{"id":4299,"date":"2020-02-24T14:00:26","date_gmt":"2020-02-24T13:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4299"},"modified":"2020-09-17T14:40:57","modified_gmt":"2020-09-17T12:40:57","slug":"vitamin-k2-neue-erkenntnisse","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/aus-der-forschung\/vitamine\/vitamin-k2-neue-erkenntnisse\/","title":{"rendered":"Vitamin K2: Neue Erkenntnisse"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vitamin K2 ist ein essentieller N\u00e4hrstoff<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin K2 ist ein essentieller N\u00e4hrstoff, der unter anderem f\u00fcr die  Aktivierung der Vitamin-K-abh\u00e4ngigen Enzyme im K\u00f6rper wichtig ist. In  den westlichen L\u00e4ndern reicht die Aufnahme von Vitamin K aus der Nahrung  f\u00fcr eine optimale Blutgerinnung meist aus (vollst\u00e4ndige Aktivierung von  Gerinnungsfaktoren in der Leber), f\u00fcr die optimale Aktivit\u00e4t  Vitamin-K-abh\u00e4ngiger Eiwei\u00dfe (Enzyme) au\u00dferhalb der Leber wie z.&nbsp;B. von  Osteokalzin und MGP (Matrix-Gla-Protein oder  Matrix-Glutamins\u00e4ure-Eiwei\u00df) ist sie jedoch unzureichend.  Niederl\u00e4ndische Studien legen nahe, dass die meisten Menschen an einem  subklinischen Mangel an Vitamin K (insbesondere an Vitamin K2) leiden.<sup>(1)<\/sup>  Vitamin K1 wird haupts\u00e4chlich von der Leber aufgenommen und sorgt dort  f\u00fcr die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren, w\u00e4hrend Vitamin K2 auch an  anderen Stellen im K\u00f6rper (wie z.&nbsp;B. in den Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nden) aktiv ist. Eine  \u00fcber lange Zeit fortdauernde Unterversorgung mit Vitamin K(2) ist  wahrscheinlich ein Risikofaktor f\u00fcr altersbedingte (degenerative)  Erkrankungen wie Osteoporose, Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs.<sup>(1,2)<\/sup>  Vitamin K2 ist kleinen Mengen in Fleisch, Eiern und Milchprodukten  enthalten; japanisches Natto (durch Einwirkung von Bacillus subtilis  natto fermentierte Sojabohnen) enth\u00e4lt sehr viel Vitamin K2 (MK-7). Da  die meisten Nahrungsmittel, die Vitamin K2 enthalten, aus  gesundheitlichen Erw\u00e4gungen nicht in gro\u00dfen Mengen verzehrt werden  sollten und der Geschmack von Natto im Allgemeinen nicht besonders  gesch\u00e4tzt wird, ist ein Nahrungserg\u00e4nzungsmittel mit Vitamin K2  hervorragend geeignet, die Einnahme von Vitamin K2 zu steigern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Osteoporose-Pr\u00e4vention<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"284\" height=\"193\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vitamin_K.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4300\" srcset=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vitamin_K.jpg 284w, https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Vitamin_K-150x102.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin K2 ist ein wichtiger N\u00e4hrstoff f\u00fcr den Knochenstoffwechsel und die Knochenmasse. In der ersten <em>Complementair<\/em>  \u00fcber Vitamin K2 wurde \u00fcber Studien berichtet, die nachweisen, dass ein  guter Vitamin-K(2)-Status zur Pr\u00e4vention der (alterbedingten,  menopausalen) Osteoporose beitr\u00e4gt und das Risiko osteoporotischer  Knochenbr\u00fcche verringert. In den darauf folgenden Jahren wurden  verschiedene Studien publiziert, die den Zusammenhang zwischen Vitamin  K2 und der Knochengesundheit aufs Neue best\u00e4tigen. In einer koreanischen  Studie wurde die Konzentration an uncarboxyliertem Osteokalzin (die bei  einem inad\u00e4quaten Vitamin-K-Status erh\u00f6ht ist) bei einer Gruppe  gesunder Frauen (20-70 Jahre) mit der Knochenmineraldichte (Wirbels\u00e4ule)  signifikant invers assoziiert \u2013 unabh\u00e4ngig von anderen Faktoren, die  die Knochenmineraldichte beeinflussen k\u00f6nnen.<sup>(3)<\/sup> Vor allem  Frauen im Alter von etwa 20 bzw. 50 Jahren zeigten eine erh\u00f6hte  Konzentration an uncarboxyliertem Osteokalzin, was auf einen h\u00f6heren  Vitamin-K-Bedarf hindeutet. In einer k\u00fcrzlichen japanischen Studie mit  H\u00fcftfraktur-Patienten war der durchschnittliche Vitamin-K-Spiegel im  Blut (K1 und K2) signifikant niedriger als in einer gesunden  Kontrollgruppe, w\u00e4hrend der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel bei den  weiblichen Patienten sehr gering war (9 ng\/ml) und 90% der Patienten  einen Vitamin-D-Mangel aufwies (unter 20 ng\/ml); weiterhin deutete eine  verringerte Serumalbumin-Konzentration auf allgemeine Unterern\u00e4hrung  hin.<sup>(4)<\/sup> Bei einer Gruppe japanischer M\u00e4nner von 65 Jahren und  \u00e4lter war eine h\u00f6here Einnahme von Vitamin K2 aus der Nahrung (Natto)  mit einer signifikant h\u00f6heren Knochenmineraldichte (gesamte H\u00fcfte,  Femurhals) und einem signifikant niedrigeren Spiegel an uncarboxyliertem  (inaktivem) Osteokalzin assoziiert.<sup>(5)<\/sup> Vitamin K2 senkt das  Risiko von Knochenbr\u00fcchen nicht nur durch eine bessere  Knochenmineralisierung, sondern auch durch g\u00fcnstige Wirkungen auf die  Knochen-Mikroarchitektur (Kollagenbildung und -organisation).<sup>(6)<\/sup>  Ein wichtiger zugrundeliegender Wirkungsmechanismus besteht darin, dass  Vitamin K2 die Bildung von (Knochen aufbauenden) Osteoblasten anregt  und die Bildung von (Knochen abbauenden) Osteoklasten durch die  Unterdr\u00fcckung der NF-\u03baB Aktivierung hemmt.<sup>(7)<\/sup> NF-\u03baB (Nuclear  Factor kappa-B) kontrolliert die Transkription der DNA und spielt bei  der Immunantwort und (chronischen) Entz\u00fcndungen eine Schl\u00fcsselrolle;  eine zunehmende Expression des NF-\u03baB ist mit chronischen degenerativen  Erkrankungen assoziiert, darunter Osteoporose,  Herz-Kreislauferkrankungen, Autoimmun-Krankheiten und Krebs. Auch  stimuliert Vitamin K2 die Differenzierung von Osteoblasten.<sup>(8)<\/sup>  Postmenopausale Frauen, die ein Biphosphonat gegen Osteoporose  einnehmen, profitieren wahrscheinlich von einer zus\u00e4tzlichen  Supplementierung mit Vitamin K2. Sowohl im Tierversuch als auch in einer  Humanstudie wurde nachgewiesen, dass die Kombination aus Vitamin K2 und  einem Biphosphonat (Risedronat, Alendronat) die Knochenqualit\u00e4t bei  postmenopausaler Osteoporose st\u00e4rker verbessert als ein Biphosphonat  allein.<sup>(9,10)<\/sup> Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt  nach einer Organtransplantation an und Studien legen nahe, dass einer  Supplementierung mit Vitamin K2 eine sch\u00fctzende Wirkung zukommt. In  einer placebokontrollierten Doppelblindstudie f\u00fchrte die  Supplementierung mit Vitamin K2 (180 \u00b5g MK-7 pro Tag) im ersten Jahr  nach einer Lungen- oder Herztransplantation zu einer signifikant h\u00f6heren  Knochenmineraldichte (lumbale Wirbels\u00e4ule).<sup>(11)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Pr\u00e4vention von Herz- und Gef\u00e4\u00dfkrankheiten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem guten Vitamin-K2-Status wird Kalzium ins Knochengewebe und  nicht in andere Gewebe wie z.&nbsp;B. Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde, Knorpel, Herz-, Lungen- und  Nierengewebe eingelagert. Durch Vitamin K2 aktiviertes  Matrix-Gla-Protein (MGP) hemmt die Kalkablagerung in der extrazellul\u00e4ren  Matrix von Weichteilgeweben. Eine hohe Konzentration an  uncarboxyliertem (inaktivem) MGP ist ein Pr\u00e4diktor f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re  Mortalit\u00e4t.<sup>(12)<\/sup> Eine angemessene Einnahme von Vitamin K2 ist f\u00fcr die Pr\u00e4vention von Herz-Kreislaufkrankheiten wahrscheinlich von Bedeutung.<sup>(13,14)<\/sup>  In der niederl\u00e4ndischen Kohortenstudie Prospect-EPIC mit 16.057  postmenopausalen Frauen aus Utrecht und Umgebung, die mehr als 8 Jahre  lang beobachtet wurden, wurde eine signifikant inverse Assoziation  zwischen der Einnahme von Vitamin K2 (speziell MK-7, MK-8 und MK-9) und  dem Risiko einer koronaren Herzkrankheit festgestellt. Das  Krankheitsrisiko sank um 9% pro 10 \u00b5g\/Tag Vitamin-K2-Einnahme (Hazard  Ratio 0,91).<sup>(13)<\/sup> Zwischen Vitamin K1 und koronarer  Herzkrankheit fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang; die  Einnahme von Vitamin K1 und K2 aus der Nahrung betrug durchschnittlich  212 bzw. 29 \u00b5g\/Tag. Zudem hat dieselbe Forschungsgruppe in einer  Querschnittsstudie mit 564 postmenopausalen Frauen eine inverse  Assoziation zwischen der Vitamin-K2-Einnahme aus der Nahrung und einer  Verkalkung der Koronararterien nachgewiesen.<sup>(14)<\/sup> Eine  Interventionsstudie mit Vitamin K2 (MK-7) soll noch erweisen, ob eine  Supplementierung mit Vitamin K2 eine Verkalkung der Koronararterien  verringern kann. An der Universit\u00e4t Maastricht wurde bei 36 Erwachsenen  mit Hypertonie mithilfe der Computer\u00adtomographie die Kalziumablagerung  in Aorta (Bauch), Halsschlagader und den Koronararterien gemessen;  daraus wurde der arterielle Gesamtkalzium-Score berechnet. In der Studie  wurde eine signifikant positive Assoziation zwischen dem arteriellen  Gesamtkalzium-Score, dem Serumspiegel an uncarboxyliertem MGP (ucMGP)  und einem niedrigen Vitamin-K-Status nachgewiesen.<sup>(15)<\/sup> An der  Bildung von MGP ist Vitamin D beteiligt, w\u00e4hrend Vitamin K2 f\u00fcr die  Aktivierung von MGP sorgt. F\u00fcr eine optimale Aktivit\u00e4t von MGP in der  Gef\u00e4\u00dfwand sind beide Vitamine erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Pr\u00e4vention von Insulinresistenz und Diabetes Typ 2<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"313\" height=\"216\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/vitamin_k1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4301\" srcset=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/vitamin_k1.jpg 313w, https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/vitamin_k1-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/vitamin_k1-150x104.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es  gibt Hinweise darauf, dass ein guter Vitamin-K(2)-Status vor  Insulinresistenz und Diabetes Typ 2 sch\u00fctzt. Vitamin K(2) ist f\u00fcr die  Aktivierung (Carboxylierung) von Osteokalzin verantwortlich. Osteokalzin  reguliert die Knochenmineralisierung und beeinflusst vermutlich auch  den Glukosehaushalt im Blut, indem es die Insulinempfindlichkeit und  Insulinproduktion verbessert. In einer niederl\u00e4ndischen prospektiven  Kohortenstudie mit 38.094 Erwachsenen (20-70 Jahre) war eine h\u00f6here  Einnahme von Vitamin K (speziell von Vitamin K2) mit einem signifikant  kleineren Risiko assoziiert, im Nachbeobachtungszeitraum von gut 10  Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken.<sup>(16)<\/sup> Vitamin K1 senkte  das Diabetes-Risiko nur bei einer hohen Einnahme, w\u00e4hrend bei Vitamin K2  eine linear inverse Assoziation zu beobachten war. Auch war eine h\u00f6here  Einnahme von Vitamin K2 mit einem niedrigeren hsCRP-Spiegel (<em>high-sensitivity C-reactive protein<\/em>,  ein Marker f\u00fcr subakute Entz\u00fcndung) und einem g\u00fcnstigeren  Blutlipidprofil assoziiert. Die Einnahme von Vitamin K1 und K2 betrug im  Mittel 200 bzw. 31 \u00b5g pro Tag.<sup>(16)<\/sup> In einer amerikanischen  Studie resultierte die Supplementierung mit einer hohen Dosis Vitamin K1  (500&nbsp;\u00b5g\/Tag \u00fcber 36&nbsp;Monate) in einer weniger schnellen Progression der  Insulinresistenz bei \u00e4lteren (nicht-diabetischen) M\u00e4nnern; bei  nicht-diabetischen Frauen von 60-80 Jahren hatte die Supplementierung  mit Vitamin K1 diese Wirkung nicht.<sup>(17)<\/sup> Die  Insulinempfindlichkeit verbesserte sich signifikant bei einer Gruppe  junger M\u00e4nner, die 4 Wochen lang eine Vitamin-K2-Supplementierung (30 mg  MK-4\/Tag) einnahmen, vermutlich infolge einer Erh\u00f6hung des Spiegels an  carboxyliertem Osteokalzin.<sup>(18)<\/sup> Bei Patienten mit Diabetes Typ 2 kann eine Supplementierung mit Vitamin K2 m\u00f6glicherweise die Knochenqualit\u00e4t verbessern.<sup>(19)<\/sup>  Aufgrund ihrer schlechten Knochenqualit\u00e4t durch mangelhafte  Kollagen-Querverbindungen \u2013&nbsp; weniger durch eine zu geringe Knochendichte  (diese ist meist normal bis hoch) \u2013 tragen Diabetiker ein erh\u00f6htes  Risiko f\u00fcr Knochenbr\u00fcche. In einem Tiermodell f\u00fcr Diabetes Typ 2 f\u00fchrte  die Supplementierung mit Vitamin K2 zur Zunahme von Osteokalzin im  Serum, zu einer besseren Qualit\u00e4t des Kollagen-Netzwerks und zur Zunahme  der Knochenfestigkeit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin-K-Mangel bei Morbus Crohn<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vitamin-K-Mangel bei Menschen mit Morbus Crohn, einer  chronisch-entz\u00fcndlichen Darmkrankheit, hat m\u00f6glicherweise Einfluss auf  den Krankheitsverlauf und die Entwicklung einer Osteoporose.<sup>(20,21)<\/sup>  In einer k\u00fcrzlichen Studie hatten Patienten mit Morbus Crohn im  Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen und Patienten mit Colitis  ulcerosa signifikant h\u00f6here Konzentrationen von uncarboxyliertem  Osteokalzin im Serum, was bedeuten w\u00fcrde, dass Morbus-Crohn-Patienten an  Vitamin-K-Mangel leiden.<sup>(20)<\/sup> Die Resorption von Vitamin K  ist m\u00f6glicherweise durch eine fettarme Ern\u00e4hrung und eine ver\u00e4nderte  Darmflora erniedrigt. Der Serumspiegel des uncarboxylierten Osteokalzins  und das Verh\u00e4ltnis zwischen uncarboxyliertem und carboxyliertem  Osteokalzin waren au\u00dferdem mit der Schwere der Erkrankung an Morbus  Crohn (CDAI, Crohn\u2019s Disease Activity Index) signifikant korreliert,  nicht jedoch mit der Knochenmineraldichte. Die Supplementierung mit  Vitamin K hat durch Hemmung der NF-\u03baB-Aktivierung m\u00f6glicherweise einen  g\u00fcnstigen Einfluss auf die chronisch-entz\u00fcndliche Darmkrankheit.<sup>(22,23)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Krebs-Pr\u00e4vention<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In pr\u00e4klinischen Studien wurde festgestellt, dass Vitamin K  (insbesondere K2) antikarzinogen wirkt, u.a. durch die Inhibierung der  Angiogenese (Neubildung von Blutgef\u00e4\u00dfen) und die Induktion von  Protoonkogenen, die die Zellteilung hemmen und die Apoptose von  Krebszellen herbeif\u00fchren.<sup>(24)<\/sup> Aufgrund dieser Erkenntnis  haben Wissenschaftler zwischen 1994 und 2008 die Zusammenh\u00e4nge zwischen  der Einnahme von Vitamin K1 und K2 mit der Nahrung und der Inzidenz von  Krebserkrankungen und der Krebsmortalit\u00e4t in der Bev\u00f6lkerung untersucht.  In der prospektiven Kohortenstudie EPIC-Heidelberg (European  Prospective Investigation into Cancer and Nutrition\u2013Heidelberg) wurden  24.340 Erwachsene (35-64 Jahre) \u00fcber einen Zeitraum von 10 bis 14 Jahren  beobachtet.<sup>(24)<\/sup> Das Risiko, in diesem Zeitraum mit Krebs  diagnostiziert zu werden oder an Krebs zu sterben, war umso kleiner, je  h\u00f6her die t\u00e4gliche Vitamin-K2-Einnahme war; die inverse Assoziation war  bei M\u00e4nnern st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt und bei Prostata- und Lungenkrebs  statistisch signifikant.&nbsp; Zwischen Vitamin K1 und Krebs fanden die  Wissenschaftler keinen Zusammenhang. Die antikarzinogene Wirkung von  Vitamin K2 wird wahrscheinlich durch Vitamin C verst\u00e4rkt (Synergie).<sup>(25,26)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin K und das Gehirn<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt immer mehr Beweise daf\u00fcr, dass Vitamin K f\u00fcr das (zentrale)  Nervensystem von Bedeutung ist, u.a. durch das Aktivieren von Protein S  (das die Blut-Hirn-Schranke sch\u00fctzt) und von Gas6 (auch ein Protein, das  in ganz verschiedenen Zellprozessen eine Rolle spielt, so bei  Zellwachstum und Apoptose) und durch die F\u00f6rderung der Synthese von  Sphingolipiden (wichtigen Bestandteilen des Myelins und neuronaler  Plasmamembranen).<sup>(27,28)<\/sup> Wissenschaftler vermuten, dass eine  Vitamin-K-Insuffizienz in der Pathogenese der Alzheimer-Krankheit eine  Rolle spielt bzw. zu einer beschleunigten Krankheitsprogression  beitr\u00e4gt. In einer Pilotstudie hatten Patienten in einem fr\u00fchen Stadium  der Alzheimer-Erkrankung im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen eine  signifikant geringere Einnahme von Vitamin K.<sup>(28)<\/sup> Im  Tierversuch (Ratten) f\u00fchrte eine von Geburt an Vitamin-K1-arme Di\u00e4t zu  einem beschleunigten R\u00fcckgang der kognitiven F\u00e4higkeiten im  fortgeschrittenen Alter (im Vergleich zur Kontrollgruppe).<sup>(29)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Dosierungen<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"212\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_Vitamin_k1_12416325_ml_08eeca21ae.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4302\" srcset=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_Vitamin_k1_12416325_ml_08eeca21ae.jpg 300w, https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_Vitamin_k1_12416325_ml_08eeca21ae-150x106.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Phyllochinon<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In  einer Dosis-Wirkungs-Studie an der Universit\u00e4t Maastricht wurde  unl\u00e4ngst festgestellt, dass die Supplementierung mit MK-7 (0, 10, 20,  45, 90, 180 oder 360 \u00b5g\/Tag \u00fcber 12 Wochen) bei Erwachsenen bei einer  Einnahme von 90 \u00b5g\/Tag und h\u00f6her zu einer signifikanten Erh\u00f6hung der  MK-7-Konzentration im Plasma f\u00fchrt (im Vergleich zur Placebogruppe).<sup>(1)<\/sup>  Die Supplementierung mit MK-7 ab 90 \u00b5g\/Tag sorgte auch f\u00fcr eine  signifikant verbesserte Carboxylierung von Osteokalzin und MGP, w\u00e4hrend  geringere Dosierungen (10-45 \u00b5g\/Tag) in dieser Studie hierauf keine  signifikante Wirkung hatten. Auch schienen alle in dieser Studie  verwendeten Dosierungen unbedenklich zu sein und nicht zu einer erh\u00f6hten  Bildung von Thrombin (einem der Blutgerinnungsfaktoren) zu f\u00fchren.  Fr\u00fchere gro\u00dfe epidemiologische Studien mit einer Laufzeit von mehreren  Jahren lie\u00dfen bereits einen g\u00fcnstigen Effekt kleinerer Einnahmemengen  (gemittelt 45 \u00b5g\/Tag) von Vitamin K2 aus der Nahrung erkennen.<sup>(13,38)<\/sup>  In den westlichen L\u00e4ndern betr\u00e4gt die Gesamteinnahme von Vitamin K aus  der Nahrung etwa 100-150&nbsp;\u00b5g\/Tag und schon eine zus\u00e4tzliche  Supplementierung mit einer relativ kleinen Dosis MK-7 wirkt sich  erheblich auf den Carboxylierungsgrad Vitamin-K-abh\u00e4ngiger Enzyme im  Blut aus. Vitamin K2 (MK-7) ist bedeutend effektiver als Vitamin K1,  wenn es um die Erh\u00f6hung des Plasmaspiegels von Vitamin K und die  Carboxylierung von Osteokalzin und MGP geht.<sup>(1)<\/sup> Eine gerade  abgeschlossene (zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht publizierte)  placebokontrollierte Interventionsstudie mit einer Laufzeit von 3 Jahren  untersuchte die Wirkung einer Supplementierung mit 180&nbsp;\u00b5g\/Tag MK-7 bei  244 gesunden postmenopausalen Frauen. Die Supplementierung mit MK-7  f\u00fchrte zu einem signifikanten Schutz der anf\u00e4lligsten Knochenstrukturen,  n\u00e4mlich der Wirbel und der H\u00fcftknochen. Dar\u00fcber hinaus verhinderte die  Supplementierung mit MK-7 eine Zunahme der altersbedingten  Arterienversteifung, die \u00fcber die Pulswellengeschwindigkeit gemessen  wurde (Ma\u00df f\u00fcr die Elastizit\u00e4t der Arterien). In der Placebogruppe wurde  nach 3 Jahren dagegen eine Abnahme der Elastizit\u00e4t festgestellt. Ein  wichtiges Ergebnis war auch, dass sich die Elastizit\u00e4t der Blutgef\u00e4\u00dfe in  der Interventionsgruppe signifikant verbesserte. Eine klinisch  relevante Verbesserung wurde in dieser Studie allerdings erst nach 2-3  Jahren Supplementierung sichtbar, was erkl\u00e4rt, weshalb fr\u00fchere Studien  mit k\u00fcrzerer Laufzeit weniger Wirkungen von Vitamin K auf die Gesundheit  von Knochen und Blutkreislauf erkennen lie\u00dfen.<sup>(39)<\/sup> Diese  k\u00fcrzlichen Studien geben zugleich auch mehr Einblick in die optimale  Dosierung von Vitamin K2. M\u00f6glicherweise liegt diese bei etwa 180  \u00b5g\/Tag, wobei (bei gesunden Erwachsenen) eine maximale MGP- Aktivierung  erreicht wird.<sup>(1)<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin K und Kinder<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Erreichen einer optimalen <em>Peak Bone Mass<\/em> ist unabdingbar  f\u00fcr die Erhaltung gesunder Knochen in h\u00f6herem Lebensalter und verringert  das Risiko osteoporotischer Frakturen. Da der Knochenaufbau im  Kindesalter erfolgt und bis etwa zum 35. Lebensjahr andauert, bis die <em>Peak Bone Mass<\/em>  erreicht ist, sollten Wachstum und Entwicklung der Knochen in diesen  Altersgruppen m\u00f6glichst unterst\u00fctzt werden. Vitamin K2 kann dabei  m\u00f6glicherweise eine Rolle spielen.<sup>(30)<\/sup> Aus einer d\u00e4nischen  Studie ergab sich bei 11-12 Jahre alten M\u00e4dchen ein positiver  Zusammenhang zwischen dem Vitamin-K-Status und der Knochenmineraldichte.<sup>(31)<\/sup>  Diese Befunde wurden durch eine sp\u00e4tere niederl\u00e4ndische Studie  best\u00e4tigt, in der \u2013 gemessen \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren \u2013 ein  Zusammenhang zwischen einem besseren Vitamin-K-Status und einer gr\u00f6\u00dferen  Zunahme der Knochenmasse bei Kindern im Pubert\u00e4tsalter gefunden wurde.<sup>(32)<\/sup>  Und aufgrund der Tatsache, dass die Vitamin-K(1)-Einnahme von Kindern  mit der Nahrung (gemessen in einem westlichen Land) in den letzten 50  Jahren signifikant abgenommen hat, d\u00fcrfte hiermit die Bedeutung von  Studien \u00fcber m\u00f6gliche g\u00fcnstige Wirkungen einer  Vitamin-K-Supplementierung bei Kindern weiter bekr\u00e4ftigt werden.<sup>(33)<\/sup>  Ein anderer in diesem Zusammenhang wichtiger Sachverhalt ist, dass die  k\u00f6rpereigene Bildung von Osteokalzin bei Kindern im Wachstum mindestens  10 Mal gr\u00f6\u00dfer ist als bei Erwachsenen, weshalb Kinder einen h\u00f6heren  Vitamin-K-Bedarf haben.<sup>(34)<\/sup> Denn Vitamin K ist erforderlich,  um dieses Osteokalzin zu aktivieren. Inzwischen wurde an der Universit\u00e4t  Utrecht eine acht Wochen dauernde Studie an einer Gruppe von 6-10 Jahre  alten Kindern durchgef\u00fchrt. Eine MK-7-Dosis von 45 \u00b5g\/Tag f\u00fchrte bei  dieser Gruppe zu einer signifikanten Verbesserung des Vitamin-K-Status  und einer signifikanten Abnahme der Menge an uncarboxyliertem  Osteokalzin im Serum.<sup>(35)<\/sup> Selbstverst\u00e4ndlich sind l\u00e4ngere  Studien erforderlich, um die Wirkungen der Vitamin-K2-Supplementierung  bei Kindern langfristig feststellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin-K-Mangel bei chronischer Nierenerkrankung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Personen mit einer chronischen Nierenerkrankung, die eine H\u00e4modialyse  erhalten, haben einen (funktionellen) Vitamin-K-Mangel. Der  Vitamin-K-Mangel geht mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Knochenfrakturen und  eine umf\u00e4ngliche Verkalkung der Blutgef\u00e4\u00dfe (Kalziumablagerung in  atherosklerotischen Plaques und in der Gef\u00e4\u00dfwand selbst) mit einer  starken Erh\u00f6hung der kardiovaskul\u00e4ren Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t einher.<sup>(36,37)<\/sup>  Die Plasmaspiegel an (dephosphoryliertem) uncarboxyliertem MGP und  uncarboxyliertem Osteokalzin waren bei 53 H\u00e4modialysepatienten 4, 5 bzw.  8 Mal h\u00f6her als bei gesunden Kontrollpersonen. Eine Supplementierung  mit Vitamin K2 (135 oder 360 \u00b5g MK-7 pro Tag \u00fcber 6 Wochen) resultierte  in einer dosisabh\u00e4ngigen Absenkung der Spiegel an inaktivem MGP und  Osteokalzin.<sup>(36)<\/sup> MK-7 hat gegen\u00fcber dem vielfach verwendeten  MK-4 den Vorteil einer viel l\u00e4ngeren Halbwertszeit (72 Std. gegen\u00fcber 1  Std.). Aus den geplanten Interventionsstudien wird sich ergeben, ob eine  Vitamin-K2-Supplementierung bei H\u00e4modialyse\u00adpatienten zur einer  signifikanten Abnahme der Arterienverkalkung und zu einem geringeren  Knochenfrakturrisiko f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Literaturverweise<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Theuwissen E et al. Low-dose menaquinone-7 supplementation \nimproved extra-hepatic vitamin K status, but had no effect on thrombin \ngeneration in healthy subjects. Br J Nutr. 2012 Jan 31:1-6.<\/li><li>McCann\n JC, Ames BN. Vitamin K, an example of triage theory: is micronutrient \ninadequacy linked to diseases of aging? Am J Clin Nutr. 2009;90:889-907.<\/li><li>Kim\n SM et al. Correlation of undercarboxylated osteocalcin (ucOC) \nconcentration and bone density with age in healthy Korean women. J \nKorean Med Sci. 2010;25(8):1171-5.<\/li><li>Nakano T et al. High prevalence of hypovitaminosis D and K in patients with hip fracture. 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