{"id":3956,"date":"2020-02-19T11:09:28","date_gmt":"2020-02-19T10:09:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3956"},"modified":"2020-04-06T10:30:44","modified_gmt":"2020-04-06T08:30:44","slug":"die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-2","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/medizinbetrieb\/die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-2\/","title":{"rendered":"Die Pharma-Industrie, die \u00c4rzteschaft und Tierversuche (2)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dr. Coleman prangert die Praxis der Schulmedizin an, sich \nausschlie\u00dflich auf die Pillen der Pharma-Industrie zu verlassen und die \ndaraus folgende gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit der meisten \u00c4rzte von der \nPharma-Industrie.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Dr. med. Vernon Coleman<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit schonungsloser Offenheit prangert Dr. Coleman die Praxis der  Schulmedizin an, sich ausschlie\u00dflich auf die Pillen der Pharma-Industrie  zu verlassen, wenn es um die Behandlung ihrer Patienten geht. Wie gro\u00df  die Abh\u00e4ngigkeit der meisten \u00c4rzte von der Pharma-Industrie heute schon  geworden ist, das machen sich die wenigsten klar. Dr. Coleman sagt es  ihnen. Doch nicht nur er hat Zweifel, dass es bereits zu sp\u00e4t ist, einen  Arztberuf wieder zu beleben, wie es ihm einmal gab: Einen, der das  Wohlergehen oder die Wiederherstellung der Gesundheit seines Patienten  \u00fcber alles stellt. Einen, der bem\u00fcht ist, Zusammenh\u00e4nge zu erkennen,  Wirkprinzipien zu erfassen, der wissenschaftlich arbeitet. Diesen  Arzt-Typ wird es aus der Ecke der Schulmedizin nicht mehr geben.  Die&nbsp;\u00bbMarburger Erkl\u00e4rung\u00ab&nbsp;war der letzte Beweis daf\u00fcr. Hier ist Dr.  Colemans Bericht zur Lage der Schulmedizin:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pharmakritik Teil 2<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bitterste Ironie bei diesen ganzen pseudowissenschaftlichen \nUmtrieben ist die Tatsache, dass ein ernstes Engagement der \nPharmahersteller f\u00fcr wirklich gr\u00fcndliche klinische Studien mehr als \nangebracht w\u00e4re, da wir \u00fcber die Wirkung oder Sicherheit von Tausenden \nvon verf\u00fcgbaren Medikamenten immer noch viel zu wenig wissen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antibiotika, zum Beispiel, sind bereits seit vierzig Jahren auf dem \nMarkt und die Pharmaunternehmen m\u00fcssen schon ungez\u00e4hlte Milliarden \nDollar von Gewinnen verbucht haben, aber in Wirklichkeit wei\u00df niemand so\n genau, wie lange Antibiotika bei der Behandlung von spezifischen \nZust\u00e4nden eingenommen werden sollten. Sollte eine Antibiotikabehandlung \nim jeweiligen Fall f\u00fcnf, sieben, zehn oder vierzehn Tage dauern? Die \nbizarre Wahrheit ist, dass Ihre Einsch\u00e4tzung wahrscheinlich genauso \nzutreffend ist wie die Ihres Arztes, und dieser wahrscheinlich auch \nnicht anders als der Hersteller \u00fcber den Daumen peilt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von den mangelhaften Produktpr\u00fcfungen gibt es auch andere \nAspekte, an denen offenkundig wird, dass die pharmazeutische Industrie \nsich mehr f\u00fcr ihre Gewinnoptimierung als f\u00fcr die Volksgesundheit \ninteressiert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige dieser Aspekte m\u00f6chte ich im nachfolgenden ansprechen.  Zun\u00e4chst handelt es sich bei der gro\u00dfen Mehrzahl  der&nbsp;\u00bbneuen\u00ab&nbsp;Arzneimittel, die die Industrie auf den Markt bringt,  keineswegs um wirklich neue Entwicklungen, sondern lediglich um  Variationen zu bekannten Themen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">30 000 Medikamente auf dem Markt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation bel\u00e4uft sich die Zahl \nwirklich unerl\u00e4sslicher Medikamente auf etwa zweihundert. Zu jeder \ngegebenen Zeit befinden sich jedoch bis zu drei\u00dfigtausend Medikamente \nauf dem Markt (die genaue Zahl schwankt t\u00e4glich von Land zu Land).\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Mehrzahl der 29 800 nicht unerl\u00e4sslichen Medikamente handelt \nes sich um sogenannte Duplikate, und sie sind nicht anders zu verstehen \nals der Versuch von profitgierigen Arzneimittelherstellern, sich auch \neinen Anteil der lukrativsten M\u00e4rkte zu sichern. Dies h\u00e4lt die Firmen \nnat\u00fcrlich nicht davon ab, wahre Wunderdinge von diesen Produkten zu \nbehaupten, die selbstverst\u00e4ndlich ohne Verz\u00f6gerung auf den Markt \ngelangen m\u00fcssen, wenn wertvolle Menschenleben gerettet werden sollen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich ein Medikament erfolgreich etabliert hat, beeilen sich \nandere Hersteller ihre eigenen Variationen zum Thema zu produzieren. In \nden Produktkategorien mit dem gr\u00f6\u00dften Absatzpotential tobt ein \nm\u00f6rderischer Wettbewerb, so dass \u00c4rzte jederzeit die Wahl haben zwischen\n Dutzenden von verschiedenen Antibiotika, Schmerzmitteln, \nblutdrucksenkenden Pr\u00e4paraten, Tranquilizern Schlaftabletten, oralen \nEmpf\u00e4ngnisverh\u00fctungsmitteln, Vitaminpr\u00e4paraten und steroidfreien \nentz\u00fcndungshemmenden Mitteln f\u00fcr die Behandlung von Arthritis. Bei \ndiesen zur Auswahl stehenden Produkten handelt es sich jedoch nicht um \nunterschiedliche Substanzen. Unter den verschiedenen Marken- und \nFirmennamen verbergen sich h\u00e4ufig dieselben Inhaltsstoffe.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Unternehmen winken viele Vorteile durch die Herstellung \ndieser&nbsp;\u00bbTrittbrettfahrer\u00ab-Produkte, aber der gr\u00f6\u00dfte Vorteil besteht \ndarin, dass zum Zeitpunkt ihres Markteintrittes mit Sicherheit eine \nReihe von unangenehmen Nebenwirkungen des ersten, urspr\u00fcnglichen \nMedikamentes bekannt geworden sind. Da neue Medikamente niemals vor \nihrer Markteinf\u00fchrung einer wirklich gr\u00fcndlichen Pr\u00fcfung unterzogen \nwerden, k\u00f6nnen neue Medikamente immer als besonders nebenwirkungsfrei \nangepriesen werden. Die Probleme und Nachteile treten ja erst dann \nzutage, nachdem Tausende von Patienten das Medikament \u00fcber einen \ngewissen Zeitraum eingenommen haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;\u00bbTrittbrettfahrer\u00ab&nbsp;haben nat\u00fcrlich einen enormen Vorteil. Bei der  Einf\u00fchrung ihres Produktes k\u00f6nnen sie zum einen auf der Erfolgswelle  des urspr\u00fcnglichen Pr\u00e4parates mitschwimmen, k\u00f6nnen jedoch gleichzeitig  \u00c4rzten (und Patienten) verk\u00fcnden, ihr Medikament sei frei von den  inzwischen bekanntgewordenen Nebenwirkungen. (Neue Medikamente haben  immer einen gro\u00dfen Vorteil \u00fcber bestehende Produkte: da sie nur relativ  wenigen Patienten verabreicht worden sind, f\u00e4llt die Liste ihrer  Nebenwirkungen relativ kurz aus.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie der Staat ausgetrickst wird<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wenig Gl\u00fcck vorausgesetzt, ist den Trittbrettfahrern vielleicht \nsogar eine geringf\u00fcgige Verbesserung gegen\u00fcber dem Originalprodukt \ngelungen. Dann ist es nicht schwierig, \u00c4rzte zur&nbsp;\u00bbAbwanderung\u00ab&nbsp;von einem\n bew\u00e4hrten Originalprodukt zu bewegen, indem man ihnen eine neue und \nverbesserte Version anbietet. Um die Entwicklung von wirklich \ninnovativen Medikamenten zur Behandlung von Krankheiten, f\u00fcr die noch \nkeine erfolgreiche medikament\u00f6se Therapie besteht, zu f\u00f6rdern, hat die \namerikanische Regierung eine Gesetzesregelung eingef\u00fchrt, die eine \nsieben Jahre lange Monopolstellung garantiert, sowie besondere \nsteuerliche Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr Medikamente, die f\u00fcr potentielle M\u00e4rkte \nmit weniger als 200 000 Personen konzipiert worden sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arzneimittelhersteller, die Medikamente f\u00fcr relativ seltene  Krankheiten wie AIDS herstellen, fallen unter diese Bestimmung. Den  Unternehmen ist es jedoch inzwischen gelungen, die steuerlichen  Verg\u00fcnstigungen entgegen ihrer urspr\u00fcnglichen Intention auszusch\u00f6pfen.  Man wendet eine Art von Salamitaktik an, um den erweiterten Absatz und  eine niedrige Besteuerung bei Arzneimitteln zu erzielen, die ohnehin  marktf\u00e4hig gewesen w\u00e4ren. Man definiert einfach bei ein und demselben  Mittel verschiedene Gruppen von Symptomen f\u00fcr Patientengruppen unter 200  000 Personen. Schon kann das betreffende Unternehmen alle gesetzlich  garantierten Vorteile f\u00fcr Arzneimittel f\u00fcr&nbsp;\u00bbkleine M\u00e4rkte\u00ab&nbsp;nutzen, ohne  das volle Gewinnpotential einschr\u00e4nken zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Gesch\u00e4ft mit den Entwicklungsl\u00e4ndern<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, dass die internationale Pharmaindustrie weitestgehend \nin den entwickelten L\u00e4ndern subventioniert ist, bedeutet keinesfalls, \ndass sie sich Gewinnchancen bei den Entwicklungsl\u00e4ndern entgehen l\u00e4sst. \nGanz im Gegenteil, dazu bedient sie sich Vermarktungsstrategien, die es \nmit jeder Tabakwerbung aufnehmen k\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die Arzneimittelfirmen so gut wie kein Geld f\u00fcr die \nErforschung der Krankheiten ausgeben, die unter den Bev\u00f6lkerungen der \nEntwicklungsl\u00e4nder verbreitet sind, verkaufen sie etwa 20 Prozent ihrer \nKombinationspr\u00e4parate an die Regierungen dieser L\u00e4nder. W\u00e4hrend die \nArzneimittelhersteller unumwunden zugeben, dass die Krankheiten, die \nunter den Bev\u00f6lkerungen Afrikas und Asiens grassieren, nicht rentabel \ngenug sind, um Investitionen in die Forschung zu rechtfertigen, \nverkaufen sie ihre teuren Markennamenversionen von Tranquilizern, \nSchlafmitteln, Schmerzmitteln und anderen pharmazeutischen M\u00fcll der \nentwickelten L\u00e4nder mit Freuden an diese L\u00e4nder.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass die pharmazeutische Industrie, \u00e4hnlich wie die \nTabakindustrie, bei ihren Verkaufskampagnen in den Entwicklungsl\u00e4ndern \nmit Werbemitteln und Marketingverfahren arbeiten k\u00f6nnen, die selbst die \nlaxesten Regierungen der westlichen Welt niemals gestatten w\u00fcrden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In die Dritte Welt werden nicht nur Produkte verkauft, die aufgrund  ihrer Bedenklichkeit in den entwickelten L\u00e4ndern mit strengen Verboten  belegt worden sind, vielmehr werden Medikamente auch in einer Art und  Weise eingesetzt, die in den entwickelten L\u00e4ndern niemals gestattet  w\u00e4re. So werden \u00c4rzte in Entwicklungsl\u00e4ndern zum Beispiel ermutigt,  Medikamente zur Wachstumsf\u00f6rderung von unterern\u00e4hrten Kindern zu  verordnen, die in Wirklichkeit einfach nur besser ern\u00e4hrt werden  sollten. Gegen die R\u00fccksichtslosigkeit der Pharmaunternehmen nimmt sich  die R\u00fcstungsindustrie wie eine Vereinigung von Philanthropen aus. Es  sind sogar F\u00e4lle bekannt geworden, in denen Arzneimittelhersteller die  Medikamentenpreise w\u00e4hrend Epidemien in kleinen Entwicklungsl\u00e4ndern  angehoben haben. Der Pharmaindustrie gehen die erzielten Gewinne \u00fcber  alles andere.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00c4rzte wurden von der Pharma-Industrie entm\u00fcndigt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kommt es gelegentlich vor, dass Vertreter der \u00c4rzteschaft \nden Entschluss fassen, etwas gegen diese Missst\u00e4nde zu tun und man \nversucht, sich ein wenig aus der t\u00f6dlichen Umklammerung zu l\u00f6sen. Die \nCanadian Medical Association hat gerade neue Richtlinien f\u00fcr den \n\u00c4rztestand herausgegeben, in denen es unter anderem \nhei\u00dft:&nbsp;\u00bbInteressenkonflikte zwischen dem pers\u00f6nlichen Nutzen des Arztes \nund dem Wohlergehen des Patienten sollten stets im Sinne des Letzteren \nentschieden werden. Ein Arzt darf keinen pers\u00f6nlichen Nutzen von der \nIndustrie oder ihren Vertretern annehmen, wenn dies seine praktische \nT\u00e4tigkeit zum Nachteil ihrer Patienten beeinflussen k\u00f6nnte\u00ab.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gedanke, es k\u00f6nne wenigstens einige wenige \u00c4rzte geben, die sich \nan diese Richtlinien halten, hat etwas Tr\u00f6stliches an sich. Ich f\u00fcr \nmeinen Teil bin aber doch recht skeptisch. Bereits im Jahr 1975 habe ich\n das ungesunde Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis der medizinischen Berufsst\u00e4nde \nvon der Pharmaindustrie schonungslos aufgedeckt. Dieses Buch wurde \nseinerzeit vom medizinischen Establishment aufs sch\u00e4rfste verurteilt und\n ich bin sicher, dass diese Ausf\u00fchrungen ebenfalls einen Sturm der \nEntr\u00fcstung entfachen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der pharmazeutischen Industrie ist es gelungen, die \u00c4rzteschaft zu \nentm\u00fcndigen, sie hat ihr die Macht, ihre Vitalit\u00e4t und ihren \nSelbstrespekt entrissen. Die Pharmaindustrie hat mit ihren gewaltigen \nfinanziellen Mitteln die Kontrolle \u00fcber das medizinische Establishment \nschlicht und einfach gekauft.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Arzneimittelfirmen die Entwicklung und Herstellung der \nMedikamente am Ende des neunzehnten Jahrhunderts \u00fcbernommen haben, \n\u00fcbernahmen sie damit das offensichtlichste wissenschaftliche Element der\n medizinischen Praxis. Damals, als die praktizierenden Apotheker die \nTablettenherstellung den Chemiefirmen \u00fcberlie\u00dfen, ging die einzige \nwirkliche Verbindung zur Wissenschaft verloren. Trotz der Versuche von \n\u00fcberragenden Pers\u00f6nlichkeiten wie Ramazzini und Paracelsus, eine \nwissenschaftliche Haltung zu Fragen der Diagnose zu etablieren, sind die\n Fortschritte in der praktischen Medizin \u00fcber Jahrhunderte fast \nausschlie\u00dflich aus dem Bereich der Therapie gekommen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die \u00c4rzteschaft begann, sich auf Arzneimittelhersteller f\u00fcr die \nEntwicklung von neuen Medikamenten zu verlassen, haben sie ein \nT\u00e4tigkeitsfeld ger\u00e4umt, dem wir die gr\u00f6\u00dften Entwicklungen in der Medizin\n seit der Renaissance verdanken.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Herstellung ihrer Arzneimittel haben die alten Apotheker sich  nicht nur an bestehende Rezepturen gehalten; sie haben auch  experimentiert und neue Zusammensetzungen getestet, wobei sie Nutzloses  oder Gef\u00e4hrliches verwarfen und Wirkungsvolles und gut Vertr\u00e4gliches  beibehalten haben. Diese Apotheker verstanden gewiss wenig von  klinischen Doppelblindversuchen, und w\u00e4ren wohl mit der Abhaltung von  Vortr\u00e4gen vor einem gro\u00dfen Fachpublikum auf gesponserten Konferenzen  \u00fcberfordert gewesen aber sie waren durch einen unstillbaren Wissensdurst  inspiriert. Sogar jene Praktiker, deren Liebe zur Heilkunst von ihrem  Gewinnstreben \u00fcbertroffen wurde, waren sich der Tatsache bewusst, dass  die Entwicklung neuer und wirkungsvollerer Arzneimittel ihnen mehr  Patienten, gr\u00f6\u00dfere Praxen sowie mehr Ansehen und Reichtum bescheren  w\u00fcrde. Ein Arzt, der eine erfolgreiche Praxis aufbauen wollte, musste  sich stark auf die eigenen wissenschaftlichen Grundkenntnisse verlassen  k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Abgenabelt von der Wissenschaft<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der rasche Aufbau der gesch\u00e4ftlichen Beziehungen zu einer sich \ndynamisch entfaltenden pharmazeutischen Industrie bedeutete mehr als nur\n die Trennung der medizinischen Praktiker von den grundlegenden \nPrinzipien der Wissenschaft; durch diese Entwicklung sind viele \nVertreter des Berufsstands nachl\u00e4ssig und faul geworden, mit einer \nNeigung zur Nabelschau.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere heutigen \u00c4rzte haben alle Zugang zu der gleichen Palette von \nwissenschaftlich hergestellten Medikamenten, doch der gesamte \nArzneimittelherstellungsprozess ist so komplex geworden, dass kein \neinzelner Arzt alle daran beteiligten wissenschaftlichen Prinzipien \nverstehen kann. Die \u00c4rzteschaft ist auf eine wirksame Art und Weise von \njener Wissenschaft getrennt worden, von der sie sich stets gen\u00e4hrt hat, \nund als Folge davon ist die konsequente Verfolgung der Eigeninteressen \nin den Mittelpunkt des Geschehens ger\u00fcckt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Medizin hat sich zu einem&nbsp;\u00bbGesch\u00e4ft\u00ab&nbsp;entwickelt, anstatt zu einem  Beruf im Sinne des&nbsp;\u00bbBerufen-seins\u00ab, und wie alle Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner sind  \u00c4rzte bei ihren Entscheidungen mehr gewinnorientiert als durch andere  Motive bewegt. Die kontinuierliche Verbindung mit einer skrupellosen  Industrie, die bereitwillig alle anderen Belange auf dem Altar des  Gewinnstrebens zu opfern bereit ist, hat sich stark auf den Berufsstand  der \u00c4rzte ausgewirkt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Tablettenabh\u00e4ngig sind die \u00c4rzte, nicht die Patienten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4rzteschaft hat sich so daran gew\u00f6hnt, den Anweisungen der \nIndustrie Folge zu leisten, dass sie in einem Pawlow&#8217;schen Reflex gleich\n Medikamente f\u00fcr alle \u00dcbel der Welt verordnet. Ihrer Visionen beraubt, \nleiden sie an einer Horizontverengung, einer Berufsblindheit (Amaurosis \nprofessionalis), die ihnen den Ausblick auf die Heilungsm\u00f6glichkeiten \nnimmt, die au\u00dferhalb der traditionellen pharmakologischen M\u00f6glichkeiten \nliegen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00e4ufig ist von der Tablettenabh\u00e4ngigkeit der Patienten die Rede. Die \nwirklichen Abh\u00e4ngigen sind die \u00c4rzte, die nicht von ihren \nVerschreibungspraktiken loskommen. Viele Personen, die einen Arzt \nkonsultieren, suchen Rat oder Unterst\u00fctzung. Was sie am wenigsten \nerwarten, ist die Verordnung von Tabletten. Aber die meisten \u00c4rzte \nbeenden ihre Konsultationen mit einer Verschreibung. Wie eine k\u00fcrzlich \ndurchgef\u00fchrte Studie gezeigt hat, wurde ein Viertel aller Frauen in \neinem bestimmten Stadtgebiet wegen psychiatrischen Indikationen \nbehandelt. Eine andere Studie kam zu dem frappierenden Ergebnis, dass \nmehr als die H\u00e4lfte aller \u00e4lteren Patienten, die in die diversen \nAbteilungen eines Krankenhauses aufgenommen wurden, von ihren Haus\u00e4rzten\n Tranquilizer verordnet bekommen hatten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welcher Arzt ist so offen und ehrlich, einem Patienten zu erz\u00e4hlen,  dass ihm eigentlich nichts fehle? Sind unsere \u00c4rzte \u00fcberzeugt, dass  jedem, der in die Sprechstunde kommt, etwas fehlt bzw. fehlen muss? Hat  der Arzt versagt, der nichts Behandlungsbed\u00fcrftiges feststellen kann,  etwas, das mit einem modernen, stark wirksamen Medikament behandelt  werden muss? Aber Medikamente stellen die einzige Verbindung, die  einzige Br\u00fccke zur Wissenschaft dar. Medikamente sind alles, wor\u00fcber die  meisten modernen \u00c4rzte verf\u00fcgen &#8211; ohne Medikamente sind sie nichts.  Also muss f\u00fcr jeden Patienten, der in die Sprechstunde kommt, etwas  diagnostiziert werden, das einer Medikamentenverordnung bedarf.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verantwortung wird abgeschoben<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Wahl des Medikamentes gefallen ist, geht die Verantwortung \nan den allm\u00e4chtigen Pharmahersteller \u00fcber. Das in den \nArzneimittelhersteller gelegte Vertrauen erkl\u00e4rt sich eben daraus, dass \ndiese Beziehung f\u00fcr die meisten \u00c4rzte die einzige wirkliche Verbindung \nzur Wissenschaft darstellt. Wenn es \u00fcberhaupt nicht gelingt, etwas \nBehandlungsbed\u00fcrftiges zu diagnostizieren, sind viele \u00c4rzte zur allzu \ngerne bereit, irgendetwas mit vagen Indikationen, wie ein Aufbaumittel \noder Tranquilizer, zu verordnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dank der gr\u00fcndlichen \u00dcberzeugungskraft der pharmazeutischen Industrie\n verf\u00fcgen unsere \u00c4rzte \u00fcber einen ph\u00e4nomenalen Scharfblick f\u00fcr \nMedikamentenindikationen, denn Medikamente gibt es schlie\u00dflich f\u00fcr alles\n und jedes. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die \nMehrzahl der \u00c4rzte genauso gut als Angestellte der Arzneimittelfirmen \nagieren k\u00f6nnte, anstatt sich ihre Daseinsberechtigung als unabh\u00e4ngige \nWissenschaftler in die Tasche zu l\u00fcgen. Schlie\u00dflich verordnen sie das, \nwas ihnen die Pharmaindustrie vorschreibt, genauso wie den \nFirmenvertretern vorgeschrieben wird, welche Produkte sie forcieren \nsollen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das schicksalstr\u00e4chtige Patent des Herrn Brockeden hat die \nVerwandlung des Apothekers in einen pillenz\u00e4hlenden, etikettierenden \nAutomaten eingeleitet &#8211; in einen besser bezahlten Pharmabeamten eben. \nUnd schlie\u00dflich hat Brockedens Patent auch die Verwandlung des \nHausarztes und Klinikers in pillenverordnende Automaten bewirkt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem schmerzlichen und peinlichen Bewusstsein, mit dieser  Entt\u00e4uschung konfrontiert, hinkt der Schulmediziner unserer Tage durch  ein Berufsleben, das ja schlie\u00dflich auch einiges an  Kompensationsm\u00f6glichkeiten bietet, wie man an den selbstherrlichen  Geb\u00e4rden der Halbg\u00f6tter in Wei\u00df ablesen kann, die durch die Abteilungen  der Krankenh\u00e4user stolzieren und ihre Patienten mit kaum verhohlener  Verachtung strafen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Arzt ist Angestellter der Pharma-Industrie<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der moderne Arzt sieht sich nach wie vor als eine Art mystischer \nHeiler &#8211; d.h. in verkl\u00e4rten Tr\u00e4umen zumindest. Im kalten Licht der \nRealit\u00e4t betrachtet, ist der moderne Arzt jedoch kaum mehr als ein \nAngestellter der Arzneimittelhersteller, der im besten Fall die \nallerneuesten Wundermittel mit Feuereifer verordnet; in der Hektik der \nt\u00e4glichen Praxis bleibt keine Zeit, das ihm vorgelegte Werbe- und \nInformationsmaterial zu hinterfragen oder gar mutig zu kritisieren und \nso nimmt man die am Wegesrand liegenden Werbegeschenke so gut es geht \nmit, bis die tausendfach verordneten Wundermittel von gestern durch die \nallerallerneuesten Wundermittel von heute abgel\u00f6st werden, was der \nIllusion zur Speerspitze wissenschaftlich-medizinischer Innovationen zu \ngeh\u00f6ren, wieder neue Nahrung verschafft.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutige \u00c4rzteschaft scheint kaum mehr zu selbst\u00e4ndigem Denken \nf\u00e4hig zu sein. Sie geben eine leichte Beute f\u00fcr diverse wirtschaftliche \nInteressengruppen ab, w\u00e4hrend der Berufsstand sich durch seine \nEngstirnigkeit und Voreingenommenheit auszeichnet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schlimmste daran ist die Tatsache, dass der \u00c4rztestand schon ein \nso fester Bestandteil eines Establishments geworden ist, dass alle neuen\n Ideen, die nicht von der Pharmaindustrie vorgebracht werden, ignoriert \noder unterdr\u00fcckt werden &#8211; ein Berufsstand, der weder neue Ideen \nhervorbringt noch echte Innovation zu akzeptieren vermag. Die Macht, die\n die Pharmaindustrie \u00fcber die \u00c4rzteschaft aus\u00fcbt, hat ein Klima der \nInkompetenz, Faulheit und Gier gef\u00f6rdert und die wenigen Verbindungen \ndes Berufsstandes zur Wissenschaft gekappt und verk\u00fcmmern lassen. Dabei \nist jedoch die Kritikf\u00e4higkeit, die Phantasie und die Kreativit\u00e4t der \n\u00c4rzte auf der Strecke geblieben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die einseitige Abh\u00e4ngigkeit von medikament\u00f6sen Therapien hat zu einer  Blindheit f\u00fcr andere Behandlungsformen gef\u00fchrt. Meiner Ansicht nach ist  es die unausgesprochene und unheilige Allianz mit ihren Zahlmeistern,  die es den meisten \u00c4rzten verbietet, irgendetwas mit TENS-Ger\u00e4ten zur  Schmerzbek\u00e4mpfung zu tun zu haben, oder erfolgreiche  Entspannungstechniken zur Stressbew\u00e4ltigung statt Medikamente  anzuwenden. Die Mehrzahl der Kliniker bleibt lieber bei ihren gewohnten  Verordnungen &#8211; Schmerzmittel f\u00fcr den Leib, Tranquilizer f\u00fcr die Seele.  Es ist die gleiche unheilige Allianz und fehlgeleitete Loyalit\u00e4t  (gepaart mit handfestem Futterneid und Angst um ihre Vormachtstellung),  die jene sattsam bekannte, unreflektierte Ablehnung alternativer und  komplement\u00e4rer Heilmethoden zur Folge hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Finanzen wichtiger als Patienten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein \u00c4rztestand, der vom Statusdenken beherrscht und fest vor dem \nKarren des pharmazeutischen Gewinnstrebens eingespannt ist, wird kaum \nimstande sein, f\u00fcr das Wohle ihrer Patienten in einem umfassenderen \nSinne zu sorgen. Unsere heutigen \u00c4rzte w\u00e4gen Priorit\u00e4ten oder Risiken \nnicht mehr nach den Bed\u00fcrfnissen der Patienten ab, sondern nach \nfinanziellen Vorgaben. Nur allzu h\u00e4ufig m\u00fcssen Patienten nicht wegen \nunserem Mangel an Wissen ihr Leben lassen, sondern weil die \u00c4rzte das \nverf\u00fcgbare Wissen nicht anwenden; Patienten m\u00fcssen ihr Leben lassen, \nweil die \u00c4rzteschaft und die Pharmaindustrie kein wirkliches Interesse \ndaran haben, die Volksgesundheit zu verbessern, daf\u00fcr aber alle \nInteressen der Welt an einer Fortdauer der gegenw\u00e4rtig fortschreitenden,\n schleichenden Degeneration.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4rzte sind sich vielleicht dieser Entwicklungen gar nicht \nbewusst. Und es gibt vielleicht auch Vertreter der Pharmaindustrie, die \nsich dieser Entwicklungen auch nicht bewusst sind. Aber das System hat \nbeide gleicherma\u00dfen vereinnahmt und die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber die \nwichtigsten Mechanismen erlangt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn nichts Durchgreifendes unternommen wird, steht einer weiteren \nVerschlechterung der Beziehung zwischen \u00c4rzteschaft und Patienten \nwirklich nichts mehr im Wege, und es steht zu erwarten, dass die \nmedizinischen Berufsst\u00e4nde eines Tages g\u00e4nzlich zu einem Anh\u00e4ngsel der \npharmazeutischen Industrie verkommen werden. Manche Leser werden \nfreilich argumentieren, dass es bereits viel zu sp\u00e4t ist, um diese \nEntwicklungen noch abzuwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Coleman prangert die Praxis der Schulmedizin an, sich ausschlie\u00dflich auf die Pillen der Pharma-Industrie zu verlassen und die daraus folgende gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit der meisten \u00c4rzte von der Pharma-Industrie. Von Dr. med. 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