{"id":3958,"date":"2020-02-19T11:13:17","date_gmt":"2020-02-19T10:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3958"},"modified":"2020-04-06T10:31:28","modified_gmt":"2020-04-06T08:31:28","slug":"die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-3","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/medizinbetrieb\/die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-3\/","title":{"rendered":"Die Pharma-Industrie, die \u00c4rzteschaft und Tierversuche (3)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jeder, der die Anklage-Schrift Dr. Colemans gelesen hat, kann nicht \nmehr behaupten, er h\u00e4tte von den skrupellosen Machenschaften der \nPharma-Industrie nichts gewusst! In diesem letzten Beitrag gibt Dr. \nColeman ohne R\u00fccksicht auf Verluste sein Insiderwissen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Dr. med. Vernon Coleman<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pharmakritik Teil 3<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die totale Kontrolle, welche die Pharmaindustrie \u00fcber die \nmedizinischen Berufsst\u00e4nde erlangt hat, w\u00e4re vielleicht noch eher zu \nertragen, wenn die pharmazeutische Industrie sich durch Ehrlichkeit \nauszeichnen w\u00fcrde &#8211; und selbst dann, wenn man diese Industrie mit gutem \nGewissen als ehrlich und vertrauensw\u00fcrdig bezeichnen k\u00f6nnte, h\u00e4tten wir \nimmer noch die sehr befremdliche Situation, dass es einer Industrie \ngestattet sein sollte, ihre eigenen Produkte zu beurteilen und diese \nBeurteilungen dann so zu ver\u00f6ffentlichen, als handle sich um unabh\u00e4ngige\n Expertisen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch obwohl die meisten Hersteller verschreibungspflichtiger \nMedikamente nicht m\u00fcde werden, ihre Verantwortung f\u00fcr den kranken \nMenschen PR-wirksam zu proklamieren, kann man die pharmazeutische \nIndustrie beim besten Willen nicht als ehrlich bezeichnen. Zweifelsohne \ngibt es auf der ganzen Welt keine Industrie, die sich durch eine solche \nSkrupellosigkeit, offenkundige Unehrlichkeit und \nManipulationsfreudigkeit hervortut.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vergleich mit den Pharmamultis nimmt sich die R\u00fcstungsindustrie \nwie eine Vereinigung von Philanthropen aus. Gegen ihre Gegner f\u00fchrt sie \nungenierte Vernichtungs- und Verleumdungskampagnen, w\u00e4hrend die \nPharmamanager sich keines Machtmissbrauchs scheuen, wenn es darum geht, \nihre in die Schusslinie geratenen Unternehmen zu verteidigen. Auf dem \nAltar der Gewinnmaximierung werden Millionen von Patienten bewusst \nerheblichen Risiken ausgesetzt, ein pharmazeutisches Vernichtungswerk, \ndem Heerscharen von willf\u00e4hrigen \u00c4rzten Vorschub leisten, indem sie \nunkritisch neue und ungen\u00fcgend gepr\u00fcfte Pr\u00e4parate in F\u00e4llen verordnen, \nin denen bew\u00e4hrte oder alternative Therapien von besserer und sicherer \nWirkung w\u00e4ren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss sich bewusst werden, dass Arzneimittelunternehmen nicht  angetreten sind, um als Wohlt\u00e4ter der Menschheit zu wirken. Sie sind  ganz einfach im Gesch\u00e4ft wie alle anderen Unternehmen auch, und wenn sie  gr\u00f6\u00dfere Gewinne aus dem Absatz von Rasenm\u00e4hern oder Dosengem\u00fcse  erzielen k\u00f6nnten, w\u00fcrden diese Unternehmen mit an Sicherheit grenzender  Wahrscheinlichkeit sich auf Dosengem\u00fcse oder Rasenm\u00e4her verlegen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bestechung bei der Zulassung von Medikamenten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Siebzigerjahren hat die US-B\u00f6rsenaufsichtsbeh\u00f6rde (American \nSecurities and Exchange Commission, SEC) das Ausma\u00df von Bestechung in \namerikanischen Unternehmen untersucht und stellte drei Industriezweige \nfest, die sich durch ihre Profitgier die H\u00e4nde besonders schmutzig \ngemacht hatten: die \u00d6lmultis, die Flugzeugindustrie und die \npharmazeutische Industrie. Zahlreiche Firmen gaben die Bezahlung von \nBestechungsgeldern an Regierungsstellen zu, um die Zulassung von \nbestimmten Medikamenten zu sichern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Androhung einer einzigen Untersuchung f\u00fchrte damals zu \nzahlreichen&nbsp;\u201eR\u00fccknahme-oder&nbsp;R\u00fcckhol-&nbsp;Aktionen\u201c, von denen mehr als 100 \nmedizinische Produkte betroffen waren, und zahlreiche f\u00fchrende \nUnternehmen wurden der Korruption, des Betrugs und der Falschaussage \n\u00fcberf\u00fchrt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum wiederholten Male haben Arzneimittelhersteller in irref\u00fchrender \nWeise die Nebenwirkungen neuer Medikamente untertrieben, ungen\u00fcgende \nWarnungen \u00fcber die Dosierung und Suchtgefahr ausgegeben, und \nirref\u00fchrende Behauptungen \u00fcber ihre Produkte gemacht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pharmaunternehmen haben die Herstellungsweise und die Spezifikationen  von Medikamenten ver\u00e4ndert, ohne ausreichende Auskunft zu geben, haben  \u00fcber Nebenwirkungen gelogen, irref\u00fchrendes Informationsmaterial an die  \u00c4rzteschaft verteilt, sowie unangemessen breite Indikationen f\u00fcr die  Anwendung neuer Medikamente angegeben, um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Abs\u00e4tze zu  erzielen. Bei der Einf\u00fchrung neuer Medikamente haben die Hersteller es  immer wieder verstanden, allzu rosige Bilder zu malen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gef\u00e4lschte klinische \u00bbStudien\u00ab<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den klinischen Daten, die der \u00c4rzteschaft zug\u00e4nglich gemacht \nwerden, wenden die Hersteller routinem\u00e4\u00dfig selektive Verfahren an, wobei\n bestimmte Arten von Patienten aus den Versuchen ausgeklammert werden. \nObwohl \u00e4ltere Personen wesentlich mehr Arzneimittel als andere \nPatientengruppen einnehmen, werden sie meist aus den Versuchen \nausgeklammert, da bei ihnen die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen \noder das Auftreten von unliebsamen oder gar gef\u00e4hrlichen Reaktionen am \ngr\u00f6\u00dften ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, dass nur ein kleiner Prozentsatz der klinischen \nArbeiten, die weltweit in den medizinischen Fachzeitschriften abgedruckt\n werden, statistisch g\u00fcltig ist, kommt den Arzneimittelherstellern am \nmeisten entgegen. Die Pharmaunternehmen haben ein berechtigtes Interesse\n daran, dass die Qualit\u00e4t der abgedruckten Forschungsarbeiten niedrig \nbleibt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die medizinischen Fachzeitschriften weltweit damit beginnen \nw\u00fcrden, kritische und akkurate Studien zu ver\u00f6ffentlichen, m\u00fcssten \nTausende von Arzneimitteln \u00fcber Nacht aus den Regalen ger\u00e4umt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gegenw\u00e4rtige, von Chaos und Konfusion gepr\u00e4gte System gestattet  wenigstens den Pharmaherstellern einen fortgesetzten, st\u00f6rungsfreien  Absatz ihrer Produkte, w\u00e4hrend die \u00c4rzte diese Produkte in  offensichtlicher Unkenntnis ihrer Nutzlosigkeit und Gefahren weiterhin  verordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Betuchte Journalisten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Redakteure der medizinischen \nFachzeitschriften tun das Ihrige, um die bestehende Situation \naufrechtzuerhalten. Ihre Geh\u00e4lter werden in den meisten F\u00e4llen (direkt \noder indirekt) aus Geldern der Pharmaindustrie bezahlt, und sie haben \nein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Interesse daran, irgendwelche neuen und \naufregenden Arbeiten, die von sensationellen Heilungen k\u00fcnden, zu \nver\u00f6ffentlichen, als Beitr\u00e4ge \u00fcber die Sch\u00e4den, die durch nutzlose oder \npotentiell lebensgef\u00e4hrliche Produkte angerichtet werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein beliebter Trick besteht darin, ein neues Arzneimittel mit den \nschlechtesten noch verf\u00fcgbaren Produkten zu vergleichen, so dass das \nneue Produkt besonders gut abschneidet (so greift man bei der Einf\u00fchrung\n eines neuen anti-arthritischen Medikaments zu einem besonderen \nKunstgriff; anstatt das neue Mittel mit dem relativ unbedenklichen \nl\u00f6slichen Aspirin zu vergleichen, stellt man einen Vergleich mit dem \nunl\u00f6slichen Aspirin an, das von den meisten vern\u00fcnftigen Patienten und \n\u00c4rzten aufgrund seiner unangenehmen Magennebenwirkungen vermieden wird.)\n Die Herstellerfirmen spielen die Nebenwirkungen herunter, unterdr\u00fccken \ndie Ergebnisse von besorgniserregenden Versuchsreihen und versuchen, \nneue Mittel rasch und auf breiter Basis einzuf\u00fchren, bevor die \nNebenwirkungen bekannt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rzte, die bei den ersten Versuchsreihen unangenehme oder gef\u00e4hrliche\n Nebenwirkungen feststellen, werden h\u00e4ufig erleben, dass man ihren \nVersuch einstellt. Auf diese Art und Weise werden Arzneimittel ohne \njeglichen klinischen Wert auf den Markt gebracht, und den \nPharmaherstellern gelingt es, riesige Mengen von Medikamenten \nabzusetzen, die mehr Schaden anrichten als Nutzen erbringen, wie \njedermann, der es sehen will, erkennen kann.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anstatt neue Arzneimittel f\u00fcr bestimmte Krankheiten einzuf\u00fchren, \ngeben die Hersteller das meiste Geld daf\u00fcr aus, bestehende Medikamente \nzu kopieren und anschlie\u00dfend Marktnischen f\u00fcr die neuen Produkte zu \nfinden. Einer Industrie, die urspr\u00fcnglich von Wissenschaftlern angef\u00fchrt\n wurde, stehen nun Marketing-Experten vor. Anstatt nach neuen \nMedikamenten f\u00fcr die Behandlung von Krankheiten zu suchen, setzen \nPharmamanager ihre Energien daf\u00fcr ein, neue Marketing-Gesichtspunkte f\u00fcr\n bestehende und ansonsten nutzlose Produkte zu entdecken, oder sie \nfahnden nach Wegen zur Umgehung von Patentregelungen, um Medikamente als\n Konkurrenz zu bestehenden, erfolgreichen Produkten einf\u00fchren zu k\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn \u00c4rzte klinische Versuche f\u00fcr neue Medikamente organisieren, wird  ihnen in den meisten F\u00e4llen mitgeteilt, dass der Hersteller des  betreffenden Medikaments sich das Recht vorbeh\u00e4lt, \u00fcber die  Ver\u00f6ffentlichung zu entscheiden und zu verf\u00fcgen. Pharmaunternehmen  behalten sich ebenfalls das Recht vor, wenig schmeichelhafte Passagen  streichen zu d\u00fcrfen, oder Versuche, die dem Verkauf des Produktes  abtr\u00e4glich w\u00e4ren, nicht zu ver\u00f6ffentlichen. Die \u00c4rzte lassen sich diese  Praktiken gefallen, um sich ihre bezahlte Teilnahme an den Versuchen zu  sichern. Inzwischen ist der \u00c4rztestand von der gleichen Unaufrichtigkeit  gepr\u00e4gt wie die Pharmaindustrie.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Menschen werden als Versuchskaninchen missbraucht<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tragischerweise \u00fcbertr\u00e4gt sich diese Haltung h\u00e4ufig auf die Art und \nWeise, in der \u00c4rzte jene Patienten behandeln, die als Versuchspersonen \nfungieren. In den meisten L\u00e4ndern ist es inzwischen fast schon g\u00e4ngige \nPraxis, dass Patienten nicht \u00fcber ihre Teilnahme an einem klinischen \nVersuch aufgekl\u00e4rt werden. Tausende von Patienten haben schwere \nNebenwirkungen erlitten, nachdem sie in einer solchen unethischen \nWeise&nbsp;\u00bbmissbraucht\u00ab&nbsp;worden sind &#8211; einige haben sogar mit ihrem Leben \nbezahlt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unehrlichkeit \u00fcbertr\u00e4gt sich mit Sicherheit auch auf die \nEinstellung der \u00c4rzte, die an diesen Versuchen teilnehmen. Zahlreiche \n\u00c4rzte wurden bereits angeklagt wegen der Verf\u00e4lschung von Ergebnissen \nund der Erfindung von nicht-existenten Patienten im Rahmen von \nMedikamententests f\u00fcr gro\u00dfe Pharmaunternehmen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Tatsache, dass der Pharmaindustrie ein be\u00e4ngstigender und  begr\u00fcndeter Ruf der Unehrlichkeit vorauseilt (und einer \u00c4rzteschaft, die  sich offensichtlich beeilt, Vers\u00e4umtes nachzuholen), verzichten  Arzneimittelzulassungsbeh\u00f6rden weltweit darauf, ihre eigenen Bewertungen  neuer Arzneimittel durchzuf\u00fchren. Mit einer staunenswerten  Vertrauensseligkeit verlassen sie sich immer noch auf die  Arzneimittelhersteller, die eine Zulassung beantragen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00bbWissenschaftlichkeit\u00ab dient nur zu Image-Zwecken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen F\u00e4llen ist die Werbung, die den \u00c4rzten als Information dienen sollte, von einer frappierenden Unehrlichkeit.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon vor langer Zeit haben die Arzneimittelhersteller begriffen,  dass ihre wichtigste Aufgabe im Aufbau und der Pflege eines  wissenschaftlichen Images besteht. Da ihnen die zentrale Bedeutung  dieses Faktors f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg stets bewusst gewesen  ist, haben sie gro\u00dfe Anstrengungen f\u00fcr einen m\u00f6glichst  wissenschaftlichen&nbsp;\u00bbAuftritt\u00ab&nbsp;ihrer Produkte unternommen. Alle gro\u00dfen  Pharmahersteller sind sich dar\u00fcber im Klaren, dass das, was ein  Medikament verspricht, wesentlich wichtiger ist als das, was das Produkt  tats\u00e4chlich leistet. Zum wiederholten Male haben Arzneimittelfirmen  neue Produkte eingef\u00fchrt und f\u00fcr eine Bandbreite von St\u00f6rungen  angeboten, trotz einer \u00e4u\u00dferst d\u00fcrftigen Beweislage f\u00fcr einen  bestenfalls bescheidenen Nutzen. Die pharmazeutische Industrie ist  insofern einzigartig, indem ihre Produkte nicht an die Personen verkauft  werden, die sie konsumieren, sondern im Wesentlichen an \u00c4rzte. Die  Personen, die ihre Produkte&nbsp;\u00bbkaufen\u00ab, m\u00fcssen nicht daf\u00fcr&nbsp;\u00bbbezahlen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor zwei oder drei Jahrzehnten haben die Arzneimittelhersteller das \neinfache Rezept gefunden, das gro\u00dfe Gewinne garantiert. F\u00fcr die \nBehandlung von h\u00e4ufig vorkommenden, chronisch verlaufenden und schlecht \ndefinierten Krankheiten entwickelt man Medikamente, die irgendeine Art \nvon messbarer Wirkung erzielen; dann f\u00fchrt man entsprechende \nTierversuche durch, beantragt den erforderlichen Patentschutz und steckt\n Unsummen in das richtige Marketing &#8211; auf diese Weise werden \nbahnbrechende neue Medikamente f\u00fcr die Behandlung moderner Syndrome \nkreiert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab den Sechzigerjahren haben die Pharmaunternehmen endg\u00fcltig den \nSchwerpunkt auf das Marketing als Schl\u00fcssel zur Gewinnoptimierung \ngelegt. Die Patienten sollten bestimmte Arzneimittel kennen und diese \nProdukte verlangen, und so wurden riesige Summen f\u00fcr die Betreuung von \n\u00c4rzten ausgegeben; von \u00fcppigen Konferenzen bis zu satten \nBeratungshonoraren. Bei der \u00dcberzeugungsarbeit wurde gewiss nicht \ngespart, schlie\u00dflich sitzen ja beide Seiten im selben Boot, nicht wahr?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich erinnere mich an den Fall eines Ministers einer Regierung, der \neinmal \u00f6ffentlich zugegeben hat, dass Arzneimittelfirmen mit ihrer \nWerbung wiederholte Male gegen bestehende Regeln und Vorschriften \nversto\u00dfen haben. In der Tat sind falsche Behauptungen und nicht \nausreichende Warnungen in der Pharmawerbung derart h\u00e4ufig, dass die \nganze Industrie zusammenbrechen w\u00fcrde, wenn leitende Angestellte bei \njedem Versto\u00df zur\u00fccktreten m\u00fcssten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die irref\u00fchrende Pharmawerbung wird bewusst so konzipiert, um \u00c4rzte \nzu pauschalen und \u00fcberm\u00e4\u00dfig h\u00e4ufigen Verordnungen zu ermutigen. Was ihre\n Ehrlichkeit und Verl\u00e4sslichkeit anbelangt, kann diese Werbung es mit \njeder politischen Erkl\u00e4rung aufnehmen; sie ist unwissenschaftlich, \nprimitiv, voreingenommen, irref\u00fchrend und bewusst verlogen in Stil und \nInhalt. \u00c4rzte, die dieser Werbung Glauben schenken, m\u00fcssen der \npharmazeutischen Industrie blind vertrauen und haben offensichtlich \nnicht begriffen, dass sie ben\u00fctzt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werbematerial der Arzneimittelhersteller l\u00e4sst sich in zwei Kategorien einteilen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\n Die erste Kategorie soll die Aufmerksamkeit des Arztes gefangen nehmen,\n ehe er sich zu einer Verordnung entschlie\u00dft. Der Gro\u00dfteil dieses \nMaterials sieht so aus, als w\u00e4re es f\u00fcr F\u00fcnfj\u00e4hrige konzipiert. Da gibt \nes viele h\u00fcbsche, bunte Bilder, Cartoons, sowie allerlei kurzweilige \nFalt- und Klappausschnitte und derlei Schnickschnack mehr.&nbsp;<\/li><li>Die\n zweite Kategorie umfasst die wissenschaftliche Information, d.h. einige\n grundlegende Details \u00fcber die beabsichtigte Wirkungsweise des \nMedikaments. Der Gro\u00dfteil dieser kleingedruckten Angaben ist v\u00f6llig \nunverst\u00e4ndlich f\u00fcr jeden, der nicht gerade ein Experte auf dem \nbetreffenden Gebiet ist. Die Arzneimittelhersteller m\u00f6chten den \nverordnenden \u00c4rzten das Gef\u00fchl vermitteln, sie seien Kooperationspartner\n in wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten, aber zu eng wollen sie diese \nKooperation nat\u00fcrlich auch nicht geraten lassen. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die  betreffenden Medikamente wirklich lebensnotwendig (\u00bbnotwendig\u00ab&nbsp;ist ja  das, was die Not wendet), lebensrettend w\u00e4ren, br\u00e4uchte man keine  Vertreter, keine manipulierten Versuche und keinen Werberummel. Aber in  Wahrheit muss der Bedarf f\u00fcr jedes neue Medikament erst geschaffen  werden, und das Risikoverh\u00e4ltnis zwischen den Vorteilen und Nachteilen  des Medikaments muss zugunsten der Herstellerfirma zurechtgebogen  werden. Marketing ist immer zuerst das Kreieren von Nachfrage.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lasche Gesundheitsminister<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Gesundheitsminister h\u00e4tten die Kompetenzen, die auf Abwege \ngeratenen Pharmahersteller zur Ordnung zu rufen und wo erforderlich mit \nGeldstrafen zu belegen. Aber dies geschieht nur selten, denn unseren \nGesundheitsministern liegt die Gesundheit der Pharmaindustrie eher am \nHerzen als die der Patienten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke hierbei auch an den bekannten Fall eines \nArzneimittelherstellers, der wegen irref\u00fchrender Werbung f\u00fcr eines \nseiner Produkte angeklagt und f\u00fcr schuldig befunden wurde. Die Firma und\n der verantwortliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer kamen mit glimpflichen Geldstrafen \ndavon, w\u00e4hrend die Firma das Produkt ohne Einschr\u00e4nkung weiterverkaufen \ndurfte.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor einigen Jahren wurden dreitausend Stichprobenanalysen von \nMedikamenten durchgef\u00fchrt, wobei fast ein Drittel aller untersuchten \nMedikamente nicht den Pr\u00fcfvorschriften entsprachen. So haben die \nVersuche zum Beispiel ergeben, dass einige Tabletten eines bestimmten \nMedikamentes sich innerhalb von f\u00fcnf Minuten aufl\u00f6sten, w\u00e4hrend andere \nsich nach einer Stunde noch nicht aufgel\u00f6st hatten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es entbehrt nicht einer gewissen Absurdit\u00e4t, dass die Hersteller von \nS\u00fc\u00dfigkeiten die Inhaltsstoffe ihrer Produkte genau deklarieren m\u00fcssen, \ndamit Eltern bestimmte allergieverursachende Zusatzstoffe vermeiden \nk\u00f6nnen, w\u00e4hrend es keine entsprechenden Auflagen f\u00fcr \nArzneimittelhersteller gibt. Dabei ist es gut zu wissen, dass es \nHersteller gibt, die Farbstoffe einsetzen, die als Allergene im Verdacht\n stehen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe nicht den leisesten Zweifel, dass die Zulassungsbeh\u00f6rden \neine bemerkenswerte Milde im Umgang mit der Pharmaindustrie walten \nlassen, und dabei ein Ausma\u00df von Vertrauensseligkeit an den Tag legen, \ndie man gelinde gesagt als deplatziert bezeichnen muss. (Der zynische \nBeobachter wird hierbei einwenden, dass diese Milde keineswegs \n\u00fcberraschen sollte, wenn man die Zahl der Personen bedenkt, die von den \nZulassungsbeh\u00f6rden besch\u00e4ftigt werden, welche zugleich auch auf den \nGehaltslisten der Arzneimittelhersteller stehen).\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weltweit d\u00fcrfte die Zahl der Personen in den  Arzneimittelzulassungsbeh\u00f6rden, die der Pharmaindustrie nicht in  irgendeiner Weise verpflichtet sind, au\u00dferordentlich niedrig sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Unverst\u00e4ndliche Nachgiebigkeit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kann inzwischen keine Zweifel mehr daran geben, dass man der \npharmazeutischen Industrie schlicht und einfach nicht trauen kann. Und \ndennoch tun unsere Regierungen und die \u00c4rzteschaft nichts anderes als \ndas: sie verlassen sich bei Entscheidungen der Arzneimittelsicherheit \nauf Forschungsarbeiten, die von der Pharmaindustrie bezahlt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die anerkannte Tatsache, dass die Produkte, die sich am besten \nverkaufen, nicht notwendigerweise auch die effektivsten sind, sondern \ndiejenigen, die am aggressivsten und am kreativsten vermarktet werden, \nwird allgemein geflissentlich \u00fcbergangen. W\u00e4hrend sie bei ihrem \ndynamischen Profitstreben gegen Gesetze und Regeln aller Art versto\u00dfen, \nk\u00f6nnen Arzneimittelhersteller sich in der Sicherheit wiegen, dass selbst\n im schlimmsten Fall von auftretenden Sch\u00e4den und den damit verbundenen \nKlagen, die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung au\u00dferordentlich gering\n ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn alle sprichw\u00f6rtlichen Stricke rei\u00dfen, k\u00f6nnen die \nPharmaunternehmen dahingehend argumentieren, dass das betreffende Mittel\n die Zulassung von den verantwortlichen Beh\u00f6rden erhalten hat, und dass \ndie Firma daher auch alles getan haben muss, um das Produkt ausreichend \nzu testen. Nach dieser Argumentation trifft das Unternehmen keine Schuld\n f\u00fcr unangenehme oder schwere Nebenwirkungen, die sich erst nach der \nZulassung und Einf\u00fchrung eines Medikaments gezeigt haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund, warum die Pharmahersteller sich derma\u00dfen aggressiv,  r\u00fccksichtslos und geldgierig geb\u00e4rden, liegt vermutlich darin, dass es  sich um die gewinntr\u00e4chtigste Industrie der Welt handelt. Diese  Industrie zieht naturgem\u00e4\u00df geldgierige Menschen an, die vor allem noch  mehr Geld verdienen wollen, anstatt Menschen mit edleren Motiven, denen  das Wohl der Menschheit am Herzen liegt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4rter und profitabler als Rauschgift-Handel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Kokainbosse in Kolumbien w\u00fcssten, wie leicht man durch den \nVerkauf verschreibungspflichtiger Medikamente legal das gro\u00dfe Geld \nmachen kann, w\u00fcrden sie den Schmuggel \u00fcber Nacht einstellen und in die \nPharmaindustrie einsteigen &#8211; d.h. wenn sie hart genug daf\u00fcr w\u00e4ren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die Chancen stehen, w\u00fcrden sie sich wahrscheinlich bald \ngeschlagen geben m\u00fcssen, denn in diesem Haifischbecken haben nur die \nr\u00fccksichtslosesten Akteure so etwas wie eine \u00dcberlebenschance. Vor \neinigen Jahrzehnten tummelten sich noch tausende von \nArzneimittelherstellern auf dem Markt. W\u00e4hrend der Gro\u00dfen Depression der\n 30er Jahre in den Vereinigten Staaten sind \u00fcber 3.500 \nArzneimittelfirmen eingegangen. Heute wird der weltweite Absatz von \nverschreibungspflichtigen Arzneimitteln von einer relativ kleinen Gruppe\n von global agierender Unternehmen kontrolliert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht schwer zu begreifen, warum die Pharmaindustrie sich \nderma\u00dfen r\u00fccksichtslos geb\u00e4rdet. Schlie\u00dflich sind die Gewinnspannen \nschlicht und einfach ph\u00e4nomenal. Ein j\u00e4hrliches Absatzvolumen von \nHundert Millionen Dollar bei einem einzigen Produkt ist nicht \nungew\u00f6hnlich. (Allein Ciba Geigy setzt mit einem nahezu \nnutzlosen&nbsp;\u00bbAnti-Raucher-Pflaster\u00ab&nbsp;eine Milliarde DM um). F\u00fcr jeden \nDollar Umsatz, der durch den Verkauf von Pharmaka erzielt wird, bleiben \n90 Cent Gewinn \u00fcbrig. Die Rohsubstanzen f\u00fcr ein Medikament kosten \nvielleicht weniger als 100 Dollar pro Kilo. Die Kosten f\u00fcr die \nVerarbeitung der Rohsubstanz zu 100.000 Pillen und die erforderliche \nVerpackung belaufen sich vielleicht auf 1000 Dollar. Der Verkaufspreis \ndieser 100.000 Pillen wird in jedem Fall \u00fcber 10.000 Dollar liegen. Das \neinzige andere international vertriebene Produkt, das sich mit diesen \nGewinnspannen messen kann, ist Kokain.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arzneimittelhersteller verdienen h\u00e4ufig Mindestjahresgewinne von  zwischen 30 Prozent und 50 Prozent ihres eingesetzten, produktiven  Kapitals. Diese Gewinne verstehen sich \u00fcbrigens abz\u00fcglich massiver  Zahlungen vor und nach dem Reingewinn, sowie der Lohnzahlungen an die  eigenen Besch\u00e4ftigten, die weit \u00fcber dem vergleichbaren Niveau in  anderen Industriezweigen liegen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Unversch\u00e4mte Gewinne<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da das Volumen der verschriebenen Medikamente auch nicht gerade nach \nunten weist, sind diesbez\u00fcglich keine herben Gewinnr\u00fcckschl\u00e4ge zu \nbef\u00fcrchten. Ganz im Gegenteil, wie eine j\u00fcngste Studie von \u00fcber 2.000 \nKrankenhausaufnahmen gezeigt hat, ist die Anzahl von Medikamenten, die \npro Patient verordnet werden, innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren \num fast 50 Prozent gestiegen. Dies ist vielleicht nicht so \nverwunderlich, wenn man bedenkt, dass \u00c4rzte auf der ganzen Welt h\u00e4ufig \nzus\u00e4tzliche Einnahmen durch die Verordnung von Medikamenten erzielen \nk\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Japan sind die zus\u00e4tzlichen Verdienstm\u00f6glichkeiten durch die \nVerordnung von Medikamenten von einer einzigartigen Absurdit\u00e4t. Die \njapanische Regierung zahlt jedem Arzt bei jeder Verordnung eine Geb\u00fchr. \nDie japanischen \u00c4rzte kaufen die Arzneimittel vom Gro\u00dfh\u00e4ndler weit unter\n den Abgabepreisen und behalten dann den Gewinn. Daher gibt es f\u00fcr die \njapanischen \u00c4rzte einen nicht unerheblichen finanziellen Anreiz, sich \nbeim Griff zum Rezeptblock keine Zur\u00fcckhaltung aufzuerlegen. Dabei gilt:\n Je teurer das Medikament, desto gr\u00f6\u00dfer der Gewinn. So betrachtet hat \nder Arzt des zwanzigsten Jahrhunderts noch viel mit dem fr\u00fcheren \nApotheker gemeinsam, der seinen Lebensunterhalt durch die Abgabe von \nMedikamenten verdiente.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor zehn Jahren entfielen f\u00fcnf Prozent der Kapitalisierung der \nLondoner B\u00f6rse auf Arzneimittelhersteller, ein Anteil, der sich \nmittlerweile verdoppelt hat. Im Jahr 1982 betrug der Anteil der \nPharmahersteller an der amerikanischen B\u00f6rse 7,4 Prozent, und bel\u00e4uft \nsich inzwischen ebenfalls auf das Doppelte. Heute stellen die \nPharmaunternehmen den gr\u00f6\u00dften Sektor an der B\u00f6rse dar, gr\u00f6\u00dfer als der \nAnteil der \u00d6lmultis.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dfenseiter k\u00f6nnen unm\u00f6glich die j\u00e4hrlichen Reingewinne der gro\u00dfen \nPharmaunternehmen beziffern, doch liegen diese sicherlich wesentlich \n\u00fcber 50 Prozent des eingesetzten, produktiven Kapitals. Es gibt weltweit\n keine Industrie, die sich mit der Pharmaindustrie messen kann, was die \nerzielten Gewinne anbelangt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die meisten anderen Industriezweige im Zuge der weltweiten \nRezession Ende der Achtziger- und Anfang der Neunziger Jahre erheblich \nin Mitleidenschaft gezogen wurden, sind die Aktien der internationalen \nPharmahersteller kometenhaft gestiegen. Nat\u00fcrlich werden diese \ngigantischen Gewinne nicht immer nach au\u00dfen dargestellt. Es gibt viele \nWege und Mittel, um Gewinne zu senken, und damit Steuern zu sparen und \ndie Gefahr von \u00dcberpr\u00fcfungen zu reduzieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr internationale Unternehmen (und die gr\u00f6\u00dften  Arzneimittelhersteller operieren auf internationaler Basis seit ihre  Gr\u00fcnder Ende des neunzehnten Jahrhunderts die Vorteile der weltweiten  Vermarktung ein und derselben Produkte entdeckt haben) besteht die  einfachste Gewinnverlagerungstaktik darin, die Grundsubstanzen in  L\u00e4ndern mit niedrigen Steuers\u00e4tzen herzustellen, um diese dann zu hohen  Preisen an Tochtergesellschaften in L\u00e4ndern mit hohen Steuers\u00e4tzen zu  verkaufen. So werden Gewinne auf einfache, rasche und legale Art und  Weise an den richtigen Ort verlagert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kumpanei von Politik und Pharma-Industrie<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelegentlich vernimmt man Politikerstimmen, die die obsz\u00f6nen Gewinne \nder Pharmaunternehmen monieren, doch mit der ihr eigenen Effizienz und \nSkrupellosigkeit wird die Branche mit den Politikern leicht fertig. Die \nWahrheit ist, dass die Mehrzahl der Politiker aus einer Reihe von \nverschiedenen Gr\u00fcnden die Pharmaindustrie lieber gew\u00e4hren l\u00e4sst. Die \nrentablen Unternehmen bedeuten Arbeitspl\u00e4tze und Steuereinnahmen und in \nden meisten entwickelten L\u00e4ndern tragen sie zur Verbesserung der \nAu\u00dfenhandelsbilanz bei. Selbst den marodesten Betrieben sollte es \ngelingen, ihre Produkte in den Entwicklungsl\u00e4ndern abzusetzen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wichtigste Grund jedoch, warum die Politik die Pharmaindustrie \nlieber an der langen Leine l\u00e4sst, liegt darin, dass weder Politiker noch\n die Industrievertreter ein besonderes Interesse an der \u00dcberwindung von \nKrankheiten haben. Der Pharmaindustrie kommt es gelegen, wenn eine \nm\u00f6glichst gro\u00dfe Anzahl von Personen an chronischen, unheilbaren \nKrankheiten leidet. Den Politikern kommt es gelegen, wenn m\u00f6glichst \nviele Menschen sterben, ehe sie das Rentenalter erreichen. Wenn mehr \nGeld f\u00fcr eine sinnvolle Krebsprophylaxe ausgegeben werden w\u00fcrde (etwa 80\n Prozent aller Krebsformen lassen sich verhindern), w\u00e4re ein \ndramatischer Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung die Folge, \nverbunden mit einem R\u00fcckgang schwerer Krankheiten und Gebrechlichkeit. \nAber die Pharmaindustrie m\u00f6chte keine gesunde Menschheit (was ja mit \nAbsatzr\u00fcckg\u00e4ngen gleichbedeutend w\u00e4re) und die Politiker m\u00f6chten keine \nErh\u00f6hung der Lebenserwartung, denn ihnen ist heute schon klar, dass sie \ndie anfallenden Rentenzahlungen niemals aufbringen k\u00f6nnten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erstaunliche Wahrheit ist, dass der Pharmaindustrie an einer  miserablen Volksgesundheit gelegen ist, um ihre Gewinne zu erhalten,  w\u00e4hrend die Politiker ihnen dabei behilflich sind. Die \u00c4rzteschaft, die  ihre Seele teuer verkauft hat und nun von einer Industrie beherrscht  wird, deren oberstes Ziel die Verschlechterung der Volksgesundheit ist,  \u00fcbt h\u00f6chst selten Kritik an der Pharmaindustrie.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Pharma-Industrie ist Eigent\u00fcmer der Schulmedizin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten akademischen Forschungsabteilungen, medizinischen \nFachzeitschriften und medizinischen Gesellschaften sind zu einem \nerheblichen Grad, wenn nicht gar vollkommen abh\u00e4ngig von der \nArzneimittelindustrie. Mit anderen Worten, die Pharmaindustrie kann als \nEigent\u00fcmer der Schulmedizin und ihrer Institutionen gelten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich leugnet die Pharmaindustrie ihren ausschlie\u00dflich \ngewinnorientierten Charakter. Dabei verweisen ihre Vertreter und \nPressesprecher auf die gewaltigen Summen, die f\u00fcr die Forschung und \nEntwicklung neuer Arzneimittel investiert werden, ein wahrlich \nehrenwertes und edles Unterfangen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es f\u00e4llt jedoch nicht allzu schwer, die absurde Unehrlichkeit dieser Argumente zu entlarven.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahrheit ist, dass ein gro\u00dfer Teil jener angeblich f\u00fcr \ndie&nbsp;\u00bbForschung\u00ab&nbsp;aufgewendeten Mittel in Wirklichkeit in \nMarketingaktivit\u00e4ten einflie\u00dft. Es gibt viele Mittel und Wege, mit denen\n die Unternehmen diesbez\u00fcgliche T\u00e4uschungsman\u00f6ver einsetzen k\u00f6nnen, \nsowie einen breiten Spielraum f\u00fcr finanz- und bilanztechnische \nTaschenspielereien, der von Kennern der Materie virtuos ausgesch\u00f6pft \nwerden kann.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der simpelste Trick besteht darin, sogenannte&nbsp;\u00bbklinische  Forschungsversuchsreihen\u00ab&nbsp;f\u00fcr die Zeit direkt nach der Einf\u00fchrung eines  neuen Medikamentes zu organisieren, wobei niedergelassene \u00c4rzte f\u00fcr die  Verordnung und Bewertung des neuen Pr\u00e4parates bezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bezahlte \u00bbStudien\u00ab ohne jeden wissenschaftlichen Wert<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In manchen F\u00e4llen erhalten die engagierten \u00c4rzte Geld f\u00fcr diese \nanspruchsvolle T\u00e4tigkeit (bis zu 100 Pfund pro Patient scheint Anfang \nder Neunzigerjahre eine g\u00e4ngige Summe zu sein), in anderen F\u00e4llen werden\n ihre M\u00fchen mit Flugtickets, Farbfernsehger\u00e4ten oder Computern \nabgegolten. Die meisten Patienten haben keine Ahnung, dass sie \nals&nbsp;\u00bbVersuchskaninchen\u00ab&nbsp;fungieren und dass ihre wiederholten \nPraxisbesuche dazu angetan sind, ihrem Arzt ein Zubrot zu bescheren. \nVermutlich liegt die Entscheidung beim niedergelassenen Arzt, wie er \nderlei&nbsp;\u00bbWerbegeschenke\u00ab&nbsp;am besten steuerlich unterbringt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klinische Relevanz dieser breitangelegten Versuche mit \npraktischen \u00c4rzten ist meist gleich Null (in der Tat werden die von den \n\u00c4rzten ausgef\u00fcllten Formulare in manchen F\u00e4llen einfach weggeworfen), \ndenn eigentlich geht es darum, den Arzt an die Verordnung des neuen \nMedikaments heranzuf\u00fchren. In einem Fall von drei neuen Medikamenten, \ndie nach Markteinf\u00fchrung auf diese Art und Weise&nbsp;\u00bbunterst\u00fctzt\u00ab&nbsp;wurden, \nhat sich herausgestellt, dass auf f\u00fcnf Prozent aller \u00c4rzte \u00fcber 50 \nProzent der Verordnungen dieser neuen Produkte entfielen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Studie mit praktischen \u00c4rzten gezeigt\n hat, gab es Tausende von Kollegen, die bereit waren, neue Medikamente \nvor ihrer allgemeinen Einf\u00fchrung zu erproben, w\u00e4hrend weitere Tausende \ngro\u00dfes Interesse bekundeten, neue Medikamente gleich nach ihrer \nEinf\u00fchrung einzusetzen, ohne etwaige Beobachtungen \u00fcber Risiken und \nNebenwirkungen abzuwarten. Insgesamt war ein Drittel der praktischen \n\u00c4rzte gerne bereit, neue Medikamente vor ihrer allgemeinen Einf\u00fchrung zu\n verordnen &#8211; vor einer gr\u00fcndlichen Bewertung der Vor- und Nachteile des \nneuen Pr\u00e4parates.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den finanziellen Zuwendungen und Farbfernsehern abgesehen, ist \ndie einzige Erkl\u00e4rung f\u00fcr diesen leichtfertigen Umgang mit dem Leben der\n Patienten wohl diejenige, dass die Verordnung von \nneuen,&nbsp;\u00bbinnovativen\u00ab&nbsp;und unerprobten Medikamenten den praktischen \u00c4rzten\n das Gef\u00fchl vermittelt, Teil einer&nbsp;\u00bbwissenschaftlichen\u00ab&nbsp;Medizin zu sein.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Bilanztechnik her lassen sich die Aufwendungen f\u00fcr klinische \nVersuche mit praktischen \u00c4rzten unter der Sparte&nbsp;\u00bbForschung\u00ab&nbsp;f\u00fchren, \nw\u00e4hrend es sich in Wirklichkeit um reine&nbsp;\u00bbMarketing\u00ab-Ausgaben handelt. \nDass diese Versuche h\u00e4ufig Nebenwirkungen unerkannt lassen und von \nau\u00dferordentlich bescheidenem wissenschaftlichen Wert sind, bedarf keiner\n besonderen Erw\u00e4hnung. H\u00e4ufig winken besondere finanzielle Vorteile \ndurch die Klassifizierung von&nbsp;\u00bbMarketing\u00ab-Ausgaben \nals&nbsp;\u00bbForschungs\u00ab-Kosten, da die zul\u00e4ssigen Gewinne in einigen L\u00e4ndern an\n die Forschungskosten gekoppelt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder, der die Anklage-Schrift Dr. Colemans gelesen hat, kann nicht mehr behaupten, er h\u00e4tte von den skrupellosen Machenschaften der Pharma-Industrie nichts gewusst! In diesem letzten Beitrag gibt Dr. Coleman ohne R\u00fccksicht auf Verluste sein Insiderwissen Von Dr. med. 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