{"id":4129,"date":"2020-02-20T15:07:03","date_gmt":"2020-02-20T14:07:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4129"},"modified":"2020-04-06T09:52:13","modified_gmt":"2020-04-06T07:52:13","slug":"sind-wir-alle-uebersaeuert","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/naturheilkunde\/sind-wir-alle-uebersaeuert\/","title":{"rendered":"Sind wir alle \u00fcbers\u00e4uert?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Problem &#8222;\u00dcbers\u00e4uerung&#8220; kritisch betrachtet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Hans-Heinrich J\u00f6rgensen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Sind wir alle \u00fcbers\u00e4uert, oder \u00fcbertreiben manche Naturheilkundler \ndas Problem?&#8220; fragt mich der &#8222;Naturarzt&#8220;. Ich bin geneigt, mit einem \neindeutigen &#8222;Jein&#8220; zu antworten. Und damit der Leser nicht allzusehr \nverunsichert ist, will ich versuchen, den Widerspruch aufzukl\u00e4ren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Richtig ist, dass wir lange Zeit die F\u00e4higkeit der Natur \u00fcbersch\u00e4tzt  haben, die viele S\u00e4ure, die wir st\u00e4ndig in die Luft blasen, zu  kompensieren. Unsere Felder und W\u00e4lder, unsere Fl\u00fcsse und Seen siechen  unter der S\u00e4urelast dahin, und weltweite Vertr\u00e4ge, den CO2-Aussto\u00df zu  begrenzen, werden ebenso weltweit ignoriert, am meisten von denen, die  am meisten CO2 produzieren. Kurzsichtig, wer meint, am Menschen w\u00fcrde  dieses Problem spurlos vor\u00fcbergehen. Es ist das Verdienst der  Naturheilkunde, das Bewusstsein f\u00fcr die Problematik geweckt zu haben,  w\u00e4hrend die &#8222;Schulmedizin&#8220; sich bislang ausschlie\u00dflich f\u00fcr das in den  Brunnen gefallene Kind interessiert, n\u00e4mlich f\u00fcr die akute Azidose, die  mit Blaulicht und Martinshorn auf der Intensivstation landet. Aber es  liegt doch auf der Hand, dass es zwischen kerngesund und Intensivstation  eine Entwicklung gegeben haben muss, die niemand bemerkt hat, bis denn  der Notfall eintrat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der pH-Wert des Blutes vertr\u00e4gt keine gr\u00f6\u00dferen Schwankungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese diagnostische L\u00fccke ist l\u00e4ngst geschlossen, denn seit gut \nzwanzig Jahren gibt es ein relativ einfaches Verfahren, mit dem man die \nF\u00e4higkeit des Blutes messen kann, den pH-Wert, das ist die \nS\u00e4uremesszahl, unter Kontrolle zu halten. Der pH-Wert des Blutes \nvertr\u00e4gt keine gr\u00f6\u00dferen Schwankungen, er bewegt sich stets in einer \nwinzig kleinen Spanne um pH 7,4 herum. Abweichungen davon sind mit dem \nLeben nicht vereinbar, und darum hat der liebe Gott, oder wen immer wir \nf\u00fcr den Homo sapiens verantwortlich machen wollen, uns einen riesigen \nSchutzwall von puffernden Basen mit auf den Weg gegeben. Die Menge \nfreier Basen, das ist das Gegenteil von S\u00e4uren, ist zwanzigmal so gro\u00df \nwie die freien S\u00e4uren. Auf jedes saure Molek\u00fcl in unserem Blut kommen \nzwanzig basische Molek\u00fcle. Diese riesige Pufferkapazit\u00e4t sch\u00fctzt uns vor\n der akuten Azidose, der akuten \u00dcbers\u00e4uerung. Darum sind wir auch \nniemals \u00fcbers\u00e4uert oder sauer, der Begriff ist ungl\u00fccklich gew\u00e4hlt. Wohl\n aber kann die Pufferkapazit\u00e4t weniger werden. Knabbern wir lange und \nheftig genug an diesem zwanzigfachen Schutzwall, dann wird aus dem 20 zu\n 1 ein 19 zu 1, ein 18 zu 1, und irgendwann bricht das System zusammen. \nDann ist Blaulicht angesagt. Diese Entwicklung rechtzeitig zu erkennen, \ndas ist das Ziel der Bestimmung der Pufferkapazit\u00e4t.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie fragen, wieso zwanzigfache Basenmenge, wo doch jeder aus dem  Schulunterricht noch den Neutralwert von pH 7 im Kopfe hat. Da kann pH  7,4 im Blut doch &#8218;mal gerade &#8222;schwach basisch&#8220; sein, wie es immer hei\u00dft.  Falsch. Neutralwert pH 7 gilt nur f\u00fcr absolut reines destilliertes  Wasser. Jede L\u00f6sung, in der irgend etwas herum schwimmt, hat einen  eigenen Neutralwert, bei dem S\u00e4uren und Basen genau ausgeglichen im  Verh\u00e4ltnis 1:1 sind. Dieser neutrale Punkt, pK-Wert nennen wir ihn auch,  liegt im Blut bei pH 6,1. Beide Zahlen, pH und pK beschreiben den  Verd\u00fcnnungsgrad der S\u00e4ure und sind nichts anderes als die kleine  hochgestellte Zahl hinter der 10, beraubt um das Minuszeichen. pH 7,4  hei\u00dft, dass die S\u00e4ure in einer Verd\u00fcnnung von 10-7,4 vorliegt, also an  etwas mehr als 7. Stelle hinter dem Komma. Und wenn Sie noch ein klein  wenig vom Umgang mit Hochzahlen (Logarithmus nennt der Mathematiker das)  behalten haben, dann fragen Sie doch einmal Ihren Taschenrechner,  wieviel denn 101,3 ist. 1,3 ist die Differenz zwischen pH 6,1 und 7,4,  und 101,3 ist genau 20.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Statt &#8222;\u00fcbers\u00e4uert&#8220;: weniger basisch w\u00e4re richtig formuliert.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie brennend ist aber nun dieses Problem in der Gesamtbev\u00f6lkerung? \n&#8222;Alle&#8220; sind wir sicher nicht &#8222;\u00fcbers\u00e4uert&#8220;, besser &#8222;weniger basisch&#8220;. \nEinige aber schon. Manche naturheilkundliche Literatur erweckt den \nEindruck, als h\u00e4tte die &#8222;\u00dcbers\u00e4uerung&#8220; als Volksseuche schon gro\u00dfe Teile\n der Bev\u00f6lkerung erfasst. Die Wirklichkeit ist nicht ganz so dramatisch.\n Die akute Azidose ist extrem selten und allenfalls bei entgleisten \nZuckerkranken oder dialysebed\u00fcrftigen Nierenpatienten zu finden. Stets \ngeht dem die Verminderung der Pufferkapazit\u00e4t vorweg, und das kommt \nschon eher vor. Allerdings nicht, wie manchmal der Eindruck geweckt \nwird, bei 70% der Patienten, sondern eher bei unter 5%. Von &#8222;alle&#8220; kann \nalso nicht die Rede sein.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ph\u00e4nomen ist bekannt, dass ein warnender Fingerzeig von der  Fachpresse aufgegriffen wird, immer breiter breitgetreten wird, von den  Therapeuten vor Ort aufgegriffen wird, Firmen veranlasst, Medikamente zu  entwickeln, was wiederum Werbung n\u00f6tig macht, die erneut auf die  Therapeutenwelt einh\u00e4mmert, was schlie\u00dflich aus dem kleinen (richtigen)  Warnhinweis ein scheinbar riesiges Gefahrenpotenzial macht. Der  S\u00e4ure-Teststreifen, ins Nachtgeschirr gehalten, gie\u00dft mit seinen  Schwankungen dann auch noch \u00d6l ins Feuer, verst\u00e4rkt die Angst und die  Therapiebereitschaft, obwohl seine diagnostische Aussagekraft hat dem  Kaffeesatzlesen oder Sternegucken gleicht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Nieren sind das Ausscheidungsorgan f\u00fcr S\u00e4uren, aber auch f\u00fcr Basen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar ist die Niere das Ausscheidungsorgan f\u00fcr S\u00e4uren, aber auch f\u00fcr \nBasen. Die meisten S\u00e4uren werden bereits an Basen gebunden und damit \ngepuffert ausgeschieden, Nur knapp ein Tausendstel aller ausgepinkelten \nS\u00e4uren schl\u00e4gt als Messergebnis auf das Indikatorpapier durch. Und das \nf\u00fchrt unser Denken dann auch noch in die v\u00f6llig falsche Richtung. Ist \nder Urin wunderbar basisch, muss das noch lange kein Zeichen f\u00fcr beste \nGesundheit sein, sondern kann auch bedeuten, dass diese Niere keine \nS\u00e4ure raus l\u00e4sst. Dann aber h\u00e4uft sich die nicht im Urin zu findende \nS\u00e4ure fatal im K\u00f6rper an. Wird jetzt wirksam therapiert, geht die S\u00e4ure \nraus aus dem K\u00f6rper, der Urin wird sauer und der Patient erschrickt ganz\n f\u00fcrchterlich. So geschehen, beobachtet und fehl-interpretiert, als nach\n einer kaliumreichen Getreide-Anf\u00fctterung von Versuchspersonen der \nUrinteststreifen ins Saure rutschte. Getreide s\u00e4uert nicht, Getreide \nents\u00e4uert. Die S\u00e4ure im Nachtgeschirr tut niemandem mehr weh, es sei \ndenn den Blumen&#8230;.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00e4ure-Basen-Diagnostik, wenn sie Hand und Fu\u00df haben soll, muss also \nimmer im Blut erfolgen. Halt: ein einfacher Urintest, der schon 1902 in \nder Literatur beschrieben wurde, kann auch vom Patienten angewendet \nwerden. Morgens zum Fr\u00fchst\u00fcck wird ein gestrichener Essl\u00f6ffel \nNatriumhydrogencarbonat (Kaiser-Natron) geschluckt. Bis in den \nNachmittag hinein wird dann der Urin mit dem S\u00e4ure-Indikatorpapier \nkontrolliert. Irgendwann muss er deutlich ins Basische steigen. Tut er \ndas nicht, kann man daraus schlie\u00dfen, dass der K\u00f6rper den L\u00f6ffel Base um\n keinen Preis wieder hergibt, weil er ihn dringlich braucht. Hier kann \nin der Tat weiterer diagnostischer und therapeutischer Handlungsbedarf \nvorliegen.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der richtigen Erkenntnis, dass eine \u00dcberladung mit S\u00e4ure das  Bindegewebe sch\u00e4digen kann, wird allzu oft der Umkehrschluss gezogen,  jedes Bindegewebsproblem sei eine S\u00e4urekrankheit. Allzu oft muss ich am  Telefon entt\u00e4uschten Therapeuten erkl\u00e4ren, warum denn sein klassischer  Rheumatiker nicht zwingend auch eine Verminderung der Pufferkapazit\u00e4t  aufweisen muss.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Richtig ist, dass S\u00e4ure, die der K\u00f6rper nicht rechtzeitig ausscheiden kann, zus\u00e4tzlich gepuffert werden muss<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade das Bindegwebe muss immer wieder als &#8222;Beweis&#8220; f\u00fcr eine \nMinderung der Pufferkapazit\u00e4t, im Alltagsjargon &#8222;\u00dcbers\u00e4uerung&#8220; \nherhalten, auch ohne pr\u00e4zise Labordiagnostik. Richtig ist, dass S\u00e4ure, \ndie der K\u00f6rper nicht rechtzeitig ausscheiden kann, zus\u00e4tzlich gepuffert \nwerden muss und damit solche Kapazit\u00e4ten verbraucht. Das kollagene \nBindegwebe, rund 70% unseres K\u00f6rpereiwei\u00dfes, verf\u00fcgt \u00fcber eine hohe \nPufferleistung und nimmt darum viel S\u00e4ure auf. Je mehr S\u00e4ure darin \nabgelagert wird, desto mehr verliert es an Elastizit\u00e4t. Und dass das dem\n Gelenkknorpel und den Bandscheiben nicht gerade zum Besten dient, ist \nlogisch.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleiches gilt f\u00fcr das Innere der K\u00f6rperzellen, insbesondere wenn das \nlebensnotwendige Kalium in den Zellen fehlt. Auch hier wird aus der \nGeschmeidigkeit eine Strukturstarre. Die roten Blutk\u00f6rperchen tun sich \nimmer schwerer, durch die haard\u00fcnnen \u00c4derchen zu schl\u00fcpfen. Die \nDurchblutung wird schlechter. Und wenn sich in den Nervenzellen S\u00e4ure \nstatt Kalium breit macht, dann sinkt das Ruhepotenzial der Nerven, die \nneuromuskul\u00e4re Stabilit\u00e4t l\u00e4sst nach, dieser Patient reagiert in der Tat\n &#8222;sauer&#8220;. Und schlie\u00dflich: eine Mutation der genetischen Informationen \nim Zellkern, bekanntlich der Beginn von Krebs, kann durch ein saures \nMilieu beg\u00fcnstigt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jede putzfreudige Hausfrau wei\u00df, dass man die h\u00e4sslichen Kalkflecken \ndes Spritzwassers auf den Badezimmerfliesen mit S\u00e4ure entfernt. Dann \nsollte jede Hausfrau aber auch wissen, dass man die n\u00fctzlichen \nKalkeinlagerungen des Knochens auch mit S\u00e4ure entfernt. Die Osteoporose \nist keine \u00d6strogenmangelkrankheit, wie man uns die letzten 10 Jahre \neinzureden versucht hat, sie ist eine Calciummangel- und S\u00e4urekrankheit.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber noch einmal: alle diese Krankheiten k\u00f6nnen durch ein \u00dcberangebot\n saurer Valenzen entstehen, aber ebenso durch ungez\u00e4hlte andere \nUrsachen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kommt es nun zu einer S\u00e4urebelastung? &#8222;Sauer&#8220;stoff ist mit  Sicherheit nicht der \u00dcbelt\u00e4ter, hier irrte der Chemiker Lavosier, der  unseren Elementen ihren Namen gab. Im Gegenteil, Sauerstoff ist ein ganz  wichtiger Faktor, um S\u00e4urekrankheiten zu verhindern. Jeder Sportler  wei\u00df, dass anaerobe Verbrennung, d.h. Muskelarbeit auch dann noch  weiter, wenn nicht mehr gen\u00fcgend Sauerstoff im Muskel vorhanden ist, zur  Milchs\u00e4urebildung f\u00fchrt und das Leistungslimit deutlich herabsetzt. Das  Training des Sportlers dient nicht zuletzt auch dem Verbessern jener  enzymatischen Systeme, die S\u00e4ure ausscheiden und abbauen. Nun liegt das  Leistungslimit von Alten, Blutarmen, Asthmatikern, Herzschwachen,  Durchblutungsgest\u00f6rten usw. weit unter dem des Sportlers, aber  stoffwechselm\u00e4\u00dfig haben diese alle das gleiche Problem, es bildet sich  durch den Sauerstoffmangel im K\u00f6rper Milchs\u00e4ure, die irgendwo und  irgendwie gepuffert und abgebaut werden muss.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zwingend stellt sich nun die Frage nach der Ern\u00e4hrung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine F\u00fclle von Nahrungsmittel-Tabellen mit ihrem S\u00e4ure- oder \nBasenwert kursieren immer wieder durch die Literatur und f\u00fchren zur \nVerwirrung. Ich kenne sie alle und wei\u00df, wer von wem abgeschrieben hat. \nAlle gehen sie auf eine Untersuchung von Ragnar Berg im Jahre 1912 \nzur\u00fcck, der jedoch nicht S\u00e4uren und Basen untersucht hat, sondern \nKationen und Anionen, und das ist etwas ganz anderes, wie wir seit 1923 \nwissen, seit uns der D\u00e4ne Broenstedt gelehrt hat, dass allein das \ndissoziierte Wasserstoffatom (H+) Tr\u00e4ger der S\u00e4ure ist. Zudem sind die \nUntersuchungen unvollst\u00e4ndig, denn wenn Kationen und Anionen auf dem \nTeller nicht genau ausgeglichen sind, dann w\u00fcrde die Suppe zischen, \nleuchten oder explodieren. Niemand w\u00fcrde mehr mit dem L\u00f6ffel dran gehen.\n Das einzige was wir ziemlich sicher wissen, ist die Tatsache, dass \nEiwei\u00df aus Aminos\u00e4uren besteht, und dass ein Zuviel an Fleisch, Fisch, \nEi, Milch und nat\u00fcrlich auch an pflanzlichem Eiwei\u00df mehr S\u00e4ure in den \nK\u00f6rper einbringt als gut ist. Jeder Vegetarier wei\u00df, dass sein Urin \nbasisch wird. Deswegen muss man nicht zwingend Vegetarier werden, aber \nweniger Fleisch und mehr Pflanze f\u00fchrt ern\u00e4hrungsm\u00e4\u00dfig zumindest in die \nrichtige Richtung. Unsere Urgro\u00dfv\u00e4ter &#8211; freitags Fisch, sonntags Fleisch\n &#8211; lagen da besser als wir, allerdings eher der Not gehorchend.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und noch etwas: wer versucht, seine Ern\u00e4hrung nach Tabellen zu \nordnen, t\u00e4glich den Bedarf an allen Vitaminen, allen Mineralien, allen \nSpurenelementen, an sauren und basischen Stoffen und was denn sonst noch\n so wichtig sein k\u00f6nnte, kommt mit dem PC nicht mehr aus, er braucht \neine Gro\u00dfrechenanlage, kommt doch nie zum richtigen Ergebnis &#8211; und \nberaubt sich manchen Genusses. Abwechslungsreich, vollwertig, gro\u00dfe \nDauerfehler meidend und mit Freude essen, das lob&#8216; ich mir.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbrigens: Zucker macht manch Problem, vor allem wenn er aller \nstoffwechselaktiven Begleitstoffe beraubt ist, aber sauer macht er \nnicht, es sei denn, der notwendige Sauerstoff zu seiner Verbrennung \nfehlt. Da ja der Kohlenstoff C darin zu CO2 verbrannt wird, braucht \njedes C-Atom zwei O-Atome, und wenn es sie nicht durch die Atmung \nbekommt, nimmt es sie einfach aus dem K\u00f6rperwasser H2O. Jedes verbrannte\n Kohlenstoff-Atom hinterl\u00e4sst also vier dissoziierte Wasserstoff-Atome, \nTr\u00e4ger der S\u00e4ure. Und eben darum ist in unserem Erdenrund der \nungebremste CO2-Aussto\u00df auch so fatal. Mutter Erde hat ein paar \nMillionen Jahre gebraucht, um mit Farnkr\u00e4utern, B\u00e4umen und Algen \nunendlich viel Kohlenstoff aus der Atmosph\u00e4re herauszufiltern und als \nKohle, Torf und Erd\u00f6l zu speichern. Der Mensch schafft es in knappe \ndreihundert Jahren, alles wieder herauszuporkeln und als CO2 in die \nAtmosph\u00e4re zur\u00fcck zu blasen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben allen Grund, das Thema in der Natur und beim Menschen \naufmerksam aber kritisch zu beobachten. Wir haben keinen Grund, Panik zu\n machen. Ich f\u00fcrchte nur, mein Hinweis, dass die Patienten doch nicht so\n schrecklich sauer sind, l\u00e4sst statt dessen nun manchen Therapeuten \nsauer reagieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Problem &#8222;\u00dcbers\u00e4uerung&#8220; kritisch betrachtet Von Hans-Heinrich J\u00f6rgensen &#8222;Sind wir alle \u00fcbers\u00e4uert, oder \u00fcbertreiben manche Naturheilkundler das Problem?&#8220; fragt mich der &#8222;Naturarzt&#8220;. Ich bin geneigt, mit einem eindeutigen &#8222;Jein&#8220; zu antworten. Und damit der Leser nicht allzusehr verunsichert ist, will ich versuchen, den Widerspruch aufzukl\u00e4ren. 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