{"id":4283,"date":"2020-02-24T11:56:18","date_gmt":"2020-02-24T10:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4283"},"modified":"2020-04-03T11:38:36","modified_gmt":"2020-04-03T09:38:36","slug":"die-heilkraft-von-vitamin-d-neue-studienergebnisse","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/aus-der-forschung\/vitamine\/die-heilkraft-von-vitamin-d-neue-studienergebnisse\/","title":{"rendered":"Die Heilkraft von Vitamin D &#8211; Neue Studienergebnisse"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Regina Garloff<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00fcrzlich fand das Buch von Dr. Nicolai Worm: \u201eHeilkraft D &#8211; Wie das \nSonnenvitamin vor Herzinfarkt, Krebs und anderen \nZivilisationskrankheiten sch\u00fctzt\u201c, erschienen 2009 im Verlag systemed, \nmeine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich war fasziniert und konnte es ob der\n vielen neuen Erkenntnisse kaum aus der Hand legen. So entschloss ich \nmich, Ihnen dieses Wissen zumindest im \u00dcberblick zug\u00e4nglich zu machen. \nIch werde Ihnen die wichtigsten neuen Forschungsergebnisse kurz \nvorstellen, um Sie neugierig auf das meisterhaft geschriebene Buch von \nWorm in gut verst\u00e4ndlicher Form zu machen. Man sollte es lesen, um sich \nein Bild von der vielseitigen Bedeutung des Vitamin D f\u00fcr die \nmenschliche Gesundheit zu machen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin D geh\u00f6rt zu den Schl\u00fcsselsubstanzen f\u00fcr die Gesundheit des  Menschen, daran lassen die intensiven Forschungen der letzten Jahre  keinen Zweifel. Dr. Nicolai Worm, der bekannte  Ern\u00e4hrungswissenschaftler, hat sich intensiv damit auseinander gesetzt  und kommt zum Res\u00fcmee:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pflanzen ohne Licht gehen ein &#8211; Menschen auch!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinem Vorwort schreibt er: \u201e<em>Glaubte man bislang, dass die \nBedeutung von Vitamin D nur in der Vorbeugung und Behandlung von \nKnochenerkrankungen und Tuberkulose l\u00e4ge, so wei\u00df man inzwischen, dass \nes viel mehr kann als das. In den letzten Jahren hat sich Revolution\u00e4res\n getan. Als Professor Michael Holick aus Boston vor 20 Jahren entdeckte,\n dass Vitamin D nicht nur in Knochen wirkt und den Tuberkelbazillus \numbringt, sondern auch \u00fcberall im K\u00f6rper in Muskel- und Nervengewebe, in\n den Blutgef\u00e4\u00dfw\u00e4nden und in den Immunzellen spezielle Wirkungsstellen \nf\u00fcr Vitamin D existieren, wurde man h\u00f6chst aufmerksam. Seitdem kommt man\n Schritt f\u00fcr Schritt weiter. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>In den letzten drei Jahren sind die wissenschaftlichen \nErkenntnisse f\u00f6rmlich explodiert. Es sind Hunderte neuer Arbeiten \nerschienen&#8230; Beim Thema Vitamin D geht es um praktisch alle \nZivilisationskrankheiten. Von der unzureichenden Versorgung ist nahezu \njeder betroffen. Das Bewusstsein daf\u00fcr ist in der Bev\u00f6lkerung bislang so\n gut wie nicht vorhanden. Da die Gesundheitspolitiker und \nMeinungsbildner in Sachen Ern\u00e4hrungswissenschaft diese Mangelversorgung \nepidemischen Ausma\u00dfes in der Bev\u00f6lkerung bislang offenbar verschlafen, \nm\u00f6chte ich die neuen Erkenntnisse mit diesem Buch einem breiten Publikum\n vermitteln und Wege zur pers\u00f6nlichen Pr\u00e4vention oder Behandlung \naufzeigen.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kapitel \u201eVerkanntes Risiko\u201c geht es um die Bedeutung von Vitamin \nD. Dr. Worm provoziert mit der These, dass die H\u00f6he des \nVitamin-D-Spiegels im Blut mehr \u00fcber ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr \nHerz-Kreislauf-Krankheiten aussagt als der Gesamtcholesterin-Spiegel. Ja\n er geht noch weiter, dass wenn wir das Lebenselixier Sonne meiden und \nfolglich einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben, wir ein erheblich \nh\u00f6heres Risiko eingehen, fr\u00fchzeitig zu sterben. Eine schlechte \nVitamin-D-Versorgung sei nicht nur ein Risikofaktor f\u00fcr Rachitis, \nsondern auch f\u00fcr die meisten Krebsarten, f\u00fcr Diabetes, Rheuma, \nOsteoporose, Knochen- und Muskelschw\u00e4che, f\u00fcr Grippe, Tuberkulose, \nMultiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer, Autismus, Depressionen oder \nSchizophrenie.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so gibt Worm dem Sonnenlicht seinen Stellenwert als vierte S\u00e4ule \nder Gesundheit zur\u00fcck &#8211; neben gesunder Ern\u00e4hrung, regelm\u00e4\u00dfiger Bewegung \nund ausreichend Schlaf.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Studium seines Buches ist mir klar: Je weniger Sonnenlicht \nder Mensch bekommt, desto mehr entfernt er sich von guter Gesundheit und\n Wohlbefinden &#8211; und umgekehrt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nun zu den Aussagen dieses Buches im Einzelnen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie sieht eine gute Vitamin-D-Versorgung aus?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um\n den Bedarf an diesem Vitamin zu ermitteln, ist zun\u00e4chst eine \nBlutuntersuchung zur Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels vonn\u00f6ten. Dazu \nmisst man in speziellen Labors die Speicherform des Vitamin D, das \n25-Hydroxy-Vitamin- D, abgek\u00fcrzt 25-OH-D oder einfach&nbsp; 25-D. Diese \nSpeicherform bleibt etwa 3 Wochen im K\u00f6rper stabil und gibt so am \nzuverl\u00e4ssigsten ein Bild der Vitamin-D-Versorgung w\u00e4hrend der letzten \nMonate wieder. Die Messung des eigentlichen Vitamin D (Cholecalciferol \noder Calciol) w\u00fcrde nur die Versorgung der letzten Stunden anzeigen. Der\n Wert sollte morgens n\u00fcchtern ermittelt werden. Das Labor misst in der \nBlutprobe die Konzentration des 25 OHD-Spiegels, der Einfachheit halber \n25D (-Spiegel) genannt. Das Ergebnis wird in Nanogramm pro Milliliter \n(ng\/ml) beziehungsweise in Mikrogramm pro Liter (mcg\/l) oder in Nanomol \npro Liter (nmol\/l) angegeben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel: Man bekommt das Ergebnis 28 ng\/ml, das bedeutet, die \nKonzentration von 25D im Blut betr\u00e4gt 28 Nanogramm pro Milliliter. \nAlternativ sagt 28 mcg\/l &#8211; 28 Mikrogramm pro Liter &#8211; dasselbe. Bei \nAngaben in Mol oder Minimol muss man mit dem Faktor 2,5 umrechnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1&nbsp;nmol\/l 25 D : 2,5 = 1 ng\/ml 25 D&nbsp; oder<\/li><li>1 nmol\/l 25 D : 2,5 = 1 mcg\/l 25 D<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man seinen Befund von Mol in Gramm umrechnen will, muss man durch 2,5 teilen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>70 nmol\/l 25 D : 2,5 = 28 ng\/ml 25 D&nbsp; <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Normbereich geben die Labors folgende Werte an:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Normaler Vitamin-D-Spiegel: &nbsp;&nbsp; &nbsp;20 &#8211; 60 ng\/ml&nbsp; 25 D<\/li><li>Leichter Mangel:&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 10 &#8211; 20 ng\/ml&nbsp; 25 D<\/li><li>Schwerer Mangel:&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; unter 10 ng\/ml 25 D<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele\n f\u00fchrende Forscher weisen jedoch inzwischen darauf hin, dass bei Werten \nunter 30 ng\/ml manche Funktionen im Organismus nicht mehr optimal \nablaufen. Ich \u00fcbernehme aus Worms Buch auf Seite 12 :\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&nbsp;\u201eNach moderner Sichtweise gilt folgende Einteilung:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Werte unter 11 ng\/ml bedeuten eine ernste Rachitisgefahr f\u00fcr S\u00e4uglinge und Kleinkinder<\/em><\/li><li><em>Werte unter 20 ng\/ml bedeuten einen langfristig relevanten Vitamin-D-Mangel<\/em><\/li><li><em>Werte zwischen 30 &#8211; 60 ng\/ml bedeuten eine sicher ausreichende Versorgung<\/em><\/li><li><em>Werte von 61 &#8211; 90 ng\/ml bedeuten eine hohe bis sehr hohe Versorgung<\/em><\/li><li><em>Werte \u00fcber 90 ng\/ml bedeuten eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Vitamin-D-Versorgung<\/em><\/li><li><em>Werte \u00fcber 150 ng\/ml bedeuten eine Vitamin-D-Intoxikation (Vergiftung)\u201c<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese\n Blutanalyse ist keine Kassenleistung und kostet zwischen 25 und 35 \nEuro. Viele \u00c4rzte betreten damit Neuland, und es ist wichtig darauf zu \nachten, dass die Speicherform 25 D bestimmt wird und nicht die aktive \nForm 1,25 D. Au\u00dferdem muss das Blutentnahmer\u00f6hrchen sofort nach der \nBlutentnahme lichtdicht (in Alufolie) eingewickelt werden und bis zur \nMessung im Labor in der Verpackung bleiben, weil sich Vitamin D unter \nLichteinwirkung zersetzt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Worm geht nach seiner Erfahrung davon aus, dass die meisten \u00c4rzte\n die gro\u00dfe pr\u00e4ventive und therapeutische Bedeutung nicht einsch\u00e4tzen \nk\u00f6nnen und man wahrscheinlich gro\u00dfe \u00dcberredungskunst anwenden muss, um \nden Therapeuten von der Wichtigkeit des Themas zu \u00fcberzeugen (Tipp von \nWorm: Dem Arzt das Buch leihen oder schenken). Schlie\u00dflich muss ja auf \ndie Feststellung des Vitamin-D-Status auch eine ad\u00e4quate Therapie \nerfolgen.<br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist mit den Zufuhrempfehlungen?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) h\u00e4lt t\u00e4glich 200 &#8211; 400 \nIE (Internationale Einheiten) f\u00fcr ausreichend, um Knochenerweichung \n(Rachitis und Osteomalazie) zu vermeiden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umrechnung: 1 mcg = 40 IE&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1 IE = 0,025 mcg\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reicht diese Zufuhr jedoch f\u00fcr all die anderen neu entdeckten  Funktionen auch aus? Wie hoch ist heutzutage die durchschnittliche  Zufuhr? Wie hoch muss man bei Mangel dosieren?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was bewirkt Vitamin D?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin D wurde bislang total untersch\u00e4tzt, inzwischen jedoch \nerkennen immer mehr f\u00fchrende Wissenschaftler, dass ohne Vitamin D nichts\n funktioniert und das Leben erst bei einer reichlichen \nVitamin-D-Versorgung rund l\u00e4uft.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich ist D kein Vitamin, denn der K\u00f6rper kann es im Gegensatz \nzu&nbsp; den anderen Vitaminen durchaus selber herstellen &#8211; in der Haut aus \nCholesterin und Sonnenenergie; so werden mehr als 90 Prozent unseres \nVitamin-D-Bestandes vom K\u00f6rper selbst produziert, wenn er gen\u00fcgend \nSonnenlicht bekommt. Ein kleinerer Teil wird \u00fcber die Nahrung \naufgenommen, in Mitteleuropa sind es etwa 10 Prozent der \nGesamtversorgung. Menschen im hohen Norden mit wenig Sonne m\u00fcssen \ndagegen ihren Vitamin-D-Bedarf \u00fcber tierische Nahrung decken, weil auch \nalle Wirbeltiere Vitamin D bilden und verbrauchen, um gesund zu bleiben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leber und Nieren, in denen Vitamin D umgebaut und aktiviert wird, \nenthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D, ebenso tierisches Fett als \nSpeicherplatz f\u00fcr Vitamin D Eier und Milch als Wachstumsnahrung \nbeinhalten nat\u00fcrlich ebenfalls Vitamin D.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tierisches Vitamin D wird Vitamin D3 genannt. Gro\u00dftechnisch wird es \nso erzeugt: Man bestrahlt das Wollfett Lanolin mit UVB Licht und \nextrahiert daraus das gewonnene D3.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Pflanzen bilden Vitamin D, indem sie die cholesterin\u00e4hnliche  Substanz Ergosterol mit Hilfe des Sonnenlichtes in das pflanzliche  Vitamin D2 umwandeln. Wir k\u00f6nnen es ebenfalls verwerten, der Gehalt in  Pflanzen ist jedoch sehr gering. Die gro\u00dfe Ausnahme bilden Pilze: 100  Gramm frische Shiitake Pilze&nbsp; liefern beispielsweise um die 100 IE  Vitamin D2. Pilze werden ebenfalls benutzt, um Nahrungserg\u00e4nzungen mit  Vitamin D2 zu produzieren: Sie werden bestrahlt, anschlie\u00dfend wird D2  herausgel\u00f6st und in Pr\u00e4parate eingearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was geschieht im K\u00f6rper mit Vitamin D?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin D aus der Eigenproduktion der Haut wird zur Leber \ntransportiert. Vitamin D3 und D2 aus Nahrung oder Nahrungserg\u00e4nzung wird\n \u00fcber D\u00fcnndarmschleimhaut und Lymphsystem in den Blutkreislauf abgegeben\n und gelangt von dort in die Leber. Dieses wichtigste Stoffwechselorgan \nwandelt alles Vitamin D in eine Transport- oder Speicherform um, das 25 \nD. Ein Teil verbleibt als Vorrat in der Leber, das meiste wandert jedoch\n als Reserve ins Fettgewebe. Beleibte Menschen haben mehr Vitamin D im \nFettgewebe gespeichert und daher weniger im Kreislaufsystem. Das 25 D \nwird von der Leber \u00fcber das Blut auch in die Niere geschickt, die es in \ndie biologisch aktive Form 1,25 D verwandelt. Dieses geh\u00f6rt wie Cortison\n zu den Steroidhormonen. Somit ist Vitamin D ein Hormonvorl\u00e4ufer und &#8211; \naktiviert &#8211; ein echtes Hormon!\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hormone sind chemische Botenstoffe, die in Hormondr\u00fcsen gebildet, ins\n Blut abgegeben und an ihren Wirkungsort transportiert werden. Dort \nhaben manche K\u00f6rperzellen Andockstellen (Rezeptoren) f\u00fcr Hormone. So \nwerden sie in die Zellen eingeschleust und aktivieren meist bestimmte \nErbinformationen auf der DNS, wodurch dort Stoffe produziert werden, die\n das Verhalten der Zelle steuern und ver\u00e4ndern. Auf diese Weise greifen \nHormone ins K\u00f6rpergeschehen ein, indem sie beispielsweise das Wachstum \nf\u00f6rdern oder hemmen, den Blutdruck erh\u00f6hen oder senken, uns nerv\u00f6s oder \nruhig werden lassen usw.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck zum Vitamin D: 1,25 D steht f\u00fcr das aktivierte Hormon, das die\n gesundheitliche Wirkung verursacht. 25 D steht f\u00fcr die inaktive \nSpeicher- und Transportform. Und von Vitamin D sprechen wir, wenn wir es\n mit der Nahrung oder mit Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln aufnehmen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir betrachten das aktivierte 1,25 D in der Niere. Von hier wird es \nwieder ins Blut geschickt und wandert in D\u00fcnndarm, Knochen, \nNebenschilddr\u00fcse und andere Stellen. Es dockt dort an seine spezifischen\n Rezeptoren an, um in die Zellen geschleust zu werden und die Funktion \ndes Gewebes zu steuern. Am besten erforscht und damit am bekanntesten \nist die Wirkung auf die Knochen. 1,25 D reguliert den so wichtigen \nCalciumhaushalt, indem es im D\u00fcnndarm Aufnahme und Transport von Calcium\n durch die Schleih\u00e4ute in den Blutkreislauf anregt. In den Knochen \nreguliert es Einlagerung und bei Notwendigkeit auch Aussch\u00fcttung von \nCalcium. In den Nieren wiederum regt es dessen R\u00fcckresorption an.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren hat man 36 weitere Gewebe mit Rezeptoren f\u00fcr \n1,25 D identifiziert. Das aktive Vitamin D sorgt auch dort f\u00fcr \neinwandfreie Funktion: in Knochen, Nieren, D\u00fcnndarm, Nebenschilddr\u00fcse, \nin Muskeln, Knorpeln, Bauchspeicheldr\u00fcse, Prostata, Haut, Brustdr\u00fcsen, \nEierst\u00f6cken und Plazenta, in den Zellen von Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nden, Leber, \nDickdarm, Immunsystem, Nerven, um hier die wichtigsten zu nennen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nieren regeln die Blutkonzentration von 1,25 D. F\u00e4llt der \nSpiegel, so wird weniger ausgeschieden und mehr aktiviert. Ist der \nSpiegel zu hoch, wird die Ausscheidung erh\u00f6ht und die Aktivierung \nreduziert. Die neueste Entdeckung ist, dass viele Gewebe selbst 1,25 D \naus der Speicherform 25 D umwandeln k\u00f6nnen. Als einziges Gewebe kann \nunsere Haut alles: Aus Cholesterin und Sonnenenergie Vitamin D aufbauen,\n es in die Speicherform verwandeln und bei Bedarf wieder aktivieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischenzeitlich hat man \u00fcber 1000 Gene in 37 verschiedenen Geweben \nund Organen entdeckt, die durch 1,25 D aktiviert werden. Das bedeutet, \ndass kaum ein Bereich unseres K\u00f6rpers ohne Vitamin D optimal \nfunktionieren kann. Zu den ganz wichtigen Bereichen geh\u00f6ren korrekte \nZellbildung und die Steuerung der Apoptose, dem vom K\u00f6rper gesteuerten \nZelltod f\u00fcr entartete Zellen, sowie die st\u00e4ndige Anpassung des \nImmunsystems und die Kontrolle anderer Hormonsysteme, wie etwa \nInsulinproduktion und Insulinwirkung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bestm\u00f6gliche Funktion ist gegeben, wenn der K\u00f6rper gut mit Vitamin D \nversorgt ist und gen\u00fcgend gespeichert hat. Sind die Speicher gut gef\u00fcllt\n &#8211; in unseren Breiten meist im Sp\u00e4tsommer &#8211; reichen sie f\u00fcr 2 bis 4 \nMonate. Wer die Sonne eher meidet, hat bereits im Oktober\/November nicht\n mehr viel zur Verf\u00fcgung. Bereits unterhalb eines 25 D-Spiegels von 30 \nng\/ml beginnen erste Gesundheitsrisiken, die unterhalb von 20 ng\/ml \nschon deutlich werden und unter 10 ng\/ml zwingend sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm sagt dazu: <em>\u201eUnsere \u00fcbliche Unterversorgung mit Vitamin D ist  ein gewaltiger Risikofaktor f\u00fcr praktisch alle unsere  Zivilisationskrankheiten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df an Sonne nutzt der Gesundheit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nikolai Worm macht dazu eine zentrale Aussage: <em>\u201ePflanzen gehen \nohne Licht ein, Menschen auch! Ohne Sonne kein Vitamin D, ohne Vitamin D\n liegen Tausende genetische Anlagen brach. Der Zentralschalter f\u00e4llt \neinfach aus. Die vierte S\u00e4ule der Gesundheit bricht weg.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Professor Michael Holick ist derzeit der bekannteste und weltweit \neinflussreichste Forscher&nbsp; zum Thema Sonne, UV-Licht, Vitamin D und \nGesundheit. Er wagte es, eines der gr\u00f6\u00dften Dogmen (Glaubenss\u00e4tze) in der\n Dermatologie zu kippen. Er vertrat n\u00e4mlich die Position, dass \nregelm\u00e4\u00dfige, aber vern\u00fcnftige Sonnenbestrahlung, der Gesundheit mehr \nn\u00fctze als schade. Er ver\u00f6ffentlichte im Jahr 2004 sein Buch \u201eThe UV \nAdventage\u201c (auf Deutsch unter dem Titel \u201eSch\u00fctzendes Sonnenlicht\u201c 2005 \nbeim Haug Verlag Stuttgart erschienen). Nach Erscheinen seines Buches \nwurde Holick, der vorher als Wissenschaftler in der Abteilung f\u00fcr \nDermatologie an der Boston Universit\u00e4t t\u00e4tig war, von seiner Chefin \nProfessor Barbara Gilchrest&nbsp; entlassen. Das konnte seine Karriere nicht \nbremsen, er lehrt und forscht nach wie vor an der Boston Universit\u00e4t, \nnun im Forschungslabor der medizinischen Abteilung f\u00fcr Endokrinologie, \nErn\u00e4hrung und Diabetes, Vitamin D, Haut und Knochen. Er ver\u00f6ffentlicht \nin den angesehensten Fachzeitschriften der Welt und erf\u00e4hrt heute \nh\u00f6chste Anerkennung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Worm \u00fcbernimmt in seinem Buch die Erkenntnisse von Holick.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sonnenlicht und seine Wirkungen auf den Menschen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infrarotstrahlen\n sind die langwelligsten und werden in der medizinischen W\u00e4rmetherapie \ngenutzt. Ultraviolette Strahlen sind am kurzwelligsten und sind \nGrundlage der Vitamin-D-Produktion. Man teilt sie in drei Bereiche ein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>UVC-Strahlen\n sind mit einer Wellenl\u00e4nge von 100 bis 280 Nanometer die k\u00fcrzesten und \naggressivsten UV Strahlen. Sie werden in der Ozonschicht vollst\u00e4ndig \nresorbiert und dringen nicht bis zur Erdoberfl\u00e4che durch.<\/li><li>UVB-Strahlen\n sind mit 280 bis 320 Nanometer etwas langwelliger, ein Gro\u00dfteil davon \nwird von der Ozonschicht, weitere Anteile werden durch Luftverschmutzung\n geschluckt. Der Restanteil kann in die Oberhaut (Epidermis) eindringen \nund in den Pigmentzellen &#8211; Melanozyten &#8211; die Bildung von Melanin \n(Braunf\u00e4rbung der Haut) anregen. Die Br\u00e4unung sch\u00fctzt zusammen mit der \nlichtbedingten Verdickung der Oberhaut (Lichtschwiele)vor Schaden durch \nUV Licht.<\/li><li>UVA-Strahlen sind mit 320 bis 400 Nanometern am \nlangwelligsten. Sie dringen in tiefere Hautschichten bis zur Lederhaut \n(Dermis) ein. Nur bei intensiver Bestrahlung kommt es zum Sonnenbrand. \nDiese Strahlen k\u00f6nnen schnell und stark br\u00e4unen; das h\u00e4lt jedoch nicht \nlange und bietet wenig echten Lichtschutz. Daf\u00fcr sch\u00e4digen sie die \nKollagenstruktur der Haut, die ihre Spannkraft verliert und altert. \nDurch UVA-Strahlen ist das Hautkrebsrisiko wegen vermehrter Bildung \nfreier Radikale besonders hoch. Dennoch haben Experten errechnet, dass \nauf jeden sonnenbedingten Hautkrebs andererseits 30 Menschen vor dem \nKrebstod durch andere Krebsarten bewahrt werden, dadurch, dass sie \ngen\u00fcgend&nbsp; Vitamin D bilden<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nur UVB-Licht regt die Vitamin-D-Produktion in der Haut an<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird das Cholesterin in der Haut mit UV-Licht von 290 bis 315 nm und \neiner Intensit\u00e4t von mindestens 18 Millijoule pro Quadratzentimeter \nbestrahlt, entsteht das Provitamin D. Durch die W\u00e4rmeeinwirkung in der \nHaut wird es chemisch zu Vitamin D umgebaut. Von dort gelangt es ins \nBlut, wird zur Leber transportiert und in die Speicherform umgebaut.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Wirbeltiere, einschlie\u00dflich Mensch, decken den gr\u00f6\u00dften \nTeil ihres Vitamin-D-Bedarfs \u00fcber das Sonnenlicht. Ob die Bestrahlung \ndaf\u00fcr ausreicht, h\u00e4ngt von vielerlei Faktoren ab: Geographischer \nBreitengrad und Seeh\u00f6he des Lebensraumes sind vorgegebene Gr\u00f6\u00dfen, die \nsich nur kurzfristig durch Urlaub \u00e4ndern lassen. Bekleidung, Tageszeit \nf\u00fcr die Sonnenbestrahlung und Auftrag von Sonnencreme liegen im \nEntscheidungsbereich des Einzelnen, w\u00e4hrend man Alter und Hauttyp nicht \nbeeinflussen kann, ebenso wenig wie Wetter (Wolken), aktuelle \nLuftverschmutzung und den jahreszeitlich bedingten Einstrahlwinkel der \nSonne.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00f6he des Sonnenstandes ist der wichtigste Faktor f\u00fcr die \nVitamin-D-Bildung in der Haut. Im Juni und Juli steht die Sonne auf der \nNordhalbkugel fast senkrecht, der Weg der Sonnenstrahlen zum Erdboden \nist k\u00fcrzer, von den Schichten der Atmosph\u00e4re wird weniger UVB-Licht \nverschluckt. Aus diesem Grund sind auch Strahlung und Vitamin-D-Bildung \nin den Bergen viel intensiver als auf Meeresh\u00f6he. Steht die Sonne vor- \nund nachmittags tiefer, so wird mehr UVB abgefangen. Dieser Effekt \nverst\u00e4rkt sich in den Wintermonaten, die Vitamin-D-Bildung nimmt weiter \nab.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In n\u00f6rdlichen Gegenden kann der Mensch von Oktober bis April kaum \nnoch Vitamin D bilden, auch wenn die Sonne mittags die Haut w\u00e4rmt. \nHolick berechnete, dass dies bereits auf dem 42. Breitengrad (H\u00f6he \nBoston, Barcelona, Rom) von November bis Ende Februar der Fall ist. \nOberhalb des 52. Breitengrades &#8211; n\u00f6rdlich einer Linie Magdeburg &#8211; \nOsnabr\u00fcck &#8211; wird im gesamten Winterhalbjahr (Mitte Oktober &#8211; Mitte \nApril) kein Vitamin D gebildet. Nur unterhalb des 37. Breitengrades \n(Linie Los Angeles &#8211; Sizilien) ist eine ausreichende Vitamin-D-Bildung \nin der Sonne das ganze Jahr \u00fcber gew\u00e4hrleistet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dunkelh\u00e4utige Mitb\u00fcrger in Deutschland oder gar dunkelh\u00e4utige \nSenioren &#8211; im Alter l\u00e4sst die F\u00e4higkeit zur Vitamin-D-Bildung nach &#8211; \nbekommen hier w\u00e4hrend der meisten Zeit des Jahres nicht genug Strahlung \nzur Vitamin-D-Bildung. Der Grund daf\u00fcr: Diejenigen UVB-Strahlen, die bis\n zur Erdoberfl\u00e4che vordringen, k\u00f6nnen in die Oberhaut eindringen und in \nden Pigmentzellen die Bildung des Farbstoffs Melanin anregen. Es dauert \netwa 72 Stunden bis zu einer Br\u00e4unung, die dann jedoch auch l\u00e4nger \nanh\u00e4lt. Die Br\u00e4unung dient dem K\u00f6rper als Schutz vor zu viel \nSonnenstrahlung. Melanin absorbiert die UV Strahlen in der obersten \nHautschicht, so dass sie nicht in tiefere Hautschichten eindringen \nk\u00f6nnen. Gebr\u00e4unte Haut ist somit der beste Sonnenschutz und zudem der \nbeste Schutz gegen schwarzen Hautkrebs, der bei Menschen mit dunkler \nHautfarbe viel seltener auftritt als bei Wei\u00dfen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Professor Bruce Hollis von der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t\n von South Carolina hat berechnet, dass ein durchschnittlich \nhellh\u00e4utiger junger Erwachsener in Badehose, an einem sonnigen Sommertag\n mittags auf 42 Grad Breite in Meeresh\u00f6he bereits nach 10 &#8211; 12 Minuten \nseine MED erreicht. Eine MED entspricht der Bestrahlungsdosis, welche \ndie Haut innerhalb der n\u00e4chsten 8 Stunden zu r\u00f6ten beginnen l\u00e4sst. Ein \ngleichaltriger, braunh\u00e4utiger Inder br\u00e4uchte daf\u00fcr 30 Minuten, ein \ndunkelh\u00e4utiger Afroamerikaner 120 Minuten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wirkt sich auch auf die Vitamin-D-Bildung aus. Der hellh\u00e4utige \nErwachsene in Boston w\u00fcrde bereits mit 10 &#8211; 12 Minuten \nGanzk\u00f6rperbestrahlung 10 000 bis 20 000 IE Vitamin D erzeugen (250 &#8211; 500\n mcg), der Inder br\u00e4uchte daf\u00fcr 30, der Afroamerikaner 120 Minuten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft auch: Je brauner man bereits ist, desto weniger Vitamin D \nwird noch gebildet. Zur optimalen Vitamin-D-Versorgung sollte also ein \nWei\u00dfer im Norden nicht versuchen, besonders braun zu werden. \nAndererseits bekommen Menschen mit dunkler Hautfarbe in n\u00f6rdlichen \nBreiten Probleme mit der Vitamin-D-Bildung, denn ihre Hautfarbe ist f\u00fcr \nsonnenreichere Gegenden vorgesehen. Sie haben in unserer Gegend h\u00e4ufig \neinen besorgniserregenden Vitamin-D-Mangel.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der K\u00f6rper reguliert seine Vitamin-D-Bildung sehr effektiv, um nicht  giftige Werte zu erlangen. Er wandelt nur circa 65 Prozent des  Cholesterins in der Haut in Provitamin D um. Ein Teil davon wird bei  weiterer Sonnenbestrahlung in eine biologisch unbrauchbare Form  gebracht. Da das entstandene 25 D nicht sehr stabil ist, wird ein Teil  in unwirksame Verbindungen gespalten, wenn es nicht schnell in die  Speicher transportiert wird. Wir wissen bereits, dass durch  Sonnenbestrahlung Melanin gebildet wird als nat\u00fcrlicher Schutzschild  gegen die UVB-Wirkung in der Haut. Fazit: Gebr\u00e4unte Haut ist der beste  Schutz gegen sch\u00e4digende Wirkungen der Sonne.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Drama vom Sonnenentzug<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Albert Szent-Gy\u00f6rgyi, Entdecker des Vitamin C und Nobelpreistr\u00e4ger, \nsagte einmal: \u201eAlles Leben der Erde kommt vom Licht der Sonne.\u201c Schade, \ndass wir modernen Menschen uns jeden Tag freiwillig des Sonnenlichts \nberauben. Millionen von Jahren in der menschlichen Entwicklung waren \nErn\u00e4hrung und Bewegung im Freien (jagen und sammeln) untrennbar \nverbunden. Inzwischen leben wir weitgehend bewegungsfrei in \ngeschlossenen R\u00e4umen. Nur ist unsere Genetik nicht darauf eingerichtet, \nohne Sonnenlicht zu \u00fcberleben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm schreibt dazu: <em>\u201eDem Sonnenraub mit unserem Indoor-Dasein und  unserer korrekten Kleidung in unserem Outdoor-Leben k\u00f6nnen die wenigsten  entgehen. Die meisten Arbeitnehmer h\u00e4tten h\u00f6chstens in der Fr\u00fch oder am  Abend Zeit f\u00fcr k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t im Freien. Dann ist es f\u00fcr unser  Thema zu dunkel &#8230; Und wenn wir es am Wochenende tats\u00e4chlich einmal  schaffen, uns einem Sonnenbad hinzugeben, m\u00fcssen wir uns  gesundheitsbewusst gleich ganz dick eincremen. Schlie\u00dflich wird den  Menschen von undifferenzierten \u201eFachleuten\u201c st\u00e4ndig eingetrichtert, dass  Sonnenlicht ganz furchtbar sch\u00e4dlich ist, und dass wir uns nur durch  konsequente Nutzung von Sonnenschutz mit ganz hohem Lichtschutzfaktor  vor f\u00fcrchterlichen Konsequenzen retten k\u00f6nnen<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Rund 1 Milliarde Menschen leidet heute unter Vitamin-D-Mangel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch streiten sich Experten \u00fcber eine optimale Vitamin-D-Versorgung. \nAm h\u00e4ufigsten geben sie inzwischen einen Bereich zwischen 40 und 90 \nng\/ml als bestm\u00f6glichen Blutspiegel an.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blutkonzentrationen zwischen 20 und 30 ng\/ml gelten als unzureichend \nund Werte darunter als Mangel. Die Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin Birte \nHinzpeter f\u00fchrte von 2005 bis 2008 am Robert-Koch-Institut Berlin ihre \nDoktorarbeit zu diesem Thema durch. Sie zeigte darin erstmalig f\u00fcr \nDeutschland auf, wie hoch der Bev\u00f6lkerungsanteil mit unzureichendem \nVitamin-D-Spiegel liegt und welche Risikogruppen besonders betroffen \nsind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zitat: \u201e<em>Die Ergebnisse sprechen f\u00fcr sich: Im Jahresdurchschnitt \nhaben 57 Prozent der erwachsenen M\u00e4nner und 58 Prozent der Frauen einen \n25 D-Spiegel unter 20 ng\/ml. Gut jeder Zweite hat damit einen \neindeutigen Vitaminmangel. &#8230; Die Situation bei Kindern und \nJugendlichen in Deutschland ist noch schlimmer: Bei 62 Prozent der \nJungen und 64 Prozent der M\u00e4dchen liegen im Jahresdurchschnitt die 25&nbsp; \nD-Spiegel unter 20 ng\/ml. &#8230; Das ist folgenschwer, muss man doch in \ndiesem Alter eine bestm\u00f6gliche Knochengesundheit, also eine hohe \nKnochenmineraldichte erreichen, um sp\u00e4ter im Leben vor Osteoporose \nbesser gesch\u00fctzt zu sein. Das d\u00fcrfte mit diesen Werten schwerlich \nm\u00f6glich werden &#8211; ein Knochen-Desaster kommt auf uns zu.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Am verheerendsten ist die Situation bei Kindern und Jugendlichen \nmit Migrationshintergrund, insbesondere bei jenen mit t\u00fcrkischem, \narabischem, asiatischem oder afrikanischem: Im Jahresdurchschnitt weisen\n diese jungen Mitb\u00fcrger in Deutschland zu gut 75 Prozent unzureichende \nVitamin-D-Werte im Blut auf&#8230;\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm schreibt weiter: \u201e<em>Leider erweist sich die staatlich \nsubventionierte Fachgesellschaft DGE (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr \nErn\u00e4hrung) bei der Abwendung des Dramas nicht gerade hilfreich. Sie \nempfiehlt eine t\u00e4gliche Zufuhr von nur 200 IE Vitamin D f\u00fcr Kinder und \nErwachsene. Ab dem Alter von 65 Jahren soll wegen des Osteoporoserisikos\n die Zufuhr auf 400 IE pro Tag erh\u00f6ht werden. Soweit die Theorie der \nDGE&#8230;. In der Praxis sieht es noch schlimmer aus. Die repr\u00e4sentative \nNationale Verzehrsstudie mit 20 000 Teilnehmern weist f\u00fcr das Jahr 2008 \nf\u00fcr M\u00e4nner im Mittel eine Zufuhr von 116 IE pro Tag aus, und f\u00fcr Frauen \nvon 88 IE. Im Durchschnitt wird also nicht einmal die H\u00e4lfte der \nempfohlenen Vitamin-D-Menge mit der Nahrung aufgenommen&#8230; Und man muss \ndiese d\u00fcsteren Zahlen sogar noch kritischer sehen: Denn mit Bestimmtheit\n l\u00e4sst sich sagen, dass die Zufuhrempfehlungen der DGE nicht den \naktuellen Erkenntnisstand abbilden und f\u00fcr einen gesunden \nVitamin-D-Haushalt vorne und hinten nicht reichen.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammenfassendes Resultat: Die Vitamin-D-Versorgung des K\u00f6rpers ist  umso schlechter, je weiter entfernt man n\u00f6rdlich oder s\u00fcdlich vom  \u00c4quator lebt, je dunkler die Haut ist, je bedeckter man gekleidet ist,  je seltener man in die Sonne geht, je weniger man mit der Nahrung  aufnimmt und je \u00e4lter und dicker man ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schutz vor Rachitis<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Rachitis mit O-Beinen und anderen Knochenverformungen in den \nSt\u00e4dten der industriellen Revolution weit verbreitet war, bekamen \nNeugeborene zur Vorbeugung t\u00e4glich einen L\u00f6ffel Lebertran. Heute \nbekommen Babys das Vitamin D als \u00d6ltropfen oder Tabletten. Man gibt \nKindern ab der zweiten Lebenswoche t\u00e4glich 400 oder in manchen L\u00e4ndern \n500 IE Vitamin D. Wiederholte Untersuchungen beweisen, dass damit bei \nallen Kindern ein 25 D-Spiegel von 11 bis 20 ng\/ml erreicht wird, was \nzumindest Rachitis vermeidet. Auch gestillte Kinder bekommen diese \nDosis, weil durch die moderne Lebensweise auch die Muttermilch nicht \nmehr gen\u00fcgend Vitamin D enth\u00e4lt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00e4uglinge und Kleinkinder ben\u00f6tigen mindestens 400 IE t\u00e4glich, nach  neuen Erkenntnissen&nbsp; w\u00e4ren bis zu 1 000 IE je Tag n\u00f6tig, um optimale  Blutkonzentrationen zu erreichen. Eigentlich sollte eine sinnvolle  Pr\u00e4vention des Vitamin-D-Mangels bereits vor der Schwangerschaft  beginnen, denn die Versorgung im Mutterleib hat entscheidenden Einfluss  auf die sp\u00e4tere Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Robuste Knochen durch Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rachitis\n war w\u00e4hrend der ersten Industrialisierungswelle die \u201eStandardkrankheit\u201c\n bei Kindern. Ursache waren Arbeitspl\u00e4tze ohne Tageslicht und hohe \nLuftverschmutzung durch rauchende Fabrikschlote. Bei dieser \nEntwicklungsst\u00f6rung bleiben die Knochen weich wie Knorpel. Der \nVitamin-D-Mangel bringt den Calciumhaushalt ins Ungleichgewicht, dadurch\n werden Probleme im Knochenstoffwechsel ausgel\u00f6st. Sobald kleine Kinder \ndas Sitzen, Krabbeln und Gehen erlernen und die Schwerkraft auf die \nweichen Knochen wirkt, bilden sich Verformungen wie X- oder O-Beine aus.\n Uncharakteristische Symptome, die bereits vorher ins Auge fallen, sind \nUnruhe, Schreckhaftigkeit, vermehrtes Schwitzen mit juckenden \nHautausschl\u00e4gen&#8230;, sp\u00e4ter kommt es zu Muskelschmerzen und \n\u201eFroschbauch\u201c, Verstopfungsneigung und ersten Knochenerweichungen am \nKopf, zus\u00e4tzlich sind Kr\u00e4mpfe m\u00f6glich.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute sind dunkelh\u00e4utige Kinder in unseren Breiten am h\u00e4ufigsten  davon betroffen. In amerikanischen Untersuchungen fand man heraus, dass  80 Prozent der Neugeborenen am Ende des Winters sehr niedrige  Vitamin-D-Spiegel hatten. In Europa beobachtet man Rachitis vermehrt bei  S\u00e4uglingen und Kleinkindern, die makrobiotisch ern\u00e4hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bei Erwachsenen f\u00fchrt Vitamin-D-Mangel zu Osteomalazie<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anzeichen sind zun\u00e4chst unspezifisch wie anhaltende M\u00fcdigkeit, \nSchw\u00e4che und Muskelschmerzen. Verd\u00e4chtiger sind schon anhaltende, \ntiefsitzende Knochenschmerzen in Armen und Beinen, Brust, Becken oder \nWirbels\u00e4ule. Auch der Schlaf ist gest\u00f6rt. Geh\u00e4uft treten Knochenbr\u00fcche \nauf.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im h\u00f6heren Alter schlie\u00dflich kommt es zur krankhaften Entkalkung der \nKnochen, der Osteoporose, die inzwischen zur Volkskrankheit avanciert \nist. Steigendes Alter, mangelnde Bewegung, Licht- und N\u00e4hrstoffm\u00e4ngel \nsind die wesentlichen Risikofaktoren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Knochen sind sehr aktive Gewebe, die st\u00e4ndig auf- und abgebaut \nwerden, womit jedes Jahr 20 bis 40 Prozent des Skeletts erneuert werden.\n Im Wachstumsalter nimmt die Knochenmasse zu und erreicht mit etwa 20 \nJahren ihren H\u00f6chststand (Peak Bone Mass). F\u00fcr lebenslange \nKnochengesundheit sollte sie m\u00f6glichst hoch sein. Im Alter zwischen 20 \nund 30 Jahren entspricht bei optimalen Voraussetzungen der Aufbau etwa \ndem Abbau. Danach \u00fcberwiegt der Abbau, wobei der \u201enormale\u201c \nKnochenschwund circa 0,3 bis 0,5 Prozent der Knochenmasse pro Jahr \nbetr\u00e4gt. Mit 50 Jahren hat man bereits 10 Prozent weniger Knochenmasse, \nso dass das Skelett langsam br\u00fcchiger und damit auch bruchanf\u00e4lliger \nwird. Frauen verlieren nach den Wechseljahren j\u00e4hrlich 1 bis 2 Prozent \nihrer Knochenmasse.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D und dazu \ngen\u00fcgend Bewegung kann man bereits in der Jugend viel f\u00fcr die \nKnochengesundheit im Alter tun.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mangel an Vitamin D f\u00fchrt auch zu Calciummangel, weil erst \nVitamin D die Aufnahme von Calcium im D\u00fcnndarm durch die Schleimhaut in \nden Blutkreislauf erm\u00f6glicht, von wo es in die Knochen wandern kann. Bei\n unzureichender Vitamin-D-Versorgung wird viel zu wenig Calcium \naufgenommen. Bei sehr gutem Vitamin-D-Status erh\u00f6ht sich die \nCalciumaufnahme im Darm vielfach, so dass weniger Calcium in der Nahrung\n gebraucht wird. Mangelnde Vitamin-D-Versorgung ist ein ernsthafter \nRisikofaktor f\u00fcr Knochenerkrankungen und Knochenbr\u00fcche. Die Pr\u00e4vention \nsollte bereits im fr\u00fchen Kindesalter beginnen. Kinder geh\u00f6ren t\u00e4glich \nins Freie. Zur wissenschaftlich best\u00e4tigten Vorbeugung und Therapie von \nOsteomalazie und Osteoporose ist ausreichende Bewegung im Sonnenlicht \nund ausreichende N\u00e4hrstoffversorgung angesagt\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu Nicolai Worm im Wortlaut<em>: \u201eDass Vitamin D hier auch ganz \nspezifisch vorbeugend wirkt, wurde in kontrollierten Medikamentenstudien\n vielfach getestet und best\u00e4tigt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten \nStudien (Metaanalyse) aus dem Jahr 2005 ergab folgendes Bild:<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eine Vitamin-D-Dosierung von 700 bis 800 IE pro Tag senkt bei \n\u00e4lteren Menschen das Risiko einer H\u00fcftfraktur um 26 Prozent oder um 23 \nProzent f\u00fcr alle Knochenbr\u00fcche an unseren Extremit\u00e4ten. Hingegen ist \neine Dosis von 400 IE nicht ausreichend f\u00fcr einen solchen Schutzeffekt. \nDer pr\u00e4ventive Effekt tritt erst ab einem 25 D-Spiegel von 30 ng\/ml ein.\n Und ein solcher Blutspiegel kann tats\u00e4chlich erst mit einer Dauerdosis \nvon 700 bis 800 IE Vitamin D erreicht werden &#8211; das wurde in \nplacebokontrollierten Behandlungsstudien festgestellt. Mit einer \nDosierung von 400 IE pro Tag erzielte man nur einen Anstieg auf etwa 24 \nng\/ml. Dieser Blutspiegel reicht nicht aus, um die Knochenbruchrate zu \nmindern. &#8230;\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Epidemiologische Studien wiesen nach, dass die Knochendichte an der  H\u00fcfte bei j\u00fcngeren und \u00e4lteren Menschen sowie die Beinfunktion bei  \u00e4lteren Personen&nbsp; mit h\u00f6heren 25 D-Spiegeln stetig zunehmen. Die  international ausgewiesenen Vitamin-D-Fachleute sind sich dar\u00fcber einig,  dass ein Mindestwert von 30 ng\/ml&nbsp; 25 D im Blut zur Pr\u00e4vention von  Knochenbr\u00fcchen&nbsp; erreicht werden sollte, daf\u00fcr ist eine dauerhafte  Dosierung von mehr als 800 IE t\u00e4glich notwendig. Noch ist umstritten, ob  gleichzeitig 1000 bis 1200 mg Calcium t\u00e4glich gegeben werden sollten,  weil es neuerdings ernsthafte Hinweise gibt, dass eine sehr hohe  Supplementation mit Calciumpr\u00e4paraten m\u00f6glicherweise Herz und Kreislauf  belastet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kr\u00e4ftige Muskeln durch Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Muskelaktivit\u00e4t keine Knochengesundheit &#8211; und ohne \nKnochengesundheit keine Muskelaktivit\u00e4t. Bei kranken Knochen werden \nMuskeln schell abgebaut (Knochenbr\u00fcche, Arthrose). Bereits ab dem 50. \nLebensjahr sinken Muskelmasse und Muskelst\u00e4rke um etwa 1 Prozent \nj\u00e4hrlich. Den mit dem Alter zunehmenden Muskelabbau, die damit \nzusammenh\u00e4ngenden Einschr\u00e4nkungen des Nervenleitsystems und die so \nausgel\u00f6sten funktionellen Einschr\u00e4nkungen nennt man Sarkopenie (von \ngriech. sarx = Fleisch und penia = Mangel). Daran leiden 25 Prozent der \n\u00fcber 65j\u00e4hrigen. H\u00e4ufigste Folgen sind Sturzneigung mit Verletzungen und\n Knochenbr\u00fcchen. Es gibt auch eine krankhafte fr\u00fchzeitige Muskelschw\u00e4che\n bei J\u00fcngeren, die sogenannte Myopathie. Sie kann unter anderem durch \nein Ungleichgewicht im Hormonsystem ausgel\u00f6st werden. Hier kommt Vitamin\n D ins Spiel, denn man hat auf allen Muskelzellen reichlich \nVitamin-D-Rezeptoren entdeckt. Daraus folgt, dass Vitamin D \nVoraussetzung f\u00fcr normale Muskelfunktion ist. Diese Einsch\u00e4tzung wird \nbest\u00e4tigt durch Messungen des Parathormons, das mit Absinken des \nVitamin-D-Status reaktiv ansteigt: Je h\u00f6her der Parathormonspiegel, \ndesto st\u00e4rker ist der Verlust an Muskelkraft.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zahlreiche Forscher fanden in den letzten Jahren heraus, dass \nMuskelschw\u00e4che und Muskelschmerzen, Standunsicherheit, St\u00fcrze und \nKnochenbr\u00fcche umso h\u00e4ufiger auftreten, je schlechter der \nVitamin-D-Blutspiegel ist. Umgekehrt haben Senioren mit guter \nVitamin-D-Versorgung seltener Muskelschw\u00e4che und St\u00fcrze.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt inzwischen viele plazebokontrollierte Studien, die den \nZusammenhang zwischen Muskelschw\u00e4che und Vitamin-D-Status thematisieren.\n 2004 erschien die erste Metaanalyse aller bis dahin durchgef\u00fchrten \nwichtigen Studien.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis gibt Worm so wieder: <em>\u201eAllein durch Vitamin-D-gaben \nreduzierte sich das Sturzrisiko im Mittel um 22 Prozent. Und erneut \nwurde deutlich, dass die Dosierung entscheidend ist: Mit nur 400 IE \nVitamin D pro Tag erreichte man keinen Effekt &#8211; erst mit wenigstens 800 \nIE Vitamin D pro Tag kam die erhoffte Wirkung zustande. Und wenn man \nauch noch 1200 mg Calcium dazulegte, ergab sich sogar eine Verminderung \ndes Sturzrisikos um 35 Prozent. In j\u00fcngster Zeit konnten weitere \nplazebokontrollierte Studien die Wirksamkeit dieses Therapieansatzes \nuntermauern. So wurde bei gesunden, zu Hause lebenden \u00e4lteren Personen \nmit einem Mindestalter von 65 Jahren belegt, dass 700 IE Vitamin D plus \n500 mg Calcium pro Tag das Sturzrisiko l\u00e4ngerfristig reduzieren konnte &#8211;\n um 46 Prozent bei eher aktiven und sogar um 65 Prozent bei den weniger \naktiven Teilnehmern. Den Vitamin-D-Status hatte man dabei nat\u00fcrlich auch\n \u00fcberpr\u00fcft. Unter der Therapie war der 25 D-Spiegel im Schnitt auf 40 \nng\/ml angestiegen. Das ist offensichtlich<\/em> <em>ein erstrebenswerter \nBlutspiegel &#8211; aber doppelt so hoch, wie man ihn bei \u00e4lteren Menschen bei\n uns heute im Durchschnitt antrifft&#8230;.&nbsp; <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Jahr 2009 wurde endlich auch eine aussagef\u00e4hige Studie aus \nDeutschland und \u00d6sterreich vorgestellt. Durchgef\u00fchrt wurde sie an der \nber\u00fchmten \u201eKnochenklinik\u201c Am F\u00fcrstenhof in Bad Pyrmont und an der \nUniversit\u00e4t Graz. &#8230; Behandelt wurden \u201efrei lebende\u201c, das hei\u00dft \nnicht-station\u00e4re Senioren im Durchschnittsalter von 77 Jahren mit 800 \nI.E. Vitamin D plus 1000 mg Calcium am Tag oder der gleichen Menge \nCalcium plus Placebo. Die Untersuchung umfasste zun\u00e4chst eine aktive \nzw\u00f6lfmonatige Behandlungsphase, an die sich eine achtmonatige \nbehandlungsfreie Phase anschloss, in der die Teilnehmer weiterhin unter \nBeobachtung standen.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Ergebnis ist wiederum beeindruckend: In der echten \nKombitherapie wurden im Vergleich zur Calcium-plus-Placebo-Gruppe nach \n12 Monaten 27 Prozent weniger St\u00fcrze registriert. Nach 20 Monaten war \nder Unterschied auf 39 Prozent angestiegen! Zudem fand man in der \nVitamin-D-Gruppe eine um 8 Prozent&nbsp; h\u00f6here Muskelkraft und ein um 28 \nProzent vermindertes K\u00f6rperschwanken. &#8230;\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor kurzem wurden von der Universit\u00e4t Manchester sogar 12-&nbsp; bis \n14-j\u00e4hrige M\u00e4dchen dazu untersucht. Maximalkraft, Schnellkraft und \nSprungkraft nahmen bereits in diesem Alter proportional zum 25 D-Spiegel\n ab. Das unterstreicht deutlich die Bedeutung von Vitamin D f\u00fcr die \nPr\u00e4vention, denn D regt sowohl den Proteinaufbau an, damit genug \nBausubstanz da ist, so dass bei Steigerung der Vitamin-D-Zufuhr die Zahl\n der Muskelzellen und Muskelfasern zunimmt. Andererseits f\u00f6rdert Vitamin\n D auch noch die Calciumfreisetzung in der Muskelzelle, so dass \nMuskelkontraktion stattfinden kann\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen laufen die Forschungsergebnisse darauf hinaus, dass dem \nMuskelschwund im Alter nicht nur durch Training und ausreichend Eiwei\u00df \nsondern auch durch einen guten Vitamin-D-Status vorgebeugt werden kann.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Sarkopenie zeigt der Therapieansatz mit hoch dosiertem Vitamin D plus Calcium in h\u00f6herer Dosis gute Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nerven und Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"489\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_wirkungen_von_Vitamin_D_auf_koerperfunktionen_03_860769f827.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4284\"\/><figcaption> Die Wirkungen von Vitamin D auf verschiedene K\u00f6rperfunktionen <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\n Nerven sind \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verteilt, wobei wir sie in die zwei \nBereiche Zentrales Nervensystem (ZNS) und peripheres Nervensystem (PNS) \nunterscheiden. Das ZNS sitzt in Kopf und R\u00fcckenmark und ist durch \nKnochengewebe und die Blut-Hirn-Schranke einigerma\u00dfen gesch\u00fctzt. Das PNS\n liegt au\u00dferhalb von Sch\u00e4del und R\u00fcckenmark.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Nervenzellen bestehen aus einem Zellk\u00f6rper und seinen \nForts\u00e4tzen, die zur Isolierung von Mark umh\u00fcllt sind. Im Gehirn gibt es \nbis zu 100 Milliarden Nervenzellen, jede davon steht mit circa 30 000 \nanderen in Kontakt. Alle k\u00f6nnen direkt oder mit ein bis zwei \nZwischenschritten indirekt miteinander kommunizieren. Auch an den \nNervenzellen des Gehirns hat man spezifische Vitamin-D-Rezeptoren \nentdeckt, so dass offenbar die Funktionen von ZNS und PNS \nVitamin-D-abh\u00e4ngig sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die stark zunehmenden Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), \nAlzheimer, Parkinson, Depression, Schizophrenie und Autismus haben alle \netwas mit mangelnder Vitamin-D-Versorgung zu tun.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Alzheimer benennt man eine degenerative Nervenzerst\u00f6rung im \nFormenkreis der Demenzerkrankungen. Als Demenz wird ein Defizit bei \nGed\u00e4chtnisleistungen, emotionalen und sozialen F\u00e4higkeiten bezeichnet. \nBegleitsymptome des Alzheimer sind zun\u00e4chst Probleme bei Sprache, \nSinneswahrnehmung und Koordination.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wei\u00df man, dass bei Alzheimerpatienten in den Hirnnervenzellen \nAblagerungen fehlerhafter Eiwei\u00dfk\u00f6rper stattfinden, oder die \nHirnstruktur wird durch Mangelversorgung oder Hirnblutungen zerst\u00f6rt. \nAls Risikofaktoren gelten Rauchen, ungesunde Ern\u00e4hrung sowie Fernsehen. \nWichtig f\u00fcr die Pr\u00e4vention scheint eine gute Bildung zusammen mit \nregelm\u00e4\u00dfiger, geistig anspruchsvoller T\u00e4tigkeit zu sein.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neue epidemiologische Studien haben einen Vitamin-D-Mangel als Risiko\n f\u00fcr Alzheimer aufgedeckt. Umgekehrt ist bekannt, dass eine gute \nVitamin-D-Versorgung die Leistungsf\u00e4higkeit des Nervensystems erh\u00f6ht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Degeneration des \nNervensystems, ausgel\u00f6st durch das Absterben von Zellen im Bereich des \nMittelhirns. Dadurch wird dort der Nervenbotenstoff Dopamin nicht mehr \nausreichend produziert. Hauptmerkmale sind Muskelzittern und \nverlangsamte Bewegungen. Die Krankheit beginnt meist zwischen dem 50. \nund 60. Lebensjahr, die H\u00e4ufigkeit w\u00e4chst mit h\u00f6herem Alter.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Epidemiologische Studien haben k\u00fcrzlich einen Zusammenhang mit der \nVitamin-D-Versorgung best\u00e4tigt. Ende 2008 ver\u00f6ffentlichte die \nUniversit\u00e4tsklinik in Atlanta (USA) eine sogenannte \nFall-Kontroll-Studie. Dabei verglich man den Vitamin-D-Spiegel von \nParkinsonkranken mit dem gleichaltriger, gesunder Menschen. Ergebnis: \nBei den Gesunden liegt der 25 D-Blutspiegel signifikant h\u00f6her. Umgekehrt\n hatten 55 Prozent der Parkinsonkranken einen auff\u00e4llig schlechten \nVitamin-D-Spiegel. Dabei ist zu bedenken, dass degenerative Erkrankungen\n stets mehrere Ursachen haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Multiple Sklerose ist eine entz\u00fcndliche Erkrankung des Zentralen \nNervensystems, bei der das Mark der Nervenforts\u00e4tze zerst\u00f6rt wird. Dabei\n greifen Immunzellen Gehirn und R\u00fcckenmark an, weshalb MS zu den \nAutoimmunkrankheiten z\u00e4hlt. MS-Kranke entwickeln zahlreiche (multiple) \nVernarbungen (Sklerosen) an den Nervenforts\u00e4tzen, welche dann die \nnormale Signal\u00fcbertragung in den Nervenbahnen blockieren. Symptome sind \nSehst\u00f6rungen und verlangsamte Koordinationsf\u00e4higkeit der \nSkelettmuskulatur (Gangst\u00f6rungen), die sp\u00e4ter vollst\u00e4ndig blockiert, und\n Muskelschw\u00e4che.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MS ist in Mitteleuropa die h\u00e4ufigste chronisch- entz\u00fcndliche  Erkrankung des ZNS, Frauen sind doppelt so oft davon betroffen wie  M\u00e4nner. Seit einiger Zeit wird auch Vitamin D in die Therapie  einbezogen. Es gibt schon lange die Beobachtung eines Zusammenhangs  zwischen Sonnenbestrahlung und MS. In den USA zum Beispiel &#8211; mit relativ  vergleichbarem Lebensstil &#8211; fand man in den n\u00f6rdlichen Staaten ein viel  h\u00f6heres Vorkommen als in den s\u00fcdlichen. Auch tritt MS in Hochlagen (ab  2000 Metern) mit st\u00e4rkerer UVB-Strahlung seltener als in tiefer  gelegenen Gegenden auf.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie kann Vitamin D der Multiplen Sklerose vorbeugen?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es hat wohl g\u00fcnstigen Einfluss auf das Immunsystem und es scheint die\n Neigung zu unkontrollierten Vorg\u00e4ngen einzud\u00e4mmen.&nbsp; Zudem werden \nentz\u00fcndungshemmende Vorg\u00e4nge eingeleitet und die Bildung von Myelin \n(Markscheiden) in den Nervenforts\u00e4tzen angekurbelt. Die klinische \nForschung an der Universit\u00e4tsklinik von Toronto (Kanada) hat 12 \nPatienten mit akuten MS-Sch\u00fcben&nbsp; 28 Wochen lang mit einer steigenden \nDosis Vitamin D behandelt. Man begann mit 4000 I.E. t\u00e4glich und \nsteigerte langsam auf 40 000 I.E. am Tag. W\u00e4hrend der Behandlung stieg \nder 25 D-Spiegel von 31 ng\/ml auf 154 ng\/ml an. Die Zahl der MS-Herde im\n Gehirn nahm w\u00e4hrenddessen um die H\u00e4lfte ab! Auf Dauer gilt allerdings \nein solch hoher Blutspiegel als bedenklich, da unerw\u00fcnschte \nNebenwirkungen im Calciumhaushalt zu erwarten sind. Folglich kann diese \nDosis keine Therapie sein und es ist weitere Forschung vonn\u00f6ten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schizophrenie ist eine psychische St\u00f6rung, die Ged\u00e4chtnis, \nDenkverm\u00f6gen, Sprechen, Wahrnehmung und Gef\u00fchle des Betroffenen \nbeeintr\u00e4chtigt und zu Wahnvorstellungen f\u00fchrt. In der Forschung gibt es \nAnzeichen, dass eine Mangelversorgung mit Vitamin D im Mutterleib eine \nsp\u00e4tere Erkrankung beg\u00fcnstigt. Zum Beispiel waren finnische Kinder, die \nnach der Geburt die Vitamin-D-Prophylaxe bekamen, viel seltener \nbetroffen als Kinder ohne diese Ma\u00dfnahme.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Autismus ist eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und \nInformations-Verarbeitungsst\u00f6rung des Gehirns mit Symptomen von \nVerhaltensproblemen wie Sch\u00fcchternheit bis hin zu schwerer geistiger \nBehinderung. Die Zahl der Autismuskranken&nbsp; steigt in den \nIndustrienationen st\u00e4ndig, besonders in Gegenden mit vielen \nNiederschl\u00e4gen und in St\u00e4dten mit hoher Luftverschmutzung. Menschen mit \ndunkler Hautfarbe trifft es h\u00e4ufiger.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Tierversuchen ist bekannt, dass Vitamin-D-Mangel w\u00e4hrend der  Schwangerschaft zu \u00e4hnlichen Ver\u00e4nderungen der Gehirnstruktur wie bei  Autisten f\u00fchrt. Es f\u00e4llt auch auf, dass rachitische Kinder viele  Symptome zeigen, die f\u00fcr Autismus typisch sind. Neue Forschung kann da  zur Erhellung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sonnenlaune mit Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Winter dr\u00fcckt uns die st\u00e4ndige Dunkelheit aufs Gem\u00fct. Wir werden \nm\u00fcde, lustlos und gereizt, bisweilen sogar depressiv. Im Dunkeln \nsch\u00fcttet der K\u00f6rper vermehrt das Hormon Melatonin aus, das nachts f\u00fcr \nguten Schlaf sorgt. Wenn wir im Winter fr\u00fch bei Dunkelheit aufstehen \nm\u00fcssen, sind wir meist noch m\u00fcde und ohne Antrieb. Winterdepression und \nFr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit k\u00f6nnten an Melatonin liegen. Die Winterdepression \n(SAD = Saisonale Affektive St\u00f6rung) mit Antriebslosigkeit, M\u00fcdigkeit, \nKonzentrationsschw\u00e4che, schlechter Stimmung usw. beginnt im Herbst und \nl\u00e4sst im Fr\u00fchling mit steigender Sonne nach.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der andere bekannte Botenstoff Serotonin, der f\u00fcr gute Laune sorgt, \nist bei Depressiven chronisch niedrig, w\u00e4hrend er bei Gesunden im \nFr\u00fchling und Sommer hoch, und nur im Sp\u00e4therbst und Winter niedrig ist. \nMenschen mit Winterdepression haben Regulationsst\u00f6rungen an den \nSerotoninrezeptoren der Nervenzellen. Bei Winterdepression hat sich die \nLichttherapie bew\u00e4hrt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vieles spricht f\u00fcr einen urs\u00e4chlichen Zusammenhang mit Vitamin D. \nVitamin-D-Rezeptoren findet man geh\u00e4uft in den Hirnregionen, die unsere \nStimmung beeinflussen, besonders im Hypothalamus. Querschnittsstudien \nzeigten immer wieder einen statistischen Zusammenhang zwischen 25 \nD-Spiegeln und depressiver Stimmungslage: Sie war umso schlimmer, je \nniedriger der Vitamin-D-Status war. Die neueste, gr\u00f6\u00dfte und methodisch \nbeste Studie stammt aus den Niederlanden, wo man bei Senioren von 65 bis\n 95 Jahren den 25 D-Spiegel bestimmte und mit objektiven psychologischen\n Testverfahren den Gem\u00fctszustand ermittelte. Patienten mit milden bis \nstarken depressiven Symptomen hatten einen um 14 Prozent niedrigeren 25 \nD-Spiegel als diejenigen ohne Befund.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Urs\u00e4chlichkeit besser einzugrenzen, bedarf es \nL\u00e4ngsschnittstudien. Man nimmt hier gesunde Menschen dazu und verfolgt \nihre Entwicklung \u00fcber viele Jahre hinweg. F\u00fcr diesen Aspekt gibt es sie \nbedauerlicherweise noch nicht. Jedoch existieren placebokontrollierte \nDoppelblindstudien mit Vitamin-D-Nahrungserg\u00e4nzung. Die bislang \naussagekr\u00e4ftigste Studie stammt von der Universit\u00e4t in Tromsoe \n(Norwegen) und wurde 2008 ver\u00f6ffentlicht. Man fand heraus, dass \nTeilnehmer mit einem 25 D-Spiegel unter 16 ng\/ml eine statistisch \nauff\u00e4llige H\u00e4ufung von Depressionen hatten. Die Teilnehmer wurden dann \nim Losverfahren in drei Gruppen aufgeteilt. Die Probanden in der ersten \nGruppe erhielten eine Kapsel mit 20 000 I.E. Vitamin D pro Woche, die in\n der zweiten Gruppe 40 000 I.E. Vitamin D w\u00f6chentlich und in der dritten\n Gruppe gab es Placebo.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Gruppe erreichte immerhin in den n\u00e4chsten Monaten einen 25 \nD-Spiegel von 35 ng\/ml, die Gruppe mit der doppelten Dosis kam auf 45 \nng\/ml, in der Placebogruppe blieb es bei den niedrigen Werten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach sechs Monaten zeigte sich bei den Vitamin-D-Benutzern im  Vergleich zur Placebogruppe eine deutliche Besserung der Depression.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Starke Immunabwehr mit Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Immunsystem, das unerw\u00fcnschte k\u00f6rperfremde Stoffe oder \nMikroorganismen beseitigt, ist ein komplexes Netzwerk aus \nunterschiedlichen Zelltypen und Organen. Der K\u00f6rper nutzt es auch, um \nentartete Zellen zu entsorgen und verhindert deren unkontrollierte \nVermehrung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man unterscheidet die sogenannte angeborene Immunabwehr \n(Au\u00dfenschichten der Haut, Sekrete in den Schleimh\u00e4uten, Fresszellen, \nKillerzellen usw.) und die erworbene, spezifische Immunabwehr, die \ngezielt Eindringlinge erkennt und deren Information als Antik\u00f6rper \nspeichert. Bei erneutem Angriff des Erregers bringt dieses schnell und \ngezielt die Abwehr-Reaktion hervor. Beide Immunsysteme arbeiten \nzusammen, um angemessen zu reagieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider klappt es nicht immer, es kann zu \u00fcberschie\u00dfender oder auch zu\n nur schwachen Immunreaktion kommen. Dabei gibt es angeborene Fehler und\n erworbene St\u00f6rfaktoren, die das Immunsystem weniger effektiv machen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch mit fortschreitendem Alter nimmt die F\u00e4higkeit des Immunsystems \nab. Radioaktive Bestrahlung und chronische Erkrankungen schw\u00e4chen es \nweiter, ebenso wie ungesunde Ern\u00e4hrung, Stress, Schlafmangel, \nGenussmittel usw. Immer mehr Wissenschaftler gelangen zu der Auffassung,\n dass die H\u00e4ufung grippaler Infekte im Winter nichts mit K\u00e4lte, sondern \nviel mit mangelndem Sonnenlicht zu tun hat.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1981 sprach als erster Wissenschaftler Edgar Hope-Simpson diese \nVermutung aus, und es stellte sich tats\u00e4chlich heraus, dass Vitamin D \ntiefgreifenden Einfluss auf das Immunsystem hat. Bei Kontakt mit \nZellw\u00e4nden von Bakterien bilden unsere Abwehrzellen nicht nur \nVitamin-D-Rezeptoren, sondern sie produzieren auch dasjenige Enzym, das \nVitamin D in die biologisch aktive Form 1,25 D umwandelt. Das aktivierte\n Vitamin D seinerseits regt nun die Immunzellen an, die k\u00f6rpereigenen \n\u201eAntibiotika\u201c Kathelicidin und Defensin zu produzieren, die gegen Viren,\n Bakterien und Pilze wirken. Au\u00dferdem bringt 1,25 D die Killerzellen und\n Fresszellen in Aktion. \u00dcbrigens findet man bei Menschen mit Bronchitis \noder Lungenentz\u00fcndung h\u00e4ufig einen schlechten Vitamin-D-Blutspiegel.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Auswertung der bekannten \u201eNational Health and Nutrition Survey\u201c \n(NHANES) , einer Studie an einer repr\u00e4sentativen Bev\u00f6lkerungsstichprobe \nin den USA, wies k\u00fcrzlich den umgekehrten Zusammenhang zwischen \nVitamin-D-Status und Atemwegsinfekten auf: Wer mit seinem \nVitamin-D-Spiegel nur 10 &#8211; 30 ng\/ml erreichte, hatte ein 24 Prozent \nh\u00f6heres Risiko als Personen mit h\u00f6herem Blutspiegel.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Tuberkulose (TBC) gibt es die alte Erfahrung, dass Sonnenlicht \nheilsam wirkt. Man entdeckte sp\u00e4ter, dass aktiviertes Vitamin D \nbesonders effektiv das Mycobacterium tuberculosis abt\u00f6tet. Hier sei noch\n angemerkt, dass Afroamerikaner in den USA mit ihrem schlechteren \nVitamin-D-Status sehr viel h\u00e4ufiger an Atemwegsinfekten leiden als die \nwei\u00dfe Bev\u00f6lkerung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2008 ver\u00f6ffentlichten Forscher der Oxford Universit\u00e4t eine \nzusammenfassende Auswertung alter Beobachtungstudien zu Vitamin D und \nTuberkulose. Das Ergebnis: Je besser der Vitamin-D-Status, desto \ngeringer das TBC-Risiko. Bemerkenswerterweise ist die Tuberkulose in den\n Gro\u00dfst\u00e4dten &#8211;&nbsp; und vor allem in Osteuropa &#8211;&nbsp; wieder auf dem Vormarsch.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neurodermitis, Schuppenflecht oder Rosazea (Knollennase) sind Folge \neiner falsch koordinierten Immunabwehr in der Haut. Dem liegt eine \nSt\u00f6rung bei der Herstellung der Funktionsf\u00e4higkeit von Kathelicidin \nzugrunde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Autoimmunkrankheiten bedeutet ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ein\n Risiko. Diese Krankheiten fu\u00dfen auf der Fehlprogrammierung \nselbstzerst\u00f6rerisch wirkender T-Zellen, die in einem gesunden \nImmunsystem mit gewebesch\u00fctzenden T-Zellen im Gleichgewicht sind. Es \ngibt zunehmend Forschungsarbeiten mit der Erkenntnis, dass aggressive \nT-Zellen bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel leichter die Oberhand gewinnen \nund die sch\u00fctzenden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Es gibt Hinweise, dass bei \nausreichenden Spiegeln an aktiviertem Vitamin D die fehlgeleiteten T- \nZellen ihre Aggressivit\u00e4t verlieren, ohne dass die Reaktions-F\u00e4higkeit \ndes Immunsystems darunter leidet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der Autoimmunerkrankungen ist der Typ-1-Diabetes, bei dem \nAntik\u00f6rper die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldr\u00fcse \nzerst\u00f6ren. Auch einige entz\u00fcndliche Darmerkrankungen sind \nAutoimmunkrankheiten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Epidemiologie hat dazu folgendes herausgefunden: <em>\u201eJe dunkler \ndie Haut, je weiter entfernt vom \u00c4quator der Lebensraum und je weniger \nSonnenexposition, desto h\u00f6her ist das Risiko f\u00fcr Autoimmunerkrankungen. \nMultiple Sklerose tritt am h\u00e4ufigsten in Nordamerika und Nordeuropa auf.\n Die rheumatoide Arthritis kommt besonders oft in Nordamerika und in \nJapan vor. Entz\u00fcndliche Darmerkrankungen haben das h\u00e4ufigste Auftreten \nin Nordamerika sowie in Nord- und Westeuropa. Offenbar stehen aber auch \nAllergien, Asthma und Heuschnupfen im Zusammenhang mit dem \nVitamin-D-Haushalt. Bei diesen St\u00f6rungen reagiert der K\u00f6rper \n\u00fcberschie\u00dfend auf einen Eindringling. Die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Aktivierung von \nMastzellen f\u00fchrt dann zu den unterschiedlichen allergischen Reaktionen.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Apoptose &#8211; programmierter Zelltod &#8211; ist eine lebensnotwendige  Funktion der K\u00f6rperabwehr. Denn wenn normale K\u00f6rperzellen altern und  ihre Funktion verlieren, m\u00fcssen sie entweder von Abwehrzellen aktiv  abgebaut werden oder sie m\u00fcssen sich selbst zerst\u00f6ren. Das funktioniert  so: Die Zellen erkennen selbst, wenn ihre Funktion nachl\u00e4sst. Sie  entwickeln W\u00f6lbungen auf der Oberfl\u00e4che, die sich abl\u00f6sen, bis sich die  Zelle in einen Haufen kleiner Teilchen aufgel\u00f6st hat, die nun von den  umliegenden Zellen \u201eaufgefressen\u201c werden. Ist eine Zelle krankhaft  entartet , wird sie von Abwehrzellen nicht schnell genug vernichtet und  ist sie auch nicht zum kontrollierten Selbstmord f\u00e4hig, so kann sie zum  Ursprung wuchernder Zellen werden, aus denen Krebs entstehen kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin D z\u00fcgelt den Blutzucker<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen leiden weltweit circa 246 Millionen Menschen an Diabetes \nmellitus &#8211; mit be\u00e4ngstigender Zuwachsrate. Diese Krankheit sch\u00e4digt \nletztlich alle Blutgef\u00e4\u00dfe des Organismus, und damit alle Gewebe und \nOrgane.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Zuviel an Zucker im Blut entsteht durch eine St\u00f6rung im \nInsulinhaushalt. Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, den Zucker aus der \nNahrung \u00fcber die Blutbahnen in die Zellen zur Energiegewinnung zu \nbringen. Ist gen\u00fcgend Insulin verf\u00fcgbar, gelangt auch ausreichend Zucker\n in die Zellen. Gibt es zu wenig Insulin, um den Zucker in die Zellen zu\n schleusen, bleibt zuviel Zucker im Blut, der im \u00dcberschuss alle Gewebe \nangreift. Als Notl\u00f6sung l\u00e4sst der K\u00f6rper einen Teil des \u00dcberschusses \n\u00fcber die Nieren mit dem Harn abflie\u00dfen (Diabetes mellitus bedeutet \n\u201ehonigs\u00fc\u00dfer Harn\u201c).\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einerseits ist Zucker eine wichtige Energiequelle f\u00fcr unsere Zellen. \nSobald jedoch Insulin fehlt, gelangt davon nicht mehr gen\u00fcgend in die \nZellen und reichert sich im Blut an. Dabei unterscheiden wir zwei Arten \nvon Diabetes. Beim Typ-I-Diabetes ist die Bauchspeicheldr\u00fcse so krank, \ndass die Insulinproduktion ganz aufh\u00f6rt. Er kommt am h\u00e4ufigsten in \nNordamerika und in Nordeuropa vor. Typ-I-Diabetes geh\u00f6rt zu den \nAutoimmunkrankheiten, d.h. die Insulin produzierenden Inselzellen werden\n durch Abwehrzellen zerst\u00f6rt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen einer Beobachtungsstudie in Finnland hat man 10 000 Kinder,\n die 1966 geboren waren, bis ins Jahr 1997 nachuntersucht. Nach 30 \nJahren stellte sich heraus, dass die Kinder, die im ersten Lebensjahr \nt\u00e4glich 2000 I.E. Vitamin D bekommen hatten , ein um 78 Prozent \ngeringeres Risiko f\u00fcr Typ-I-Diabetes zeigten als diejenigen, die wenig \nVitamin D bekommen hatten. Bei Kindern mit st\u00e4rkerer \nVitamin-D-Mangelversorgung oder gar Rachitissymptomen, war dieses Risiko\n sogar um 240 Prozent erh\u00f6ht. Das Ergebnis wird von einer Reihe von \nFall-Kontroll-Studien best\u00e4tigt. Vitamin D d\u00e4mpft \u00fcberschie\u00dfende \nImmunreaktionen und damit das Risiko f\u00fcr eine Selbstzerst\u00f6rung von \nZellen. Zudem wirkt es entz\u00fcndungshemmend und es ist unentbehrlich&nbsp; f\u00fcr \ndie Insulinproduktion in der Bauchspeicheldr\u00fcse.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Form ist der Typ-II-Diabetes. Durch eine Insulinresistenz \nder K\u00f6rperzellen entwickelt er sich schleichend. Insulinresistenz \nbedeutet, dass die Zellen im Muskel- und Fettgewebe nicht mehr \nausreichend auf dieses Hormon reagieren. Ausl\u00f6ser ist neben Alter und \nGenetik eine falsche Lebensweise: Bewegungsmangel, \u00dcbergewicht mit \nBauchfettansatz, Schlafmangel, negativer Stress, Rauchen und andere \nFaktoren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Insulin seine Wirkung in den Zellen nicht mehr ausreichend \nentfalten kann, gelangt zu wenig Zucker aus dem Blut in die Zellen. \nDaher bekommt die Bauchspeicheldr\u00fcse ein Notsignal, nochmals mehr \nInsulin zu schicken. Wenn diese Dr\u00fcse nun \u00fcber viele Jahre solch hohe \nInsulinmengen produzieren muss &#8211; was sie angesichts hoher \nReservekapazit\u00e4t auch kann &#8211; ersch\u00f6pft sie sich irgendwann und kann die \nverlangten Mengen nicht mehr liefern. Erst jetzt werden auch erh\u00f6hte \nBlutzuckerkonzentrationen gemessen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Starke Fetteinlagerungen in Muskel- und Leberzellen lassen ebenso wie\n ein gro\u00dfes Fettdepot im Bauchraum Insulinresistenz entstehen. Mangelnde\n Bewegung hat die gleichen Folgen. Heute haben zunehmend bereits junge \nMenschen oder gar Kinder den Typ-II-Diabetes.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits die Insulinresistenz mit krankhaft erh\u00f6hten  Insulinkonzentrationen kann auch ohne hohen Blutzucker zu  Gesundheitsst\u00f6rungen f\u00fchren. Dadurch werden insbesondere  Fettstoffwechselst\u00f6rungen und hoher Blutdruck ausgel\u00f6st. Man fasst diese  gemeinsam auftretenden St\u00f6rungen als \u201eMetabolisches Syndrom\u201c oder  \u201eInsulin-Resistenz-Syndrom\u201c zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Welche Rolle spielt Vitamin D im Zuckerstoffwechsel?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es f\u00f6rdert einerseits die Anlage von Inselzellen, sowie Produktion \nund Aussch\u00fcttung von Insulin in der Bauchspeicheldr\u00fcse. Ein \nVitamin-D-Defizit f\u00fchrt andererseits zu verminderter Insulinsekretion. \nDar\u00fcber hinaus regt Vitamin D die Anlage und Funktion der \nInsulin-Rezeptoren auf Muskel- und Fettzellen an. Dadurch wird die \nEmpfindlichkeit der Zellen, auf Insulin zu reagieren, direkt gef\u00f6rdert. \nZus\u00e4tzlich mindert Vitamin D die Entz\u00fcndungsneigung in den Inselzellen \nund d\u00e4mmt Autoimmunreaktionen ein.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese neuen Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung werden \nzunehmend durch epidemiologische Studien best\u00e4tigt. Im ber\u00fchmten \nGesundheitssurvey der USA, NHANES, fand man, dass das Risiko f\u00fcr \nTyp-II-Diabetes hellh\u00e4utiger Amerikaner bei einem 25 D-Wert \u00fcber 32 \nng\/ml um 75 Prozent niedriger war als bei Werten unter 14 ng\/ml. Bei \nTeilnehmern mit spanisch-mexikanischer Abstammung war bei gleichen \nWerten das Risiko sogar um 83 Prozent reduziert. Man fand heraus, dass \ndie Insulinresistenz parallel zum sinkenden 25 D-Spiegel immer mehr \nzunahm.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 20 Jahren Langzeitbeobachtung in der weltber\u00fchmten Nurses Health  Study an mehr als 100 000 amerikanischen Krankenschwestern erwies sich,  dass mit hoher Vitamin-D-Zufuhr das Risiko f\u00fcr Typ-II-Diabetes deutlich abnahm.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gesunde Blutgef\u00e4\u00dfe und Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Todesf\u00e4lle der westlichen Industriegesellschaften gehen \nauf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur\u00fcck, die zum Gro\u00dfteil auf Schw\u00e4chung \ndes Gef\u00e4\u00dfsystems beruhen. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung lebt mit \ngesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen&nbsp; wie Bluthochdruck, \nFettstoffwechselst\u00f6rungen, gest\u00f6rtem Zuckerhaushalt und anderem mehr. \nInzwischen findet man die St\u00f6rung immer h\u00e4ufiger bei Kindern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist daran neben Bewegungsmangel und \u00dcbergewicht auch vielleicht Sonnenmangel beteiligt?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Blutdruck: Es ist der herrschende Druck in Blutgef\u00e4\u00dfen und \nHerzkammern. Er h\u00e4ngt vom Widerstand der Blutgef\u00e4\u00dfwand, Blutvolumen und \nPumpkraft des Herzens ab. Als Bluthochdruck &#8211; Hypertonie &#8211; bezeichnet \nman chronisch erh\u00f6hten Blutdruck von mehr als 140 zu 90 mm Hg \n(Quecksilbers\u00e4ule als Ma\u00dfeinheit der Druckmessung). Er bewirkt eine \n\u00dcberbeanspruchung des Herzmuskels und f\u00fchrt auf Dauer zu dessen \nkrankhafter Vergr\u00f6\u00dferung. Wenn der Herzmuskel zunehmend dicker und \nsteifer wird, kann sich das Herz nicht mehr so leicht entspannen und das\n Blut ansaugen. Folglich f\u00fcllt es sich schlechter und verringert damit \ndie Blutversorgung im ganzen K\u00f6rper. Es kommt zu Herzschw\u00e4che mit der \nweiteren Folge von Herzrhythmusst\u00f6rungen. Ein Schlaganfall oder \nHerzversagen k\u00f6nnen die Folge sein.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch dauerhaft hohen Druck werden zunehmend die Adern gesch\u00e4digt, \nbesonders die Kapillaren im Gehirn, im Augenhintergrund und in der \nNiere. Sie verlieren immer mehr an Elastizit\u00e4t und verkalken umso \nschneller, je h\u00f6her der Blutdruck ist &#8211; das erh\u00f6ht wiederum den \nGef\u00e4\u00dfwiderstand mit der Folge weiter steigenden Blutdrucks. So kommt es \nzu Arteriosklerose. Wenn der Durchmesser der verkalkenden Arterien immer\n enger wird, steigert das entsprechend die Mangelversorgung der Organe \nmit N\u00e4hrstoffen und Sauerstoff, die Funktionen werden beeintr\u00e4chtigt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem besteht das Risiko eines Gef\u00e4\u00dfverschlusses durch einen \nBlutpfropfen, was die Blutversorgung in einem gr\u00f6\u00dferen Bereich \nunterbricht. Bluthochdruck erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Funktionsst\u00f6rungen \naller Organe. Die gef\u00fcrchtetsten Folgen sind die \u201eKoronare \nHerzkrankheit\u201c (KHK), die unbehandelt h\u00e4ufig zu Herzinfarkt f\u00fchrt oder \nder Schlaganfall.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als optimaler Blutdruckbereich mit den geringsten Risiken f\u00fcr  Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt ein Wert von maximal 120 zu 80 mm Hg im  Ruhezustand, 140 zu 90 gilt bereits als grenzwertig. Eine  Blutdruckerh\u00f6hung finden wir bei&nbsp; \u00dcbergewicht, h\u00e4ufig verbunden mit  Zucker- und Fettstoffwechselst\u00f6rungen, und durch chronisch erh\u00f6hten  Insulinspiegel &#8211; das metabolische Syndrom.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ausschlaggebend f\u00fcr den Blutdruck ist die Funktionsf\u00e4higkeit der Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre innerste Schicht besteht aus Endothelzellen, die den \nStoffaustausch mit dem Gewebe kontrollieren und gef\u00e4\u00dfaktive Substanzen \nproduzieren. Wenn Blutgef\u00e4\u00dfe steif werden oder sich verengen, steigt der\n Blutdruck an. Um die richtige Spannung der Gef\u00e4\u00dfmuskulatur zu erhalten,\n produzieren die Endothelzellen Stickstoffmonoxid (NO). Ein Mangel an NO\n f\u00fchrt zu Engstellung der Adern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Endothel ist zudem f\u00fcr effektiven Sauerstoffaustausch mit dem \nBlut zust\u00e4ndig, es ist am Gerinnungssystem und an der Flie\u00dff\u00e4higkeit des\n Blutes beteiligt. Es muss Entz\u00fcndungsprozesse zur Immunabwehr \neinleiten, sie jedoch auch kontrolliert beenden k\u00f6nnen. Somit ist das \nEndothel eine wichtige Schaltstelle f\u00fcr den K\u00f6rper.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Muskelzellen der Gef\u00e4\u00dfwand haben spezifische Rezeptoren&nbsp; f\u00fcr \nVitamin D, das in den Calciumstoffwechsel der Endothelzellen eingreift \nund dabei die Elastizit\u00e4t der Gef\u00e4\u00dfwand f\u00f6rdert, die Wirkung eines \ngef\u00e4\u00dfverengenden Hormons (Angiotensin) hemmt, Entz\u00fcndungsneigung \nreduziert, vorschnelle Blutgerinnung stoppt und unkontrollierte \nZellwucherungen, aus denen arteriosklerotische Ablagerungen entstehen \nk\u00f6nnen, eind\u00e4mmt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Epidemiologie: Je weiter vom \u00c4quator der Lebensraum entfernt ist,\n desto mehr Menschen leiden an Bluthochdruck. Eine deutsche \nForschergruppe um Malte B\u00fchring und Rolf-Dieter Krause aus der Charite\u00b4 \n(Universit\u00e4t Berlin) hat in Zusammenarbeit mit dem ber\u00fchmten \nVitamin-D-Forscher Michael Holick die Wirkungen von UVB-Bestrahlungen \ngetestet. Man hat die Teilnehmer 6 Wochen lang, dreimal pro Woche, auf \neine Sonnenbank gelegt. Der 25 D-Spiegel stieg w\u00e4hrend dieser Zeit um \n162 Prozent, gleichzeitig sanken systolischer und diastolischer \nBlutdruck um je 6 mm Hg, soviel wie sonst mit Medikamenten und mehr als \nmit salzarmer Kost. Bei einer Kontrollgruppe, die nur mit UVA bestrahlt \nwurde, sank weder der Blutdruck, noch stieg der 25 D-Spiegel.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ermutigt durch diese bahnbrechenden Beobachtungen testeten Holick und\n Kollegen&nbsp; anschlie\u00dfend die Wirkung der UVB-Bestrahlung bei einer Gruppe\n von Herzpatienten. Tats\u00e4chlich lie\u00df sich allein mit der \nSonnenbanknutzung die Herzkraft bzw. Pumpleistung steigern, w\u00e4hrend \nparallel die Herzbelastung abnahm.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im gro\u00dfen Gesundheits-Survey der USA, dem NHANES-Projekt, wurde bei \nfast 13 000 Teilnehmern&nbsp; auch die H\u00f6he des Blutdrucks&nbsp; mit dem 25 \nD-Spiegel verglichen. Der signifikante Zusammenhang: Je h\u00f6her der 25 \nD-Spiegel, desto niedriger der Blutdruck, was besonders bei Teilnehmern \n\u00fcber 50 Jahren sehr ausgepr\u00e4gt war. Aus dem gleichen Forschungsprojekt \ngibt es zudem Erkenntnisse zur peripheren, arteriellen \nVerschlusskrankheit (PAD), volkst\u00fcmlich auch \u201eSchaufensterkrankheit\u201c \ngenannt. Diese St\u00f6rung der Durchblutung der Extremit\u00e4ten wird durch \nVerengung&nbsp; oder Verschluss der Hauptschlagader oder anderer Arterien \nausgel\u00f6st. Sie tritt meist in den Beinen auf und bewirkt anfangs nur \nSchmerzen beim Gehen. In Deutschland leiden daran etwa 4,5 Millionen \nMenschen. Hauptursache ist die Arteriosklerose, gelegentlich auch \nEntz\u00fcndungen der Blutgef\u00e4\u00dfe.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der NHANES fand man heraus, dass das Risiko f\u00fcr eine PAD umso mehr ansteigt, je niedriger der 25 D-Spiegel ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige der bekanntesten und methodisch besten Langzeitstudien \nerwiesen, dass M\u00e4nner mit einem 25 D-Spiegel unter 15 ng\/ml im Vergleich\n zu solchen mit Werten \u00fcber 30 ng\/ml , ein um 600 Prozent erh\u00f6htes \nRisiko f\u00fcr hohen Blutdruck haben, Frauen um 270 Prozent.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die statistische Wahrscheinlichkeit  f\u00fcr Bluthochdruck steigt mit unzureichender Vitamin-D-Versorgung. Bei  Bluthochdruck kann sich eine chronische Nierenkrankheit entwickeln. Die  ersten Ergebnisse zum Einfluss von Vitamin D&nbsp; darauf lassen aufhorchen:  Eine schlechte Vitamin-D-Versorgung erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr  Nierenkrankheiten und die Gabe von Vitamin D kann bei der Therapie  helfen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sonne gegen Herzkrankheiten und Hirninfarkte?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Langzeituntersuchung in Deutschland deckt im Jahr 2008 folgendes auf:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Risiko f\u00fcr t\u00f6dliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt bei sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegel um bis zu 220 Prozent<\/li><li>Bei\n niedrigem Vitamin-D-Spiegel ist die Sterblichkeit durch \nHerzmuskelschw\u00e4che bzw. Herzversagen um 280 bzw. 500 Prozent erh\u00f6ht&nbsp; <\/li><li>Mit schlechtem Vitamin-D-Status ist auch das Herzinfarktrisiko um 33 Prozent gr\u00f6\u00dfer<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fchrende\n internationale medizinische Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlichten diese \nsensationellen Ergebnisse, die deutschen Medien leider nicht, so dass \ndiese Daten weder die breite \u00c4rzteschaft, noch Ern\u00e4hrungsfachleute oder \ngar Verbraucher erreichten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser LURIC-Studie (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health \nStudy) hatte man 3300 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 62\n Jahren acht Jahre lang nachuntersucht. Die Teilnehmer waren Patienten, \nbei denen man eine Koronarangiographie durchf\u00fchren musste, eine \nUntersuchung der Herzgef\u00e4\u00dfe, mit der man Verengungen und Verstopfungen \nfeststellen kann. Dabei best\u00e4tigte sich, dass 67 Prozent der Teilnehmer \nan schweren koronaren Herzerkrankungen mit weit fortgeschrittenen&nbsp; \nVerengungen der Herzkranzarterien litten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die LURIC-Studie ist von besonderem Interesse, weil sie bislang kaum \nuntersuchte Risikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauferkrankungen einbezog. Ein \nniedriger 25 D-Wert geh\u00f6rte zu den Risikoparametern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der 8 Jahre Nachbeobachtungszeit verstarben 737 dieser \nPatienten. Aus den Daten wurde unter anderem aufwendig errechnet, dass \nbei schlechtem Vitamin-D-Status die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr t\u00f6dliche \nHerz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 220 Prozent erh\u00f6ht ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Epidemiologie: Zahlreiche Studien best\u00e4tigen, dass \nHerz-Kreislauf-Krankheiten statistisch deutlich h\u00e4ufiger in Gegenden mit\n niedriger UVB-Bestrahlung auftreten (n\u00f6rdliche L\u00e4nder, St\u00e4dte, niedrige\n Seeh\u00f6he &#8230;). Ins Bild passt die Auswertung der gro\u00dfen M\u00e4nnerstudie in \nden USA, der Health Professionals Study der Harvard Universit\u00e4t. 18 000 \nM\u00e4nner wurden 10 Jahre lang beobachtet . Man fand bei einem niedrigen 25\n D-Spiegel unter 15 ng\/ml die Herzinfarktrate im Vergleich zu einem \nSpiegel \u00fcber 30 ng\/ml&nbsp; um 240 Prozent erh\u00f6ht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, dass man auch bei rachitischen Kindern vermehrt \nHerzmuskelvergr\u00f6\u00dferung und Herzmuskelschw\u00e4che fand, die nach Gabe von \nVitamin D und Calcium total verschwanden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bei uns verbreitete Vitamin-D-Mangelversorgung l\u00e4sst den \nBlutdruck steigen, erh\u00f6ht die Thromboseneigung und vermindert die \nF\u00e4higkeit, Blutgerinnsel aufzul\u00f6sen. Die Blutwerte verschlechtern sich, \nw\u00e4hrend die Entz\u00fcndungsneigung steigt und die Regenerationsf\u00e4higkeit der\n Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde abnimmt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland weist Professor Armin Zittermann vom Herz- und  Diabetes-Zentrum Bad Oeynhausen seit vielen Jahren auf solche Daten und  Zusammenh\u00e4nge hin.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Sonne sch\u00fctzt vor Krebs<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die epidemiologische Forschung zeigt uns seit Jahren auf: Je besser \ndie Vitamin-D-Versorgung, desto geringer das Risiko f\u00fcr praktisch alle \nwichtigen Krebsarten. Und: Je mehr Vitamin D im K\u00f6rper eines \nKrebskranken seine heilende Wirkung entfalten kann, desto gr\u00f6\u00dfer dessen \n\u00dcberlebenschancen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem belegen Dutzende von Studien, dass Sonne vor Krebs sch\u00fctzt, und  es mehren sich wissenschaftliche Hinweise, dass ausreichende  Sonnenbestrahlung sogar vor dem Melanom (Schwarzer Hautkrebs) sch\u00fctzt.e  ein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist Krebs?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man bezeichnet damit eine unkontrollierte Neubildung von Zellen, die \nsich in einem Verband, der Geschwulst, ansammeln. Wenn die Abstimmung \nvon Wachstum, Teilung und Zerst\u00f6rung entarteter Zellen nicht mehr \nfunktioniert, kann das passieren. Bei genetischen Fehlern&nbsp; versucht das \nImmunsystem zun\u00e4chst, die unkontrolliert wachsenden Zellen zu bek\u00e4mpfen.\n Geht das schief, ruft es das Selbstmordprogramm f\u00fcr solche Zellen, die \nApoptose, auf. Wenn alle Abwehrma\u00dfnahmen nicht greifen, werden die \nentarteten Zellen unsterblich. Sie k\u00f6nnen eine eigene Blutversorgung \naufbauen, sich gegen\u00fcber dem Immunsystem maskieren und auch unter \nSauerstoffmangel \u00fcberleben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders gef\u00e4hrlich werden die Krebszellen, die aus ihrem  Zellverband auswandern, sich in fremden Geweben (Knochen, Lunge, Gehirn  &#8230;) ansiedeln und sich dann geschwulstartig vermehren. Das sind die  Metastasen, die den Krebs f\u00fcr 90 Prozent der todkranken Krebspatienten  zum Killer werden lassen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was hat Sonnenschein mit Krebs zu tun?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang der 80er Jahre fanden die Forscher Cedric und Frank Garland \nvon der Johns Hopkins Universit\u00e4t in Baltimore, Maryland, den \ngeographischen Zusammenhang zwischen Breitengrad und Krebs, insbesondere\n bei Darmkrebs. Sie stellten als Erste die Hypothese auf, dass dahinter \nUnterschiede in der UV-Bestrahlung st\u00fcnden, und damit Unterschiede beim \nVitamin-D-Status.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1989 \u00fcberpr\u00fcften die beiden Garlands zum ersten Mal den Zusammenhang  zwischen 25 D\u2014Blutspiegel und dem Auftreten von Darmkrebs durch  Auswerten von acht Jahren Beobachtung an 26 000 Menschen aus Washington  County. Ihre Vermutung best\u00e4tigte sich: Je h\u00f6her der 25 D-Spiegel der  Teilnehmer, desto niedriger lag das Risiko f\u00fcr Darmkrebs. Danach  untersuchten sie die Zusammenh\u00e4nge f\u00fcr Brust- und Prostatakrebs und  fanden erneut diese geographischen Zusammenh\u00e4nge. Somit war die  Hypothese untermauert<strong>:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sonne bzw. Vitamin D sch\u00fctzt vor Krebs<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wurde anschlie\u00dfend in Dutzenden von Fall-Kontroll- und \nLangzeitbeobachtungs-Studien weiter untersucht. Inzwischen \nunterstreichen viele gute Studien den beschriebenen Zusammenhang von \nVitamin-D-Mangel zu Darm-, Brust-, Prostata-, Blasen-, Speiser\u00f6hren-, \nMagen-, Gallenblasen-, Geb\u00e4rmutterhals-, Eierstock-, Lungen-, Pankreas-,\n Nieren- und Schilddr\u00fcsenkrebs sowie f\u00fcr das Hodgkin-Lymphom.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei den Teilnehmern der LURIC-Studie erwies sich ein niedriger  Vitamin-D-Spiegel als unabh\u00e4ngiger Risikofaktor f\u00fcr alle  Krebstodesf\u00e4lle. Umgekehrt stellte man fest: Pro Anstieg des 25  D-Spiegels um 10 ng\/ml sank das Krebsrisiko um 34 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie kann Vitamin D vor Krebs sch\u00fctzen?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst hemmt Vitamin D die unkontrollierte Zellteilung und \nunterst\u00fctzt die Zellreifung in Richtung gutartiger Zellwucherung Es \naktiviert Gene zur DNS-Reparatur und zus\u00e4tzlich solche, die Metastasen \nhemmen. Vitamin D stoppt das Wachstum entarteter Zellen und steigert die\n F\u00e4higkeit zur Apoptose. Es hemmt die Anlage neuer Blutgef\u00e4\u00dfe in \nGeschw\u00fcren und ist wirksamer Gegenspieler des Hormons \u00d6strogen, das \nBrustkrebs beg\u00fcnstigt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2007 ver\u00f6ffentlichte ein Forscherteam um Lappe eine \ndoppeltblinde, placebokontrollierte Studie zum Thema. 1200 Frauen im \nAlter von \u00fcber 55 Jahren erhielten &#8211; in drei Gruppen unterteilt &#8211; \nt\u00e4glich entweder 1400 mg Calcium, oder in der zweiten Gruppe 1400 mg \nCalcium plus 1100 I.E. Vitamin D oder in der dritten Gruppe ein Placebo.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Kombipr\u00e4parat stieg der 25 D-Spiegel um 38 ng\/ml an. Nach 4 \nJahren Behandlung war in der Gruppe Calcium plus Vitamin D&nbsp; im Vergleich\n zur Placebogruppe das Neuauftreten von Krebs &#8211; alle Krebsarten \nzusammengefasst &#8211;&nbsp; um 77 Prozent gesenkt In der Gruppe, die \nausschlie\u00dflich Calcium erhielt, war das Risiko um 41 Prozent gesenkt\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Meinung von Nicolai Krebs zur Krebsvorbeugung m\u00f6chte ich Ihnen nicht vorenthalten: \u201e<em>T\u00e4glich  wird in den Medien und in Fachkreisen diskutiert, wie man der  Schreckenskrankheit Krebs vorbeugen kann. Kaum ein Zusammenhang aus dem  Bereich Ern\u00e4hrung und aus dem Bereich Umwelt ist so gut belegt. Und kaum  eine nachgewiesen wirkungsvolle Vorbeugema\u00dfnahme ist so einfach  verf\u00fcgbar. \u201eYes it can!\u201d &#8211; Vitamin D kann das Krebsrisiko senken. Wann  fangen wir an?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">L\u00e4nger leben mit Vitamin D<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was\n ist Gesundheit? Das Wort gesund geht zur\u00fcck auf einen germanischen \nAusdruck, der \u201estark\u201c oder \u201ekr\u00e4ftig\u201c bedeutete. Die \nWeltgesundheitsorganisation (WHO) definierte 1946 Gesundheit \nfolgenderma\u00dfen:\u201cDie Gesundheit ist ein Zustand des vollst\u00e4ndigen \nk\u00f6rperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das \nFehlen von Krankheit oder Gebrechen. Der Besitz des bestm\u00f6glichen \nGesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen \nWesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen \nAnschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der medizinischen Forschung geht es bei Gesundheit nur um die  Abwesenheit von Krankheit. Die Epidemiologie misst die Einfl\u00fcsse, welche  die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Krankheiten erh\u00f6hen, aber auch die  Schutzfaktoren, die das Risiko verkleinern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie wirkt sich ein guter Vitamin-D-Status auf die Gesundheit aus?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der LURIC-Studie traten w\u00e4hrend der 8 Jahre Beobachtung bei den \n3300 Teilnehmern 737 Todesf\u00e4lle auf, davon 63 Prozent durch \nHerz-Kreislauf-Erkrankungen und 34 Prozent durch Krebs.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung der Beziehung von Vitamin D zur Sterberate war \nbeeindruckend: Im Vergleich zu den Teilnehmern mit einem 25 D-Spiegel \nvon mindestens 24 ng\/ml , hatten diejenigen mit einem Wert zwischen 10 \nund 17 ng\/ml ein 53 Prozent erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr fr\u00fchzeitigen Tod und \ndiejenigen mit einem 25 D-Spiegel von 6 bis 10 ng\/ml&nbsp; ein um 108 Prozent\n erh\u00f6htes Risiko.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstaunlich dabei war: Wer einen sehr niedrigen&nbsp; 25 D-Spiegel hatte, \nbei dem war die Gesamtsterblichkeit sogar unabh\u00e4ngig vom Schweregrad der\n Herzgef\u00e4\u00dferkrankung erh\u00f6ht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2007 f\u00fchrten der franz\u00f6sische Wissenschaftler Autier und die \nitalienische Forscherin Gandini eine Metaanalyse von 18 \nSupplementstudien durch. Sie umfasste 57 311 Probanden mit&nbsp; einer \ndurchschnittlichen Behandlungszeit von 6 Jahren. Insgesamt starben in \ndieser Zeit 4777 Personen. Die meisten Studien lagen in der t\u00e4glichen \nVitamin-D-Dosierung zwischen 400 und 800 I.E. (Mittelwert 528 I.E.).\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ergebnis: Die Gesamtsterblichkeit sank in der Vitamin-D-Gruppe im  Vergleich zur Placebo-Gruppe statistisch signifikant um 7 Prozent, und  das bei recht geringer Vitamin-D-Supplementierung. In 9 Studien hatte  man die 25 D-Spiegel vor und nach der Behandlung dokumentiert. Nur in 4  der 9 Studien erreichte man den anzustrebenden Mindestspiegel von 30  ng\/ml. Man kann daher nur spekulieren, um wie viel st\u00e4rker die Senkung&nbsp;  der Sterberate bei h\u00f6herer Vitamin-D-Dosierung gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie erreicht man einen optimalen Vitamin-D-Spiegel?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hunderte von wissenschaftlichen Studien zeigen uns das riesige \nWirkungsspektrum von Vitamin D auf. Man findet zunehmend eindeutige \nBeweise daf\u00fcr, dass ein 25 D-Spiegel von mindestens 30 bis 32 ng\/ml \ng\u00fcnstig ist, um viele unserer Zivilisationskrankheiten zu verhindern. \nDie Einsch\u00e4tzungen f\u00fcr einen optimalen Vitamin-D-Spiegel unterscheiden \nsich noch: Vorsichtige Forscher empfehlen den Bereich von 30 bis 50 \nng\/ml, fortschrittlichere 50 bis 90 ng\/ml.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re bereits eine gro\u00dfe Aufgabe, bei der Bev\u00f6lkerung einen \nMindestspiegel von 30 ng\/ml anzustreben. Was h\u00e4lt Meinungsbildner und \nFachgesellschaften davon ab, dieses Problem anzugehen?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis vor 20 Jahren ging man von unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen des \nVitamin D bei h\u00f6herer Dosierung aus. Die Begr\u00fcndung war, dass Vitamin D \nden Calciumhaushalt rasch entarten lie\u00dfe und damit vor allem die Nieren \ngesch\u00e4digt w\u00fcrden. Die Masse der Studienergebnisse der letzten 10 bis 20\n Jahre widerlegten das klar &#8211; was jedoch ignoriert wurde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Jahr 2009 gibt das tonangebende \u201eInstitute of Medicine\u201c in \nden USA eine \u201elangfristig sichere obere Grenze\u201c mit einer Dosis von 2000\n I.E. t\u00e4glich an. Die Europ\u00e4ische Union mit ihrem \u201eScientific Committee \non Food\u201c beziffert diese 2000 I.E. t\u00e4glich als \u201eobere tolerable Grenze\u201c.\n Auch das Bundesamt f\u00fcr Risikobewertung in Berlin gibt 2000 I.E. als \nObergrenze f\u00fcr die Zufuhr an.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu schreibt Worm: <em>\u201eIst das nicht irre? Dabei wei\u00df jeder, der die\n Fachliteratur aufmerksam verfolgt, seit Jahren, dass Erwachsene mit \neiner t\u00e4glichen Dosis von 2000 I.E. im Winter-Halbjahr einen 25 \nD-Blutspiegel von 30 ng\/ml nicht sicher erreichen. &#8230; Zun\u00e4chst m\u00f6chte \nich diesen Empfehlungen der Gremien noch einmal unsere Mutter Natur \ngegen\u00fcber stellen: Je nach individueller Sonnenvertr\u00e4glichkeit t\u00e4glich \n10 bis 20 Minuten mittags ungesch\u00fctzt an der Sommersonne &#8211; und der \nK\u00f6rper produziert 10 000 bis 20 000 I.E. (!!!) Vitamin D. Ohne Probleme \nund ohne irgendwelche \u201cgiftigen\u201c Nebenwirkungen. Mit solch kurzer, \nintensiver Sonnenbestrahlung k\u00f6nnen wir Blutwerte von 40 bis 60 ng\/ml an\n 25 D erreichen.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur oralen Zufuhr: Neue doppelblind durchgef\u00fchrte \nDosis-Findungsstudien haben gezeigt, welche Dosis f\u00fcr gute Blutwerte \nangebracht ist. In einer Untersuchung amerikanischer Teilnehmer \nmittleren Alters, mussten diese 18 Wochen lang &#8211; im Winterhalbjahr &#8211; \n3400 I.E. t\u00e4glich einnehmen, damit 90 Prozent von ihnen wenigstens einen\n Blutspiegel von 30 ng\/ml erzielten. Wenn man mit Werten unter 20 ng\/ml \nim Winter startet, braucht man \u00fcber diesen Zeitraum sogar 5000 I.E. \nt\u00e4glich, um 30 ng\/ml zu erreichen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr diese Amerikaner wurde noch hochgerechnet, dass sie, um die \noptimalen Werte von 40 bis 60 ng\/ml zu erzielen, ein halbes Jahr lang \nt\u00e4glich 4000 bis 5000 I.E. einnehmen m\u00fcssten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei einer Testung von 50 000 I.E. Vitamin D t\u00e4glich, 6 Wochen \nlang, fand man keinerlei toxische Wirkung. Selbst Megadosen von 600 000 \nI.E. bei absolutem Vitamin-D-Mangel wurden gut toleriert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt inzwischen eine ausgezeichnete Datenlage, die sehr beruhigend\n ist. Toxische Wirkungen konnten erst bei noch viel h\u00f6heren Dosierungen \nfestgestellt werden. Worm zum Verhalten offizieller Stellen:\u201c<em>Warum \nreagieren die offiziellen Stellen nicht auf diese Datenlage? Dazu habe \nich leider auch keine Antwort. Fachgesellschaften tun sich generell \nschwer, etwas zu ver\u00e4ndern. Eine Vermutung: Durch eine Ver\u00e4nderung \nk\u00f6nnte zugegeben&nbsp; werden, dass man zuvor vielleicht falsch lag. Wenn \naltgediente Vorstandsmitglieder eine \u00c4nderung verk\u00fcnden m\u00fcssen, sind die\n Lorbeeren ihrer eigenen Errungenschaften eventuell befleckt. &#8230; Jetzt \nmuss es zun\u00e4chst darum gehen, die hohe gesundheitliche Bedeutung einer \nverbesserten Vitamin-D-Versorgung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung anzuerkennen. <\/em>&#8230;\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm f\u00fchrt weiter aus:<em>\u201cHoffentlich wachen unsere  Gesundheitspolitiker auf, wenn sie erfahren, wie stark unser  Gesundheitssystem entlastet w\u00fcrde, wenn sich alle B\u00fcrger anst\u00e4ndig mit  Vitamin D versorgen w\u00fcrden. Eine internationale Expertengruppe aus den  USA, Norwegen, \u00d6sterreich und Deutschland hat hierzu im M\u00e4rz 2009 eine  Berechnung ver\u00f6ffentlicht. &#8230; Sie haben f\u00fcr 17 europ\u00e4ische L\u00e4nder  umfassend berechnet, was an Mitteln eingespart werden k\u00f6nnte, wenn die  Bev\u00f6lkerung dieser L\u00e4nder im Schnitt \u00fcber das Jahr hinweg ihren  Vitamin-D-Spiegel auf 40 ng\/ml anheben w\u00fcrde und damit Erkrankungen aus  dem Bereich Herz-Kreislauf-, Infektions-, Autoimmun- und  Krebserkrankungen deutlich zur\u00fcckdr\u00e4ngen w\u00fcrde. Dazu haben sie die  Ergebnisse aller wichtigen epidemiologischen und klinischen  Untersuchungen und deren Metaanalysen herangezogen. Nach ihren  Berechnungen w\u00e4re eine ganzj\u00e4hrige mittlere Zufuhr von 2000 bis 3000  I.E. Vitamin D pro Tag notwendig, um das angestrebte Ziel zu erreichen.  In die Kostenberechnung f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme gehen aber nicht nur die  Vitaminpr\u00e4parate, sondern auch eine angenommene Anreicherung von  Nahrungsmitteln und die n\u00f6tigen Folgeuntersuchungen mit ein. Zusammen  kommt man auf 10 Milliarden Euro pro Jahr an notwendiger Investition.  Auf die andere Seite der Bilanz hat man die Belastung des  Bruttosozialprodukts durch die genannten Krankheiten mit den  entsprechenden Folgekosten gestellt. Im Ergebnis findet sich eine  rechnerische Ersparnis von 187 Milliarden Euro pro Jahr durch  konsequente Vitamin-D-Versorgung der Bev\u00f6lkerung. Ein exorbitanter  volkswirtschaftlicher Nutzen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kann man \u00fcber Nahrungsmittel gen\u00fcgend Vitamin D bekommen?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die DGE r\u00e4umt ein, dass die Vitamin-D-Versorgung im Argen liegt. In \nDeutschland werden \u00fcber die Nahrung nur circa 100 I.E. erreicht, die \nH\u00e4lfte der von ihr empfohlenen (sehr niedrigen) Dosis. Die aktuelle \nStellungnahme der DGE zum Thema vom 25.4.2006 :\u201cZur Vitamin-D-Versorgung\n tragen einige fettreiche&nbsp; Lebensmittel wie Hering, Lachs, Thunfisch, \nLeber, H\u00fchnerei und Margarine (mit Vitamin D angereichert) sowie auch \nPilze bei.\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte Ihnen die Meinung von Nicolai Worm dazu nicht vorenthalten: <em>\u201eWie\n aberwitzig, dieser Anspruch, ein nat\u00fcrliches Hormon, das schon seit \nUrzeiten nur \u00fcber Sonnenlicht in ausreichenden Mengen dem K\u00f6rper zur \nVerf\u00fcgung gestellt werden kann, nun mit \u201evollwertiger Ern\u00e4hrung\u201c \nabdecken zu wollen! Wie eklatant die \u201eErn\u00e4hrungsfalle\u201c ist, zeigen die \naktuellen Dosis-Findungsstudien. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Am Ern\u00e4hrungsinstitut der Universit\u00e4t von Cork in Irland haben \nKevin Cashman und Mitarbeiter zwei doppelblinde, placebokontrollierte \nDosis-Findungsstudien durchgef\u00fchrt<\/em>, <em>und zwar mit Dosierungen, die\n auch mit extremer Ern\u00e4hrung noch erreicht werden k\u00f6nnten. Eine Studie \nuntersuchte Probanden im Alter von 20 bis 40 Jahren, und die zweite \nbeschr\u00e4nkte sich auf \u00fcber 64-J\u00e4hrige. Die Probanden wurden jeweils in \nvier Gruppen unterteilt. Dann gab man den Teilnehmern \u00fcber einen \nZeitraum von 22 Wochen im Winterhalbjahr entweder als Placebo oder \njeweils 200, 400 und 600 I.E. t\u00e4glich in Form eines Supplementes. Anhand\n der jeweils erzielten 25D-Blutkonzentration konnten die Forscher eine \nDosis-\/Wirkungskurve erstellen. Daraus rechneten sie die Dosierungen \nhoch, die zum Erreichen bestimmter Schwellenwerte im Blut n\u00f6tig w\u00e4ren. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Ergebnis ist ern\u00fcchternd: Um bei 97,5 Prozent der Teilnehmer \nwenigstens einen Blutwert von 10 ng\/ml&nbsp; zu erzielen, muss man im Mittel \n348 I.E. bei den 20- 40-J\u00e4hrigen und 344 I.E. bei den \u00c4lteren geben. Das\n ist die Grenze zur klinisch feststellbaren Knochenerweichung! &#8230; Wir \nwollen gesundheitsf\u00f6rdernde Blutwerte. Die Studienergebnisse zeigen, \ndass wir chancenlos sind, selbst eine Minimalversorgung an Vitamin D \n\u00fcber unsere \u00fcbliche Ern\u00e4hrung zu erreichen. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gottlob lieferten Kevin Cashman und Mitarbeiter auch exakte Werte \nf\u00fcr h\u00f6here Blutspiegel. Um wenigstens 90 Prozent der Teilnehmer auf \neinen Wert \u00fcber 20 ng\/ml zu bringen, ben\u00f6tigte man eine mittlere Zufuhr \nvon 1240 I.E. bei den j\u00fcngeren und 980 I.E. bei den \u00e4lteren.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Auch mit diesem Blutspiegel k\u00f6nnen wir uns aber nicht zufrieden \ngeben! Wenn man unsere Mindestforderung, das hei\u00dft eine 25 \nD-Blutkonzentration von mindestens 30 ng\/ml, f\u00fcr alle Teilnehmer \nerf\u00fcllen wollte, h\u00e4tte man 1760 I.E. bei den j\u00fcngeren und 1550 bei den \n\u00e4lteren ben\u00f6tigt. Jetzt sind wir schon bei um das Achtfache h\u00f6heren \nDosierungen, als es die Empfehlungen vorgeben.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er beklagt<em>:\u201cObwohl die \nVersorgungslage f\u00fcr Vitamin D in Deutschland beklagenswert ist und von \nder DGE selbst beklagt wird, verhindert dieselbe Gesellschaft eine \nVerbesserung der Situation, indem die M\u00f6glichkeit einer Supplementierung\n \u00fcber frei verk\u00e4ufliche Nahrungserg\u00e4nzungsmittel massiv beschnitten \nwird. Wenn Sie Ihr Vitamin D hoch dosieren wollen, m\u00fcssen Sie sich daher\n ein Rezept beim Arzt besorgen oder apothekenpflichtige Monopr\u00e4parate \nquasi packungsweise essen, was teuer und wenig praktikabel ist. &#8230;<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Grunde genommen ist es unverantwortlich, dass sich die  Fachgesellschaften immer noch gegen Supplementierung aussprechen. Da  bleibt nur eine Hoffnung: Die Amerikaner werden sicherlich in nicht  allzu ferner Zukunft ihre Zufuhrempfehlungen deutlich anheben. Dann wird  es noch die ber\u00fchmten vier bis f\u00fcnf Jahre dauern, bis unsere  Fachgesellschaften dies als neueste Erkenntnis verkaufen und in gleicher  Weise empfehlen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Hautkrebshysterie<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vitamin\n D ist wesentlich f\u00fcr viele wichtige Funktionen im K\u00f6rper, wie Nicolai \nWorm in den vorangegangenen Kapiteln aufzeigte. Dennoch lautet die \nallgemeine Devise:\u201cDie Sonne meiden, um gesund zu bleiben.\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worm h\u00e4lt dem entgegen: \u201eEine gut gebr\u00e4unte Haut ist der beste Schutz gegen den schwarzen Hautkrebs!\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Hautkrebs handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen mit \nverschiedenen Einfl\u00fcssen, die Sonne ist nur einer der&nbsp; zahlreichen \nFaktoren. Die Sch\u00e4den werden weniger vom kurzwelligeren UVB als vom UVA \nangerichtet. Je mehr Melanin die Haut hat &#8211; je deutlicher also die \nBr\u00e4unung ist &#8211; desto geringer sind Sch\u00e4den durch die Strahlung. Das \nHautpigment Melanin wandelt fast die gesamte Strahlungsenergie in \nharmlose W\u00e4rme um und verhindert dadurch die Bildung freier Radikale, \nwelche Zellsch\u00e4den verursachen k\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Melanom, der gef\u00fcrchtete schwarze Hautkrebs, kommt durch die \nSchutzfunktion des aktivierten Melanins bei Menschen mit schwarzer \nbeziehungsweise brauner Hautfarbe um ein Vielfaches seltener vor als bei\n Wei\u00dfen. Der Selbstschutz der Haut vor sonnenbedingten Sch\u00e4den, besteht \nin Br\u00e4unung und Vitamin D-Bildung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Hautkrebs unterscheidet man den Melanom-Hautkrebs und den \nNicht-Melanom-Hautkrebs, die beide unterschiedliche Ursachen und auch \nunterschiedliche gesundheitliche Relevanz haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der schwarze Hautkrebs &#8211; Melanom &#8211; hat seinen Namen vom \nEntstehungsort, den Melanozyten. Dieser b\u00f6sartige Tumor der \nPigmentzellen kann unkontrolliert wachsen und in umliegendes, gesundes \nGewebe eindringen. \u00dcber die Streuung als Metastasen kann er in Knochen, \nGehirn und vielen anderen Organen Tumore verursachen. Er macht nur 10 \nProzent der Hautkrebsf\u00e4lle aus, ist jedoch verantwortlich f\u00fcr 85 Prozent\n der Todesf\u00e4lle durch Hautkrebs. Nach Angaben der Deutschen \nKrebsgesellschaft (DKG) und des Deutschen Krebs-Forschungszentrum \nerkranken in Deutschland j\u00e4hrlich 14 000 bis 15 000 Menschen am Melanom,\n von denen 2000 sterben &#8211; das macht etwa ein Prozent aller \nKrebstodesf\u00e4lle bei uns aus.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nicht-Melanom-Hautkrebs, auch wei\u00dfer Hautkrebs genannt, kommt \nh\u00e4ufiger vor, ist daf\u00fcr jedoch wesentlich ungef\u00e4hrlicher als das \nMelanom. Man unterscheidet Basalzellenkarzinom und \nPlattenepithelkarzinom. Das Basalzellenkarzinom oder Basaliom ist die \nh\u00e4ufigste Hautkrebsart und tritt in der Epidermis (obere Hautschicht) \nauf. In der BRD gibt es j\u00e4hrlich 100 F\u00e4lle auf 100 000 Einwohner. Er \ntritt meist im Gesicht, an Ohren und Handr\u00fccken auf, als kleine glatte, \nperlmuttartige Erhebungen. Er kann wachsen und in umgebendes Gewebe \neindringen, bildet jedoch nur in 0,03 Prozent der F\u00e4lle Metastasen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Plattenepithelkarzinom oder Spinaliom zeigt sich vor allem im \nGesicht als feste rote Erhebung und f\u00fchlt sich trocken, juckend und \nschuppig an. Nach Angaben der DKG gibt es in Mitteleuropa j\u00e4hrlich 20 \nbis 30 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner. Das Alter der Patienten \nliegt bei 70 Jahren, M\u00e4nner sind h\u00e4ufiger betroffen. Bei Nichtbehandlung\n kann er sich in angrenzende Lymphknoten oder Organe ausbreiten, was \naber nur selten geschieht.&nbsp;&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die beiden wei\u00dfen Hautkrebsarten liegt die wichtigste Ursache in \nh\u00e4ufiger \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Sonnenbestrahlung. Besonders gef\u00e4hrdet sind \nPersonen mit geschw\u00e4chtem Immunsystem. Je fr\u00fcher solch ein Krebs \nentfernt wird, desto besser die Heilungschancen!\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dagegen tritt dam Melanom auff\u00e4llig oft an K\u00f6rperstellen au, die \nnicht oder nur selten der Sonne ausgesetzt sind. Risikofaktoren sind \nerbliche Vorbelastung, Muttermale und helle, sonnenempfindliche Haut. \nSonnenbr\u00e4nde steigern das Risiko. Je fr\u00fcher er entdeckt wird, desto \naussichtsreicher ist die Therapie. Die Forscherbr\u00fcder Garland fanden \n\u00fcbrigens heraus, dass Menschen, die im Freien arbeiten, wesentlich \nseltener Melanome bekommen als solche, die in Innenr\u00e4umen t\u00e4tig sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drei neue Metaanalysen von 60 epidemiologischen Studien best\u00e4tigen \ndas: Regelm\u00e4\u00dfige Sonnenbestrahlung durch Aufenthalt im Freien, durch \nSport oder Gartenarbeit, senkt das Melanomrisiko. Verschiedene \nUntersuchungen legen den Schluss nahe, dass Sonnenschutzmittel das \nMelanomrisiko erh\u00f6hen, wenn sie UVB blockieren und UVA \n(gewebesch\u00e4digend) durchlassen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorliegenden Daten sprechen f\u00fcr sich: Die eigentliche Problematik\n liegt in der gelegentlichen, aber daf\u00fcr sehr intensiven \nSonnenbestrahlung (nach dem Motto: Raus aus dem B\u00fcro &#8211; hinein in den \nKenia-Urlaub): Wei\u00dfe Haut hat bei intensiver Sonnenbestrahlung keinerlei\n Pigmentschutz. Die UV-Strahlen k\u00f6nnen in tiefe Hautschichten eindringen\n und dort das Erbgut&nbsp; der melaninproduzierenden Zellen ver\u00e4ndern. Auch \nfehlt in wei\u00dfer Haut Vitamin D, um entartete Zellen auszusondern. Wenn \ndagegen die Haut durch kontinuierliche, langsam ansteigende \nSonnenbestrahlung stark pigmentiert und verdickt ist, k\u00f6nnen die \nUV-Strahlen die oberen Hautschichten kaum durchdringen und keinen \nSchaden an der DNS der Melanozyten anrichten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man hat festgestellt, dass Rauchen zu \u00e4hnlichen Alterungsvorg\u00e4ngen in\n der Haut f\u00fchrt wie chronische Sonnenbestrahlung. Das erkl\u00e4rt wohl auch,\n dass Rauchen plus ausgiebiges Sonnenbaden das Risiko f\u00fcr wei\u00dfen \nHautkrebs verst\u00e4rken.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte internationale Vergleichsstudie  best\u00e4tigte, dass Menschen mit wei\u00dfem Hautkrebs, wegen der besseren  Vitamin-D-Versorgung, seltener an Krebs der inneren Organe erkranken.  Offenbar ist es eine Frage der Dosis, ob die Sonne mehr n\u00fctzt als  schadet!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist die richtige Dosis?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach\n einem langen Winter sollte man sich vorsichtig an die Sonne \nherantasten, wobei die Hellh\u00e4utigen am meisten Obacht geben m\u00fcssen: Am \nersten Tag ein paar Minuten Sonne &#8211; ohne Sonnenschutzmittel -, dann in \nden Schatten. Am zweiten Tag ein bis zwei Minuten l\u00e4nger &#8211; wieder ohne \nSonnenschutz, damit sich die Pigmente aufbauen k\u00f6nnen. Langsam die Dauer\n der Besonnung steigern, jede R\u00f6tung (= \u00dcberdosis) sollte vermieden \nwerden. Wer l\u00e4nger in der Sonne bleiben will, muss nach den ersten \nungesch\u00fctzten Minuten eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (die \nUVA und UVB abh\u00e4lt) auftragen. Nach der ersten T\u00f6nung darf man etwas \nl\u00e4nger in der Sonne bleiben, nach richtiger Br\u00e4unung noch l\u00e4nger. Zur \nErinnerung: Bei Wei\u00dfh\u00e4utigen ist nach 20 Minuten das Maximum an \nVitamin-D-Bildung in der Haut erreicht, bei brauner Haut dauert es \ndeutlich l\u00e4nger. Das lange Sonnenbaden ist eher wieder ungesund. Man \nsagt, dass die H\u00e4lfte der Zeit, die n\u00f6tig w\u00e4re, um einen Sonnenbrand \nauszul\u00f6sen, die sinnvollste Sonnendosis bedeutet, auch sie dauert mit \nzunehmender Br\u00e4unung l\u00e4nger.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt noch eine neue These zum Melanom, das seit 70 Jahren in allen  Industriegesellschaften kontinuierlich ansteigt: Seit dieser Zeit  verbringen Menschen immer mehr Zeit in Innenr\u00e4umen, mit zunehmend gro\u00dfen  Fenstern. Diese lassen das krebsf\u00f6rdernde UVA-Licht zum Gro\u00dfteil  eindringen, w\u00e4hrend sie das krebssch\u00fctzende UVB-Licht aussperren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist von Solarien zu halten?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich gilt, dass sich die Strahlenwirkung moderner \n\u201ek\u00fcnstlicher Sonnen\u201c nicht wesentlich von&nbsp; der nat\u00fcrlichen \nSonneneinstrahlung unterscheidet. Es ist ein Mix aus UVA und UVB, wobei \nder UVB-Anteil (der die Vitamin-D-Bildung ankurbelt) zwischen 0,7 und \n2,5 Prozent liegt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit kurzem gibt es eine EU-Verordnung, nach der die \nBestrahlungsst\u00e4rke neu produzierter Ger\u00e4te nicht \u00fcber derjenigen der \nMittagssonne am \u00c4quator liegen darf &#8211; rund 0,3 Watt pro Quadratmeter.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt inzwischen gen\u00fcgend kontrollierte Studien, die eindeutig eine\n Vitamin-D-Bildung durch Solarien belegen. In unseren Breiten k\u00f6nnte das\n bei regelm\u00e4\u00dfiger Benutzung die Vitamin-D-Versorgung im Winterhalbjahr \nsichern. Auch hier ist eine R\u00f6tung zu vermeiden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Wahl des Sonnenstudios sollte man auf das G\u00fctesiegel des \nBundesamtes f\u00fcr Strahlenschutz oder auf das Qualit\u00e4tssiegel \u201eGepr\u00fcftes \nSonnenstudio\u201c der Initiative Gepr\u00fcftes Sonnenstudio achten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Medizin setzt k\u00fcnstliche UV-Bestrahlung f\u00fcr therapeutische Zweck<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vitamin D als Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus den Ausf\u00fchrungen des Buches von Nicolai Worm geht zweifelsfrei \nhervor, dass unsere Vitamin-D-Versorgung im Argen liegt, insbesondere im\n Winterhalbjahr. Aus den verschiedenen Dosis-Findungsstudien wissen wir,\n wie viel Vitamin D zugef\u00fchrt werden muss, um einen guten Status zu \nerlangen. Mangelsituationen sollten dabei m\u00f6glichst schnell behoben \nwerden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir beispielsweise einen niedrigen Blutwert von 10 ng\/ml \nzugrunde legen&nbsp; und einen Wert von 40 ng\/ml anstreben, m\u00fcssen wir ein \npaar Monate lang t\u00e4glich 3000 I.E. einnehmen. Um einen Wert von 50 ng\/ml\n zu erreichen, m\u00fcssten es t\u00e4glich 4000 I.E. sein. N\u00e4hern sich die Werte \ndem optimalen Bereich, verringert der Organismus die Ausnutzung der \nangebotenen Vitamine, um nicht in den toxischen Bereich zu kommen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Forscher Holick berechnete, dass die erwachsene amerikanische \nBev\u00f6lkerung&nbsp; durchschnittlich 3000 I.E. Vitamin D aufnehmen m\u00fcsste, um \nihren 25 D-Spiegel auf \u00fcber 35 ng\/ml anzuheben. Bei Kanadiern mittleren \nAlters hat eine sechsmonatige Zufuhr&nbsp; von t\u00e4glich 4000 I.E. einen 25 \nD-Spiegel von 44 ng\/ml erzielt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommentar von Worm: \u201e<em>Au\u00dfer einer besseren Laune fand man keinerlei Nebenwirkungen.\u201c <\/em>Er f\u00fchrt aus: <em>\u201eMan\n kann also davon ausgehen, dass die Dosierungen um 4000I.E. immer noch \nrelativ niedrig liegen, auch wenn sie zwanzigfach h\u00f6her sind als der \ngegenw\u00e4rtig angegebene \u201eBedarf\u201c. Zum Vergleich noch mal der Hinweis: Ein\n kurzes Sonnenbad erzeugt wesentlich mehr Vitamin D als 4000 I.E., 10 \nbis 20 Minuten in der Mittagssonne bei m\u00f6glichst gro\u00dffl\u00e4chig unbedeckter\n Haut liefern dem K\u00f6rper im Optimalfall 20 000 I.E. 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