{"id":4055,"date":"2020-02-20T11:40:13","date_gmt":"2020-02-20T10:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=4055"},"modified":"2020-04-06T10:05:42","modified_gmt":"2020-04-06T08:05:42","slug":"codex-alimentarius-kontrolle-und-verleugnung-der-wissenschaft","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/politisches\/codex-alimentarius-kontrolle-und-verleugnung-der-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Codex Alimentarius: Kontrolle und Verleugnung der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Paul Anthony Taylor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir w\u00fcnschen keine Ver\u00e4nderungen. Jede Ver\u00e4nderung bedroht unsere \nStabilit\u00e4t. Das ist auch ein Grund, weshalb wir bei der Anwendung neuer \nErfindungen so zur\u00fcckhaltend sind. Jede rein wissenschaftliche \nEntdeckung birgt ein subversives Potenzial; selbst die Wissenschaft muss\n manchmal wie ein m\u00f6glicher Feind behandelt werden.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aldous Huxley, <em>Brave New World.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom 12. bis 16. November 2007 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler die 29.\n Sitzung des Codex-Komitees f\u00fcr Ern\u00e4hrung und di\u00e4tetische Lebensmittel \nstatt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aktivit\u00e4ten des von der Ern\u00e4hrungs- und  Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der  Weltgesundheitsorganisation WHO gesponserten Zweigs der  Codex-Alimentarius-Kommission werden von Bef\u00fcrwortern von  Naturheilverfahren zunehmend als eine der gr\u00f6\u00dften Bedrohungen weltweit  f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Verf\u00fcgbarkeit von therapeutischen  Vitaminerg\u00e4nzungspr\u00e4paraten und anderen auf Mikron\u00e4hrstoffen beruhenden  Naturheilverfahren betrachtet. Der Leiter des Ressorts  Auslandsbeziehungen der Dr. Rath Health Foundation, Paul Anthony Taylor,  nahm als Vertreter der National Health Federation, der einzigen  verbraucherorientierten und f\u00fcr eine nat\u00fcrliche Gesundheitsf\u00fcrsorge  eintretenden Organisation der Welt, die bei den Codex-Sitzungen einen  offiziellen Beobachterstatus hat, an dieser Sitzung teil. Paul Taylors  nachfolgender Augenzeugenbericht schildert, wie das Codex-Komitee  weiterhin den gesundheitlichen Nutzen von Vitaminen, Mikron\u00e4hrstoffen  und Ern\u00e4hrung im Kampf gegen die gr\u00f6\u00dften modernen Volkskrankheiten  leugnet und kl\u00e4rt dar\u00fcber auf, dass die Hauptnutznie\u00dfer die gro\u00dfen  multinationalen Lebensmittel-, Biotechnologie- und Pharma-Konzerne sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bedenken von Verbrauchern bez\u00fcglich gentechnisch ver\u00e4nderter Lebensmittel werden in eklatanter Weise ignoriert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es\n gibt wohl kaum einen Zweifel dar\u00fcber, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit \nder Verbraucher gegen den Verzehr gentechnisch ver\u00e4nderter Lebensmittel \nist.Immer wieder haben Untersuchungen und Meinungsumfragen in \nverschiedenen L\u00e4ndern der Welt diesen Standpunkt \u00fcber jeden Zweifel \nhinweg bewiesen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichtsdestotrotz macht die Tatsache, dass gentechnisch ver\u00e4ndertes \nSaatgut patentierbar ist \u2013 weil es im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichem Saatgut\n im Labor erzeugt wird und in der Natur nicht vorkommt \u2013 es zu einem \nh\u00f6chst attraktiven Investitionsangebot f\u00fcr die Biotechnologie- und \nPharma-Unternehmen, die dieses Saatgut herstellen. Patente f\u00fcr \ngentechnisch ver\u00e4ndertes Saatgut und die Aussicht auf die damit \nverbundenen Milliardengewinne und die marktbeherrschende Stellung sind \n\u00fcberaus starke Anreize f\u00fcr die Hersteller und lassen sie Mittel und Wege\n finden, diese Lebensmittel auf die Teller der Verbraucher zu bringen, \nganz egal, welche Gefahren f\u00fcr die menschliche Gesundheit davon \nausgehen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang ist interessant, dass auf der diesj\u00e4hrigen \nSitzung des Komitees auch Dr. H. Yoshikura, der Vorsitzende der Codex \nIntergovernmental Task Force on Foods Derived from Biotechnology, \nanwesend war. Diese Arbeitsgruppe hat bereits mehrere globale \nRichtlinien f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderte Lebensmittel herausgegeben. Die \nvon dieser Arbeitsgruppe ausgearbeiteten Richtlinien waren sp\u00e4ter \nma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich, dass die Vereinigten Staaten, Kanada \nund Argentinien bei der Welthandelsorganisation (WTO) einen \nHandelsstreit mit der Europ\u00e4ischen Union (EU) anzettelten und gewannen, \nindem sie erfolgreich argumentierten, dass die EU ein befristetes Verbot\n f\u00fcr die Zulassung und den Import von Lebensmitteln mit gentechnisch \nver\u00e4nderten Inhaltsstoffen ausgesprochen habe, das den Regeln der WTO \nwiderspreche.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Yoshikura war zu dieser Codex-Sitzung eingeladen worden, weil die\n Arbeitsgruppe seit kurzem an einem Anhang zu einer globalen Richtlinie \nf\u00fcr Lebensmittel arbeitet, die gentechnisch ver\u00e4ndert wurden, um \n(angeblich) einen Nutzen f\u00fcr die Ern\u00e4hrung und die Gesundheit zu \nerzielen. Da der Text dieses Anhangs Verweise auf Ern\u00e4hungskonzepte \nenth\u00e4lt, wurde das Komitee eingeladen, den Entwurf f\u00fcr den Anhang zu \npr\u00fcfen und zu kommentieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von einigen kleineren Anmerkungen beschloss das Komitee, den Text des Anhangs ohne jegliche \u00c4nderungen anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Stellungnahme der National Health Federation (NHF)<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Antwort darauf und unter dem Hinweis, dass kein einziges Land \nsich zu Wort meldete, um die Interessen der Verbraucher in dieser \nHinsicht zu verteidigen, gab die National Health Federation folgende \nErkl\u00e4rung ab:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eSehr geehrter Herr Vorsitzender, die NHF m\u00f6chte zu Protokoll \ngeben, dass vor dem Hintergrund der Diskussion um die Risikobewertung \nvon biotechnologisch hergestellten Lebensmitteln 95% der Verbraucher in \nEuropa und Millionen Verbraucher weltweit weiterhin ihre Ablehnung \nsolcher Lebensmittel zum Ausdruck bringen. Wir m\u00f6chten deshalb wissen, \nwie die Arbeitsgruppe die Notwendigkeit zur Durchf\u00fchrung von \nExpositionsstudien an repr\u00e4sentativen Menschenpopulationen zu \nrechtfertigen beabsichtigt, wenn so viele Menschen diese Lebensmittel \nentschieden ablehnen?\u201d<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit anderen Worten: Die National Health Federation wollte wissen, wie  die Arbeitsgruppe Sicherheitsstudien zu gentechnisch ver\u00e4nderten  Lebensmitteln am Menschen plane, wenn nur eine so geringe Zahl von  Menschen bereit war, diese Lebensmittel zu verzehren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die geringsch\u00e4tzige Antwort des Herrn Dr. Rolf Grossklaus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der\n Vorsitzende des Komitees, Dr.&nbsp;Rolf Grossklaus, tat diese Frage mit \neiner erschreckend geringsch\u00e4tzigen Antwort ab und war nicht bereit \nzuzugeben, dass umfangreiche Studien zur Exposition des Menschen nicht \nvor der Markteinf\u00fchrung dieser Produkte durchgef\u00fchrt werden w\u00fcrden. Er \nsagte, dass diese Aspekte auf dieser Sitzung nicht zur Diskussion \nst\u00fcnden. Erstaunlicherweise behauptete er anschlie\u00dfend, dass Verbraucher\n die Vorz\u00fcge dieser Lebensmittel noch nicht realisieren w\u00fcrden, und er \nglaube, die Verbraucher w\u00fcrden mit der Zeit ihre Meinung \u00fcber diese \nLebensmittel \u00e4ndern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter, am Ende der Woche, bat ich w\u00e4hrend der Sitzung zur Annahme \ndes offiziellen Berichts des Komitees im Namen der National Health \nFederation darum, die Stellungnahme der Federation zu diesem Thema in \nden Bericht aufzunehmen. Dr.&nbsp;Grossklaus verweigerte jedoch seine \nZustimmung und argumentierte, dass dieser Punkt nicht diskutiert worden \nsei und der Bericht durch die Aufnahme aller nicht besprochenen Punkte \nzu umfangreich w\u00fcrde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles in allem war dies wohl das krasseste Beispiel f\u00fcr die  Missachtung der Bedenken von Verbrauchern in einer Codex-Sitzung, das  ich bisher erlebt habe.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfehlungen zur wissenschaftlichen Grundlage von \ngesundheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln \u2013 passend f\u00fcr \nmultinationale Konzerne<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres wichtiges Thema, das auf der diesj\u00e4hrigen Sitzung zur \nSprache kam, war ein Text \u00fcber Empfehlungen zur wissenschaftlichen \nGrundlage von gesundheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren hat das Komitee diesem Thema auf seiner \nTagesordnung nur sehr wenig Zeit und keine gr\u00f6\u00dfere Debatte einger\u00e4umt. \nAuf der diesj\u00e4hrigen Sitzung kam es zwar zu einer ausf\u00fchrlicheren \nDiskussion, doch der Tenor der Debatte machte deutlich, dass ohne \ndrastischen Richtungswechsel die Hauptnutznie\u00dfer dieser Empfehlungen die\n gro\u00dfen multinationalen Lebensmittel-, Biotechnologie- und \nPharma-Konzerne sein werden, weil sie sich die erheblichen finanziellen \nKosten f\u00fcr die Umgehung der verschiedenen wissenschaftlichen und \nbeh\u00f6rdlichen H\u00fcrden, die das Komitee errichtet, am ehesten leisten \nk\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demnach werden wir wahrscheinlich zunehmend Fr\u00fchst\u00fcckszerealien, \ngentechnisch ver\u00e4nderte Lebensmittel und Vitaminpr\u00e4parate zur Deckung \nder Tagesbedarfsmengen aus pharmazeutischer Herstellung sehen, die mit \ngesundheitsbezogenen Angaben versehen sind, w\u00e4hrend Vitamin-Supplemente \nvon kleinen, innovativen Herstellern \u2013 sofern sie nicht durch Regelungen\n bereits um ihre Existenz gebracht wurden \u2013 wahrscheinlich keine solchen\n Angaben tragen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen davon und trotz der l\u00e4ngeren Diskussionszeit f\u00fcr diesen \nTagesordnungspunkt auf der diesj\u00e4hrigen Tagung wurde nur ein minimaler \nFortschritt erzielt und mehrere zentrale Fragen \u2013 wie z.B. die \nDefinition des erforderlichen Umfangs von wissenschaftlichen Beweisen \nf\u00fcr die Erh\u00e4rtung von gesundheitsbezogenen Angaben \u2013 sind noch \nunbeantwortet. Sollte das Komitee zum Beispiel auf der Durchf\u00fchrung von \nHumanstudien und klinischen Pr\u00fcfungen bestehen, m\u00fcssten sogar einige \n\u00fcbliche gesundheitsbezogene Angaben f\u00fcr Lebensmittel wie Obst und Gem\u00fcse\n mit dem Argument verboten werden, dass sie auf Beobachtungsstudien und \nepidemiologischen Forschungen beruhen, was die gesamte Angelegenheit ad \nabsurdum f\u00fchren w\u00fcrde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem die Diskussionen nun praktisch in einer Sackgasse gelandet  sind, hat das Komitee beschlossen, dass der Text zu Schritt&nbsp;2 des 8  Schritte umfassenden Codex-Genehmigungsverfahrens zur\u00fcckgestuft werden  und von der franz\u00f6sischen Delegation vor dem Hintergrund der  stattgefundenen Diskussionen neu verfasst werden soll. Folglich werden  die Empfehlungen f\u00fcr gesundheitsbezogene Angaben nun wahrscheinlich  fr\u00fchestens im Juli&nbsp;2010 von der Codex-Alimentarius-Kommission genehmigt  und endg\u00fcltig verabschiedet werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Risikoanalyse bei Lebensmitteln \u2013 die Regeln werden beliebig aufgestellt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein\n weiteres Thema, dem man auf den j\u00fcngsten Sitzungen des Codex-Komitees \nnur wenig Diskussionszeit einger\u00e4umt hat, ist die Risikoanalyse bei \nLebensmitteln. Wie regelm\u00e4\u00dfige Beobachter des Codex schon wissen werden,\n hat diese Frage eine enorme Bedeutung f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung \nder restriktiven Codex-Richtlinien f\u00fcr Vitamin- und \nMineralstofferg\u00e4nzungsmittel, da die Richtlinien besagen, dass die \nsicheren Obergrenzen f\u00fcr Vitamine und Mineralstoffe in \nNahrungserg\u00e4nzungsmitteln von einer wissenschaftlichen Risikoanalyse \nbestimmt werden m\u00fcssen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Pharma-Lobby \u2013 der vor allem auch die gegen \nNahrungserg\u00e4nzungsmittel eingestellten Extremisten innerhalb der \nEurop\u00e4ischen Kommission angeh\u00f6ren \u2013 verzweifelt versucht, jedermann zu \nversichern, die Anwendung von Risikobewertungen werde daf\u00fcr sorgen, dass\n die sicheren Obergrenzen f\u00fcr Vitamine und Mineralstoffe \nwissenschaftlich berechnet werden, sieht die Realit\u00e4t so aus, dass die \nmeisten derzeit verf\u00fcgbaren Methoden zur Beurteilung des mutma\u00dflichen \n\u201eRisikos\u201d beim Verzehr von Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln alles andere als \nwissenschaftlich, sondern im h\u00f6chsten Ma\u00df fehlerhaft sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise hat der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation  (WHO) bei den diesj\u00e4hrigen Diskussionen zum Ausdruck gebracht, dass die  WHO und die Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten  Nationen (FAO) die erste, wenn nicht einzige Quelle f\u00fcr die  wissenschaftliche Beratung des Komitees sein sollen, wobei er  argumentierte, dass internationale Expertengruppen m\u00f6glicherweise keine  unabh\u00e4ngige und unvoreingenommene wissenschaftliche Beratung bieten  k\u00f6nnten. Einmal abgesehen davon, dass man auch bei der WHO und der FAO  die Frage stellen k\u00f6nnte, ob diese Organisationen unabh\u00e4ngig und  unvoreingenommen sind, wurde im Lauf der Diskussionen immer deutlicher,  dass die \u00fcberwiegende Mehrheit des Komitees nicht im geringsten daran  interessiert war, eine unabh\u00e4ngige und unvoreingenommene  wissenschaftliche Beratung auf diesem Gebiet in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beispiele f\u00fcr den Umgang mit Einw\u00e4nden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein\n Beispiel: An einem Punkt der Diskussion bat die National Health \nFederation speziell darum, dass ein wichtiger Teil des Textes auf \n\u201eunabh\u00e4ngige Quellen zur wissenschaftlichen Beratung\u201d bei der \nRisikobewertung Bezug nehmen solle. Bezeichnenderweise gab Basil \nMathioudakis von der Europ\u00e4ischen Kommission zu verstehen, dass er gegen\n die Verwendung des Begriffs \u201eunabh\u00e4ngig\u201d im Text sei; der Begriff wurde\n daraufhin nicht verwendet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem anderen wichtigen Einwand verlangte die National Health \nFederation die Aufnahme von Text, um der N\u00e4hrstoffverarmung des Bodens \nund der Lebensmittel im Lauf der letzten 50 Jahre Rechnung zu tragen. \nNachdem er diese Forderung zur Kenntnis genommen hatte, gab der \nVorsitzende Dr. Grossklaus zu verstehen, dass das Institut, f\u00fcr das er \nt\u00e4tig ist, das Deutsche Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung, eine \nErkl\u00e4rung zu diesem Thema herausgegeben hat, aus der hervorgeht, dass \ndiese Behauptung durch keine wissenschaftlichen Beweise belegt ist. In \ntypischer Weise versuchte er dann sofort zum n\u00e4chsten Thema \u00fcberzugehen \nund gab dem Komitee auch nicht nur die geringste M\u00f6glichkeit zu einer \nStellungnahme.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die National Health Federation brachte dann einen weiteren Einwand \nhervor und verlangte die Niederschrift ihrer Stellungnahmen im Bericht \nund am besten auch die Ber\u00fccksichtigung durch die Kommission, damit die \nAufzeichnungen korrekt und vollst\u00e4ndig sind. Dr. Grossklaus lehnte dies \njedoch ab, mit der Begr\u00fcndung, dass die Federation keine staatliche \nOrganisation sei und kein Mitgliedsstaat ihre Position unterst\u00fctze und \nihre Stellungnahmen somit nicht in den Bericht aufgenommen werden \nk\u00f6nnten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau wie in den Vorjahren stellte Dr. Grossklaus wieder einmal neue \nRegeln auf, wie er es gerade brauchte. Dieser Umstand kommt besonders \nklar durch die Tatsache zum Ausdruck, dass Paragraph 131 des offiziellen\n Komitee-Berichts f\u00fcr diese Sitzung einen anderen Einwand der National \nHealth Federation erw\u00e4hnt, der auch von keinem anderen Mitgliedstaat \nunterst\u00fctzt wurde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende dieser Diskussionen beschloss das Komitee, dass ein  bedeutender Fortschritt erzielt worden sei und dass es der  Codex-Alimentarius-Kommission empfehlen werde, den Text (den  vorgeschlagenen Entwurf f\u00fcr die Prinzipien und Richtlinien der  Risikoanalyse bei Lebensmitteln zur Anwendung auf die Arbeit des  Komitees f\u00fcr Ern\u00e4hrung und diet\u00e4tische Lebensmittel) zu Schritt 5 des  Verfahrens zu bef\u00f6rdern. Das bedeutet, dass jetzt nur noch geringf\u00fcgige  \u00c4nderungen auf der Sitzung des Komitees im n\u00e4chsten Jahr m\u00f6glich sind  und er jetzt m\u00f6glicherweise im Juli 2009 von der  Codex-Alimentarius-Kommission genehmigt und verabschiedet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vorschl\u00e4ge f\u00fcr N\u00e4hrstoffreferenzwerte haben keinerlei Bezug zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der j\u00fcngsten und aktuellsten Forschungen auf dem Gebiet \nder Ern\u00e4hrung kann man wohl mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass \ndie gegenw\u00e4rtige Strategie des Komitees zur Festlegung von \nReferenzwerten f\u00fcr N\u00e4hrstoffe zu Kennzeichnungszwecken von \nErn\u00e4hrungshistorikern sp\u00e4ter einmal als eine anachronistische Farce \nbezeichnet werden k\u00f6nnte.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wissenschaft der Genetik hat uns bereits gelehrt, dass jeder von \nuns genetisch einzigartig ist. Nun haben wir \u00fcberzeugende Beweise daf\u00fcr,\n dass Faktoren wie Lebensalter, Geschlecht, die Anwendung von \nKontrazeptiva, ethnische Abstammung, Kleidung, geografische Lage, \nregul\u00e4re Blutspenden, die Anwendung von Arzneimitteln, genetische \nMutationen oder die biochemische Individualit\u00e4t den N\u00e4hrstoffbedarf \nund\/oder -status einer Person beeinflussen k\u00f6nnen, mitunter sogar ganz \nerheblich.<br>Doch anstatt die Gesundheit der Verbraucher zu sch\u00fctzen, \nwie es letztendlich das ausdr\u00fcckliche Ziel des Codex sein soll, schl\u00e4gt \ndas Komitee stattdessen die Festsetzung eines einzigen Referenzwerts f\u00fcr\n jedes Vitamin und jeden Mineralstoff vor und die Anwendung dieser \nReferenzwerte auf die gesamte Weltbev\u00f6lkerung ab dem Alter von drei \nJahren aufw\u00e4rts. Wenn diese Arbeit abgeschlossen ist, soll anschlie\u00dfend \nein weiteres Set von Referenzwerten f\u00fcr Vitamine und Mineralstoffe f\u00fcr \nKinder zwischen 6 Monaten und drei Jahren ausgearbeitet werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Somit hat es den Anschein, als sei es im Grunde die Absicht der \nKommission, das bestehende \u00fcberholte und wissenschaftlich nicht haltbare\n Konzept der empfohlenen t\u00e4glichen Verzehrsmenge zu untermauern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die National Health Federation versuchte zwar, bei diesem \nkurzsichtigen monumentalen Fehler zu intervenieren, indem sie die \nFestlegung eines zus\u00e4tzlichen Referenzwerts f\u00fcr jedes Vitamin und jeden \nMineralstoff vorschlug, um die Bev\u00f6lkerungsgruppe mit dem gr\u00f6\u00dften Bedarf\n zu repr\u00e4sentieren. Der Vorsitzende wies diesen Vorschlag ohne \nakzeptable wissenschaftliche Begr\u00fcndung zur\u00fcck.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist klar, dass sich die Vorschl\u00e4ge des Komitees zu  Referenzwerten f\u00fcr N\u00e4hrstoffe ganz offensichtlich noch in einem sehr  fr\u00fchen Stadium befinden, und jeder, der auf ein Resultat hofft, das sich  an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert oder das  eine optimale Ern\u00e4hrung f\u00f6rdert, ist gut beraten, nicht zu viel zu  erwarten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sie warten noch auf einen \u201e\u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg\u201d beim Codex? \u2013 Nicht nur Sie\u2026<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verfechter von Naturheilverfahren, die ein gutes Ged\u00e4chtnis haben, \nwerden sich vielleicht noch an die so genannte Natural Solutions \nFoundation erinnern, die in ihrem Bericht \u00fcber eine Tagung des \nCodex-Komitees zur Lebensmittelkennzeichnung im Mai 2006 behauptete, \ndass das Resultat der Diskussionen bez\u00fcglich der vorgeschlagenen Rolle \ndes Codex bei der Implementierung der Globalen Strategie zu Ern\u00e4hrung, \nk\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t und Gesundheit der WHO ein \u201e\u00fcberw\u00e4ltigender Sieg\u201d\n f\u00fcr die Freiheit der Gesundheit gewesen sei.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, das war mit Sicherheit nicht richtig und ist es bis heute nicht,\n besonders wenn man von dem Ergebnis der Gespr\u00e4che auf dieser Tagung \nausgeht. Achtzehn Monate nach dem vermeintlichen \u201e\u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg\u201d \ngibt es noch keinerlei Anzeichen f\u00fcr irgendeine bedeutende Ma\u00dfnahme, \nw\u00e4hrend der Codex noch immer von einer globalen Strategie spricht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Beispiel gab die Vorsitzende des Codex-Komitees f\u00fcr Ern\u00e4hrung, \nDr. Anne MacKenzie, eine PowerPoint-Pr\u00e4sentation zum Thema \u201eGlobale \nStrategie\u201d; sie stellte die Frage, welche Mechanismen f\u00fcr die \nKommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Komitees zur Verf\u00fcgung \nst\u00fcnden und schlug vor, Rat von der WHO und FAO einzuholen. Ihr mutiger \nBeitrag wurde auf eine relativ unbedeutende Position der Tagesordnung \ndes Komitees verwiesen und fand sich unter \u201eSonstige Themen und \nzuk\u00fcnftige Projekte\u201d wieder.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der wenig konkreten und verwirrenden Diskussion, die sich \nanschloss und bei der selbst ein Vertreter des Codex-Sekretariats, Dr. \nJeronimas Maskeliunas, eingestand, bez\u00fcglich des Diskussionsgegenstandes\n des Komitees \u201evollkommen verwirrt\u201d zu sein, kam man schlie\u00dflich \n\u00fcberein, dass ein Arbeitsausschuss zusammentreffen sollte, um die \nGlobale Strategie unmittelbar vor der Tagung des Komitees im n\u00e4chsten \nJahr zu besprechen, und dass nach diesen Diskussionen eine R\u00fcckmeldung \ndes Arbeitsausschusses an das Komitee erfolgen solle. Mit anderen \nWorten: noch mehr Diskussionen und noch immer kein Anzeichen f\u00fcr \nkonkrete Ma\u00dfnahmen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An diesem Punkt scheinen die Diskussionen des Codex bez\u00fcglich der  Globalen Strategie zu Ern\u00e4hrung, k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t und Gesundheit  der WHO noch Lichtjahre davon entfernt zu sein, zu irgendeiner Art von  Sieg zu f\u00fchren, ganz zu schweigen von einem \u00fcberw\u00e4ltigenden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die Herrscher \u00fcber die Welt in Aldous Huxleys \u2018Brave New World\u2019 \nwidersetzt sich auch die Codex-Alimentarius-Kommission Ver\u00e4nderungen. \nAus ihrer Sicht sind Ver\u00e4nderungen \u2013 in Form eines neuen weltweiten \nGesundheitssystems auf der Grundlage von wissenschaftlichen \nErkenntnissen in der Vitaminforschung und auf dem Gebiet der Zellular \nMedizin \u2013 eine Bedrohung f\u00fcr die finanzielle Stabilit\u00e4t der \nPharma-Industrie. Demzufolge werden bahnbrechende Entdeckungen auf dem \nGebiet der Ern\u00e4hrungsbehandlung zunehmend als subversiv empfunden und \nals feindlicher Angriff auf das \u201eGesch\u00e4ft mit der Krankheit\u201d gewertet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die L\u00fcgen und T\u00e4uschungsman\u00f6ver, die notwendig sind, um diese \nSituation aufrecht zu erhalten, lassen sich langfristig nicht \nfortsetzen. Ob es dem Codex nun gef\u00e4llt oder nicht, Ver\u00e4nderungen wird \nes letztendlich geben, und wenn sie kommen, werden die Verbraucher mit \n\u00fcberw\u00e4ltigender Macht fordern, dass diejenigen, die bewusst versucht \nhaben, ihnen den Zugang zu therapeutischen Vitaminerg\u00e4nzungspr\u00e4paraten \nund anderen Naturheilmethoden zu versperren, f\u00fcr ihre Handlungen zur \nRechenschaft gezogen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis dahin ist es unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass Krankheiten \nwie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, AIDS und andere Volkskrankheiten\n zuk\u00fcnftigen Generationen weitestgehend unbekannt sein werden, und es \nliegt an uns, dies zu bewerkstelligen \u2013 je fr\u00fcher, desto besser.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Behandlung von Krankheiten mit patentierten chemischen \nWirkstoffen, wenn bereits sichere und wirksamere Naturheilverfahren zur \nVerf\u00fcgung stehen, grenzt an Wahnsinn und darf von einer zivilisierten \nGesellschaft, die diese Bezeichnung verdient, nicht l\u00e4nger hingenommen \nwerden. Je fr\u00fcher das \u201eGesch\u00e4ft mit der Krankheit\u201d der pharmazeutischen \nIndustrie in den M\u00fclleimern der medizinischen Geschichte verschwindet, \nwo es hingeh\u00f6rt, desto besser ist es f\u00fcr die gesamte Menschheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Paul Anthony Taylor Wir w\u00fcnschen keine Ver\u00e4nderungen. Jede Ver\u00e4nderung bedroht unsere Stabilit\u00e4t. Das ist auch ein Grund, weshalb wir bei der Anwendung neuer Erfindungen so zur\u00fcckhaltend sind. Jede rein wissenschaftliche Entdeckung birgt ein subversives Potenzial; selbst die Wissenschaft muss manchmal wie ein m\u00f6glicher Feind behandelt werden. Aldous Huxley, Brave New World. Vom 12. bis [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"parent":4053,"menu_order":3,"template":"","class_list":["post-4055","vitalstoff_journal","type-vitalstoff_journal","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Codex Alimentarius: Kontrolle und Verleugnung der Wissenschaft - Vitalstoff-Journal<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Weit reichende Verbote belasten zunehmend die naturheilkundliche Alternative zur Schulmedizin. 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