vitamin B12 Mangel maskieren kann. Ein LOAEL von 5&nbsp;mg\/Tag Fols\u00e4ure, als 8,3&nbsp;mg\/Tag Folat-\u00c4quivalente, wird f\u00fcr die Ableitung des ED<sub>50<\/sub> erachtet.<\/li><li><strong>Reversibilit\u00e4t: <\/strong>Potentielle neurologische Folgen werden in der Natur als irreversibel erachtet.<\/li><li><strong>Population<\/strong>: Risikopersonen sind jene Personen mit einem (nicht diagnostizierten) Mangel an Vitamin B12, wie bei Personen mit pernizi\u00f6ser An\u00e4mie (PA) und anderen Erkrankungen, die mit einer Kobalamin-Malabsorption in Zusammenhang stehen, und Gruppen, die Tierprodukte meiden, als Ergebnis einer marginalen Einnahme von Vitamin B12, wie Veganer und Makrobiotiker. Es sind keine Daten vorhanden, die darauf hindeuten, dass es andere Risikopopulationen gibt. Die EFSA erachtet den abgeleiteten UL, und als solchen die dem UL zugrundeliegenden Daten, als anwendbar auch f\u00fcr Schwangere oder Stillende und Kinder (auf Basis des K\u00f6rpergewichts).<\/li><li><strong>Art der Studie<\/strong>: Fallberichte (Exposition von mehreren Tagen bis zu 10 Jahren), Anwendung von Fols\u00e4ure-Erg\u00e4nzungsmittel.&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Grundlage der vorliegenden Daten konnte ein ED<sub>50<\/sub> aufgrund fehlender Dosis-Wirkungs-Daten nicht abgeleitet werden. Daher wird ein LOAEL von 5&nbsp;mg\/Tag Fols\u00e4ure, was 8,3&nbsp;mg\/Tag (8.300&nbsp;\u00b5g\/Tag) Folat entspricht, als ED<sub>50<\/sub> erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu beachten, dass der LOAEL auf Studien basiert, die mit Personen mit an einem Mangel an Vitamin B12 durchgef\u00fchrt wurden, und daher nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr die allgemeine Population ist. Wenn man jedoch ber\u00fccksichtigt, dass die Pr\u00e4valenz pernizi\u00f6ser An\u00e4mie in Westeuropa zwischen 1,2 und 1,98 pro 1.000 (meistens bei \u00e4lteren Personen) betr\u00e4gt, und wenn man ber\u00fccksichtigt, dass Veganer und Makrobiotiker ebenfalls eine marginale Einnahme von Vitamin B12 riskieren, kann diese Auswirkung ebenfalls als relevant f\u00fcr die allgemeine Population erachtet werden und wird zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.5. Auspr\u00e4gungsgrad der Gefahr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Allgemeine Population<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die allgemeine Population sind keine unerw\u00fcnschten Wirkungen als Ergebnis der Einnahme von Fols\u00e4ure oder 5-MTHF bekannt, daher kann der ED<sub>50<\/sub> mit \u201aBiochemischen Ver\u00e4nderungen innerhalb oder au\u00dferhalb des hom\u00f6ostatischen Bereichs und ohne bekannte Folgen\u2018 in Zusammenhang stehen, was eine angemessene Inzidenz von 1:10 mit einem Skalierfaktor von 2 aufgrund der Anwendung eines LOAEL f\u00fcr den ED<sub>50<\/sub> andeutet. F\u00fcr die allgemeine Population, einschlie\u00dflich Kindern, wird daher ein Entscheidungsrisiko einer 1:20 Inzidenz ber\u00fccksichtigt. Der Standard CV von 45% wird f\u00fcr die Risikokalkulationen angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Population mit einem Mangel an Vitamin B12<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ber\u00fccksichtigte Gefahr ist ihrer Natur nach aufgrund potentieller neurologischer Wirkungen irreversibel, was in Zusammenhang steht mit \u201aKlinischen Anzeichen, die auf einen Organschaden hindeuten\u2018, was auf eine angemessene Inzidenz von 1:1.000.000 hindeutet. Die Pr\u00e4valenz der Population mit Personen, die an einem Mangel an Vitamin B12 leiden, ist bekannt und k\u00f6nnte dazu verwendet werden, die angemessene Inzidenz gegen\u00fcber einer Decision-Inzidenz f\u00fcr die allgemeine Population zu konvertieren und die Pr\u00e4valenz in dieser Subgruppe zu korrigieren. Da jedoch die Gruppe der Veganer und Makrobiotiker innerhalb der allgemeinen Population bislang nicht bekannt ist, wurde entschieden, die Population mit einem potentiellen Mangel an Vitamin B12 als eine separate Population zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der ED<sub>50<\/sub> von 8.300&nbsp;\u00b5g\/Tag auf einem LOAEL mit fehlenden Dosis-Wirkungs-Daten basiert und da Humandaten ber\u00fccksichtigt werden, die eine signifikante Anzahl von verf\u00fcgbaren Daten umfassen, wird ein Skalierfaktor von 2 ber\u00fccksichtigt. Da die angemessene Inzidenz von 1:1.000.000 bereits das Maximum erreicht hat, wird eine Risiko-Decision-Inzidenz von 1:1.000.000 f\u00fcr diese Population ber\u00fccksichtigt. Der Standard CV von 45% wird f\u00fcr die Risikokalkulationen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.6. Risiko-Nutzen-Analyse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Berechnungen f\u00fcr die Einnahme bei vordefinierten Nutzen\/Risiko-Inzidenzen sind f\u00fcr die allgemeine Population in Tabelle&nbsp;3 dargestellt. Tabelle&nbsp;4 gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Einnahmewerte f\u00fcr jede der betreffenden Subpopulationen bei den entsprechenden Decision-Inzidenzen. Dar\u00fcber hinaus werden in der vorliegenden Bewertung relevante Einnahmemengen via die Nahrung angegeben. Im vorliegenden Fall wurden die Einnahmemengen f\u00fcr die Ern\u00e4hrung in den Niederlanden verwendet, entsprechend den Meldungen des RIVM (<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2011<\/a> Rossum, C. T. M. van, et al. (2011). Dutch National Food Consumption Survey 2007-2010. RIVM Report 350050006. Available at <a href=\"http:\/\/www.rivm.nl\/bibliotheek\/rapporten\/350050006.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.rivm.nl\/bibliotheek\/rapporten\/350050006.pdf<\/a>&nbsp;<a href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2011&amp;pages=1-17&amp;author=Rossum,+C.+T.+M.+van,+et+al&amp;title=Dutch+National+Food+Consumption+Survey+2007-2010&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Google Scholar]<\/a>), die f\u00fcr andere L\u00e4nder\/Regionen nicht repr\u00e4sentativ sein d\u00fcrften. L\u00e4nderspezifische Einnahmedaten f\u00fcr andere Zielpopulationen sollten ber\u00fccksichtigt werden, einschlie\u00dflich der Ern\u00e4hrungsgewohnheiten in bestimmten Regionen. Die niedrigste P5 Einnahmemenge und die h\u00f6chste P95 Menge f\u00fcr Erwachsene werden f\u00fcr die Bewertung ber\u00fccksichtigt, um den Nutzen und entsprechend das Risiko zu bewerten. Bei Kindern entsprechen die ED<sub>50<\/sub>-Werte denen von Erwachsenen auf Grundlage des K\u00f6rpergewichts; diese Subgruppe wurde f\u00fcr die vorliegende Bewertung nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle 3. Folat Einnahmeberechnungen (Folat-\u00c4quivalente in der Nahrung) bei vordefinierten Inzidenzen f\u00fcr Nutzen und Risiko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle 4. \u00dcberblick \u00fcber ED<sub>50<\/sub>-Werte, Einnahme bei Nutzen\/Risiko-Decision-Inzidenz und Einnahme von Folat (Folat-\u00c4quivalente in der Nahrung) via die Nahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Ber\u00fccksichtigung der Nutzen\/Risiko-Decision-Inzidenzen in Zusammenhang mit unterschiedlichen Einnahmemengen von di\u00e4tetischem Folat (in Folat-\u00c4quivalenzen [FE]) (Tabelle&nbsp;4) kann zusammengefassend gesagt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Einnahme in Zusammenhang mit einer Nutzen-Inzidenz von 1:100 (bei 354&nbsp;\u00b5g\/Tag) f\u00fcr Erwachsene in der allgemeinen Population ist oberhalb der P50-Einnahme via Nahrung;<\/li><li>Die Einnahme in Zusammenhang mit einer Risiko-Inzidenz von 1:20 (bei 4.100&nbsp;\u00b5g\/Tag) f\u00fcr Erwachsene in der allgemeinen Population ist weit oberhalb der P95-Einnahme via Nahrung von 492&nbsp;\u00b5g\/Tag;<\/li><li>Eine Erg\u00e4nzungseinnahme von 4.100-492 (P95 Einnahme) = 3.608&nbsp;\u00b5g Folat-\u00c4quivalente\/Tag k\u00f6nnte f\u00fcr fast alle Personen in der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit als n\u00fctzlich erachtet werden, im Besonderen f\u00fcr Schwangere und Stillende. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Personen der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit, denen nicht bewusst ist, dass sie einen Mangel an Vitamin B12 haben, einen Folatspiegel erhalten k\u00f6nnten, der in Zusammenhang mit einem signifikanten Risiko stehen kann, wenn eine Einnahme von maximal 4.100&nbsp;\u00b5g\/Tag erwogen und die Einnahme bei der Risiko-Decision-Inzidenz von 1.100&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr diese Population ber\u00fccksichtigt wird.<\/li><li>F\u00fcr die allgemeine Population, wenn ber\u00fccksichtigt wird, dass Personen nicht bewusst ist, dass sie einen Mangel an Vitamin B12 haben, kann daher eine maximale Erg\u00e4nzungseinnahme von 1.100-492 (P95 Einnahme) = 608&nbsp;\u00b5g\/Tag ber\u00fccksichtigt werden. Diese Erg\u00e4nzungseinnahme deckt die Einnahme bei der Nutzen-Entscheidung von 354&nbsp;\u00b5g\/Tag sowie die empfohlene zus\u00e4tzliche Einnahme von 400&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr Frauen, die schwanger werden m\u00f6chten, um einen Neuralrohdefekt zu vermeiden (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>);<\/li><li>F\u00fcr Schwangere betr\u00e4gt die Einnahme bei der Nutzen-Decision-Inzidenz 850&nbsp;\u00b5g\/Tag, was das Wachstum des fetalen und des m\u00fctterlichen Gewebes abdeckt sowie den aktiven Transfer von Folat zum F\u00f6tus, um normale Folatspiegel im Blut aufrechtzuerhalten. F\u00fcr Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter ist eine Einnahme von Folat von 125 (bei P5) bis 355 (bei P95) &nbsp;\u00b5g\/Tag via die Nahrung angesetzt; diese Einnahme ist unterhalb der Einnahme bei der Nutzen-Decision-Inzidenz von 850&nbsp;\u00b5g\/Tag. Eine Erg\u00e4nzungseinnahme von 725&nbsp;\u00b5g Folat\/Tag wird den Teil der Population, der sich bei und \u00fcber der P5-Einnahme via die Nahrung befindet, auf eine Einnahme bei oder \u00fcber 850&nbsp;\u00b5g\/Tag anheben. Der Teil der Population, der bei der P95-Einnahme via die Nahrung (355&nbsp;\u00b5g\/Tag) solch eine Dosis erh\u00e4lt, wird dann eine Exposition von 1.080&nbsp;\u00b5g\/Tag erfahren. Diese Einnahme ist weit unterhalb der Einnahme bei der Decision-Risiko-Inzidenz von 4.100&nbsp;\u00b5g\/Tag und deckt ebenfalls die Einnahme bei der Decision-Risiko-Inzidenz von 1.100&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr die Population mit einem Mangel an Vitamin B12. Es ist anzumerken, dass die ber\u00fccksichtigte Erg\u00e4nzungseinnahme von 725&nbsp;\u00b5g\/Tag weit oberhalb der empfohlenen zus\u00e4tzlichen Einnahme von 400&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft liegt, um Neuralrohrdefekte zu vermeiden (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> EFSA. (2014). Scientific opinion on dietary reference values for folate. <em>EFSA J.<\/em> 12(11):3893.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0012&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2014.3893\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=3893&amp;issue=11&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+folate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>);<\/li><li>Die bevorzugte Erg\u00e4nzungseinnahme f\u00fcr Stillende ist aufgrund der Sekretion von Folat in die Muttermilch h\u00f6her als die der allgemeinen Population. Ein h\u00f6herer Bedarf an Folat, im Vergleich zur erwachsenen allgemeinen Population, von 186&nbsp;\u00b5g\/Tag ist notwendig im Vergleich zur allgemeinen Population, um die Einnahme bei der Nutzen-Decision-Inzidenz von 540&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr Stillende zu erreichen. Wenn man die maximale Erg\u00e4nzungseinnahme von 608&nbsp;\u00b5g\/Tag, entsprechend der Berechnung f\u00fcr die allgemeine Population, die auch Personen mit einem Mangel an Vitamin V12 sch\u00fctzt, ber\u00fccksichtigt, kann eine Erg\u00e4nzungseinnahme von 794&nbsp;\u00b5g\/Tag in Betracht gezogen werden.<\/li><li>Ein Risiko-Manager kann zu dem Schluss kommen, dass auf Grundlage der Einnahmemengen f\u00fcr Erwachsene, die von der Subpopulation der 51- bis 69j\u00e4hrigen abgeleitet wurde, eine niedrigere Einnahme der Folat-Erg\u00e4nzung empfohlen werden kann, und zwar auf Grundlage der Einnahmemengen f\u00fcr die entsprechenden Altersgruppen, f\u00fcr die eine niedrigere Einnahme berichtet wird (Daten werden nicht gezeigt);<\/li><li>In Fall, dass eine h\u00f6here Einnahme des Erg\u00e4nzungsmittels ber\u00fccksichtigt wird, die die Einnahme beim Decision-Risiko-Index von 1.100&nbsp;\u00b5g\/Tag f\u00fcr Personen mit einem Mangel an Vitamin B12 \u00fcbersteigt, k\u00f6nnte das m\u00f6gliche zus\u00e4tzliche Risiko f\u00fcr die allgemeine Population, die sich eines Mangels an Vitamin B12 nicht bewusst ist, ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden, wenn man die Pr\u00e4valenz pernizi\u00f6ser An\u00e4mie in Westeuropa in Betracht zieht, die Berichten zufolge zwischen 1,2 bis 1,98 pro 1.000 schwankt. Es ist zu beachten, dass Vegetarier und Veganer ebenfalls eine marginale Einnahme von Vitamin B12 riskieren und dass diese Subgruppe (deren Gr\u00f6\u00dfe oft nicht bekannt ist) innerhalb der allgemeinen Population auch f\u00fcr die j\u00fcngeren Altersgruppen von Relevanz ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu beachten, dass L-5-MTHF, egal ob aus der Nahrung oder als Erg\u00e4nzung, ein niedrigeres Potential f\u00fcr die Maskierung von Symptomen eines Vitamin B12 Mangels hat (Pietrzik et&nbsp;al. 2010). Dar\u00fcber hinaus unterliegt die zellulare Aufnahme von zirkulierendem L-5-Methyl-THF einer strengen zellularen Kontrolle, wohingegen Pteroylmonoglutamins\u00e4ure (Fols\u00e4ure), die keiner zellularen Kontrolle unterliegt, einbehalten wird, sogar bei Personen, die mit Folat reichlich ausgestattet sind. Aus diesen Gr\u00fcnden weisen Pietzrik et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Pietzrik, K., et&nbsp;al. (2010). Folic acid and L-5-methyltetrahydrofolate: comparison of clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics. <em>Clin. Pharmacokinet.<\/em> 49(8):535\u2013548.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2165%2F11532990-000000000-00000\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20608755\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0035&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000280693600003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=535-548&amp;issue=8&amp;author=K.+Pietzrik&amp;title=Folic+acid+and+L-5-methyltetrahydrofolate:+comparison+of+clinical+pharmacokinetics+and+pharmacodynamics&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) darauf hin, dass L-5-MTHF f\u00fcr die Anwendung in Folat-Langzeittherapien ber\u00fccksichtigt werden sollte, aber auch in Situationen nahe der Risiko-Decision-Inzidenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.1.7. Einbindung neuerlicher Daten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00fcrzlich wurden einige Ver\u00f6ffentlichungen verf\u00fcgbar, die f\u00fcr eine weitere Detailarbeit bei der Risiko-Nutzen-Analyse verwendet werden k\u00f6nnen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das National Toxicology Program (NTP) ver\u00f6ffentlichte den Entwurf einer Monographie \u00fcber die Identifizierung von Forschungsanforderungen f\u00fcr die Bewertung der sicheren Anwendung von Fols\u00e4ure in hohen Einnahmemengen (NTP, <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2015<\/a> NTP. (2015). National toxicology program. Draft NTP monograph for the expert panel: identifying research needs for assessing safe use of high intakes of folic acid. (Available at http:\/\/ntp.niehs.nih.gov\/ntp\/about_ntp\/ntpexpanel\/2015\/draft_monograph_folic_acid_508.pdf; July, 2015).&nbsp;<a href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2015&amp;pages=535-548&amp;issue=8&amp;author=NTP&amp;title=National+toxicology+program.+Draft+NTP+monograph+for+the+expert+panel:+identifying+research+needs+for+assessing+safe+use+of+high+intakes+of+folic+acid&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Google Scholar]<\/a>). In diesem Monographie-Entwurf wurden vier Kategorien von Gesundheitseffekten ermittelt, die von hoher Bedeutung sind. Diese Kategorien wurden auf der Grundlage von berichteten unerw\u00fcnschten Wirkungen von Fols\u00e4ure in Studien mit einer Einnahme von 400&nbsp;\u00b5g\/Tag oder Blutspiegeln \u00fcber dem Mangelbereich identifiziert und umfassen Krebs, Wahrnehmung und Vitamin B12, \u00dcberempfindlichkeit und Schilddr\u00fcsen- und Diabeteserkrankungen. Leider enthielt der Monographie-Entwurf keine Ergebnisse der Bewertungen dieser unerw\u00fcnschten Wirkungen. Der ED<sub>50<\/sub>, der f\u00fcr Personen mit einem Mangel an Vitamin B12 im zuvor aufgef\u00fchrten Fall ber\u00fccksichtigt wurde, basierte auf der Maskierung h\u00e4matologischer Anzeichen und dem Progressionspotential der neurologischen Symptome, f\u00fcr die die h\u00f6chste angemessene Inzidenz von 1:1.000.000 bereits ber\u00fccksichtigt wurde. Mit einem bereits auf die h\u00f6chste angemessene Inzidenz bezogenen ED<sub>50<\/sub> kann nur f\u00fcr neue unerw\u00fcnschte Wirkungen mit einem ED<sub>50<\/sub> unterhalb des f\u00fcr den zuvor angef\u00fchrten Fall verwendeten ED<sub>50<\/sub> die Einnahme bei der Risiko-Decision-Inzidenz beeinflusst und entsprechend f\u00fcr Risikomanagement-Zwecke in Betracht gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die allgemeine Population wird eine angemessene Inzidenz von 1:20, bezogen auf den Mangel an unerw\u00fcnschten Wirkungen, ber\u00fccksichtigt. In F\u00e4llen, bei denen schwerwiegende unerw\u00fcnschte Risiken wie Krebs, \u00dcberempfindlichkeit oder Schilddr\u00fcsen- und Diabeteserkrankungen in Zusammenhang mit hohen Einnahmemengen durch die \u00d6ffentlichkeit im Allgemeinen stehen, steigt die angemessene Inzidenz auf bis zu 1:1.000.000 betr\u00e4chtlich an. Derartige Wirkungen w\u00fcrden daher die kalkulierte Einnahme bei der Decision-Inzidenz signifikant beeinflussen. Die Auswertung aller verf\u00fcgbaren relevanten Nachweise ist daher von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, bevor Festlegungen finalisiert werden. Es ist zu beachten, dass die Einbindung einer Vitamin B12 Supplementierung eine Strategie f\u00fcr das Risikomanagement sein kann, die jedoch in diesem Fall nicht ber\u00fccksichtigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist bekannt, dass Methotrexat (MTX), das als Arzneimittel bei rheumatischer Arthritis verwendet wird, das Folat in den Zellen verringert, wie in den Blutwerten der Hepatozyten und peripheren Lymphozyten bei mit MTX behandelten Personen dokumentiert wurde. Ein Mangel an Folat kann Nebenwirkungen verursachen, wie einen schmerzenden Mund, Magenprobleme wie \u00dcbelkeit oder Bauchschmerzen, Leberprobleme oder Probleme bei der Produktion von Blutzellen. Eine Fols\u00e4ure-Supplementierung (0,5 bis 2&nbsp;mg\/t\u00e4glich) kann diese durch MTX verursachten Nebenwirkungen verbessern, indem die H\u00e4ufigkeit und der Schweregrad der Nebenwirkungen reduziert wird, ohne dass die Wirksamkeit von MTX bei der Behandlung von rheumatischer Arthritis verringert wird (Shea et&nbsp;al. <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2013<\/a> Shea, B., et&nbsp;al. (2013). Folic acid and folinic acid for reducing side effects in patients receiving methotrexate for rheumatoid arthritis (Review). <em>Cochrane Database Syst. Rev.<\/em> <strong>5<\/strong>. DOI: 10.1002\/14651858.CD000951.pub2.<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC7046011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Crossref]<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0040&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000320759300006\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2013&amp;author=B.+Shea&amp;title=Folic+acid+and+folinic+acid+for+reducing+side+effects+in+patients+receiving+methotrexate+for+rheumatoid+arthritis+(Review)&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">[Google Scholar]<\/a>). Die Auswirkung von MTX auf die Folat Depletion kann in Betracht gezogen werden, wenn mehr Informationen \u00fcber die Dosis-Wirkung-Relation bekannt sind, was derzeit nicht der Fall ist. Da eine Verschreibung von MTX gew\u00f6hnlich unter \u00e4rztlicher Aufsicht geschieht, ist dies au\u00dferhalb des Zweckbereichs des Risikomanagements f\u00fcr Supplementierungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2. Eisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die chemischen Formen Eisensulfat und Eisenbisglycinat werden f\u00fcr die Bewertung anhand des Risko-Nutzen-Ansatzes als Wirkungsnachweis ber\u00fccksichtigt. Eine hoch dosierte Eisen-Supplementierung ist normalerweise auf einen begrenzten Zeitraum beschr\u00e4nkt, obwohl Eisen gew\u00f6hnlich auch in Multivitaminen vorkommt, die f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Expositionszeitraum gedacht sind. F\u00fcr den vorliegenden Fall lag der Schwerpunkt f\u00fcr die Gefahr bei einer subakuten Exposition, um eine kurzzeitige hochdosierte Eisen-Supplementierung abzudecken. Im Fall, dass auch chronische Wirkungen in Betracht gezogen werden m\u00fcssen, k\u00f6nnen die ED<sub>50<\/sub>-Werte f\u00fcr eine subakute und chronische Exposition als nebeneinander liegend erachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.1. Bioverf\u00fcgbarkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der oralen Gabe tragen sowohl Eisensulfat, als auch Eisenbisglycinat zum intraluminalen Vorrat an anorganischem, Nicht-H\u00e4meisen im Darm bei. Eisenbisglycinat wird unbesch\u00e4digt in die Schleimhautzellen des Darms aufgenommen und anschlie\u00dfend in seine Komponente Eisen und Glycin getrennt; der Eisenteil von Eisenbisglycinat wird wie jede andere Quelle von Eisen verstoffwechselt (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Im Gegensatz dazu wird das wasserl\u00f6sliche Eisensulfat vor der Absorption ionisiert. Die Absorption von Nicht-H\u00e4meisen wird bekanntlich als Ergebnis von Inhibitoren, wie Kalzium oder Polyphenolbestandteilen in Getr\u00e4nken, oder Steigerungsmitteln aus der Nahrung, wie Muskelgewebe aus verschiedenen Nutztieren, oder Ascorbins\u00e4ure beeinflusst. Auf der Grundlage von Humanstudien bei Personen mit Eisenmangel kann angenommen werden, dass die spezifische Bioverf\u00fcgbarkeit von Eisenchelaten, wie eisenhaltiges Bisglycinat, bei Erwachsenen eine h\u00f6here Bioverf\u00fcgbarkeit hat als Eisensulfat (Ferrari et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2012<\/a> Ferrari, P., et&nbsp;al. (2012). Treatment of mild non-chemotherapy-induced iron deficiency anemia in cancer patients: comparison between oral ferrous bisglycinate chelate and ferrous sulfate. <em>Biomed Pharmacother.<\/em> 66(6):414\u2013418. doi: 10.1016\/j.biopha.2012.06.003.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0020&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.biopha.2012.06.003\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0020&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=22795809\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0020&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000313512400004\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2012&amp;pages=414-418&amp;issue=6&amp;author=P.+Ferrari&amp;title=Treatment+of+mild+non-chemotherapy-induced+iron+deficiency+anemia+in+cancer+patients:+comparison+between+oral+ferrous+bisglycinate+chelate+and+ferrous+sulfate&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>; Milman et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> Milman, N., et&nbsp;al. (2014). Ferrous bisglycinate 25&nbsp;mg iron is as effective as ferrous sulfate 50&nbsp;mg iron in the prophylaxis of iron deficiency and anemia during pregnancy in a randomized trial. <em>J. Perinat. Med.<\/em> 42(2):197\u2013206. doi: 10.1515\/jpm-2013-0153.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0027&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1515%2Fjpm-2013-0153\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0027&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=24152889\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0027&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000332843500007\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=197-206&amp;issue=2&amp;author=N.+Milman&amp;title=Ferrous+bisglycinate+25&nbsp;mg+iron+is+as+effective+as+ferrous+sulfate+50&nbsp;mg+iron+in+the+prophylaxis+of+iron+deficiency+and+anemia+during+pregnancy+in+a+randomized+trial&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>); bei Schulkindern mit einem Eisenmangel ohne An\u00e4mie gibt es jedoch keine Anzeichen daf\u00fcr, dass es unterschiedliche Absorptionsraten gibt (Duque et&nbsp;al, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2014<\/a> Duque, X., et&nbsp;al. (2014). Effect of supplementation with ferrous sulfate or iron bis-glycinate chelate on ferritin concentration in Mexican schoolchildren: a randomized controlled trial. <em>Nutr. J.<\/em> 13:71\u201381.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0005&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1186%2F1475-2891-13-71\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0005&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=25023784\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0005&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000339285700001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2014&amp;pages=71-81&amp;author=X.+Duque&amp;title=Effect+of+supplementation+with+ferrous+sulfate+or+iron+bis-glycinate+chelate+on+ferritin+concentration+in+Mexican+schoolchildren:+a+randomized+controlled+trial&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). In der Stellungnahme der EFSA (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) \u00fcber die Anwendung von Eisenbisglycinat in der Lebensmittelherstellung und als Nahrungssupplementierung ist man zu dem Schluss gekommen, dass keine signifikanten Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit bei S\u00e4uglingen mit normalem Eisenstatus und Bioverf\u00fcgbarkeitsspiegeln, die bei angereicherten Lebensmitteln variierten, beobachtet wurden. Daher wird f\u00fcr den betreffenden Fall angenommen, dass die Absorption von Eisensulfat und Eisenbisglycinat bei S\u00e4uglingen mit dem gleichen Nahrungstyp eher vergleichbar ist. F\u00fcr Personen mit Eisenmangel hat das eisenhaltige Bisglycinat eine 2-5fach h\u00f6here Absorption beim Vergleich mit Eisensulfat, was der Risiko-Manager ber\u00fccksichtigen sollte, wenn er die Form von Eisen in einem Erg\u00e4nzungsmittel ausw\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.2. Nutzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Institute of Medicine (IOM, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2001<\/a> IOM National Research Council. (2001). Dietary Reference Intakes for Vitamin A, Vitamin K, Arsenic, Boron, Chromium, Copper, Iodine, Iron, Manganese, Molybdenum, Nickel, Silicon, Vanadium, and Zinc; Available at <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.nap.edu\/catalog\/10026.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.nap.edu\/catalog\/10026.html<\/a>.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2001&amp;pages=1-17&amp;author=IOM+National+Research+Council&amp;title=Dietary+Reference+Intakes+for+Vitamin+A,+Vitamin+K,+Arsenic,+Boron,+Chromium,+Copper,+Iodine,+Iron,+Manganese,+Molybdenum,+Nickel,+Silicon,+Vanadium,+and+Zinc&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) berichtete, dass wichtige subklinische und klinische Folgen eines Eisenmangels folgende sind: Beeintr\u00e4chtigung der physikalischen Arbeitsleistung, Entwicklungsverz\u00f6gerung, kognitive Beeintr\u00e4chtigungen und der unerw\u00fcnschte Ausgang von Schwangerschaften. Diese unerw\u00fcnschten Folgen eines Eisenmangels sind einhergehend mit einem Grad an Eisenmangel, der ausreichend ist, um eine messbare An\u00e4mie hervorzurufen, die der einfachste identifizierbare Indikator f\u00fcr einen funktionalen Eisenmangel ist. Das Institute of Medicine leitete einen EAR ab, der auf der Notwendigkeit basiert, eine normale funktionale Eisenkonzentration aufrechtzuerhalten, jedoch nur ein minimaler Vorrat, der bezogen ist auf eine Serum-Ferritin Konzentration von 15&nbsp;\u00b5g\/L. Jedoch erachtet eine neuere Bewertung der EFSA (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2015b<\/a> EFSA. (2015b). Scientific opinion on dietary reference values for iron. <em>EFSA J.<\/em> 13(10):4254.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0014&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2015.4254\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2015b&amp;pages=4254&amp;issue=10&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) diesen Serum-Ferritin Spiegel als unzureichend, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass bei diesem Spiegel der Vorrat bei Schwangeren bei der Geburt nahezu auf Null absinken w\u00fcrde. Daher erw\u00e4gt die EFSA einen Sollwert von 30&nbsp;\u00b5g\/L f\u00fcr Serum-Ferritin, was einen angemessenen Spiegel f\u00fcr den Vorrat an Eisen f\u00fcr alle Populationen wiedergibt (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2015b<\/a> EFSA. (2015b). Scientific opinion on dietary reference values for iron. <em>EFSA J.<\/em> 13(10):4254.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0014&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2015.4254\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2015b&amp;pages=4254&amp;issue=10&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der Ausgangspunkt f\u00fcr die Kalkulation der ED<sub>50<\/sub>-Werte ist der AR-Wert f\u00fcr erwachsene M\u00e4nner und postmenopausale Frauen, wie von der EFSA abgeleitet (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2015b<\/a> EFSA. (2015b). Scientific opinion on dietary reference values for iron. <em>EFSA J.<\/em> 13(10):4254.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0014&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.2903%2Fj.efsa.2015.4254\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2015b&amp;pages=4254&amp;issue=10&amp;author=EFSA&amp;title=Scientific+opinion+on+dietary+reference+values+for+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). F\u00fcr die vorliegende Bewertung wird daher ein ED<sub>50<\/sub> von 6&nbsp;mg Eisen\/Tag f\u00fcr die allgemeine (erwachsene) Population erachtet. Die Populationen der pr\u00e4menopausalen Frauen (einschlie\u00dflich Schwangere und Stillende) werden separat nicht weiter ber\u00fccksichtigt, da die Einnahme via die Nahrung f\u00fcr diese Subpopulationen nicht bekannt und der AR f\u00fcr diese Populationen geringf\u00fcgig h\u00f6her ist (7-8&nbsp;mg Eisen\/Tag) als der AR f\u00fcr Erwachsene, was daher ein eher vorsichtiger Ansatz ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.3. Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davon ausgehend, dass Eisen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von \u00c4namie spielt, kann die Aufrechterhaltung von normalen Eisenspiegeln mit einem \u201aBiomarker mit potentiellen n\u00fctzlichen Wirkungen\u2018 in Zusammenhang stehen, was auf eine angemessene Inzidenz von 1:100 hindeutet. Da der von der EFSA ausgearbeitete AR auf Eisen basiert, wurde entschieden, f\u00fcr die Bioverf\u00fcgbarkeit der chemischen Formen, die f\u00fcr die Supplementierungsexposition eingesetzt wurden, keinen Skalierfaktor anzuwenden. Stattdessen wird nach der Kalkulation der Supplementierungsexposition f\u00fcr Eisen eine Umwandlung in die Supplementierungsform Eisensulfat und Eisenbisglycinat durchgef\u00fchrt, die auf dem Molekulargewicht (mw) und dem Unterschied in der Bioverf\u00fcgbarkeit basiert. Daher wird im vorliegenden Fall f\u00fcr Eisen ein ED<sub>50<\/sub> von 6&nbsp;mg Eisen\/Tag f\u00fcr die allgemeine Population mit einer Decision-Inzidenz von 1:100 vorgeschlagen. Der Standard CV von 15% wird f\u00fcr die Nutzenkalkulationen angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.4. Risiko<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eisenbisglycinat&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eisenbisglycinat hat eine niedrige Toxizit\u00e4t; in einer 13-w\u00f6chigen Studie mit Ratten wurde ein NOAEL von 500&nbsp;mg\/kg K\u00f6rpergewicht\/d festgestellt, was die h\u00f6chste getestete Dosis war. Dar\u00fcber hinaus wurde bei Feldversuchen in Entwicklungsl\u00e4ndern festgestellt, dass zwischen 2 und 23&nbsp;mg\/Tag Eisen als Nahrungserg\u00e4nzung konsumiert werden kann, ohne dass unerw\u00fcnschte Wirkungen berichtet wurden. Au\u00dferdem wurde Eisenbisglycinate als Nahrungssupplementierung f\u00fcr Eisen bei einer Dosierung von ungef\u00e4hr 15 bis 120&nbsp;mg Eisen\/Tag von Erwachsenen und Schwangeren mit einem normalen Eisenstatus und im Besonderen von jungen Kindern mit Eisenmangel gut vertragen. Dar\u00fcber hinaus gab es keinen Nachweis f\u00fcr eine Eisen\u00fcberfrachtung bei Personen, die mit Eisen reichlich ausgestattet sind (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2006<\/a> EFSA. (2006). Opinion of the scientific panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food on a request from the commission related to ferrous bisglycinate as a source of iron for use in the manufacturing of foods and in food supplements. <em>EFSA J.<\/em> 299:1\u201317.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2006&amp;pages=1-17&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+food+additives,+flavourings,+processing+aids+and+materials+in+contact+with+food+on+a+request+from+the+commission+related+to+ferrous+bisglycinate+as+a+source+of+iron+for+use+in+the+manufacturing+of+foods+and+in+food+supplements&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eisensulfat<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EFSA bewertete 2004 verschiedene Formen von Eisen einschlie\u00dflich Eisensulfat. In dieser Bewertung wurde \u00fcber Toxizit\u00e4tsstudien bei Tieren berichtet, bei denen nach oraler Gabe von eisenhaltigen Pr\u00e4paraten im Bereich 200-650&nbsp;mg Eisen\/kg K\u00f6rpergewicht eine akute Toxizit\u00e4t in M\u00e4usen aufgetreten ist, wobei Eisensulfat am toxischsten war und Eisenfumarat am wenigsten toxisch. Die Gabe von 50 und 100&nbsp;mg Eisen\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag f\u00fcr 12 Wochen verringerte potentiell die Wachstumsrate bei m\u00e4nnlichen Ratten in der Reihenfolge Eisensulfat&gt;Succinat&gt;Fumarat&gt;Gluconat. Dar\u00fcber hinaus rief eine t\u00e4gliche Dosis von 50&nbsp;mg Eisen eine h\u00f6here Inzidenz von gastrointestinalen Wirkungen bei Menschen hervor, denen herk\u00f6mmliches Eisensulfat gegeben wurde, im Vergleich mit Personen, die die gleiche Dosis in einer Wachs-Matrix erhielten, und ebenfalls bei Personen, denen Eisensulfat verabreicht wurde, im Vergleich mit Personen, denen die gleiche Menge Eisen als Eisenbisglycinat gegeben wurde (EFSA, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> EFSA. (2004). Opinion of the scientific panel on dietetic products, nutrition and allergies on a request from the commission related to the tolerable upper intake level of iron. <em>EFSA J.<\/em> 125:1\u201334.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1-34&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+dietetic+products,+nutrition+and+allergies+on+a+request+from+the+commission+related+to+the+tolerable+upper+intake+level+of+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Grundlage der vorhandenen Daten konnte ein ED<sub>50<\/sub> aufgrund fehelender Dosis-Wirkungs-Daten nicht abgeleitet werden. Jedoch kann eine niedrigste Wirkungsstufe definiert werden, die auf den Ergebnissen der Studien \u00fcber gastrointestinale (GI) Nebenwirkungen beim Menschen basieren, wie von der EFSA berichtet wurde (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> EFSA. (2004). Opinion of the scientific panel on dietetic products, nutrition and allergies on a request from the commission related to the tolerable upper intake level of iron. <em>EFSA J.<\/em> 125:1\u201334.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1-34&amp;author=EFSA&amp;title=Opinion+of+the+scientific+panel+on+dietetic+products,+nutrition+and+allergies+on+a+request+from+the+commission+related+to+the+tolerable+upper+intake+level+of+iron&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Zu den Nebenwirkungen oraler Eisenpr\u00e4parate bei therapeutischen Dosierungen von 50-220&nbsp;mg Eisen\/Tag geh\u00f6ren \u00dcbelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, epigastrisches Unwohlsein, Durchfall und starke Verstopfung. Da Eisensulfat mit einer h\u00f6heren Toxizit\u00e4t indiziert ist als die anderen Formen von Eisen, die von der EFSA ber\u00fccksichtigt wurden, wurde die niedrigste erw\u00e4hnte Wirkungsstufe f\u00fcr den ED<sub>50<\/sub>-Wert ber\u00fccksichtigt. Daher wird f\u00fcr Eisensulfat ein ED<sub>50<\/sub> von 50&nbsp;mg\/Tag als eine niedrige Wirkungsstufe erachtet. Wenn man die Unw\u00e4gbarkeit dieser Stufe ber\u00fccksichtigt, die als ED<sub>50<\/sub> verwendet werden soll, wird ein Unsicherheitsfaktor von 2 als Skalierfaktor ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.5. Auspr\u00e4gungsgrad des Risikos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man die Unterschiede der berichteten Toxizit\u00e4tsdaten von Tieren ber\u00fccksichtigt und in Betracht zieht, dass Eisensulfat bei Dosierungen von 50&nbsp;mg und h\u00f6her gastrointestinale Schmerzen hervorruft, wohingegen diese Wirkungen f\u00fcr Eisenbisglycinat bis zu einer Dosierung von 120&nbsp;mg Eisen\/Tag nicht berichtet wurden, l\u00e4sst sich schlussfolgern, dass beide Formen von Eisen nicht bewerten werden k\u00f6nnen, wenn der gleiche ED<sub>50<\/sub>-Wert verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die vorliegende Bewertung wird ein ED<sub>50<\/sub> von 120&nbsp;mg Eisen\/Tag, als Eisenbisglycinat, ber\u00fccksichtigt. Falls keine Wirkung bei dem ED<sub>50<\/sub> ber\u00fccksichtigt wird, der als Ausgangspunkt verwendet wird, wird der Auspr\u00e4gungsgrad auf eine angemessene Inzidenz von 1:10 bezogen. Wenn man in Betracht zieht, dass eine signifikante Anzahl Humandaten dieser Zahl zugrunde liegt, wird kein Skalierfaktor ber\u00fccksichtigt. Daher wird ein ED<sub>50<\/sub> von 120&nbsp;mg\/Tag mit einer Decision-Inzidenz von 1:10 f\u00fcr Eisenbisglycinat vorgeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die GI Nebenwirkungen von Eisensulfat im oberen Magen-Darm-Trakt h\u00e4ngen von den lokalen Eisenkonzentrationen ab und beruhen auf einer Reizung der Schleimhaut, Ver\u00e4nderung der gastrointestinalen Motilit\u00e4t und\/oder einem schnellen \u00dcbergang von Eisen in den Blutkreislauf. Der Auspr\u00e4gungsgrad gastrointestinaler Beschwerden wird als \u201eKlinische Symptome, die auf eine geringf\u00fcgige, aber umkehrbare \u00c4nderung hinweisen\u201c eingestuft, f\u00fcr die eine angemessene Inzidenz von 1:1.000 ber\u00fccksichtigt wird. Wenn man den Skalierfaktor von 2 als Ergebnis der Anwendung eines LOAEL hinzuf\u00fcgt, wird eine Decision-Inzidenz von 1:2.000 f\u00fcr Risikomanagement-Zwecke ber\u00fccksichtigt. Daher wird ein ED<sub>50<\/sub> von 50&nbsp;mg Eisen\/Tag mit einer Decision-Inzidenz von 1:2.000 f\u00fcr Eisensulfat vorgeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Standard CV von 45% wird f\u00fcr die Risikokalkulationen beider Formen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.2.6. Risiko-Nutzen-Analyse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einnahmekalkulationen bei vordefinierten Nutzen-\/Risiko-Inzidenzen werden in Tabelle&nbsp;5 gezeigt. Tabelle&nbsp;6 gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Einnahmewerte bei den entsprechenden Decision-Inzidenzen. Dar\u00fcber hinaus wurden die relevantesten Einnahmezahlen, wie sie in Tabelle&nbsp;6 gezeigt werden, f\u00fcr die vorliegende Bewertung ber\u00fccksichtigt. Im Grunde genommen werden die niedrigste P5 Einnahmezahl und die h\u00f6chste P95 Einnahmezahl f\u00fcr Erwachsene f\u00fcr die Bewertung ber\u00fccksichtigt, um den Nutzen und entsprechend das Risiko zu bewerten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle 5. Kalkulation der Einnahme von Eisen bei vordefinierten Inzidenzen f\u00fcr Nutzen und Risiko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tabelle 6. \u00dcberblick \u00fcber ED<sub>50<\/sub>-Werte, Einnahme an den Nutzen\/Risiko-Decision-Inzidenzen und Einnahme von Eisen via die Nahrung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man die Decision-Nutzen-\/Risiko-Inzidenzen und die Einnahme von Eisen aus der Nahrung (Tabelle&nbsp;6) ber\u00fccksichtigt, kann gefolgert werden, dass:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ein deutlicher Unterschied zeigt sich f\u00fcr die berechnete Einnahme bei der vordefinierten Inzidenz f\u00fcr Eisensulfat und Eisenbisglycinat, der auf den jeweiligen betreffenden Decision-Risiko-Inzidenzen basiert. Die h\u00f6chste Einnahme f\u00fcr Eisensulfat (13,1&nbsp;mg Eisen\/Tag) liegt bei etwa 20% der h\u00f6chsten Einnahme, die f\u00fcr Eisenbisglycinat (69,2&nbsp;mg Eisen\/Tag) berechnet wurde;<\/li><li>Die Einnahme von Eisen bei der Decision-Nutzen-Inzidenz von 1:100, n\u00e4mlich 8,5&nbsp;mg\/Tag, liegt zwischen der Einnahmezahl P5 (7,2&nbsp;mg\/Tag) und der Einnahmezahl P50 (10,7&nbsp;mg\/Tag) f\u00fcr Erwachsene in der allgemeinen Population; eine signifikante Anzahl von Personen hat daher eine Einnahmemenge von Eisen, die unter der Einnahmemenge bei der Decision-Nutzen-Inzidenz liegt;<\/li><li>Die Verwendung von Erg\u00e4nzungsmitteln kann die Einnahmemenge von Eisen erh\u00f6hen, so dass eine zus\u00e4tzliche Einnahme von 1,3&nbsp;mg Eisen\/Tag die Einnahme bei der P5 Einnahmestufe (von 7,2&nbsp;mg Eisen\/Tag) auf die Stufe der Decision-Nutzen-Inzidenz von 1:100 f\u00fcr Eisen anhebt. Dies kann durch eine Supplementierung von 7&nbsp;mg Eisensulfat (1,3 \/ 55,8 [mw Eisen] * 152 [mw Eisensulfat] * 2 [Bioverf\u00fcgbarkeitsfaktor]) oder 4,8&nbsp;mg Eisenbisglycinat (1,3 \/ 55,8 [mw Eisen] * 204 [mw Eisenbisglycinat]) erreicht werden.<\/li><li>Bei Eisensulfat liegt die kombinierte gesamte Einnahmemenge von Eisen via Nahrung und Supplementierung \u00fcber der Einnahme bei der Decision-Risiko-Inzidenz bei der h\u00f6chsten Expositionseinnahme (P95), so dass an diesem Punkt \u00fcber gastrointestinale Beschwerden bei 10% der Population berichtet werden k\u00f6nnte, die h\u00f6heren Eisen-Einnahmemengen ausgesetzt ist.<\/li><li>Bei Eisenbisglycinat liegt die kombinierte Einnahmemenge via Nahrung und Supplementierungseinnahme weit unterhalb der Einnahme bei der Decison-Risiko-Inzidenz, auch bei Konsumenten mit hohen Einnahmemengen; es gibt daher keine Bedenken in Bezug auf die Sicherheit.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu beachten ist, dass der ED<sub>50<\/sub> f\u00fcr Eisensulfat auf gastrointestinalen Beschwerden basiert. Diese Auswirkung kann in Zusammenhang stehen mit einer Einnahme, ohne dass eine Mahlzeit eingenommen wird. Im Fall, dass Erg\u00e4nzungsmittel zusammen mit der Nahrung eingenommen werden, werden diese Auswirkungen als eingeschr\u00e4nkt oder sogar als nicht vorhanden betrachtet; im Falle von Erg\u00e4nzungsmitteln k\u00f6nnte man solche Risiken \u00fcber eine ausreichende Etikettierung handhaben. Dieser Aspekt wurde im vorliegenden Fall nicht weiter ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5. Diskussion und Schlussfolgerung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Arbeit stellt eine machbare, wissenschaftlich basierte Methodologie vor, die von Risiko-Managern f\u00fcr die Bestimmung von MPLs verwendet werden kann, z. B. angesichts der Anforderungen von Direktive 2002\/46\/EC (Artikel 5). Wenn man sowohl das Risiko, als auch den Nutzen in Betracht zieht, erlaubt dieser Ansatz f\u00fcr die jeweilige betreffende Populationsgruppe die Bestimmung des optimalen Bereichs f\u00fcr die Einnahme von Erg\u00e4nzungsmitteln in unterschiedlichen Formen von Mikron\u00e4hrstoffen; nicht nur Nutzen und Risiko, sondern auch der Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkungen werden bei der Entscheidungsfindung ber\u00fccksichtigt. Ein Risiko-Manager muss imstande sein, das m\u00f6gliche Restrisiko in Betracht zu ziehen, angesichts dessen \u2013 wie es bei herk\u00f6mmlichen Lebensmitteln der Falls ist \u2013 dass es oft nicht m\u00f6glich ist, den Nutzen f\u00fcr die Mehrheit der Population sicherzustellen, ohne den Teil der Population mit einer hohen Einnahmemenge irgendeiner Art von Risiko auszusetzen (Verkerk, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> Verkerk, R. (2010). The paradox of overlapping micronutrient risks and benefits obligates risk\/benefit analysis. <em>Toxicology<\/em> 278(1):27\u201338.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.tox.2010.02.011\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=20188138\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0042&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000285127500004\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=27-38&amp;issue=1&amp;author=R.+Verkerk&amp;title=The+paradox+of+overlapping+micronutrient+risks+and+benefits+obligates+risk\/benefit+analysis&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Der in diesem Paper vorgeschlagene Risiko-Nutzen-Ansatz basiert auf dem berechneten ED<sub>50<\/sub>, dem Auspr\u00e4gungsgrad der bedenklichen Wirkungen und seiner damit verbundenen \u201aangemessenen\u2018 Inzidenz in Bezug auf Mangel und Toxizit\u00e4t einer bestimmten Form des Mikron\u00e4hrstoffes und erm\u00f6glicht einen Vergleich im 1:1-Ma\u00dfstab, was die proportionale Entscheidungsfindung beim Risikomanagement wesentlich erleichtert. Es ist zu beachten, dass Risikomanagement Bewertungen unter Anwendung des Risiko-Index \u2013 der aus dem Einfluss eines Risikoereignisses \u00d7 Eintrittswahrscheinlichkeit besteht \u2013 sich nicht grundlegend von der Bewertung des Einflusses eines Risikoereignisses unterscheiden, und zwar entsprechend dem Auspr\u00e4gungsgrad einer bestimmten Gesundheitsbeeintr\u00e4chtigung in Bezug auf die Decison-Inzdenz, die f\u00fcr die beobachtete Gesundheitsbeeintr\u00e4chtigung als vertretbar erachtet wird. Die Eintrittswahrscheinlichkeit kann wiederum anhand der Inzidenzdaten der Wirkung bei einer bestimmten Dosierung eingesch\u00e4tzt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5.1. Risikomanagement<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Risiko-Manager ben\u00f6tigen einen ausreichenden und anschaulichen Bericht \u00fcber die Natur und den Auspr\u00e4gungsgrad der n\u00fctzlichen (einen Mangel verhindernden) und unerw\u00fcnschten toxischen Wirkungen auf die Gesundheit, die verwendet wurden, um die ED<sub>50<\/sub>-Werte abzuleiten, zusammen mit dem Expositionsbereich f\u00fcr bestimmte Subpopulationen. Dies erm\u00f6glicht es dem Risiko-Manager, die Akzeptierbarkeit jeglicher Inzidenz gegen\u00fcber dem Auspr\u00e4gungsgrad der Wirkung abzuw\u00e4gen. Zum Beispiel kann ein Risiko-Manager eine erh\u00f6hte Inzidenz von 1:10 aufgrund einer Ver\u00e4nderung in einer Enzymaktivit\u00e4t bei hoher Exposition zugunsten einer verringerten Inzidenz aufgrund eines Mangelsymptoms, wie fetale Neuralrohrdefekte nach der Einnahme von Folat, akzeptieren. Dies k\u00f6nnte der Fall sein, wenn die Enzymaktivit\u00e4t ein empfindsamer Indikator f\u00fcr Toxizit\u00e4t ist; dies steht normalerweise in Zusammenhang mit einer angemessenen Inzidenz von 1:100. Die F\u00e4lle \u00fcber Fols\u00e4ure und Eisen, wie in Abschnitt&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765#s0004-0003\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">4.3<\/a> beschrieben, zeigen Beispiele der Erw\u00e4gungen des Risikomanagements und das vorbehaltlose Abw\u00e4gen von Inzidenz und Auspr\u00e4gungsgrad, um eine akzeptable zus\u00e4tzliche Einnahme via Nahrungserg\u00e4nzungsmittel zu erhalten. Da Richtlinien derzeit nicht zur Verf\u00fcgung stehen, die die Risiko-Manager dar\u00fcber informieren, wie sie mit den unterschiedlichen Arten von Risiko umgehen oder diese handhaben sollen, ist ein guter Informationsaustausch und Zusammenarbeit zwischen den Risiko-Absch\u00e4tzern und Risiko-Managern unentbehrlich, um \u00fcber die auszuarbeitenden MPLs zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Bewertung von Nutzen oder Risiko einer zus\u00e4tzlichen Exposition durch Nahrungserg\u00e4nzungsmittel oberhalb einer Hintergrund-Exposition durch herk\u00f6mmliche Nahrung ist es wesentlich, dass Unterschiede zwischen der Einnahme von Erg\u00e4nzungsmitteln und der Einnahme von herk\u00f6mmlichen und angereicherten Lebensmitteln ber\u00fccksichtigt werden. Das Ergebnis des Ansatzes, z. B. die Bandbreite der Exposition, belegt die gesamte Exposition gegen\u00fcber einem Mikron\u00e4hrstoff. Der Risiko-Manager muss in der Tat dar\u00fcber entscheiden, welcher Teil der gesamten Exposition vom Nahrungserg\u00e4nzungsmittel im Verh\u00e4ltnis zu der normalen Einnahme via die Nahrung \u00fcbernommen werden kann. In diesem Prozess sollten auch Subpopulationen, die dem Risiko eines Mangels an Mikron\u00e4hrstoffen via die normale Nahrung ausgesetzt sein k\u00f6nnten, ber\u00fccksichtigt werden. In dem beschriebenen Fall \u00fcber Eisen ist es nennenswert, dass die Ern\u00e4hrung kaum zu einer Einnahme bei der Decision-Nutzen-Inzidenz (von 8,5&nbsp;mg\/Tag) f\u00fchrt, die f\u00fcr Erwachsene berechnet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann au\u00dferdem relevant sein, wenn man Risiken ber\u00fccksichtigt, die durch den unbewussten Verzehr von Mikron\u00e4hrstoffen entstehen k\u00f6nnten, insbesondere jene in herk\u00f6mmlichen Lebensmitteln (z. B. Retinol in der Leber) gegen\u00fcber jenen, die als Erg\u00e4nzungsmittel eingenommen werden, bei denen die Herkunft des Mikron\u00e4hrstoffes deutlich als solche erkennbar ist, z. B. durch die pharmazeutische Form oder das Aussehen, durch N\u00e4hrwertangaben auf dem Etikett etc. Dar\u00fcber hinaus sollten auch Rezepturbem\u00fchungen f\u00fcr Erg\u00e4nzungsmittel unter Verwendung der neuesten verf\u00fcgbaren Daten ber\u00fccksichtigt werden, z. B. der m\u00f6gliche Einfluss auf Populationsgruppen oder die Bioverf\u00fcgbarkeit f\u00fcr Kombinationspr\u00e4parate aus Folat und Vitamin B12 oder Kupfer mit Zink.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der letzte Schritt beim Risikomanagement kombiniert die Bem\u00fchungen und \u00fcbersetzt diese in eine (Risiko-)Kommunikation, h\u00f6chst wahrscheinlich durch eine abgestufte Response. Dies kann eine eindeutige Etikettierung einschlie\u00dflich Vorsichtsma\u00dfnahmen sein, die sich an eine identifizierte Risiko-Subpopulation richtet, detaillierte Anweisungen f\u00fcr den Konsumenten, die dazu gedacht sind, das Risiko zu minimieren und den Nutzen zu optimieren, und das Einbinden der vorgeschriebenen Angaben \u00fcber die Menge des Mikron\u00e4hrstoffes im Vergleich zu Referenzeinnahmen. W\u00e4hrend es f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel Richtlinien f\u00fcr die Etikettierung gibt, gibt es bisher noch keine harmonisierten Warnhinweise f\u00fcr eine hohe Einnahme, die f\u00fcr einige Subpopulationen n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte, w\u00e4hrend sie andere einem Risiko aussetzt. Eine klare Information kann auch dem Missbrauch eines bestimmten Produktes durch nichtbestimmungsgem\u00e4\u00dfe Populationsgruppen vorbeugen oder der \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Nutzung durch die bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Populationsgruppe. Der wichtigste Punkt besteht darin, ein Bewusstsein f\u00fcr die Einnahme von Mikron\u00e4hrstoffen durch den Konsumenten \u00fcber alle Quellen hinweg zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Risiko-Manager muss einen weiten Bereich von Verantwortlichkeiten unterst\u00fctzen, einschlie\u00dflich einer sorgf\u00e4ltigen Ber\u00fccksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Daten \u00fcber Nutzen und Risiko von Mikron\u00e4hrstoffen, wie dies in Zusammenhang steht mit bestimmten chemischen Formen der Mikron\u00e4hrstoffe oder nicht, Interessen der Stakeholder, soziale Bed\u00fcrfnisse und nat\u00fcrlich die Sicherheit der Konsumenten und Auswahl. Es ist zu beachten, dass das vorliegende Paper auf einen wissenschaftlichen Ansatz zur Anwendung f\u00fcr das Risikomanagement bei Mikron\u00e4hrstoffen fokussiert ist und nicht speziell f\u00fcr das Risikomanagement an sich. Der Wert der Ergebnisse auf Grundlage der Anwendung des vorgeschlagenen Ansatzes wird durch die Qualit\u00e4t der verf\u00fcgbaren relevanten Daten beeinflusst; der Ansatz gleicht keineswegs Probleme im Zusammenhang mit unzureichenden Daten aus.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5.2. Vorteile des Risiko-Nutzen-Ansatzes<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man davon ausgeht, dass dieser wissenschaftliche Ansatz f\u00fcr das Risikomanagement von Mikron\u00e4hrstoffen angewendet wird, wird die Arbeit von Renwick et&nbsp;al. (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2004<\/a> Renwick, A. G., et&nbsp;al. (2004). Risk-benefit analysis of micronutrients. <em>Food Chem.Toxicol.<\/em> 42(12):1903\u20131922.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1016%2Fj.fct.2004.07.013\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=15500928\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0037&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000225252500001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2004&amp;pages=1903-1922&amp;issue=12&amp;author=A.+G.+Renwick&amp;title=Risk-benefit+analysis+of+micronutrients&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>) als solide Plattform f\u00fcr eine weitere Entwicklung erachtet. Mit den in diesem Paper beschriebenen, vorgeschlagenen Adaptionen und Erweiterungen steht ein praktischer und quantitativer Ansatz f\u00fcr das Risikomanagement f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe zur Verf\u00fcgung, der alle relevanten verf\u00fcgbaren Daten ber\u00fccksichtigen kann, z. B. toxikologisches Risiko, n\u00fctzliche Wirkungen, Bioverf\u00fcgbarkeit, Unterschiede zwischen den chemischen Formen der N\u00e4hrstoffe. Dar\u00fcber hinaus werden quantitativ die Natur und der Schweregrad der Wirkung ber\u00fccksichtigt sowie Inzidenzen, die f\u00fcr bestimmte Wirkungen akzeptabel sein k\u00f6nnten, und das Abfallen der Dosis-Wirkungskurve, was eine verbesserte Qualit\u00e4t und Sensibilit\u00e4t bei der Entscheidungsfindung im Risikomanagement durch das Abgleichen von Risiko und Nutzen erlaubt. Anhand der Anleitung f\u00fcr die Bewertung der Bioverf\u00fcgbarkeitsdaten und einschlie\u00dflich der harmonisierten Faktoren, die eine Umwandlung der Ergebnisse aus Tierstudien auf Menschen in F\u00e4llen zulassen, wo keine Humandaten zur Verf\u00fcgung stehen, ist der Prozess zur Bestimmung eines Skalier- (oder Unsicherheits-)Faktors so objektiv wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von der Anwendung f\u00fcr die allgemeine Population, kann der empfohlene Ansatz m\u00fchelos auf bestimmte Populationsgruppen angewendet werden, sollten Nutzen oder Risiko f\u00fcr eine Populationsgruppe spezifisch sein. Auf diese Art und Weise sind die Empfehlungen f\u00fcr eine optimale Einnahme von Erg\u00e4nzungsmitteln f\u00fcr jede Populationsgruppe sichergestellt, ohne dass andere Gruppen beeintr\u00e4chtigt werden. Zu den Faktoren, die die Notwendigkeit f\u00fcr einen bestimmten Ansatz f\u00fcr eine Subpopulation ausl\u00f6sen, geh\u00f6ren die Bioverf\u00fcgbarkeit und artenspezifische Unterschiede. Wo relevante Biomarker nicht identifiziert werden k\u00f6nnen, k\u00f6nnen -omic-Daten oder systembiologische Daten \u00fcber funktionale Wirkungen verwendet werden, um die Vergleichbarkeit der analog verwendeten Substanzen zu \u00fcberbr\u00fccken (Ommen et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> van Ommen, B., et&nbsp;al. (2009). Challenging homeostasis to define biomarkers for nutrition related health. <em>Mol. Nutr. Food Res.<\/em> 53(7):795\u2013804.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0031&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1002%2Fmnfr.200800390\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0031&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=19517455\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0031&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000268581200001\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;pages=795-804&amp;issue=7&amp;author=B.+van+Ommen&amp;title=Challenging+homeostasis+to+define+biomarkers+for+nutrition+related+health&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2010<\/a> van Ommen, B., et&nbsp;al. (2010). The micronutrient genomics project: A community-driven knowledge base for micronutrient research. <em>Genes. Nutr.<\/em> 5:285\u2013296.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0032&amp;dbid=16&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=10.1007%2Fs12263-010-0192-8\" target=\"_blank\">[Crossref]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0032&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=21189865\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0032&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000284423500002\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2010&amp;pages=285-296&amp;author=B.+van+Ommen&amp;title=The+micronutrient+genomics+project:+A+community-driven+knowledge+base+for+micronutrient+research&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a> und Palou et&nbsp;al., <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10408398.2016.1162765\" target=\"_blank\">2009<\/a> Palou, A., et&nbsp;al. (2009). Integration of risk and benefit analysis\u2013the window of benefit as a new tool. <em>Cr. Rev. Food Sci.Nutr.<\/em> 49(7):670\u2013680.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0033&amp;dbid=8&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=19582643\" target=\"_blank\">[PubMed]<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/servlet\/linkout?suffix=cit0033&amp;dbid=128&amp;doi=10.1080%2F10408398.2016.1162765&amp;key=000267766700003\" target=\"_blank\">[Web of Science \u00ae]<\/a>,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/scholar.google.com\/scholar_lookup?publication_year=2009&amp;issue=7&amp;author=A.+Palou&amp;title=Integration+of+risk+and+benefit+analysis\u2013the+window+of+benefit+as+a+new+tool&amp;\" target=\"_blank\">[Google Scholar]<\/a>). Davon ausgehend, dass es ein schnelles Aufkommen dieser Branchen der Ern\u00e4hrungswissenschaft geben wird, ist es wahrscheinlich, dass mehr relevante Daten dieser Art in naher Zukunft verf\u00fcgbar sein werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei F\u00e4llen, wo die Wirkungen sich aufgrund unterschiedlicher Formen eines Mikron\u00e4hrstoffes unterscheiden, wird empfohlen, dass der Risikomanagement-Ansatz f\u00fcr jede Form des Mikron\u00e4hrstoffes separat angewendet wird. Bei F\u00e4llen, wo sich nur die systemische Bioverf\u00fcgbarkeit aufgrund der unterschiedlichen Formen des Mikron\u00e4hrstoffes unterscheidet, sollten die MPLs korrigiert werden, die unter Ber\u00fccksichtigung dieser Unterschiede in der Bioverf\u00fcgbarkeit abgeleitet wurden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5.3. Wichtigkeit der Daten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Idealerweise sollten ausreichend Daten \u00fcber Risiko und Nutzen verf\u00fcgbar sein, um die Dosis-Wirkungs-Kurven zu bestimmen. Dies w\u00fcrde die Verf\u00fcgbarkeit von Studien mit Mehrfachdosierung \u00fcber unerw\u00fcnschte und n\u00fctzliche Wirkungen f\u00fcr jeden Mikron\u00e4hrstoff (Form) f\u00fcr jede Zielpopulation erforderlich machen. Leider ist dies angesichts von ethischen \u00dcberlegungen, der Forschungskosten und der verf\u00fcgbaren Finanzierung eine unrealistische oder nicht durchf\u00fchrbare Situation. Das Design f\u00fcr Humanstudien beinhaltet meistens Einzel- oder eingeschr\u00e4nkte Dosierungsstudien, die ern\u00e4hrungsbedingte oder n\u00fctzliche Wirkungen bewerten, ohne m\u00f6gliche unerw\u00fcnschte Wirkungen zu ber\u00fccksichtigen. Verwirrende Faktoren wie Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, Ern\u00e4hrungsbed\u00fcrfnisse unter verschiedenen Konsumentengruppen, Geschlecht, genetische Polymorphismen und geografische Unterschiede erschweren die M\u00f6glichkeit, weitere bestimmte Studiendaten durch das Studium der ern\u00e4hrungs- und gesundheitsbezogenen Wirkungen von Mikron\u00e4hrstoffen abzurufen. Als Folge unzureichender Daten zur Bestimmung einer Dosis-Wirkungs-Kurve f\u00fcr viele Mikron\u00e4hrstoffe sind die ED<sub>50<\/sub>-Werte Punktsch\u00e4tzungen, f\u00fcr die f\u00fcr Extrapolationszwecke standardisierte CVs verwendet werden k\u00f6nnen, die eine Dosisempfindlichkeit simulieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">6. Schlussfolgerung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vorliegende Ansatz umfasst die ausf\u00fchrliche Darstellung der Einnahmemengen von Mikron\u00e4hrstoffen als Supplementierung und ber\u00fccksichtigt eine minimale Exposition f\u00fcr eine normale und m\u00f6gliche n\u00fctzliche K\u00f6rperfunktion (Nutzen) sowie eine maximale Exposition in Zusammenhang mit Toxizit\u00e4t (Risiko) und wird daher als vereinbar mit den Anforderungen von Artikel 5 der Direktive 2002\/46\/EC \u00fcber Nahrungserg\u00e4nzungsmittel erachtet. F\u00fcr jede der beiden Formen von Folat und Eisen wurde in zwei F\u00e4llen die Flexibilit\u00e4t und Anwendbarkeit demonstriert. Obwohl fl\u00fcchtig ber\u00fccksichtigt wird, wie k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Daten die Ergebnisse beeinflussen k\u00f6nnten, sollten die Ans\u00e4tze zur Bewertung der Gefahr, des Risikos, des Nutzens und der Exposition weiter ausgedehnt werden und zwar durch Literaturscreening und der letztendlichen Einbindung firmeninterner, vertraulicher, wissenschaftlicher Informationen, die alle relevanten Daten in Zusammenhang mit Mikron\u00e4hrstoffen und deren entsprechenden Formen beinhalten. Dar\u00fcber hinaus sollten die Ergebnisse idealerweise in Bezug auf Daten aus Beobachtungsstudien und aus klinischer Erfahrung beurteilt werden, um zu bestimmen, ob eine erneute Bewertung, die mit neuen Daten, Inzidenzpunkten oder Skalierungs-\/Unsicherheitsfaktoren durchgef\u00fchrt wird, n\u00f6tig sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">7. Interessenskonflikte<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das derzeitige Projekt wurde von der Alliance for Natural Health International (Dorking, United Kingdom) und von Solgar Vitamins (Holland) BV (Haarlem, The Netherlands) unterst\u00fctzt. Sowohl ANH International als auch Solgar Vitamins (Holland) BV hatten keinerlei Einfluss auf die durch die Autoren getroffenen Entscheidungen oder gezogenen Schlussfolgerungen in Zusammenhang mit dem Projekt und\/oder dem derzeitigen Manuskript. Die Autoren erkl\u00e4ren, dass es keine Interessenskonflikte gibt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anerkennung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren bedanken sich bei Geert Houben f\u00fcr seine unabdingbare Pr\u00fcfung des Manuskripts und bei Suzanne van den Berg f\u00fcr ihre Hilfe bei der Bewertung der Literatur der ausgew\u00e4hlten Fallstudien \u00fcber Folat und Eisen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Referenzen<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Arkb\u00e5ge, K., Verwei, M., Havenaar, R. and Witth\u00f6ft, C. (2003). Bioaccessibility of folic acid and (6S)-5-methyltetrahydrofolate decreases after the addition of folate-binding protein to yogurt as studied in a dynamic in vitro gastrointestinal model. <em>J. Nutr.<\/em> 133(11):3678\u201383.<\/li><li>Blakley, R. L. (1984). Dihydrofolatereductase. In: <em>Folates and Pterins: Chemistry and Biochemistry of Folates (volume 1)<\/em>, pp191\u2013244. Blakley, R. L., Benkovic, S. 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