{"id":3826,"date":"2020-02-19T10:40:19","date_gmt":"2020-02-19T09:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3826"},"modified":"2020-04-06T10:30:13","modified_gmt":"2020-04-06T08:30:13","slug":"die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-1","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/medizinbetrieb\/die-pharma-industrie-die-aerzteschaft-und-tierversuche-1\/","title":{"rendered":"Die Pharma-Industrie, die \u00c4rzteschaft und Tierversuche (1)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>Die orthodoxe Medizin hat ihre Forschung, ihre Therapie und ihren  Verdienst fast vollst\u00e4ndig in die H\u00e4nde der Pharmaindustrie gelegt, mit  schrecklichen Folgen f\u00fcr Mensch und Tier. <\/em><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Dr. med. Vernon Coleman  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es passieren konnte, dass ein ehemals wissenschaftlich \narbeitender Berufszweig, n\u00e4mlich der der \u00c4rzte, zum \nVerschreibungs-Automaten degenerierte, das schildert dieser Beitrag. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pharmakritik Teil 1 <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich erfolgte diese Entwicklung nicht von heute auf morgen. Sie \ndauerte etwa 200 Jahre lang. Doch in den letzten 50 Jahren gewann diese \nEntwicklung ganz entscheidend an Dynamik und Skrupellosigkeit. Die \northodoxe Medizin hat ihre Forschung, ihre Therapie und ihren Verdienst \nfast vollst\u00e4ndig in die H\u00e4nde der Pharmaindustrie gelegt, mit \nschrecklichen Folgen f\u00fcr Mensch und Tier. Diese medizinhistorischen \nZusammenh\u00e4nge muss man kennen, wenn man mit Verfechtern der Tierversuche\n diskutiert. Dann wei\u00df man, auf welch d\u00fcnnem Eis sich die Herren \nProfessoren bewegen, die immer noch vom&nbsp;&#8222;medizinischen \nFortschritt&#8220;&nbsp;sprechen, der ohne Tierversuche nicht m\u00f6glich sei. \nRichtiger ist es, vom medizinischen Profit zu sprechen, den sich \ninzwischen Pharma-Industrie und Schul-Medizin teilen, wobei Mensch und \nTier nur insofern eine Rolle spielen als sie der Gewinnmaximierung \ndienen. Wieder einmal liefert Dr. Coleman die besten Argumente f\u00fcr die \nwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Bef\u00fcrwortern von Tierversuchen.\n <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie und warum konnte es passieren, dass die \u00c4rzteschaft die Verbindung zur Wissenschaft verloren hat? <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie konnte der junge, dynamische und kreative Stand der Heilberufe  soweit herunterkommen, dass heute kaum mehr als ein Verordnungsgewerbe  \u00fcbrig geblieben ist, ein Gewerbe, das den Vermarktungslaunen einer  korrupten und r\u00fccksichtslosen Industrie gehorcht und sich damit  zufrieden gibt, stets mit der neuesten Verordnungsmode zu gehen, ohne  sich um unabh\u00e4ngige Untersuchungen zu bem\u00fchen oder Kritik zu \u00fcben? Will  man verstehen, wie und warum es zu dieser Entwicklung gekommen ist, wird  es erforderlich sein, den Blick \u00fcber hundert Jahre zur\u00fcck in die Tage  der Apotheker zu richten. Denn die Entwicklung dieses Berufsstandes  veranschaulicht sowohl die Art und Weise, in der die \u00c4rzteschaft sich  entwickeln w\u00fcrde, wie auch die ma\u00dfgeblichen Einfl\u00fcsse auf diesen  Berufsstand im letzten Abschnitt des neunzehnten Jahrhunderts und im  zwanzigsten Jahrhundert. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts fielen  die praktizierenden Kliniker in mehrere Kategorien. Zun\u00e4chst gab es die  in den Universit\u00e4ten ausgebildeten \u00c4rzte, deren Qualifikationen ihrem  erworbenen Buchwissen und akademischen F\u00e4higkeiten entsprangen, anstatt  einer praktischen Kenntnis der Medizin und ihrer Patienten. Diese \u00c4rzte  waren stets adrett, penibel und aufs modischste gekleidet, und sie  bevorzugten eine Art von K\u00fcchenlatein (dog Latin) f\u00fcr ihre gesprochenen  und geschriebenen Mitteilungen. Ihre Kenntnisse der praktischen Seite  der klinischen Medizin waren au\u00dferordentlich bescheiden. In den H\u00e4nden  dieser \u00c4rzte, deren Zahl sehr gering war, lag die medizinische Betreuung  des Establishments. Zu jener Zeit wurden sie jedoch nicht als  Spezialisten oder fach\u00e4rztliche Berater angesehen. In vielen L\u00e4ndern  waren die \u00c4rzte die einzigen Personen, denen es offiziell gestattet war,  f\u00fcr medizinischen Rat Geld zu verlangen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"290\" height=\"455\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/csm_der_wunderarzt_03_72bf338c99.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-3827\"\/><figcaption> Der  \u00bbWunderarzt\u00ab oder auch \u00bbHandwerkschirurg\u00ab, wie er zu Beginn des 18.   Jahrhunderts noch durch die Lande zog, nach einem zeitgen\u00f6ssischen   Stich. Arzt, Chirurg und Apotheker waren damals die drei medizinischen   Berufsst\u00e4nde. (Illustration aus \u00bbDie Chronik der Medizin\u00ab,   Harenberg-Verlag, Dortmund) <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Will\n man verstehen, wie und warum es zu dieser Entwicklung gekommen ist, \nwird es erforderlich sein, den Blick \u00fcber hundert Jahre zur\u00fcck in die \nTage der Apotheker zu richten. Denn die Entwicklung dieses Berufsstandes\n veranschaulicht sowohl die Art und Weise, in der die \u00c4rzteschaft sich \nentwickeln w\u00fcrde, wie auch die ma\u00dfgeblichen Einfl\u00fcsse auf diesen \nBerufsstand im letzten Abschnitt des neunzehnten Jahrhunderts und im \nzwanzigsten Jahrhundert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts fielen die praktizierenden Kliniker in mehrere Kategorien.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst gab es die in den Universit\u00e4ten ausgebildeten \u00c4rzte, deren  Qualifikationen ihrem erworbenen Buchwissen und akademischen F\u00e4higkeiten  entsprangen, anstatt einer praktischen Kenntnis der Medizin und ihrer  Patienten. Diese \u00c4rzte waren stets adrett, penibel und aufs modischste  gekleidet, und sie bevorzugten eine Art von K\u00fcchenlatein (dog Latin) f\u00fcr  ihre gesprochenen und geschriebenen Mitteilungen. Ihre Kenntnisse der  praktischen Seite der klinischen Medizin waren au\u00dferordentlich  bescheiden. In den H\u00e4nden dieser \u00c4rzte, deren Zahl sehr gering war, lag  die medizinische Betreuung des Establishments. Zu jener Zeit wurden sie  jedoch nicht als Spezialisten oder fach\u00e4rztliche Berater angesehen. In  vielen L\u00e4ndern waren die \u00c4rzte die einzigen Personen, denen es offiziell  gestattet war, f\u00fcr medizinischen Rat Geld zu verlangen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00c4rzte und Chirurgen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl sie nicht als h\u00f6her oder besser qualifiziert als die Apotheker\n galten, die \u00e4hnliche Dienste f\u00fcr den Gro\u00dfteil des \u00fcbrigen Berufsstandes\n leisteten, genossen die akademisch ausgebildeten \u00c4rzte einen h\u00f6heren \nsozialen Status als alle anderen Praktiker und waren die einzigen \nMitglieder eines medizinischen Berufstands, die die H\u00e4user der \nGro\u00dfb\u00fcrger und der Oberschicht durch den Haupteingang betreten durften. \nAlle anderen Mitglieder medizinischer Berufsst\u00e4nde mussten solche H\u00e4user\n durch den Eingang f\u00fcr Dienstboten und Lieferanten betreten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den zweiten medizinischen Berufsstand bildeten die Chirurgen. Ihrem  chirurgischen Handwerk waren so gut wie keine Grenzen gesetzt, jedoch  durften sie ihren Patienten weder Pillen noch Arzneitr\u00e4nke verabreichen.  Die Chirurgen waren nach einem langen und erbitterten Kampf mit dem  Berufsstand der Hebammen zu ihrer Macht gelangt. Zu jener Zeit verstand  man unter Hebammen jene nicht ausgebildeten Frauen, h\u00e4ufig genug auch  Analphabeten, die meist ihre Kenntnisse von ihren M\u00fcttern und  Gro\u00dfm\u00fcttern erworben hatten und \u00fcber Jahrhunderte die praktische  medizinische Versorgung f\u00fcr Millionen von Land- und Dorfbewohnern  sicherstellten. (Die Hebammen beschr\u00e4nkten sich also keineswegs auf die  Pflege und Betreuung von schwangeren oder geb\u00e4renden Frauen. Im  siebzehnten Jahrhundert gab es Hebammen, die aufgrund ihrer  hervorragenden praktischen F\u00e4higkeiten zu Ruhm und Ansehen gelangt  waren. Reiche Patienten, die die beste verf\u00fcgbare medizinische Betreuung  ungeachtet der Qualifikationen wollten, zahlten diesen Hebammen h\u00f6here  Honorare als den ausgebildeten \u00c4rzten oder Chirurgen. Es gab Hebammen,  die das Tausendfache eines Arzthonorars f\u00fcr eine Konsultation erhalten  haben).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Apotheker als \u00e4rztlicher Berufsstand<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war der dritte und wichtigste medizinische Berufsstand, der Stand \nder Apotheker, der den Gro\u00dfteil der B\u00fcrger versorgte, die sich \nprofessionelle medizinische Behandlung leisten konnten. Obwohl ihre \nAusbildung sich von jeher auf die Abgabe von Arzneimitteln konzentrierte\n und ihnen auch in einigen L\u00e4ndern auf dem Gesetzesweg die Erteilung von\n medizinischen Ratschl\u00e4gen verboten wurde, waren die Apotheker in der \nTat die ersten praktischen \u00c4rzte.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesetzgebung, die es den Apothekern nicht gestattet, f\u00fcr ihren \nmedizinischen Rat ein Honorar zu verlangen, beeinflusst die \nmedizinischen Berufsst\u00e4nde noch heute. Da es so war, dass die Apotheker \nihr Geld nur durch die Abgabe von Medikamenten verdienen konnten und \nihre Beratung eine unentgeltliche Leistung darstellen musste, war es nur\n unvermeidliche Logik, dass jede Konsultation mit der Abgabe eines \nMedikamentes abgeschlossen wurde. Es f\u00e4llt nicht schwer \nnachzuvollziehen, wie sich diese Praktiken bis auf den heutigen Tag \nerhalten haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die intelligenteren, ehrgeizigeren und beleseneren Apotheker \nzweifelsohne einige der verf\u00fcgbaren medizinischen Arbeiten ihrer Tage \nstudierten und mit Sicherheit wesentlich mehr \u00fcber den Menschen, \nKrankheit und Arzneimittel wussten als die Mehrzahl der \u00c4rzte, war es \nstrikt untersagt, f\u00fcr medizinischen Rat oder Anweisungen f\u00fcr den Einsatz\n von Medikamenten Geld zu verlangen. Offensichtlich waren die akademisch\n qualifizierten Praktiker der Ansicht, dass Arzneimittelkunde und \nMedikamente einen relativ unbedeutenden Teil des medizinischen \nBerufsstandes darstellen, denn sie haben den Apothekern bereitwillig \ngestattet, die gesamte Kontrolle \u00fcber die Herstellung und Abgabe von \nMedikamenten zu erlangen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem sie die Herstellung aller pflanzlichen Medikamente \nkontrollierten, gelang es den Apothekern, eine Machtbasis zu schaffen. \nDie akademisch ausgebildeten \u00c4rzte erkannten bald diesen Fehler, der \nihnen unterlaufen war, und machten geh\u00f6rige Anstrengungen, um die Macht \nwieder an sich zu rei\u00dfen. In England spitzte sich dieser Konflikt im \nJahr 1703 zu, als einige \u00c4rzte einem Apotheker mit dem Namen Rose \nvorwarfen, einem Patienten Medikamente ohne vorherige \u00dcberweisung an \neinen Arzt verordnet zu haben. Obwohl die anklagenden \u00c4rzte den Fall \ngewonnen haben, hat das House of Lords das Urteil nach einem Einspruch \naufgehoben und den Apothekern das Recht einger\u00e4umt, Patienten, die \nkeinen Arzt konsultiert hatten, zu empfangen, zu untersuchen und ihnen \nMedikamente zu verschreiben. Die Lords beschieden jedoch, dass die \nApotheker kein Geld f\u00fcr ihre Untersuchungen verlangen durften, sondern \nlediglich f\u00fcr die abgegebenen Medikamente.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die verschiedenen Zweige des medizinischen Berufsstandes haben sich \nin etwas unterschiedlicher Weise in verschiedenen L\u00e4ndern entwickelt. In\n Italien, Frankreich und Deutschland waren die Apotheker die Vorl\u00e4ufer \nder Pharmazeuten. In England waren die Apotheker die Vorl\u00e4ufer der \nheutigen Haus\u00e4rzte und bildeten die treibende Kraft f\u00fcr die Entwicklung \nder modernen \u00c4rzteschaft.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine traditionelle Verkn\u00fcpfung zwischen Apothekern und Arzneimitteln \nwar nun geschaffen worden und die meisten Patienten erwarteten die \nVerschreibung eines Medikaments als Abschluss einer Konsultation &#8211; eine \nErwartung, deren Erf\u00fcllung die Apotheker gerne nachkamen. Auf diese Art \nund Weise war jene Tradition der Verkn\u00fcpfung Patient &#8211; Krankheit &#8211; Arzt &#8211;\n Medikament geboren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In England, und auch in anderen L\u00e4ndern begannen die Apotheker, die  allgemeine Kontrolle \u00fcber die medizinische Versorgung zu erlangen. Bis  Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erteilten die Apotheker Lizenzen an  Hunderte von ehrgeizigen jungen M\u00e4nnern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Beginn der Apotheker-Macht<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Aufstieg der Apotheken zur Macht war, was vielleicht wenig \n\u00fcberrascht, begleitet von einem raschen Anstieg in der Zahl und Gr\u00f6\u00dfe \nder Hersteller von Medikamenten, die \u00fcber die Apotheken abgegeben \nwurden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war jedoch vor allem eine Entwicklung, die der im Aufstieg \nbegriffenen pharmazeutischen Industrie eine rasche Expansion und eine \nwirklich internationale Verbreitung erm\u00f6glichte &#8211; die Entwicklung der \nmaschinell hergestellten Tablette.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es begann damit, dass die Apotheker meist selbst hergestellte, \npflanzliche Heilmittel dispensierten. Mit dem Anwachsen der Praxis \n\u00fcberstieg der Bedarf an Medikamenten die eigene Herstellungskapazit\u00e4t. \nEin un\u00fcbersehbarer, dringender Bedarf f\u00fcr eine kommerzielle Herstellung \nvon Medikamenten war entstanden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Apothekern war es gelungen, die Hebammen und andere, nicht \nausgebildete Heilkundige, die seit Jahrhunderten zum Wohl der Menschen \ngewirkt hatten, in die Illegalit\u00e4t abzudr\u00e4ngen; sie hatten sich als der \nwichtigste Zweig der medizinischen Berufsst\u00e4nde etabliert. Sie wurden \nvon der breiten \u00d6ffentlichkeit akzeptiert und gebraucht. Jedermann, ob \nreich oder arm, erwartete im Fall einer Krankheit von einem Apotheker \nbehandelt zu werden. Das Gesch\u00e4ft der Apotheker gedieh bestens und es \nfehlte zunehmend die Zeit f\u00fcr die eigenh\u00e4ndige Herstellung von \nMedikamenten, denn die Apotheker wurden dringlicher f\u00fcr Konsultationen \nund Krankenbesuche ben\u00f6tigt. Die Apotheker waren nun auf Lieferanten f\u00fcr\n die Rezeptur und Herstellung von Medikamenten angewiesen. Sie \nben\u00f6tigten mehr und auch effizientere Arzneimittelhersteller. Mit \nanderen Worten, sie ben\u00f6tigten eine pharmazeutische Industrie.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es stellte sich jedoch ein ganz elementares Problem. Wer als  Arzneimittelhersteller im gro\u00dfen Stil seine Erzeugnisse weltweit  vertreiben wollte, musste erst \u00fcber ein Verfahren zur Herstellung von  exakt dosierten Medikamenten verf\u00fcgen, die sich leicht transportieren  und lagern lie\u00dfen. Dank der von Sanctorius (auch als Santorio Santorio  bekannt) entwickelten Waagen gestaltete sich die Arzneimittelherstellung  ein wenig wissenschaftlicher als einstmals, doch haben Apotheker zu  Beginn des neunzehnten Jahrhunderts noch immer St\u00f6\u00dfel und M\u00f6rser zur  Herstellung ihrer zusammengesetzten Rezepturen verwendet. Die fertigen  Medikamente wurden in Form von Mixturen, Pulvern oder Pillen verkauft,  und die Zeit, die ein Apotheker ben\u00f6tigte, um seine Regale und Vorr\u00e4te  zu f\u00fcllen (und damit seine Verdienstm\u00f6glichkeiten aufzustocken), hing  von seiner eigenen Fertigkeit und der etwaigen Zahl seiner Assistenten  ab. Zu jener Zeit musste noch jede Pille von Hand angefertigt werden;  die aktiven Wirkstoffe wurden zun\u00e4chst mit St\u00f6\u00dfel und M\u00f6rser  feingemahlen und dann wie ein Backteig ausgerollt, ehe man diese Masse  in k\u00fcrzere Abschnitte unterteilte und schlie\u00dflich Kugeln daraus formte.  Ohne Ger\u00e4te zur Standardisierung der Pillenherstellung konnte schwer  eine gleichm\u00e4\u00dfige Dosierung erzielt werden, denn beim Pillendrehen im  Handverfahren gab es unweigerlich erhebliche Schwankungen hinsichtlich  des Wirkstoffgehalts der einzelnen Pillen. Diese Herstellung war eine  recht unwissenschaftliche Angelegenheit, die es dem einzelnen Hersteller  schwer machte, durch gr\u00f6\u00dfere St\u00fcckzahlen den Verdienst zu erh\u00f6hen.  Wollte ein Apotheker die Produktion seiner handgefertigten Pillen  verdoppeln, musste er schlie\u00dflich zweimal so viele Lehrlinge  besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Entdeckung der \u00bbPillen-Maschine\u00ab<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Problem wurde schlie\u00dflich von einem Mann gel\u00f6st, den heute so \ngut wie niemand mehr kennt. Ihm war es gegeben, den wichtigsten Beitrag \neines einzelnen Menschen bei der Gr\u00fcndung der heute so \u00fcberm\u00e4chtigen \nPharmaindustrie zu leisten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">William Brockeden wurde im Jahr 1787 in Devon, England, geboren. Der \ngelernte Uhrmacher verdiente auch ein Zubrot als Autor und K\u00fcnstler. Im \nRahmen seiner T\u00e4tigkeit als K\u00fcnstler gelang ihm eine Entdeckung von \nbahnbrechender Auswirkung auf die Arzneimittelherstellung, die es den \nApothekern gestattete, ihre pillendrehenden Lehrlinge durch effiziente \nund zuverl\u00e4ssige Tablettenherstellungsmaschinen zu ersetzen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">William Brockeden, der sich immer wieder heftig \u00fcber die \nUnm\u00f6glichkeit , verunreinigungsfreie Zeichenstifte zu bekommen, ge\u00e4rgert\n hatte, verfiel auf den Gedanken, reines, pulverisiertes Graphit in \neiner Druckform zwischen zwei Pr\u00e4gestempeln zu pressen. Da er sich \u00fcber \ndie m\u00f6glichen anderweitigen Anwendungen seiner Erfindung im klaren war, \nbeantragte er ein Patent f\u00fcr ein Verfahren zur <em>\u00bbFormung von Pillen, Pastillen und schwarzem Blei durch Druckanwendung in einer Form\u00ab<\/em>.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1844, nur wenige Monate, nachdem Brockeden sein Patent \nerhalten hatte, berichtete das Pharmaceutical Journal in England wie \nfolgt:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbWir haben eine Probe von Kalium Bikarbonat erhalten, die durch \nein von Mr. Brockeden erfundenes und inzwischen patentiertes Verfahren \nzu einer Pille zusammengepresst wurde. Wie wir erfahren haben, eignet \nsich das Patent f\u00fcr die Pressung einer Reihe von anderen Substanzen zu \neiner festen Masse, ohne die Zuhilfenahme von Gummi oder anderen Stoffen\n mit Klebeeigenschaften\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erfindung trat ihren sofortigen Siegeszug rund um den Globus an, \nobwohl es zun\u00e4chst auch Experten gab, die die Maschine als eine \nvor\u00fcbergehende Modeerscheinung betrachteten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Leserbrief an das Pharmaceutical Journal stellte ein \nver\u00e4rgerter Lehrling die Frage, ob er sich drei Jahre lang einer \nAusbildung unterzogen habe, um seine Zukunft mit dem Beschriften und \nVerpacken von Flaschen mit maschinell hergestellten Tabletten zu \nverbringen. Die Apotheker und ihre Patienten fanden die maschinell \nhergestellten Tabletten geradezu unwiderstehlich. Zum einen waren sie \nwesentlich handlicher und lie\u00dfen sich leichter mit sich herumf\u00fchren als \ndie bisherigen Pulver und Mixturen und zum anderen sahen sie einfach \nmodern und wissenschaftlich aus.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bald gab es die ersten Maschinen, mit deren Hilfe Tabletten zu \nTausenden hergestellt wurden, und schon wenige Jahre, nachdem Brockeden \nsein Patent angemeldet hatte, schossen auf der ganzen Welt kleine Firmen\n zur Herstellung von Tabletten wie Pilze aus dem Boden. Den Apothekern \nwas es l\u00e4ngst klar geworden, dass der Bezug von fertigen Tabletten von \neinem spezialisierten Lieferanten sich wesentlich einfacher und billiger\n als die eigene Herstellung gestaltete.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ganz Europa wurden ehrgeizige junge Gesch\u00e4ftsleute in der \nTablettenherstellung t\u00e4tig. Chemiefirmen in der Schweiz, Deutschland und\n England, die sich bislang als Spezialisten in der Herstellung von \nFarbstoffen verstanden, befassten sich nun mit der \nArzneimittelherstellung &#8211; mit der erkl\u00e4rten Absicht, diese Produkte \nweltweit an die \u00c4rzteschaft zu vertreiben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit hatte die Industrielle Revolution zum ersten Mal mit einer \ndirekten Wirkung auf die \u00c4rzteschaft durchgeschlagen und die \ninternationale Pharmaindustrie war geboren. Diese Industrie war die \nunausweichliche Folge des Wachstums der medizinischen Berufsst\u00e4nde. Die \nWirksamkeit der Tabletten mag nicht immer sehr hoch gewesen sein, doch \nhaben die Firmen schlie\u00dflich einen bestehenden Bedarf gedeckt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich war diese neugeborene Industrie entstanden, um den \nwachsenden Arzneimittelmarkt zu beliefern. Innerhalb eines Jahrhunderts \nw\u00fcrde sich die Rolle dieser neuen Industrie grundlegend gewandelt haben,\n denn heute schafft sie ihre eigenen M\u00e4rkte und beeinflusst und \nkontrolliert die Schulmedizin auf der ganzen Welt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts haben die wissenschaftlichen  Elemente der Medizin sich gr\u00f6\u00dftenteils auf den therapeutischen Bereich  konzentriert. Dies war seit den Tagen von Paracelsus stets der Fall  gewesen. Die Erprobung von neuen Mitteln und Experimente mit neuen  Verfahren in den F\u00e4llen, in denen die bisherigen M\u00f6glichkeiten am  Patienten versagt hatten, waren die st\u00e4rksten wissenschaftlichen  Triebfedern in der Praxis der Medizin.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Den \u00c4rzten entgleitet die wissenschaftliche Kontrolle<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem die \u00c4rzteschaft die Herstellung ihrer Arzneimittel aus der Hand\n gab, entglitt ihnen auch die Kontrolle \u00fcber die wissenschaftlichen \nElemente in der Medizin, und man begab sich unter die Kontrolle einer \nkleinen Industrie, die, urspr\u00fcnglich als dienender Zulieferer \nangetreten, am Ende die Kontrolle \u00fcber die medizinischen Berufsst\u00e4nde \nerlangen w\u00fcrde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro\u00dfe Liebesaff\u00e4re zwischen der \u00c4rzteschaft und der \nPharmaindustrie wurde aus einer Notwendigkeit heraus geboren. Und als \nbeide Partner begriffen hatten, welche gigantischen Gewinne aus dieser \nLiaison zu erzielen sind, gedieh die Liebe aufs Innigste. Die \nPharmaindustrie wurde in die Lage versetzt, gro\u00dfe Mengen von \nMedikamenten zu au\u00dferordentlich hohen Preisen abzusetzen. Und die \n\u00c4rzteschaft hatte eine nie versiegende Quelle von Medikamenten, die sie \nihren Patienten verordnen konnten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kam es jedoch, dass diese Industrie sich in einer so raschen und \ngeradezu dramatischen Art und Weise entwickeln konnte? Wie konnte ein \nscheinbar unabh\u00e4ngiger und wohlhabender Berufsstand sich so vollst\u00e4ndig \nvon einer Industrie vereinnahmen lassen, deren einziger Existenzgrund \nschlicht und einfach im Gewinnstreben liegt?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dem Zeitpunkt, als die medizinischen Berufsst\u00e4nde die Herstellung  und Entwicklung von Arzneimitteln der aufstrebenden Pharmaindustrie  \u00fcberlie\u00dfen, w\u00e4re dies die Gelegenheit gewesen, die gesch\u00e4ftlichen  Aspekte des Berufes zu \u00fcbergeben und die Kontrolle \u00fcber die  wissenschaftlichen Elemente der Arzneimittelherstellung in der Hand zu  behalten. Leider ist nichts dergleichen geschehen. Stattdessen hat die  \u00c4rzteschaft das Feld der Wissenschaft ger\u00e4umt und sich selbst zu  Gesch\u00e4ftsm\u00e4nnern entwickelt. \u00c4rzte stellten ihre unabh\u00e4ngige  Experimentiert\u00e4tigkeit weitgehend ein, und die F\u00e4higkeit zum kreativen,  originellen Denken verkam zu einer Nebens\u00e4chlichkeit in der F\u00fchrung  einer Praxis. Der Beruf des Arztes, der einstmals das gr\u00f6\u00dfte Ansehen  genoss, geriet zu einem Gewerbe wie jedes andere. Die \u00c4rzteschaft hat  ihre Loyalit\u00e4t und Verantwortung gegen\u00fcber ihren Patienten niedergelegt  und die Kontrolle ihres Berufsstandes einer m\u00e4chtigen, r\u00fccksichtslosen  internationalen Industrie \u00fcberlassen. Ich bin keineswegs der Ansicht,  der Berufsstand habe diese Entwicklung bewusst zugelassen oder mit  Absicht herbeigef\u00fchrt. Diese Entwicklung hat einen langsamen,  kontinuierlichen Verlauf genommen &#8211; aber sie hat sich gr\u00fcndlich  vollzogen. Und die pharmazeutische Industrie war verst\u00e4ndlicherweise  nicht traurig \u00fcber die Entwicklung dieser neuen Beziehung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Mythos vom Arzt als Wissenschaftler<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere heutigen \u00c4rzte sind keine Wissenschaftler. Sie denken weder \nals Wissenschaftler noch handeln sie als solche. Das gro\u00dfe Problem \nbesteht jedoch darin, dass sie sich immer noch als Wissenschaftler \nverstehen und immer noch als Wissenschaftler handeln wollen. Und indem \nsie die \u00c4rzteschaft mit High-technology Pharmazeutika versorgt, h\u00e4lt die\n Arzneimittelindustrie diesen Mythos am Leben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4rzte haben der pharmazeutischen Industrie ihr ganzes Vertrauen  geschenkt, und die Arzneimittelindustrie, die den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen  Einfluss auf die g\u00e4ngigen Verschreibungspraktiken nehmen m\u00f6chte (denn  nur so lassen sich die Gewinne maximieren), stellt ja nicht nur die  Pr\u00e4parate selbst her, sondern kontrolliert einen \u00fcberw\u00e4ltigend gro\u00dfen  Anteil der \u00e4rztlichen Fach- und Fortbildung. \u00dcber 40 % der Informationen,  die f\u00fcr \u00e4rztliche Verordnungsentscheidungen relevant sind, stammen  direkt von den Arzneimittelherstellern. Jedes Jahr sch\u00f6pft die  Pharmaindustrie aus gewaltigen Werbeetats und besch\u00e4ftigt zudem ein Heer  von Vertretern, die die Empfehlungen der Hersteller bis in die Praxen  tragen. Dar\u00fcber hinaus stehen noch weit gr\u00f6\u00dfere Etats zur Verf\u00fcgung, um  \u00c4rzte gro\u00dfz\u00fcgig f\u00fcr ihre Beteiligung an fadenscheinigen &#8218;klinischen  Versuchen&#8216; zu entlohnen und \u00fcppige &#8218;Reisespesen&#8216; zu \u00fcbernehmen. Die Zahl  der medizinischen Gesellschaften, die noch keine Unterst\u00fctzung von  pharmazeutischen Unternehmen erhalten haben, d\u00fcrfte weltweit  verschwindend klein sein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fachzeitschriften ausschlie\u00dflich von der Pharmaindustrie finanziert<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanzkraft der Arzneimittelindustrie (die sich im englischen \nSprachgebrauch meist mit dem Zusatz &#8218;ethical&#8216; pharmaceutical industry \ntituliert) steht auch hinter den meisten medizinischen \nFachzeitschriften. Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrzahl der 30.000 medizinischen \nFachzeitschriften erh\u00e4lt riesige Summen f\u00fcr die Anzeigen, die von der \nPharmaindustrie geschaltet werden, und verf\u00fcgt dar\u00fcber hinaus kaum \u00fcber \neigene, unabh\u00e4ngige Einnahmequellen. H\u00e4ufig produzieren diese \nFachzeitschriften Sonderteile f\u00fcr Arzneimittelhersteller, die den Absatz\n bestimmter Produkte forcieren wollen. Andere Zeitschriften \nver\u00f6ffentlichen Artikel, die in den betreffenden Firmen verfasst werden,\n jedoch wie unabh\u00e4ngige wissenschaftliche Arbeiten aussehen, in Wahrheit\n aber von den Firmen selbst oder in ihrem Auftrag geschrieben werden, um\n den Absatz der Produkte zu f\u00f6rdern.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch vor hundert Jahren haben Arzneimittelhersteller ihre eigenen \nwissenschaftlichen Journale herausgegeben, um \u00fcber ihre Produkte zu \ninformieren. Heute ben\u00f6tigen die Pharmahersteller keine eigenen \nZeitschriften, um ihren Produkten den gew\u00fcnschten wissenschaftlichen \nAnstrich zu verleihen. Im Auftrag der Firmen verfassen technische \nSchreiber die gew\u00fcnschten wissenschaftlichen Papiere und engagieren \nscheinbar &#8218;unabh\u00e4ngige&#8216; \u00c4rzte, die ihren Namen daruntersetzen. Letztere \nmachen sich \u00fcber den Inhalt offensichtlich keine allzu schwerwiegenden \nGedanken; und wer sieht nicht gerne den eigenen Namen in einer seri\u00f6sen \nFachzeitschrift abgedruckt, und wer l\u00e4sst sich nicht gerne um den \nErdball jetten, um an Veranstaltungen teilzunehmen und die eigenen \nwissenschaftlichen &#8218;Arbeiten&#8216; vorzutragen &#8211; selbstverst\u00e4ndlich alles \nerster Klasse und ohne einen Pfennig daf\u00fcr zu zahlen? Viele &#8218;Verfasser&#8216; \nerhalten astronomische Beraterhonorare f\u00fcr ihre &#8218;Arbeiten&#8216;.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ger\u00e4t ein bestimmtes Produkt in die Schusslinie, wird in manchen \nF\u00e4llen eine positive Stellungnahme von diesen Koryph\u00e4en in Form eines \nLeserbriefes an die entsprechenden Fachzeitschriften erwartet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einfluss der pharmazeutischen Industrie auf die medizinischen \nFachzeitschriften unserer Tage l\u00e4sst sich schwer ermessen, doch stehe \nich mit meiner Meinung wohl nicht allein, dass dieser Einfluss, gelinde \ngesagt, zu umfassend ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das allgemeine Widerstreben, das medizinische Fachzeitschriften \ngew\u00f6hnlich an den Tag legen, wenn es darum geht, Artikel und \nLeserzuschriften, die den Wert von Tierversuchen in Frage stellen, zu \nver\u00f6ffentlichen, erscheint mir als besorgniserregendes Beispiel f\u00fcr die \nMacht der Pharmahersteller.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die orthodoxe Medizin hat ihre Forschung, ihre Therapie und ihren Verdienst fast vollst\u00e4ndig in die H\u00e4nde der Pharmaindustrie gelegt, mit schrecklichen Folgen f\u00fcr Mensch und Tier. 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