{"id":4919,"date":"2020-03-11T14:13:23","date_gmt":"2020-03-11T13:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4919"},"modified":"2020-04-02T11:30:51","modified_gmt":"2020-04-02T09:30:51","slug":"migraeneprophylaktika-und-vitalstoffe","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/aus-der-forschung\/medikamente-und-vitalstoffe\/migraeneprophylaktika-und-vitalstoffe\/","title":{"rendered":"Migr\u00e4neprophylaktika und Vitalstoffe"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wechselwirkungen von Medikamenten und Mikron\u00e4hrstoffen und was man unbedingt dar\u00fcber wissen sollte!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Menschen nehmen Medikamente und viele Menschen nehmen \nNahrungserg\u00e4nzungsmittel, aber viele Menschen, die Medikamente nehmen \nwissen gar nicht, dass sie besser auch Nahrungserg\u00e4nzungsmittel nehmen \nsollten. Und Einige, derer die Medikamente nehmen, sollten bestimmte \nNahrungs- erg\u00e4nzungsmittel besser nicht nehmen. Viele Medikamente und \nviele Krankheiten verbrauchen in gro\u00dfer Quantit\u00e4t spezifische \nMikron\u00e4hrstoffe. Das f\u00fchrt dazu, dass sich mit der Zeit zu dem \neigentlichen Leiden noch ein eigentlich vermeidbarer Kollateralschaden \nentsteht, der die Gesundheit zus\u00e4tzlich beeintr\u00e4chtigt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist leider viel zu wenig bekannt, dass und welche Interaktionen \nzwischen Medikamenten und Mikron\u00e4hrstoffen bestehen. Die durch einen \nMangel an Mikron\u00e4hrstoffen auftretenden Symptome k\u00f6nnen erkannt werden \nund geben einen ersten Hinweis, welche Vitalstoffe man zum Ausgleich \neinnehmen sollte. Wir haben auf unseren Seiten zu den besonders h\u00e4ufig \nverschrieben Arzneimitteln die Interaktionen zu Vitalstoffen \n(Mikron\u00e4hrstoffen) zusammen gestellt. Wenn Sie Medikamente einnehmen, \nsollten Sie diese Liste f\u00fcr sich studieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00f6chten Ihnen aber einen sehr dringenden Rat mit auf den Weg  geben: Verwenden Sie diese Informationen nicht, um Ihre Medikation  eigenh\u00e4ndig zu ver\u00e4ndern. Nutzen Sie die Informationen, um mit dem Arzt  oder Therapeuten Ihres Vertrauens Ihre besondere Situation zu  besprechen. Wir geben Ihnen unten einen Literaturhinweis zu einem Buch  von Uwe Gr\u00f6ber. Ihr Arzt wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie ihn auf  dieses Buch hinweisen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist Migr\u00e4ne-Prophylaxe?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patienten mit h\u00e4ufigen Migr\u00e4ne-Attacken sollte eine \nMigr\u00e4ne-Prophylaxe beginnen. Nach Empfehlungen der Deutschen Migr\u00e4ne- \nund Kopfschmerzgesellschaft sind Betablocker (Metoprolol, Propranolol), \nKalzium-Antagonisten (Flunarizin) und Epilepsie-Medikamente \n(Valproins\u00e4ure, Topiramat) Medikamente der ersten Wahl.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Migr\u00e4ne-Prophylaktika der zweiten Wahl sind das Antidepressivum \nAmitriptylin, Venlafaxin, Gabapentin, Naproxen, Acetylsalicyls\u00e4ure, \nPestwurz, Magnesium und Vitamin B2. Die medikament\u00f6se Therapie sollte \ndurch nicht-medikament\u00f6se Verfahren wie Entspannungsverfahren \n(Progressive Muskelentspannung nach Jacobson), Biofeedback-Verfahren, \nkognitive Verhaltenstherapie und Ausdauersport erg\u00e4nzt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn alle nicht-medikament\u00f6sen Ma\u00dfnahmen aus den Bereichen \nLebensf\u00fchrung und Entspannung ausgesch\u00f6pft sind und nichts fruchten, \nmuss dann doch eine medikament\u00f6se Migr\u00e4ne-Prophylaxe her. Diese \nMedikamente sollen Dauer, H\u00e4ufigkeit und Schwere der Migr\u00e4ne-Attacken \nreduzieren und daf\u00fcr sorgen, dass der Migr\u00e4niker weniger Schmerzmittel \nbraucht. Denn wenn Schmerzmittel zu h\u00e4ufig eingenommen werden, droht ein\n medikamenteninduzierter Kopfschmerz. Dieser ist h\u00e4ufig deutlich \nschwerer zu behandeln als die Migr\u00e4ne selbst.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kopfschmerz-Experten empfehlen eine medikament\u00f6se Prophylaxe, wenn:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>drei und mehr Attacken pro Monat auftreten;<\/li><li>die Migr\u00e4ne-Attacken l\u00e4nger als 72 Stunden anhalten;<\/li><li>die Lebensqualit\u00e4t, berufliche Aufgaben oder der Schulbesuch erheblich durch die Migr\u00e4ne-Anf\u00e4lle beeintr\u00e4chtigt sind;<\/li><li>die\n Attacken sich trotz Medikamenteneinnahme nicht ausreichend bessern, \noder wenn die Nebenwirkungen der Medikamente zur Akuttherapie nicht \nvertragen werden;<\/li><li>die Attacken zu lang anhaltenden und beeintr\u00e4chtigenden neurologischen Ausf\u00e4llen f\u00fchren;<\/li><li>jemand bereits einen migr\u00e4n\u00f6sen Infarkt mit Ausschluss anderer Ursachen hinter sich hat;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr\n eine effektive Migr\u00e4ne-Prophylaxe m\u00fcssen die Betroffenen t\u00e4glich \nMedikamente einnehmen. Und diese haben zum Teil erhebliche \nNebenwirkungen. Dar\u00fcber hinaus entfalten die Arzneien ihre vorbeugende \nWirkung erst einige Wochen, nachdem die volle Tagesdosis erreicht wurde.\n Zur besseren Vertr\u00e4glichkeit wird die Dosis zu Beginn in kleinen \nSchritten erh\u00f6ht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwa drei Monate nach dem Erreichen der prophylaktisch wirksamen  Dosis \u00fcberpr\u00fcft der Arzt, ob die Migr\u00e4ne-Anf\u00e4lle seltener oder schw\u00e4cher  geworden sind. Dabei hilft ein exakt gef\u00fchrter Kopfschmerz-Kalender.  Dieser sollte nicht erst mit Beginn der prophylaktischen Behandlung,  sondern mindestens einen Monat vorher begonnen werden. Stellt sich  heraus, dass der medikament\u00f6se Schutz nicht ausreicht, wird das Pr\u00e4parat  gewechselt oder man kombiniert mehrere Substanzen miteinander.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Mittel zur Migr\u00e4ne-Prophylaxe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arzt und Patient \u00fcberlegen gemeinsam, welche Medikamente f\u00fcr den \nKopfschmerz-Geplagten geeignet sind. Dies h\u00e4ngt von m\u00f6glichen \nVorerkrankungen und den speziellen Bed\u00fcrfnissen des Migr\u00e4nikers ab. Zu \nden empfohlenen Migr\u00e4ne-Prophylaktika geh\u00f6ren folgende Substanzen:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Betablocker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betablocker sind Medikamente gegen Herzerkrankungen wie Herzschw\u00e4che,\n Vorhofflimmern sowie Bluthochdruck. Sie senken Herzaktivit\u00e4t und \nBlutdruck und entlasten das Organ. Warum sie auch bei der \nMigr\u00e4nevorbeugung wirksam sind, ist unbekannt. Betablocker der ersten \nWahl zur Migr\u00e4ne-Vorbeugung sind Propranolol und Metoprolol.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antiepileptika:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierzu z\u00e4hlen vor allem Valproins\u00e4ure und Topiramat. Normalerweise \nwerden sie bei Epilepsie-Patienten eingesetzt, sind jedoch auch bei \nMigr\u00e4ne wirksam. Bei Topiramat kann ein Kribbeln in den Fingern \nauftreten, das jedoch mit kaliumreicher Ern\u00e4hrung wie Bananen und \nTrockenobst gut in den Griff zu bekommen ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kalzium-Antagonisten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Substanzen verhindern, dass sich die Muskulatur der Blutgef\u00e4\u00dfe \nzusammenzieht: Die Hirngef\u00e4\u00dfe bleiben offen. Von dieser Substanzklasse \nist nur Flunarizin zur Migr\u00e4ne-Vorbeugung geeignet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antidepressiva:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einigen F\u00e4llen ist Amitriptylin zur Migr\u00e4ne-Prophylaxe hilfreich. \nDieser Wirkstoff wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und \nbeeinflusst den Serotoninspiegel im Gehirn. Ein gest\u00f6rter \nSerotonin-Stoffwechsel kann offenbar Ursache einer Migr\u00e4ne sein.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schmerzmittel:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schmerzmittel empfehlen sich meist nicht zur Migr\u00e4ne-Prophylaxe, da \nihr h\u00e4ufiger Gebrauch dauerhafte Kopfschmerzen (medikamenteninduzierter \nKopfschmerz) ausl\u00f6sen kann. Der Wirkstoff Naproxen ist eine Ausnahme. Er\n eignet sich zur Vorbeugung von Migr\u00e4neanf\u00e4llen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Medikamente der zweiten Wahl:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Substanzen der zweiten Wahl zur Migr\u00e4ne-Prophylaxe sind Venlafaxin,  Gabapentin, Acetylsalicyls\u00e4ure, Pestwurzextrakt (Petasites hybridus),  Magnesium und Vitamin B2 (Riboflavin). Ihre Wirksamkeit als  Migr\u00e4ne-Prophylaxe ist nicht sicher belegt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Betablocker und Coenzym Q10<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Coenzym Q10 unterst\u00fctzt die Wirksamkeit von Betablockern (Metoprolol, Propanolol).\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die adjuvante Supplementierung von Coenzym Q10 (z.B. 150 mg\/d) \u2013 auch\n in Kombination mit Magnesium und Riboflavin \u2013 kann die Effektivit\u00e4t \neiner medikament\u00f6sen Migr\u00e4neprophylaxe (z.B. bei Betablockern) \nverbessern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine St\u00f6rung des mitochondrialen Stoffwechsels scheint bei der  Pathogenese der Migr\u00e4ne eine gro\u00dfe Rolle zu spielen. In klinischen  Studien haben sich in der Prophylaxe neben Coenzym Q10 auch andere  Mikron\u00e4hrstoffe wie Vitamin B2 (400 mg tgl., p.o.) und Magnesium (600 mg  tgl., p.o.) als hilfreich erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Betablocker und Vitamin B2<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Riboflavin unterst\u00fctzt die Wirksamkeit von Beta-Blockern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die adjuvante Supplementierung von Riboflavin (z.B. 4&#215;100 mg\/d) \u2013 \nauch in Kombination mit Magnesium und Coenzym Q10 \u2013 kann die \nEffektivit\u00e4t einer medikament\u00f6sen Migr\u00e4neprophylaxe (z.B. bei \nBetablockern) verbessern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine St\u00f6rung des mitochondrialen Stoffwechsels scheint bei der  Pathogenese der Migr\u00e4ne eine gro\u00dfe Rolle zu spielen. In klinischen  Studien haben sich in der Prophylaxe neben Vitamin B2 &nbsp;auch andere  Mikron\u00e4hrstoffe wie Coenzym Q10 und Magnesium (600 mg tgl., p.o.) als  hilfreich erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beta-Blocker und Magnesium<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Magnesium unterst\u00fctzt die Wirksamkeit von Beta-Blockern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die adjuvante Supplementierung von Magnesium (z.B. 4 x 150 mg\/d) \u2013 auch  in Kombination mit Riboflavin und Coenzym Q10 \u2013 kann die Effektivit\u00e4t  einer medikament\u00f6sen Migr\u00e4neprophylaxe (z.B. bei Betablockern)  verbessern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine St\u00f6rung des mitochondrialen Stoffwechsels scheint bei der  Pathogenese der Migr\u00e4ne eine gro\u00dfe Rolle zu spielen. In klinischen  Studien haben sich in der Prophylaxe neben Magnesium auch andere  Mikron\u00e4hrstoffe wie Vitamin B2 (400 mg tgl., p.o.) und Coenzym Q10 (600  mg tgl., p.o.) als hilfreich erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Literaturhinweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Tabelle stammt aus dem Buch von <em>Uwe Gr\u00f6ber<\/em> mit dem Titel <em>\u201eInteraktionen, Arzneimittel und Mikron\u00e4hrstoffe\u201c, ISDN  978-3-8047-2375-7, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart<\/em>.  F\u00fcr eine Vertiefung der Informationen empfehlen wir den Kauf des Buches. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text ist zum Teil ver\u00e4ndert, bzw. erg\u00e4nzt mit weiteren, uns vorliegenden Informationen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wichtiger Hinweis und Warnung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten Sie bei der Durchsicht dieser Aufstellungen Beschreibungen \nfinden, die auf ihre Situation passen, konsultieren Sie bitte ihren \nHausarzt. Ver\u00e4ndern Sie bitte nicht eigenst\u00e4ndig ihre Medikation, die \nFolgen k\u00f6nnten dramatisch sein. Sprechen Sie die Supplementierung mit \nMikron\u00e4hrstoffen mit ihrem Arzt \/ Therapeuten ab.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wechselwirkungen von Medikamenten und Mikron\u00e4hrstoffen und was man unbedingt dar\u00fcber wissen sollte! 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