{"id":4481,"date":"2020-02-26T13:32:37","date_gmt":"2020-02-26T12:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4481"},"modified":"2020-09-22T15:28:00","modified_gmt":"2020-09-22T13:28:00","slug":"aminosaeuren-multitalente-fuer-die-gesundheit","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/aus-der-forschung\/aminosaeuren\/aminosaeuren-multitalente-fuer-die-gesundheit\/","title":{"rendered":"Aminos\u00e4uren: Multitalente f\u00fcr die Gesundheit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\n Orthomolekulare Medizin (OM) verwendet zur Pr\u00e4vention und zur \nBehandlung ern\u00e4hrungsabh\u00e4ngiger bzw. chronisch degenerativer \nErkrankungen keine k\u00f6rperfremden Substanzen in physiologischer oder \npharmakologischer Dosierung; sie ist in sehr vielen F\u00e4llen eine gute und\n sehr gute Erg\u00e4nzung zu schulmedizinischen und naturheilkundlichen \nTherapieverfahren. Verschiedene Pathomechanismen lassen sich durch eine \ngezielte Therapie mit Mikron\u00e4hrstoffen g\u00fcnstig beeinflussen, z. B. die \nendotheliale Dysfunktion, die Entz\u00fcndungsbereitschaft, St\u00f6rungen des \nNeurotransmittermetabolismus, oxidativer Stress, degenerative \nVer\u00e4nderungen von Knochen und Bindegewebe, vorzeitige Alterungsprozesse.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den orthomolekularen Substanzen geh\u00f6ren auch die Aminos\u00e4uren,  deren therapeutisches Potenzial erfreulicherweise zunehmend erkannt und  auch genutzt wird. Von einer ungezielten Therapie mit hoch dosierten  Aminos\u00e4uren ist allerdings abzuraten. Das Verh\u00e4ltnis der Aminos\u00e4uren  zueinander im Blutserum hat einen starken Einfluss auf die zellul\u00e4re  Aufnahme der einzelnen Aminos\u00e4uren, so dass durch eine ungezielte  Supplementierung ein Aminos\u00e4urenungleichgewicht bewirkt werden kann. Ein  Profil der Aminos\u00e4uren im Blutplasma\/ Serum spiegelt deren dynamischen  Fluss wider und liefert wichtige Hinweise f\u00fcr eine individuelle  Aminos\u00e4uren-Supplementierung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alanin<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"182\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_alanin_02_815c5076c6.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4482\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alanin\n ist eine nicht essenzielle Aminos\u00e4ure und neben Glutamin das wichtigste\n Molek\u00fcl f\u00fcr den Aminostickstoff im Blut. Der Anteil des Alanins an den \nAminos\u00e4uren, die von der Muskulatur an das Blut abgegeben werden, \nbetr\u00e4gt rund 30 Prozent; der Alaningehalt der Muskelproteine betr\u00e4gt nur\n rund 6 Prozent. Daraus ist ersichtlich, dass die Alaninsynthese eine \nbedeutende Stoffwechselleistung der Muskelzellen ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alanin wird \u00fcberwiegend von der Leber aufgenommen und dort unter  Abspaltung der Aminogruppe zu Pyruvat umgewandelt. Das Pyruvat dient im  Fastenstoffwechsel oder unter dem Stoffwechseleinfluss von  Stresshormonen und\/ oder Entz\u00fcndungsmediatoren als Substrat f\u00fcr die  Glukoneogenese. Niedrige Alaninkonzentrationen im Blutserum k\u00f6nnen ein  Hinweis auf Hypoglyk\u00e4mie sein. Alaninsupplemente k\u00f6nnen den  Glukosespiegel erh\u00f6hen und sind daher oft bei Hypoglyk\u00e4mieneigung  hilfreich. Niedrige Alaninkonzentrationen treten nicht selten gemeinsam  mit verminderten Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminos\u00e4uren auf.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Asparagins\u00e4ure<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"120\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_asparaginsaeure_02_2b58e7d526.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4485\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Asparagins\u00e4ure,\n eine nicht essenzielle Aminos\u00e4ure, hat sehr vielf\u00e4ltige \nStoffwechselfunktionen. Ihr Salz, das Aspartat, ist via Oxalacetat ein \nSchl\u00fcsselmolek\u00fcl f\u00fcr die Aktivit\u00e4t des Citratzyklus, Substrat f\u00fcr die \nGlukoneogenese und f\u00fcr den Citratzyklus. Aspartat dient als NH2-Donator \nf\u00fcr den Harnstoffzyklus und f\u00fcr die Synthese von Purinen, Pyrimidinen \nund Nukleotiden; es ist auch eine Vorstufe f\u00fcr die Asparaginsynthese und\n ein excitatorischer Neurotransmitter im ZNS.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aspartat kann wegen seiner Beteiligung am Harnstoffzyklus zur \nVerbesserung der Ammoniakentgiftung eingesetzt werden. Es gibt auch \neinige Hinweise aus Studien, dass Aspartat bei Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden, \nM\u00fcdigkeit und verminderter k\u00f6rperlicher Belastbarkeit positive Effekte \nzeigen k\u00f6nnte; allerdings ist hier die Datenlage nicht eindeutig.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Asparagin wird aus Asparagins\u00e4ure unter ATP-Verbrauch gebildet. Als  NH2-Donator dienen dabei nicht Ammoniumionen, sondern das Glutamin.  Asparagin ist im Gegensatz zu Glutamin nicht am Stickstofftransport  beteiligt, es spielt aber eine wichtige Rolle f\u00fcr die Bildung von  Glykoproteinen. Dabei stellt Asparagin sozusagen die Br\u00fccke zwischen dem  Protein- und dem Kohlenhydratanteil dar. Niedrige Asparaginkonzentrationen k\u00f6nnen h\u00e4ufig bei physischem Stress beobachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Arginin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"138\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_arginin_03_a46625903b-1.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4484\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arginin\n ist eine semiessenzielle Aminos\u00e4ure, die prinzipiell im Organismus \neines gesunden Erwachsenen selbst gebildet werden kann. Essenziell ist \nArginin bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern, aber auch bei Sepsis und \nchronischer Niereninsuffizienz. Es ist ein wichtiges Substrat des \nHarnstoffzyklus, weshalb die Leber auch keine gr\u00f6\u00dferen Mengen an das \nBlut abgeben kann. Die Argininbiosynthese findet \u00fcberwiegend in den \nEnterozyten des Darms sowie in den Nieren statt. Arginin ist \nAusgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Kreatin und via Ornithin auch f\u00fcr \ndie Bildung von Polyaminen; ferner ist es f\u00fcr die Kollagensynthese und \nf\u00fcr die Wundheilung erforderlich.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von besonderer therapeutischer Bedeutung ist die Funktion des \nArginins als Ausgangssubstanz f\u00fcr die Stickoxid (NO)-Synthese. NO ist \nein kurzlebiges gasf\u00f6rmiges Signalmolek\u00fcl, das mittels verschiedener \nNO-Synthase (NOS) hergestellt wird. In den Blutgef\u00e4\u00dfen bewirkt NO eine \nRelaxation der glatten Gef\u00e4\u00dfmuskulatur, was zu einer Vasodilatation \nf\u00fchrt. Makrophagen produzieren gro\u00dfe Mengen an NO zur Bek\u00e4mpfung \nintrazellul\u00e4rer Erreger. NO spielt zudem eine wichtige Rolle bei der \nNeurotransmission: Je nach Synapsentyp erh\u00f6ht oder vermindert es die \nFreisetzung klassischer Neurotransmitter. NO ist auch mit gro\u00dfer \nWahrscheinlichkeit an der Langzeitpotenzierung im Gehirn beteiligt, die \nbekanntlich f\u00fcr die Ged\u00e4chtnisbildung erforderlich ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arginin \u00fcbt vielf\u00e4ltige Gef\u00e4\u00df sch\u00fctzende Funktionen aus: Es \nvermindert die Thrombozytenaggregation und hemmt die Adh\u00e4sion von \nMonozyten an die Gef\u00e4\u00dfwand. In zahlreichen Studien konnte gesichert \nwerden, dass Arginin eine wichtige antiatherogene Wirkung hat.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei erh\u00f6hten Cholesterinwerten kommt es zu einer St\u00f6rung des  NO-Metabolismus und dabei zu einer Beeintr\u00e4chtigung der Gef\u00e4\u00dfregulation.  Auch verschiedene andere pathogene Faktoren wie erh\u00f6htes Homocystein, oxLDL und ein Antioxidanzienmangel, st\u00f6ren den NO-Stoffwechsel und  erh\u00f6hen den Argininbedarf. Es gibt zahlreiche Studien \u00fcber die Wirksamkeit einer Argininsupplementierung bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei eine effektive therapeutische Dosis  bei mindestens 6 Gramm pro Tag liegt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Cystein<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"188\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_cystein_04_3bcc6ba581.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4486\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cystein  ist eine schwefelhaltige Aminos\u00e4ure mit einer freien SH-Gruppe. Prinzipiell kann Cystein aus Methionin gebildet werden, ist also nicht  essenziell. Eine Essenzialit\u00e4t von Cystein kann sich aber bei einer  unzureichenden Methioninverf\u00fcgbarkeit sowie bei einer Unreife der  Leberfunktion oder einer erheblichen Sch\u00e4digung der Leber ergeben.  Aufgrund seiner SH-Gruppe bildet Cystein leicht Schwefelbr\u00fccken, z. B.  mit einem zweiten Cysteinmolek\u00fcl unter Bildung von Cystin, oder mit  vielen anderen schwefelhaltigen Biomolek\u00fclen. Cystin spielt eine  wichtige Rolle f\u00fcr die Struktur und das Wachstum von Haut und Haaren.  \u00dcber die Bildung von Schwefelbr\u00fccken tr\u00e4gt Cystein erheblich zur  Stabilisierung der Terti\u00e4rstrukturen vieler Proteine bei. Die SH-Gruppe  des Cysteins ist h\u00e4ufiger Bestandteil der katalytischen Zentren von  Enzymen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cystein ist ein wesentlicher Baustein des Tripeptids Glutathion.  Cystein\/Glutathion sind bedeutende Regulatoren der K\u00f6rperzellmasse und der Proteinbilanz. Ein Cysteinmangel bringt eine vermehrte  Stickstoffausscheidung \u00fcber den Harnstoffzyklus mit sich. Bei vielen  entz\u00fcndlichen und infekti\u00f6sen Erkrankungen sowie bei Tumoren ist  inzwischen ein Cystein\/ Glutamin-Mangelsyndrom festgestellt worden, das  mit einer erheblichen Immunschw\u00e4che einhergeht. Cystein und Glutathion  sind von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Entgiftung toxischer  Stoffwechselprodukte wie Aflatoxine, Xenobiotika und Schwermetalle. Bei  einer Vergiftung mit Paracetamol ist die Steigerung der  Glutathionbiosynthese lebenswichtig. Die Glutathionkonzentration kann  durch die Gabe von N-Acetylcystein effektiv angehoben werden. NAC ist im  Gegensatz von Cystein chemisch stabil und eignet sich in hervorragender Weise f\u00fcr die Cystein-Supplementierung. Es gibt viele Anwendungsgebiete  f\u00fcr eine Cystein-NAC-Supplementierung: z. B. zur Erh\u00f6hung der  NO-Bioverf\u00fcgbarkeit, zur Verbesserung der Nitrattoleranz, zur Behandlung  von Dyslipoprotein\u00e4mien, zur Steigerung der antioxidativen Kapazit\u00e4t  bei Lungenerkrankungen. Au\u00dferdem geh\u00f6rt Glutathion zu den wichtigsten  Antioxidanzien in der Augenlinse und kann diese vor oxidativen Sch\u00e4den  sch\u00fctzen. Prinzipiell tr\u00e4gt auch eine gute Versorgung mit Vitamin C zur  Anhebung des Glutathionstatus bei. Besonders wichtig ist Vitamin C, wenn  Cystein anstelle von NAC zur Vermeidung der Oxidation von Cystein zu  Cystin eingesetzt wird. Cystein ist auch die Ausgangssubstanz f\u00fcr die  Taurin-Biosynsynthese und ist an der Fetts\u00e4uresynthese beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Citrullin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Citrullin ist keine proteinogene Aminos\u00e4ure, sondern ein Metabolit \ndes Harnstoffzyklus. Die Bildung von Citrullin ist eine \nStoffwechselleistung der Enterozyten. Ungef\u00e4hr 13 Prozent des von den \nEnterozyten aufgenommenen Glutamins wird zu Citrullin verstoffwechselt. \nDas vom Darm freigesetzte Citrullin wird dann von den Nieren zur \nArgininsynthese verwendet. Die Citrullinkonzentration im Blutserum kann \nalso einen Hinweis auf die Leberfunktion (Harnstoffzyklus) geben; sie \nist aber auch ein Marker f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit der Enterozyten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neuere Studien haben gezeigt, dass die Citrullin-Supplementierung  eine effektive Ma\u00dfnahme daf\u00fcr ist, den Argininspiegel anzuheben, da  Citrullin rasch zu Arginin verstoffwechselt wird. Citrullin hat sogar  einen erheblichen Vorteil gegen\u00fcber einer Argininsupplementierung: Es  erh\u00f6ht nicht die Aktivit\u00e4t der Arginase, die f\u00fcr einen beschleunigten  Argininabbau sorgt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Glutamins\u00e4ure<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"133\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_glutaminsaeure_02_e4c240c351.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4487\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glutamins\u00e4ure\n ist sozusagen eine wichtige Drehscheibe des Aminos\u00e4urenstoffwechsels, \nwas auch daran erkennbar ist, dass die Enzyme des Glutamatstoffwechsels \nh\u00e4ufig verwendete Parameter der Labormedizin sind. Glutamins\u00e4ure ist \nAusgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Glutamin, Prolin, Arginin und \nOrnithin sowie von N-Acetylglutamat, einem wichtigen Regulatormolek\u00fcl \ndes Harnstoffzyklus. Glutamat, das Salz der Glutamins\u00e4ure, ist der \nbedeutendste exzitatorische Neurotransmitter im ZNS, au\u00dferdem die \nVorstufe des inhibitorischen Neurotransmitters GABA.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glutamat spielt eine zentrale Rolle f\u00fcr die synaptische Plastizit\u00e4t,  insbesondere f\u00fcr die Langzeitpotenzierung. Allerdings hat Glutamat auch  neurotoxische Eigenschaften, besonders dann, wenn die Energieversorgung  der Neuronen beeintr\u00e4chtigt ist. Bei verschiedenen Erkrankungen sind  exzitotoxische Effekte mitbeteiligt, z.B. bei Epilepsien, bei der  cerebralen Isch\u00e4mie und beim Apoplex. In j\u00fcngerem Lebensalter und bei  bestehenden Lem- und Konzentrationsst\u00f6rungen kann eine Supplementierung  der Glutamins\u00e4ure zur Verbesserung der Hirnleistungsf\u00e4higkeit durchaus  angebracht sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Glycin <\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"201\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_glycin_01_c21ead5445.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4488\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glycin  ist die Ausgangssubstanz f\u00fcr die Bildung zahlreicher Molek\u00fcle:  Glutathion, Cholin, Porphyrine, Purine, Kreatin, Collagen und Elastin.  Zu seiner Stoffwechselbedeutung geh\u00f6rt auch seine Beteiligung an der  Synthese von Gallens\u00e4uren und an Phase-Il-Entgiftungsreaktionen. Glycin  ist ein inhibitorischer Neurotransmitter an Glycinrezeptoren, d.h. es  zeigt spasmolytische Effekte; zudem ist es ein CoNeurotransmitter an  NMDA-Rezeptoren. Glycin hat entz\u00fcndungshemmende und hepatoprotektive  Eigenschaften. Neuerdings gibt es auch Hinweise auf eine antioxidative  Wirkung sowie auf einen Schutzeffekt gegen die Bildung von AGEs. Glycin  kann bei verschiedenen Symptomen erfolgreich eingesetzt werden, z.B. als  spasmolytische Substanz bei Muskelverspannungen; auch bei Ged\u00e4chtnis-  und Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen weist es eine positive Wirkung auf; es  unterst\u00fctzt ferner die Entgiftungskapazit\u00e4t der Leber und kann  entz\u00fcndliche Prozesse vermindern. Glycin-Gaben k\u00f6nnen auch bei  auftretenden Panikattacken oder \u00c4ngstlichkeit helfen, da diese  Aminos\u00e4ure die Bildung von Noradrenalin im ZNS reduziert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Histidin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"160\" height=\"106\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_histidin_01_9e83caeb24.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4489\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Histidin\n wird heute zu den essenziellen Aminos\u00e4uren gez\u00e4hlt. Der pH-Wert von \nHistidin befindet sich im Neutralbereich, dadurch kann es sowohl als \nProtonen-Donator als auch als Protonen-Akzeptor auftreten. Aufgrund \ndieser chemischen Eigenschaften hat Histidin als Ligand in \nMetallverbindungen wie H\u00e4moglobin, Myoglobin, Carboanhydrase etc. \nfunktionelle Bedeutung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Histidin ist die Ausgangssubstanz f\u00fcr die Bildung des Dipeptids  Carnosin, das wichtige antioxidative und neuroprotektive Eigenschaften  aufweist. Auch Histidin selbst besitzt ein antioxidatives Potential.  Histidin f\u00f6rdert die Prostacyclinsynthese und reduziert die  Thrombozytenaggregation. Bei verschiedenen \u201efree radical diseases&#8220; wie  rheumatoider Arthritis und Morbus Alzheimer wurden erniedrigte  Histidinkonzentrationen nachgewiesen. Histidin ist auch die  Ausgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Histamin, das im Organismus als  Gewebshormon und Neurotransmitter weit verbreitet ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Isoleucin, Leucin, Valin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese\n drei Aminos\u00e4uren sind aufgrund ihrer chemischen Struktur unter dem \nBegriff verzweigtkettige Aminos\u00e4uren zusammengefasst (BCAAs). Im \nGegensatz zu den \u00fcbrigen Aminos\u00e4uren werden sie nicht in erster Linie in\n der Leber verstoffwechselt, sondern in der Muskulatur. 35 Prozent der \nMuskelproteine bestehen aus BCAAs. Sie dienen im arbeitenden Muskel als \nEnergielieferanten und sind auch anabole Signalgeber, die die \nProteinsynthese f\u00f6rdern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leucin aktiviert die Proteinkinase mTOR &#8211; ein wichtiger Energiesensor\n im Stoffwechsel. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte \u00fcber eine vermehrte Zufuhr der \nverzweigtkettigen Aminos\u00e4uren eine Begrenzung der Nahrungsaufnahme und \neine Reduzierung des K\u00f6rpergewichts erreicht werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die BCAAs k\u00f6nnen zur Reduktion des Aminos\u00e4urenkatabolismus und zur  Verbesserung der Stickstoffbilanz mit Erfolg eingesetzt werden, weshalb  sie bei Erkrankungen mit hohem Proteinabbau, z.B. Tumorerkrankungen,  h\u00e4ufig sehr n\u00fctzlich sind. Besonders auch bei chronischen  Lebererkrankungen sollte auf eine ausreichende Zufuhr der  verzweigtkettigen Aminos\u00e4uren geachtet werden, da diese die Aufnahme der  aromatischen Aminos\u00e4uren wie z.B. Tryptophan und Tyrosin \u00fcber die  Blut-Hirnschranke verhindern k\u00f6nnen. Ein erh\u00f6hter Bedarf an BCAAs  besteht au\u00dferdem bei physischem Stress und bei Leistungssport.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Glutamin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glutamin ist mit einem Mengenanteil von 20 Prozent die quantitativ \nbedeutendste freie Aminos\u00e4ure im Blutserum und im Muskelgewebe. Es \nspielt bei einer Vielzahl von Stoffwechselwegen eine wichtige Rolle, \nz.B. f\u00fcr die Bereitstellung von Stickstoff f\u00fcr die Synthese von Purinen,\n Pyrimidinen, Nukleotiden und Aminozuckern. Glutamin ist ein wichtiges \nEnergiesubstrat f\u00fcr die Zellen des Gastrointestinaltrakts sowie eine \nEnergiequelle f\u00fcr alle sich schnell vermehrenden Zellen des \nImmunsystems. Aufgrund seiner F\u00e4higkeit, das Zellvolumen zu \nstabilisieren, besitzt es einen antikatabolen Effekt. Au\u00dferdem ist \nGlutamin f\u00fcr die Regulation des S\u00e4ure-Basen-Haushalts von Bedeutung, \nweil es von den Nieren zur Bildung und Ausscheidung von Ammoniumionen \nverstoffwechselt wird.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Postaggressionsstoffwechsel, z.B. bei Entz\u00fcndungen oder nach  chirurgischen neurologischen Eingriffen, kommt es zu einer Verarmung des  Glutaminpools, die sich z.B. in einem verl\u00e4ngerten Krankheitsverlauf  und in einer erh\u00f6hten Infektanf\u00e4lligkeit auswirkt. Auch bei  Leistungssportlern besteht ein erh\u00f6hter Glutaminbedarf. Es konnte  nachgewiesen werden, dass eine Glutaminsupplementierung nach  Ausdauerbelastung die Infektanf\u00e4lligkeit vermindern kann. Glutamin ist  eine wichtige Ausgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Glutathion und des  Neurotransmitters GABA. Oftmals kann eine Glutaminsupplementierung auch  bei Magen-Darm-Erkrankungen wie dem \u201eleakygut-syndrome&#8220; oder dem colon  irritabile hilfreich sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lysin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"225\" height=\"101\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_lysin_02_6f5ef4bc27.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4490\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lysin\n ist wie Arginin eine basische Aminos\u00e4ure, die im Vergleich zu den \n\u00fcbrigen Aminos\u00e4uren im Organismus sehr stark konserviert wird. Zu den \nFunktionen des Lysins geh\u00f6rt seine Beteiligung an der Collagen- und \nElastin Biosynthese und seine Eigenschaft als Ausgangssubstanz f\u00fcr die \nBildung von Carnitin. Die Leberrezeptoren verf\u00fcgen \u00fcber lysinreiche \nLDL-Regionen. Lysin ist auch ein Stimulator der STH-Sekretion und \nessenziell f\u00fcr die Immunkompetenz; es hat einen positiven Einfluss auf \ndie intestinale Calciumresorption und ist einer der Mikron\u00e4hrstoffe, die\n bei der Pr\u00e4vention und Therapie der Osteoporose eine Rolle spielen. \nEine Supplementierung dieser Aminos\u00e4ure hat einen positiven \ntherapeutischen Effekt bei Infektionen mit Herpesviren. Lysin ist \nsozusagen der Stoffwechselgegenspieler zu Arginin und kann die \nArgininaufnahme in die virenproduzierenden Zellen hemmen, weshalb sich \ndie Herpesviren dann nicht vermehren k\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch eine Supplementierung von einem Gramm Lysin t\u00e4glich konnte bei  Typ-2-Diabetikern eine Reduzierung der postprandialen  Glukosekonzentration erreicht werden: Wahrscheinlich wird durch Lysin  die Tyrosinkinase des Insulinrezeptors stimuliert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Methionin <\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"142\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_methionin_02_c4408c8f30.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4491\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Methionin\n ist eine schwefelhaltige essenzielle Aminos\u00e4ure. Sie ist \nAusgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Cystein und via Cystein auch f\u00fcr \ndas Tripeptid Glutathion. Aus Methionin wird unter ATP-Verbrauch \nS-Adenosyl-Methionin (SAM) gebildet, der wichtigste \nMolek\u00fclgruppendonator im Stoffwechsel. Bis dato wurden mehr als 40 \nSAM-abh\u00e4ngige Methyltransferasen identifiziert. Zu den Verbindungen, \nderen Methylgruppen von SAM stammen, z\u00e4hlen: Carnitin, Cholin, Kreatin, \nAdrenalin, Melatonin, methylierte Basen, Methylhistidin etc. Bei den \nTransmethylierungen geht SAM in S-Adenosylhomocystein \u00fcber, aus dem dann\n das Homocystein entsteht. Homocystein wird entweder zu Methionin \nzur\u00fcckverwandelt (remethyliert) oder durch Transsulfurierung zu Cystein \nverstoffwechselt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Methionin ist eine wichtige Protonen- und Schwefelquelle im  Stoffwechsel. Verschiedene endogene Substanzen, wie z.B. Katecholamine  und Steroidhormone, und Xenobiotika, z.B. Paracetamol, werden durch  Sulfatierung entgiftet. Methionin besitzt lipotrope Eigenschaften, d.h.  es kann die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Fetteinlagerung in der Leber verhindern; ferner  wird es bei Harnwegsinfekten zur Harnans\u00e4uerung verwendet und kann  au\u00dferdem bei Allergien zur Beschleunigung des Abbaus von Histamin  hilfreich sein. Eine zu hohe Methioninzufuhr sollte vermieden werden, da  diese eine latente Acidose und eine vermehrte Calciumausscheidung  verursachen kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ornithin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben Arginin und Citrullin ist auch  Ornithin ein Metabolit des Harnstoffzyklus. Eine Supplementierung von  Ornithinaspartat ist eine bew\u00e4hrte und h\u00e4ufig durchgef\u00fchrte Ma\u00dfnahme bei  Patienten mit Leberzirrhose. Diese Substanz f\u00fchrt zu einer deutlichen  Besserung der Leberfunktion. Bei leichten Leberfunktionsst\u00f6rungen kann  eine Ornithinsupplementierung den Heilungsverlauf beg\u00fcnstigen. Ebenso wie Arginin kann Ornithin die Hypophyse zu einer verst\u00e4rkten Sekretion  von STH anregen, die aber nur bei ziemlich hohen Dosierungen zuverl\u00e4ssig  nachgewiesen ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Prolin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"163\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_prolin_02_dceddb3731.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4492\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prolin  ist eine nicht essenzielle Aminos\u00e4ure, die aus Glutamat gebildet werden  kann. Aus Prolin entsteht oftmals Hydroxyprolin, ein wichtiger  Bestandteil der Collagene. Die Collagene haben immerhin einen Anteil von  30 Prozent an der Gesamtproteinmenge des menschlichen Organismus.  Hydroxyprolin wird beim Abbau der Knochencollagene durch Osteoklasten  freigesetzt, in der Leber verstoffwechselt und\/ oder \u00fcber den Urin  ausgeschieden. Hydroxyprolin im Urin ist ein Marker f\u00fcr den  Knochenabbau. Eine Prolinsupplementierung ist h\u00e4ufig sinnvoll bei  Wundheilungsst\u00f6rungen sowie zur Pr\u00e4vention der Osteoporose und  Faltenbildung. Nicht selten finden sich im Blutserum auch erh\u00f6hte  Konzentrationen, die dann meist ein Hinweis auf chronisch hohen  Alkoholkonsum oder auf einen zirrhotischen Umbau der Leber sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Serin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"205\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_serin_02_7788227d75.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4493\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Serin ist eine nicht-essenzielle Aminos\u00e4ure; sie l\u00e4sst sich leicht in Glycin und dieses wieder in Serin umwandeln.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Serin ist die Ausgangssubstanz f\u00fcr die Bildung von Cholin, \nAcetylcholin und Phosphatidylserin und spielt eine bedeutende Rolle beim\n Methionin-\/ Homocysteinmetabolismus. Die Methylgruppe des Serins wird \nf\u00fcr die Bildung von 5-Methyl-THF aus THF ben\u00f6tigt. Somit ist die \nRemethylierung des Homocysteins von einer ausreichenden Verf\u00fcgbarkeit \ndes Serins abh\u00e4ngig. Au\u00dferdem ist Serin an der Cysteinbildung aus \nS-Adenosyl-Homocystein beteiligt. Es konnte nachgewiesen werden, dass \ndurch eine Serinsupplementierung der Homocysteinanstieg nach \nMethioninbelastung wesentlich geringer ausf\u00e4llt. Eine \nSerinsupplementierung kann auch zur Verbesserung der Cholin-\/ \nAcetylcholinsynthese in Frage kommen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Hinweise aus Studien, dass bei psychotischen Patienten das  Serin-\/ Cysteinverh\u00e4ltnis aus dem Gleichgewicht ist: Serin im Verh\u00e4ltnis  zu Cystein ist bei diesen deutlich h\u00f6her als bei gesunden Probanden.  Nachgewiesen wurde auch, dass durch die Einnahme von Serin die  Serumkonzentrationen bei psychotischen Patienten sehr viel st\u00e4rker  ansteigen als bei gesunden Probanden. Bei Psychosen k\u00f6nnte also eine  St\u00f6rung des Serinstoffwechsels vorliegen, deshalb sollte Serin in  solchen F\u00e4llen nicht supplementiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Threonin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"130\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_threonin_02_55a5646244.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4494\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Threonin\n ist eine essenzielle Aminos\u00e4ure, aus der Glycin und Serin gebildet \nwerden k\u00f6nnen; Threonin kann auch 0-glykosidische Verbindungen mit \nKohlenhydraten erzeugen. Besonders threoninreiche Molek\u00fcle sind die \nMucine, organische Schleimstoffe zum Schutz der Schleimh\u00e4ute. \nThreoninreiche Verbindungen sind sehr Proteolyse-stabil, d.h. sie werden\n nur schwierig abgebaut.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niedrige Threoninkonzentrtionen im Blutserum\/ Plasma sind oftmals ein  Hinweis auf Maldigestion und\/ oder Pankreasinsuffizienz.  Threoninsupplemente k\u00f6nnen mit Erfolg zur D\u00e4mpfung der neuromuskul\u00e4ren  Erregbarkeit und zur St\u00e4rkung des Immunsystems eingesetzt werden. Bei  Patienten mit gastroenterologischen Erkrankungen ist oftmals eine  Threonin-Supplementierung angezeigt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Taurin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Taurin ist ein Aminos\u00e4urenderivat, das aus Cystein gebildet wird. \nEtwa ein Drittel des Cysteins wird normalerweise im menschlichen \nStoffwechsel zu Taurin umgewandelt. Taurin ist nicht an der \nProteinsynthese beteiligt, sondern befindet sich in freier Form im Blut \nund in den Geweben. Nach Glutamin hat Taurin die h\u00f6chste Konzentration \nim Pool freier Aminos\u00e4uren. Verschiedene Gewebe sind besonders \ntaurinreich, z.B. das ZNS, die Retina, die Lymphozyten und die \nThrombozyten. F\u00fcr Fr\u00fchgeborene und Kleinkinder ist Taurin essenziell. Im\n Rahmen einer Mikron\u00e4hrstofftherapie gibt es f\u00fcr Taurin viele \nverschiedene Indikationen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Taurin bildet mit Gallens\u00e4uren Konjugate und verbessert damit die  Ausscheidung von Gallens\u00e4uren, wodurch das Risiko f\u00fcr Gallensteine  gesenkt wird. Es vermindert auch die Hepatotoxizit\u00e4t verschiedener  Xenobiotika. Einige Funktionen von Taurin werden \u00fcber Calcium  vermittelt, z.B. die Modulation der Signal\u00fcbertragung, die positiv  inotrope und antiarrhythmische Wirkung am Herzmuskel, die Stabilisierung  neuraler Membranen in Retina und ZNS und die Verminderung der  Thrombozytenaggregation. Inzwischen wird Taurin sowohl als  Neurotransmitter als auch als Neuromodulator eingestuft. Zu den  Anwendungsgebieten einer Taurinsupplementierung geh\u00f6ren  Augenerkrankungen, z.B. die Makuladegeneration, und  Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Studien zeigte sich, dass Diabetiker im  Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen teilweise erniedrigte  Taurinspiegel haben. Eine \\Supplementierung mit Taurin dient  m\u00f6glicherweise der Pr\u00e4vention diabetischer Sp\u00e4tsch\u00e4den. Auch bei  chronischen Nierenerkrankungen sind die Taurinspiegel meist deutlich  reduziert. Taurin sch\u00fctzt die Membranen der Glomeruli und des  Tubulusepithels. Hilfreich ist Taurin auch bei entz\u00fcndlichen  Lungenerkrankungen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Phenylalanin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"175\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_phenylalanin_02_d479562b79.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4495\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Phenylalanin  ist eine essenzielle Aminos\u00e4ure, die f\u00fcr die Proteinsynthese ben\u00f6tigt  wird und gleichzeitig als Vorstufe f\u00fcr die Bildung von Tyrosin dient.  F\u00fcr Fr\u00fchgeborene und auch Neugeborene ist Tyrosin eine essenzielle Aminos\u00e4ure, da dessen Bildung aus Phenylalanin noch nicht erfolgen kann. Tyrosin ist Vorstufe der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin sowie der Schilddr\u00fcsenhormone Tyroxin und Trijodtyronin;  au\u00dferdem wird es f\u00fcr die Bildung des Coenzyms Q10 und des Farbpigments  Melanin ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Tyrosin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"160\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_tyrosin_02_afd0f0ba50.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4496\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im  Fr\u00fchstadium des Morbus Parkinson kann eine Tyrosinsupplementierung zur Erh\u00f6hung der Dopaminkonzentration sinnvoll sein. Da ein Mangel an Noradrenalin auch bei Depressionen eine Rolle spielen kann, ist eine  Tyrosinsupplementierung f\u00fcr manchen depressiven Patienten hilfreich. Ferner kann der Tyrosinbedarf in chronischen Stresssituationen aufgrund  des vermehrten Katecholaminverbrauchs erh\u00f6ht sein. Durch eine Tyrosinsupplementierung k\u00f6nnen dann Hirnleistungsf\u00e4higkeit und Aufmerksamkeit verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Tryptophan<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_tryptophan_01_27433f9512.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"96\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_tryptophan_01_27433f9512.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4497\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tryptophan\n ist eine essenzielle Aminos\u00e4ure und gleichzeitig die Aminos\u00e4ure, die in\n Nahrungsmitteln am seltensten vorkommt. Sie ist die Ausgangssubstanz \nf\u00fcr die Bildung des Neurotransmitters Serotonin und des Epiphysenhormons\n Melatonin. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der \u00fcber \nverschiedene Rezeptorentypen ganz unterschiedliche biologische Wirkungen\n entfaltet. Serotonin ist z.B. an der Regulierung des \nSchlaf-Wach-Rhythmus, der Stimmungslage, der Schmerzempfindung, der \nAppetitkontrolle und des Endokrinums beteiligt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong><a href=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/aus-der-forschung\/aus-der-forschung-aminosaeuren\/tryptophan-macht-morgenmuffel-munter\/\">Lesen sie auch den Beitrag: Tryptophan macht Morgenmuffel munter<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch eine Tryptophansupplementierung \nkann die Serotoninkonzentration im ZNS effektiv angehoben werden. Dabei \nist es zweckm\u00e4\u00dfig, Tryptophan zusammen mit Kohlenhydraten einzunehmen \naus folgendem Grund: Tryptophan ist die einzige Aminos\u00e4ure, deren \nKonzentration durch die Insulinwirkung nicht vermindert wird und die \ndeshalb eine gr\u00f6\u00dfere Chance hat, durch die Blut-HirnSchranke ins ZNS zu \ngelangen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Tryptophan kann auch Niacin gebildet werden, wobei man davon \nausgeht, dass 60 mg Tryptophan ben\u00f6tigt werden, um 1 mg Niacin zu \nerzeugen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niedrige Tryptophankonzentrationen treten sehr h\u00e4ufig auf und sind \nmeist mit psychischen Befindlichkeitsst\u00f6rungen wie Depressionsneigung, \nNervosit\u00e4t, \u00c4ngstlichkeit etc. assoziiert. Im Falle einer \nSupplementierung der aromatischen Aminos\u00e4uren Tryptophan, Tyrosin und \nPhenylalanin bei chronischen Lebererkrankungen ist \u00e4u\u00dferste Vorsicht \ngeboten, da es m\u00f6glicherweise zur Bildung so genannter falscher \nNeurotransmitter oder zu Neurotransmitter-Imbalancen kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Orthomolekulare Medizin (OM) verwendet zur Pr\u00e4vention und zur Behandlung ern\u00e4hrungsabh\u00e4ngiger bzw. chronisch degenerativer Erkrankungen keine k\u00f6rperfremden Substanzen in physiologischer oder pharmakologischer Dosierung; sie ist in sehr vielen F\u00e4llen eine gute und sehr gute Erg\u00e4nzung zu schulmedizinischen und naturheilkundlichen Therapieverfahren. Verschiedene Pathomechanismen lassen sich durch eine gezielte Therapie mit Mikron\u00e4hrstoffen g\u00fcnstig beeinflussen, z. 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