{"id":3817,"date":"2020-02-19T10:23:03","date_gmt":"2020-02-19T09:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3817"},"modified":"2020-04-06T10:29:49","modified_gmt":"2020-04-06T08:29:49","slug":"die-moderne-medizin-ist-keine-wissenschaft","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/medizinbetrieb\/die-moderne-medizin-ist-keine-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Die moderne Medizin ist keine Wissenschaft"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>Die orthodoxe Medizin, die sich hochwissenschaftlich gibt ist ein  moderner Hokuspokus, bei dem Aberglaube, falsche Diagnosen, subjektive  Meinungen, Arroganz und Ignoranz stets den Vorrang vor irgendeiner Form  der Wissenschaftlichkeit haben.<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Dr. med. Vernon Coleman<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Arzt, Schriftsteller und engagierte Tierversuchsgegner hat mit  diesem Beitrag die fundierteste Kritik der orthodoxen Medizin  erarbeitet, die je geschrieben wurde. Dr. Coleman entlarvt die moderne  Medizin als den gr\u00f6\u00dften, unversch\u00e4mtesten und lebensgef\u00e4hrlichsten  Bluff, den es in der langen Geschichte der Medizin je gegeben hat. Die  Wahrheit ist, dass die Schulmedizin nichts weiter als Mittler zwischen  Pharma-Industrie und Patient ist. Die Pharma-Industrie ben\u00f6tigt die  Tierversuche, um eine weitere pseudowissenschaftliche Absicherung f\u00fcr  ihre meist gesundheitsgef\u00e4hrdenden Medikamente zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die moderne Medizin ist keine Wissenschaft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rzte, medizinische Forscher und Arzneimittelhersteller w\u00fcrden gern \nalle gegenw\u00e4rtigen und potentiellen Konsumenten von Leistungen des \nGesundheitswesens davon \u00fcberzeugen, dass die Medizin eine Wissenschaft \nist, die seit der Zeit der mystischen Beschw\u00f6rungen und Hexenheilmittel \ngro\u00dfe Fortschritte gemacht hat.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die moderne Medizin ist keine Wissenschaft, und die heute in \nKliniken und in der Forschung t\u00e4tigen Mediziner sind keine \nWissenschaftler.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moderne \u00c4rzte wenden vielleicht wissenschaftliche Methoden an, aber  ihr therapeutisches Vorgehen zeugt immer noch von Quacksalberei. Sie  bleiben bestehenden, aber fragw\u00fcrdigen Verfahren treu, weil sie  profitabel sind, und wehren sich gegen neue Methoden und Technologien,  obwohl diese sich vielleicht bew\u00e4hrt und als effektiv erwiesen haben.  Ein Arzt, der bei seiner Arbeit wissenschaftliche Hilfsmittel einsetzt,  ist deswegen noch lange kein Wissenschaftler \u2013 genauso wenig wie eine  Schreibkraft durch Verwendung eines Textverarbeitungsprogramms zu einer  Informatikerin wird. Die den \u00c4rzten heute zur Verf\u00fcgung stehenden  wissenschaftlichen Technologien sind sicherlich hervorragend &#8211; das  Problem ist nur, dass deren Anwendung nur zu h\u00e4ufig primitiv, unerprobt  und unwissenschaftlich ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Als die Medizin noch eine Wissenschaft war<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor und w\u00e4hrend der Renaissance gab es eine Zeit, in der ein Arzt \ntats\u00e4chlich Wissenschaftler und die Medizin eine Wissenschaft war.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 13. Jahrhundert lebte Roger Bacon, der Franziskanerm\u00f6nch, dem die \nErfindung des Teleskops, des Mikroskops, der Taucherglocke, des \nSchie\u00dfpulvers, der Lokomotive, der Flugmaschine und der Brille \nzugeschrieben wird und der sich dar\u00fcber beschwert haben soll, dass <em>\u00bbdie M\u00e4nner der Medizin Drogen verwenden, deren Wirkung und Preis sie nicht kennen\u00ab<\/em>.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 16. Jahrhundert gab es Galilei, den italienischen Wissenschaftler,\n der auch die Kunst der Medizin studierte und gro\u00dfe Schwierigkeiten mit \nder Kirche bekam, weil er Kopernikus Ansicht unterst\u00fctzte, dass die \nPlaneten sich um die Sonne drehen (inzwischen ist ihm \u00fcbrigens offiziell\n vergeben worden). Ebenfalls im 16. Jahrhundert lebte Andreas Vesalius, \nder belgische Arzt, dessen Beschreibungen der menschlichen Anatomie \neinen unsch\u00e4tzbaren Beitrag zur Renaissance der Medizin leisteten. \nAu\u00dferdem waren da noch Franciscus Sylvius, auch als Francois de Bois und\n Franz de le Boe bekannt, ein deutscher Arzt, Physiologe, Anatom und \nChemiker, der glaubte, dass Erkrankungen durch chemische Vorg\u00e4nge \nverursacht w\u00fcrden und daher logisch diagnostiziert und behandelt werden \nk\u00f6nnten; Santorio Santorio, ein italienischer Arzt, Physiker und \nPhysiologe, der die Uhr, das Thermometer und die Waage erfand und als \nerster wissenschaftliche Hilfsmittel in der medizinischen Praxis \nanwandte; sowie Michael Servetus, ein spanischer Arzt, der schlie\u00dflich \nvon den Calvinisten hingerichtet wurde und dessen wichtigster Beitrag \nzur medizinischen Lehre in seiner Entdeckung des Blutkreislaufes von und\n zu den Lungen bestand.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nat\u00fcrlich gab es Paracelsus, getauft auf den Namen Aureolus  Philippus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der durch ganz Europa  reiste und gegen medizinische Theorien k\u00e4mpfte, die er als primitiv,  unbewiesen und \u00fcberholt ansah. Paracelsus, der 1493 geboren wurde und  1541 starb, verwarf die alte Vorstellung, nach der Krankheiten durch  eine St\u00f6rung des inneren Gleichgewichts des K\u00f6rpers verursacht wurden  (merkw\u00fcrdigerweise ist diese altmodische Vorstellung, die von der  Wissenschaft 500 Jahre lang abgelehnt wurde, heute bei einigen Anh\u00e4ngern  der alternativen Medizin unter den \u00c4rzten wieder in Mode). Paracelsus  behauptete, dass Krankheiten innerhalb bestimmter Organe behandelt  werden m\u00fcssten, und zwar f\u00fcr jedes Organ und jede Krankheit unter  Verwendung spezieller chemischer Verbindungen. Er bef\u00fcrwortete Versuche  an Patienten, die einer Behandlung bedurften, und verbrannte die alten  Lehrwerke, die er f\u00fcr unwissenschaftlich befunden hatte. Paracelsus  wollte, dass die Alchemisten ihre endlose Suche nach einem Verfahren  aufgaben, mit dem sich aus Blei Gold gewinnen lie\u00df, und ihre Zeit f\u00fcr  Experimente zur Zubereitung von Medikamenten nutzten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Paracelsus w\u00e4re entsetzt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da er am Status quo r\u00fcttelte, wurde Paracelsus ge\u00e4chtet, verdammt und\n angegriffen und aus seinem Heim getrieben. Man unternahm viele \nVersuche, ihn zum Schweigen zu bringen. Paracelsus, wurde in der Schweiz\n geboren, dem Sitz vieler der weltgr\u00f6\u00dften Arzneimittelhersteller, und \nwar in mancherlei Hinsicht der Begr\u00fcnder der pharmazeutischen Industrie.\n Aber die Arzneimittelindustrie erkennt ihren Mentor auch heutzutage \nnicht an. Die Industriebosse, die von ihm geh\u00f6rt haben, wissen \nwahrscheinlich nur zu genau, dass Paracelsus, wenn er heute leben w\u00fcrde,\n entsetzt von der Industrie w\u00e4re, bei deren Aufbau er mitgeholfen hat. \n(Die Ironie liegt schlie\u00dflich auch darin, dass, obwohl Paracelsus sein \nLeben lang versucht hat, die Alchemisten davon zu \u00fcberzeugen, dass sich \nBlei nicht in Gold verwandeln l\u00e4sst, die heutigen Pharmamanager \ninzwischen sehr wohl wissen, wie man bescheidene Laborprodukte \nvergoldet.)\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle diese M\u00e4nner lebten und arbeiteten im 16. Jahrhundert. Viele von\n ihnen setzten bei ihrer Arbeit ihr Leben aufs Spiel. Sie waren stolz, \nfurchtlos und verzweifelt auf der Suche nach Erkenntnis. Sie waren die \nwirklichen Wissenschaftler &#8211; sie versuchten, ihre Theorien zu beweisen \noder zu widerlegen und waren vor allem bereit, Irrt\u00fcmer zuzugeben. Sie \nwaren bereit zu experimentieren und ihre Ideen einer genauen Pr\u00fcfung zu \nunterziehen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute \u00e4hneln moderne \u00c4rzte und medizinische Forscher jedoch mehr  Descartes, dem franz\u00f6sischen Philosophen des siebzehnten Jahrhunderts,  der Experimente nicht zur Wahrheitsfindung, sondern lediglich zur  Veranschaulichung seiner Theorien n\u00fctzte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Mensch als mechanische Konstruktion<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die moderne medizinische Lehre des zwanzigsten Jahrhunderts fundiert \nauf dem kartesischen Prinzip, dass K\u00f6rper und Geist zwar verbunden, aber\n im Grunde genommen getrennte Einheiten sind. Descartes glaubte nicht an\n eine experimentelle Wissenschaft oder die objektive Beurteilung von \nIdeen. Er war ein Philosoph, der sich nebenbei mit der Wissenschaft \nbesch\u00e4ftigte, aber seine Ideen sollten noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit viele \nAspekte der medizinischen Theorie und Lehre beherrschen. Er glaubte, \ndass man den Menschen als eine einfache mechanische Konstruktion \nbetrachten k\u00f6nne, und aus diesem Grund behandeln auch heute noch viele \n\u00c4rzte die Verletzung oder das mutma\u00dflich nicht ordnungsgem\u00e4\u00df \nfunktionierende Organ, und nicht den Patienten bzw. seine \u00c4ngste und \nSymptome. Die \u00c4rzte veranlassen Labortests und glauben dann, dass sie \nwissenschaftlich arbeiten, wenn sie Anomalien behandeln.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ein Arzt nur eine ungenaue Vorstellung davon hat, \nwas&nbsp;\u00bbnormale\u00ab&nbsp;Blutwerte sind (schlie\u00dflich misst er immer nur die \nBlutwerte von kranken Menschen), wird der Erfolg einer Behandlung im \nallgemeinen daran gemessen, ob er es geschafft hat, die Laborergebnisse \nzu \u00e4ndern, und nicht daran, ob der Patient sich besser f\u00fchlt. Wenn ein \nPatient \u00fcber Schmerzen klagt, f\u00fchrt der Arzt Tests durch, um die Ursache\n herauszufinden, behandelt aber nicht den Schmerz, da dies die \nTestergebnisse verf\u00e4lschen w\u00fcrde. W\u00e4hrenddessen leidet der Patient so \nstark unter Schmerzen, dass er noch kr\u00e4nker wird. Vor diesem Hintergrund\n \u00fcberrascht es nicht, dass der Ruf der modernen Allopathie als heilender\n Zweig der Wissenschaft immer schneller dahin schmilzt. Zu viele moderne\n \u00c4rzte k\u00f6nnen weder heilen noch machen sie sich etwas daraus.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutigen in den Kliniken und in der Forschung t\u00e4tigen Mediziner  gr\u00fcnden ihre Ansichten und Schlussfolgerungen fast ausnahmslos auf  subjektive Beobachtungen und fromme Erwartungen &#8211; Beobachtungen und  Erwartungen, die im allgemeinen auf einer nicht zutreffenden  historischen Sicht und experimentellen Erfahrungen mit Mitgliedern einer  anderen Spezies basieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Aberglaube und Irrt\u00fcmer<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aberglaube und Verdachtsmomente bilden die wichtigsten Grundpfeiler \nder Medizin des zwanzigsten Jahrhunderts. Irrt\u00fcmer werden auf Irrt\u00fcmer \ngeh\u00e4uft, und unbewiesene Theorien werden als Bausteine f\u00fcr neue Ideen \nverwendet. Annahmen, Vorurteile und Ger\u00fcchte k\u00e4mpfen mit subjektiven \nBeobachtungen sowie pers\u00f6nlichen Interpretationen von Symptomen und \nAnzeichen um die Aufmerksamkeit des Arztes. Ein wirklich \nwissenschaftlich arbeitender Arzt m\u00fcsste seine pers\u00f6nlichen Ansichten \neinem durch Analysen und Experimente gewonnenen, unparteiischen Wissen \nunterordnen. T\u00e4te er dies, w\u00fcrde er jedoch seinen geheimnisvollen Nimbus\n und seine Autorit\u00e4t verlieren, d.h. wichtige traditionelle Waffen des \nMedizinmanns. Ein Arzt, der Wissenschaftler wird, wird gleichzeitig so \netwas wie ein Techniker und verliert seine gott\u00e4hnliche Macht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die modernen \u00c4rzte und Chirurgen sehen den menschlichen Geist und den\n menschlichen K\u00f6rper nicht als eine Einheit (deswegen haben sie die \nPrinzipien der holistischen Medizin auch nur widerwillig angenommen und \nsind erst recht unf\u00e4hig zur Behandlung von Krankheiten, die auf Stress \nberuhen). Sie verlassen sich mehr auf Hoffnungen und Annahmen als auf \nBeweise und objektive klinische Erfahrungen. Der moderne Kliniker ist \ngenauso engstirnig und von pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Interpretationen\n beeinflusst wie sein Kollege vor zweitausend Jahren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer wirklich wissenschaftlichen Vorgehensweise wird eine neu \nentstandene Idee erst getestet, bevor irgendwelche Schl\u00fcsse gezogen \nwerden. Ohne Versuche kann es keine Wissenschaft geben, und eine Idee \nkann nie mehr als eine Ansicht oder eine Hypothese sein. Wirkliche \nWissenschaftler werden alles tun, um ihre eigenen Hypothesen zu \nwiderlegen, indem sie Wahrscheinlichkeitsmomente, Gl\u00fcck, Zufall und \nPlaceboeffekte ausschlie\u00dfen und sich bei ihrer Suche nach der Wahrheit \nnicht von Stolz, Eitelkeit oder wirtschaftlichem Druck beirren lassen. \nLeider ist eine solche Hingabe in der Welt der Medizin \u00e4u\u00dferst selten. \nDie \u00c4rzte verwechseln nur zu h\u00e4ufig Fallberichte mit Beweisen. Sie \nr\u00e4umen zwar ein, dass alle Patienten verschieden sind, ziehen aber dann \naus einzelnen, in medizinischen Zeitschriften ver\u00f6ffentlichten \nFallberichten Schl\u00fcsse in Bezug auf die Behandlung Tausender von \nPatienten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statistiken sind unerl\u00e4sslich f\u00fcr die Bestimmung von  Wahrscheinlichkeiten, das Treffen von Voraussagen und die Wahl des  bestm\u00f6glichen Heilmittels, aber die \u00c4rzte verwenden h\u00e4ufig ihre eigenen  Interpretationen von Statistiken. So sagt ein Arzt zum Beispiel: <em>\u00bbIch  habe in den letzten 5 Jahren 300 Patienten mit dieser Krankheit  gesehen, und diese Behandlung oder dieses Heilmittel ist das beste.\u00ab<\/em>  Er vergisst dabei, dass es zahlreiche m\u00f6gliche Heilmittel gibt, die er  wahrscheinlich nie in Betracht gezogen hat und dass einige seiner  Patienten vielleicht gestorben sind bzw. er vielen von ihnen unter  Umst\u00e4nden \u00fcberhaupt nicht helfen konnte. Wenn Fallberichte subjektiv  betrachtet werden, kann und wird der Betrachter oft l\u00fcgen und  verf\u00e4lschen, um sein Berufsethos zu sch\u00fctzen und seine Eitelkeit zu  befriedigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nur 1 % aller Fachartikel sind wissenschaftlich fundiert<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Patienten nehmen wahrscheinlich an, dass wenn ein Arzt \neine anerkannte Behandlungsmethode f\u00fcr eine Krankheit vorschl\u00e4gt, es \nsich dabei um eine erprobte, gepr\u00fcfte und bew\u00e4hrte Behandlungsmethode \nhandelt. Dies ist jedoch nicht der Fall.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im British Medical Journal vom Oktober 1991 berichtet der Herausgeber, Dr. Richard Smith, dass es <em>\u00bbauf\n der ganzen Welt vielleicht 30.000 biomedizinische Fachzeitschriften \ngibt und ihre Zahl seit dem siebzehnten Jahrhundert stetig um etwa 7% \npro Jahr angewachsen ist. Aber nur 15% aller medizinischen Eingriffe \nbasieren auf soliden wissenschaftlichen Beweisen\u00ab<\/em> und <em>\u00bbnur 1% der Artikel in medizinischen Fachzeitschriften sind wissenschaftlich fundiert.\u00ab&nbsp;\u00bbViele unserer Behandlungsmethoden\u00ab,<\/em> sagt Dr. Smith, <em>\u00bbsind nie auch nur im geringsten gepr\u00fcft worden\u00ab<\/em>.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das f\u00fcr eine Wissenschaft? Wie k\u00f6nnen sich die \u00c4rzte als \nWissenschaftler sehen, wenn sogar die Schulmedizin zugibt, dass sechs \nvon sieben Behandlungsmethoden nicht wissenschaftlich untermauert sind \nund wenn 99% der Artikel, auf deren Basis klinische Entscheidungen \ngetroffen werden, nicht auf wissenschaftlichen Forschungen beruhen?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die grausame Wahrheit ist, dass der Gro\u00dfteil aller medizinischen \nForschungsprojekte von der Arzneimittelindustrie (bzw. der \nLebensmittel-, Tabak- und Alkoholindustrie) organisiert, bezahlt, in \nAuftrag gegeben oder subventioniert wird. Diese Art von Forschung soll \nganz einfach Beweise daf\u00fcr finden, dass ein neues Produkt von \nwirtschaftlichem Wert ist. Den Unternehmen, die solche \nForschungsprojekte in Auftrag geben, geht es nicht so sehr um Beweise &#8211; \nsie suchen nach Erkenntnissen, mit deren Hilfe sie ihr Produkt verkaufen\n k\u00f6nnen. Von Arzneimittelherstellern gesponserte Forschungsprojekte sind\n mehr auf eine gute Beurteilung des Produkts als auf Wahrheitsfindung \naus.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere Art von Forschung wird von \u00c4rzten oder Wissenschaftlern \nbetrieben, die ihre Karriere vorantreiben m\u00f6chten. Alle jungen \u00c4rzte und\n Forscher, die innerhalb des heutigen Medizinbetriebs weiterkommen \nm\u00f6chten, m\u00fcssen so viele wissenschaftliche Arbeiten wie m\u00f6glich \nver\u00f6ffentlichen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frank Arnold, ein Chirurg aus Manchester, gab im British Medical Journal in einem ungew\u00f6hnlich erfrischenden Artikel zu:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbDer eigentliche, nie erw\u00e4hnte Zweck vieler medizinischer \nDoktorarbeiten und Ver\u00f6ffentlichungen ist der, dass sie den \nBerufungsaussch\u00fcssen etwas zu beurteilen geben. Aber ist dies ein \nKriterium, dass von der \u00d6ffentlichkeit, die schlie\u00dflich f\u00fcr unsere \nDienste bezahlt, akzeptiert wird? W\u00fcrde ich mich eher von einem Arzt \nbehandeln lassen, der 15 Arbeiten ver\u00f6ffentlicht hat, als von einem, der\n nur 14 vorweisen kann?\u00ab<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine in London ans\u00e4ssige praktische \u00c4rztin berichtet, dass ihr von einem Kollegen geraten wurde:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbFinde irgendwas, was du messen kannst und dann miss, bis du genug\n Werte zusammen hast, um sechs Punkte in ein Diagramm einzuzeichnen. Und\n dann fang an, Zusammenfassungen vorzulegen, denn wenn du dich f\u00fcr eine \nStelle im Krankenhaus bewirbst, brauchst du mindestens 10 \nVer\u00f6ffentlichungen, um auf die Liste zu kommen\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4rztin behauptet, dass derselbe Krankenhausarzt ihr au\u00dferdem  anbot, ihren Namen auf alle Ver\u00f6ffentlichungen seines Labors zu setzen,  wenn sie dasselbe f\u00fcr ihn tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Behandlungsmethoden werden nicht \u00fcberpr\u00fcft<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die traurige Wahrheit ist, dass die modernen \u00c4rzte ihre \nBehandlungsmethoden nicht \u00fcberpr\u00fcfen und dies auch nicht wollen. Falls \nwirklich einmal jemand vorschl\u00e4gt, dass sie ihre Behandlungsmethoden \neiner wirklichen, wissenschaftlichen Analyse unterziehen, schlagen sie \nentsetzt die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen und behaupten, es w\u00e4re \nunethisch, Behandlungsmethoden zu testen, da den Patienten dann \nvielleicht jede Hilfe vorenthalten bliebe. Sie behaupten, dass ihre \nBehandlungsmethoden keiner Pr\u00fcfung bed\u00fcrfen, da sie&nbsp;\u00bbwissen\u00ab, dass sie \ndie gew\u00fcnschte Wirkung haben. Die moderne medizinische Ausbildung \nbasiert eher auf Erkl\u00e4rungen und Ansichten als auf Forschung und \nwissenschaftlicher Erfahrung. Die Studenten werden an den Universit\u00e4ten \nmit Informationen bombardiert, haben aber nicht die Zeit oder die \nM\u00f6glichkeit, die ex-cathedra-Aussagen zu hinterfragen, die von einer \narchaischen medizinischen Kultur gemacht werden. Die angewandten \nArzneimittel und Ger\u00e4te sind vielleicht mit Hilfe von wissenschaftlichen\n Methoden entwickelt worden, aber die Art und Weise, wie sie verwendet \nwerden, l\u00e4sst sich ganz sicher nicht als wissenschaftlich bezeichnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Medizin eine Wissenschaft w\u00e4re, bek\u00e4me ein Patient, der beim\n Arzt \u00fcber ein Symptom klagt, die beste bew\u00e4hrte Behandlung, n\u00e4mlich \neine Behandlung, die spezifisch auf die jeweilige Krankheit ausgerichtet\n ist. Behandlungsmethoden f\u00fcr spezifische Symptome w\u00e4ren genau \nvorauskalkulierbar, und diagnostische F\u00e4higkeiten w\u00e4ren, da sie auf \nwissenschaftlichen Methoden basierten, innerhalb bestimmter anerkannter \nGrenzen verl\u00e4sslich. Aber dem ist nicht so. In einigen Bereichen der \nMedizin arbeiten die Spezialisten auf eine Art und Weise, die man als \npseudowissenschaftlich betrachten w\u00fcrde, wenn diese \u00c4rzte nicht \u00fcber von\n der Schulmedizin anerkannte Qualifikationen verf\u00fcgen w\u00fcrden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es werden immer wieder in gro\u00dfem Stil neue Behandlungsmethoden und  neue Techniken eingef\u00fchrt, ohne dass diese irgendwie wissenschaftlich  untermauert w\u00e4ren und ohne dass die \u00c4rzte etwas \u00fcber die  wahrscheinlichen, langfristigen Konsequenzen w\u00fcssten. Anstatt zu  experimentieren und dann erprobte und verl\u00e4ssliche Methoden anzuwenden,  benutzen die modernen Mediziner alle ihre Patienten als  Versuchskaninchen und praktizieren ihre schwarze Kunst als einen  internationalen Gro\u00dfversuch.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Skrupellose Verschreibung von Pillen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Millionen von Patientinnen wurden jahrelang hochdosierte \nVerh\u00fctungsmittel verschrieben, ohne dass irgend jemand etwa \u00fcber die \nwahrscheinlichen Folgen wusste. Als erkennbar wurde, dass diese Pillen \nHunderte von Frauen das Leben kosteten, wurden niedriger dosierte Pillen\n auf den Markt gebracht. Ich habe schon in den sechziger Jahren als \nMedizinstudent darauf hingewiesen, dass wir nicht wissen, welche Wirkung\n die Pille auf die Kinder der Frauen hat, die sie eingenommen haben. Die\n Medizin sieht keine Katastrophen voraus &#8211; sie reagiert nur auf sie. \nEine solche Haltung kann man nur schwerlich \nals&nbsp;\u00bbwissenschaftlich\u00ab&nbsp;bezeichnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhand von drei spezifischen Beispielen l\u00e4sst sich hervorragend \nveranschaulichen, wie medizinische Methoden in gro\u00dfem Stil anerkannt \nwerden, ohne dass die \u00c4rzte auch nur die geringste Vorstellung davon \nhaben, was mit den betroffenen Patienten geschehen wird.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da w\u00e4re erstens die Verwendung von Arzneimitteln zur Senkung des Cholesterinspiegels.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man einen hohen Cholesterinspiegel hat, sollte man dann \nversuchen, dies zu \u00e4ndern &#8211; notfalls mit Hilfe eines Medikaments? Oder \nsind mit der Senkung des Cholesterinspiegels sogar noch mehr Risiken \nverbunden als mit dem erh\u00f6hten Wert an sich?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird Sie vielleicht \u00fcberraschen, aber diese Fragen k\u00f6nnen nicht zufriedenstellend beantwortet werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war jahrelang offensichtlich, dass Langzeitbeschwerden wie \nArthritis und hoher Blutdruck von der Arzneimittelindustrie sehr \ngesch\u00e4tzt werden. Diese Langzeitbeschwerden bed\u00fcrfen einer \nLangzeitbehandlung &#8211; und die Arzneimittelindustrie macht das wirklich \ngro\u00dfe Geld mit dem Verkauf von Medikamenten, die \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit \nhinweg eingenommen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Wenn ich in sehr zynischer Stimmung bin, frage ich mich oft, was  geschehen w\u00fcrde, wenn ein Arzneimittelhersteller eines Tages ein echtes  Heilmittel f\u00fcr eine dieser Langzeitbeschwerden f\u00e4nde. Die internationale  Arzneimittelindustrie ist meiner Ansicht nach r\u00fccksichtslos. Diese  R\u00fccksichtslosigkeit zeigt sich unter anderem in der Art und Weise, wie  M\u00e4rkte geschaffen werden, wo keine sind, nur um gro\u00dfe Profite zu machen.  Die Frage ist also, ob die Arzneimittelindustrie das Heilmittel  vertreiben, und damit einen riesigen Milliardenmarkt ruinieren w\u00fcrde,  oder ob sie die Entdeckung einfach aufkaufen w\u00fcrde, um sich die Profite  zu erhalten.)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Pillen zur Senkung des Cholesterinspiegels<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den in j\u00fcngster Zeit entwickelten Medikamenten sind es vor \nallem die Produkte zur Senkung des Cholesterinspiegels, die der \nArzneimittelindustrie ein Verm\u00f6gen einbringen k\u00f6nnten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele \u00c4rzte und Patienten haben jahrelang geglaubt, dass Personen mit\n einem hohen Cholesterinspiegel mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit unter \nHerzbeschwerden oder hohem Blutdruck leiden sowie ein erh\u00f6htes \nSchlaganfallrisiko tragen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurden Millionen ausgegeben, um den Cholesterinspiegel der \nPatienten festzustellen, und viele Patienten sind vor Angst fast \ngestorben, wenn ihnen gesagt wurde, dass ihr Cholesterinspiegel zu hoch \nsei.\nDiese Entwicklung f\u00fchrte dazu, dass die Arzneimittelindustrie in den \nletzten Jahren die massenhafte Einf\u00fchrung von Medikamenten zur Senkung \ndes Cholesterinspiegels vorbereitet hat.\nDie Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels erfreuen sich gro\u00dfer Beliebtheit.\nDie Arzneimittelhersteller lieben sie, weil sie auf lange Sicht einen\n riesigen internationalen Markt er\u00f6ffnen, und die Industrie liebt nun \nmal riesige internationale M\u00e4rkte.\nUnd die Patienten nehmen nur zu gern eine Pille zur Senkung ihres \nCholesterinspiegels ein, denn sie glauben, dass ein hoher \nCholesterinwert ein hohes Schlaganfallrisiko bedeutet, m\u00f6chten aber \ngleichzeitig nicht auf die fetthaltigen Nahrungsmittel verzichten, die \nden Cholesterinspiegel erh\u00f6hen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube daher, dass die Arzneimittelindustrie in den neunziger \nJahren ihre gr\u00f6\u00dften Wachstumserfolge wahrscheinlich mit dem Verkauf von \nMedikamenten zur Senkung des Cholesterinspiegels erzielen wird. Es gibt \nerste Anzeichen daf\u00fcr, dass diese explosionsartige Entwicklung bereits \nbegonnen hat.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1986 und 1990 hat sich in Gro\u00dfbritannien die Anzahl der \nverschriebenen Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels \nverdreifacht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Gesundheitswesen und die Regierungen vieler L\u00e4nder auf der \nganzen Welt wird das Verschreiben von Medikamenten zur Senkung des \nCholesterinspiegels eine teure Angelegenheit werden. Man wird viele \nscheinbar gesunde B\u00fcrger zu regelm\u00e4\u00dfigen Pillenschluckern machen, und \ndie Profite der internationalen Arzneimittelhersteller werden in die \nMilliarden gehen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber selbst wenn man einmal davon absieht, dass viele Menschen ihren \nCholesterinspiegel auch durch eine vern\u00fcnftigere Ern\u00e4hrungsweise \nnormalisieren k\u00f6nnten, stellt sich immer noch die Frage, ob die mit \neiner Langzeiteinnahme verbundenen Risiken annehmbar sind.\nDie Antwort lautet mit fast 100 %iger Sicherheit: <em>\u00bbDar\u00fcber ist nichts bekannt\u00ab<\/em> . <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Tatsache, dass diese Arzneimittel bereits in gro\u00dfen Mengen \nverschrieben werden &#8211; auch viele Leser dieser Zeitschrift nehmen \nwahrscheinlich schon Medikamente zur Senkung ihres Cholesterinspiegels \nein &#8211; scheint bisher niemand mit Sicherheit sagen zu k\u00f6nnen, ob diese \nMedikamente es wirklich wert sind, verschrieben zu werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehrere bereits gef\u00fchrte Prozesse deuten darauf hin, dass Patienten,  die Medikamente zur Senkung ihres Cholesterinspiegels nehmen, eher  k\u00fcrzer als l\u00e4nger leben und dass die Entscheidung zugunsten dieser  Behandlung nicht immer klug ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bei geringeren Cholesterinwerten erh\u00f6hte Mortalit\u00e4t<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Autor eines j\u00fcngst im British Medical Journal erschienenen Berichts kommt zu den Schluss, dass <em>\u00bbverschiedene\n Studien \u00fcber Patienten, die an Tests teilnahmen, bei denen die \nKonzentration von Cholesterin im Blut entweder \u00fcber die Ern\u00e4hrung oder \nmedikament\u00f6s gesenkt wurde, eine erh\u00f6hte Mortalit\u00e4t aufgrund von \nVerletzungen und nicht krankheitsbezogenen Ursachen gezeigt haben\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gunnar Lindberg, Oberarzt am Centre for Public Health Research, \nKarlstad, Schweden; Lennart Rastam, Dozent f\u00fcr Familienmedizin, und Bo \nGullberg, Dozent f\u00fcr medizinische Statistik, beide am Department of \nCommunity Health Sciences der Universit\u00e4t Lund in Schweden, sowie Gunnar\n A. Eklund, Professor f\u00fcr Epidemiologie am Department of Cancer \nEpidemiology, Radiumhemmet, Karolinska Hospital, Schweden, haben in \neinem gemeinsamen Bericht die M\u00f6glichkeit gepr\u00fcft, ob zwischen einem \nniedrigen Cholesterinspiegel und dem Tod durch Verletzungen oder \nSelbstmord ein Zusammenhang bestehen k\u00f6nnte.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie fanden heraus, dass ein Tod durch Verletzungen, insbesondere \ndurch Selbstmord, bei Menschen mit einem niedrigen Cholesterinspiegel \nh\u00e4ufiger anzutreffen ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies k\u00f6nnte nach Dr. Engelbergs Ansicht darauf hindeuten, dass Menschen mit einem gesenkten Cholesterinspiegel <em>\u00bbihre Aggressionen schlechter unterdr\u00fccken k\u00f6nnen\u00ab<\/em>.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der World Health Organisation durchgef\u00fchrte Versuche mit dem \nMedikament Clofibrat konnten die Annahme nicht best\u00e4tigen, dass \nArzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels die Sterblichkeitsrate \nbei Herzkranken reduzieren k\u00f6nnten und warfen neue Fragen hinsichtlich \nder Rolle dieser Medikamente auf.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Leitartikel des British Medical Journal stellte die Frage:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbWenn Clofibrat das Sterblichkeitsrisiko erh\u00f6ht, sollte es dann zur Behandlung von Lipoidst\u00f6rungen verwendet werden?\u00ab<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matthew G. Dunnigan, Facharzt am Stobhill General Hospital in Glasgow, kommt zu dem Schluss, dass <em>\u00bbdas\n Fehlen von Hinweisen auf eine erhebliche Reduzierung von Todesf\u00e4llen \naller Art durch lipoidsenkende Medikamente, insbesondere bei Versuchen \nzur Prim\u00e4rpr\u00e4vention, darauf hindeutet, dass eine positive Wirkung von \nlipoidreduzierenden Medikamenten auf Todesf\u00e4lle aller Art bestenfalls \ngering und von nur marginalem Nutzen f\u00fcr den Patienten ist\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige \u00c4rzte sind sogar der Ansicht, dass ein zu niedriger Cholesterinspiegel zu einem erh\u00f6hten Krebsrisiko f\u00fchren kann.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube nicht, dass irgendjemand mit Sicherheit wei\u00df, ob es sich \nlohnt, Medikamente zur Senkung des Lipoid- oder Cholesterinspiegels im \nBlut einzunehmen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die \u00c4rzte, ermutigt von den Arzneimittelherstellern,  verschreiben weiterhin eifrig Medikamente zur Senkung des  Cholesterinspiegels.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Chirurgische Experimente an M\u00e4nnern und Frauen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe bewusst ein chirurgisches&nbsp;\u00bbExperiment\u00ab&nbsp;ausgew\u00e4hlt, das \nm\u00e4nnliche Patienten betrifft &#8211; die Vasektomie &#8211; und eines, das weibliche\n Patienten betrifft &#8211; die Brustvergr\u00f6\u00dferung. Es handelt sich hier um \nzwei Beispiele f\u00fcr weitverbreitete medizinische Eingriffe von \nzweifelhafter Sicherheit. Beide Experimente sind chirurgische Eingriffe,\n die an gesunden jungen Erwachsenen vorgenommen werden. Man sollte daher\n annehmen, dass die Chirurgen ganz besonderen Wert darauf legen, dass \ndas Risiko von nachteiligen Auswirkungen, wenn m\u00f6glich, ganz \nausgeschlossen wird.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vasektomie oder Sterilisation des Mannes erfreut sich seit \nJahrzehnten gro\u00dfer Beliebtheit, und auf der ganzen Welt haben sich \nbereits viele Millionen M\u00e4nner dieser Operation unterzogen. Es handelt \nsich hierbei um einen relativ schnellen und einfachen chirurgischen \nEingriff, und die Zahl der M\u00e4nner, die ihn vornehmen lassen, w\u00e4chst \nstetig. Die Tuben, die von den Hoden (wo die Spermien produziert werden)\n zum Penis f\u00fchren, werden dabei einfach durchtrennt oder versiegelt, so \ndass keine Spermien mehr durchdringen k\u00f6nnen. Man nimmt an, dass sich \nbis Ende 1991 weltweit etwa 50 Millionen junge und gesunde M\u00e4nner dieser\n Operation unterzogen haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren sind den \u00c4rzten jedoch Zweifel hinsichtlich der\n Sicherheit der Operation gekommen. Es sind einige unabh\u00e4ngige Studien \nver\u00f6ffentlicht worden, aus denen hervorgeht, dass es einen Zusammenhang \nzwischen dieser Operation und Hoden- oder Prostatakrebs, Herzkrankheit, \nimmunologischen St\u00f6rungen, Abklingen des Geschlechtstriebs oder \nvorzeitigem Altern geben k\u00f6nnte. Insbesondere der m\u00f6gliche Zusammenhang \nmit Krebserkrankungen ist beunruhigend. Eine Studie hat beispielsweise \ngezeigt, dass von 3.000 schottischen M\u00e4nnern, die sich einer Vasektomie \nunterzogen hatten, 8 innerhalb von vier Jahren nach der Operation an \nHodenkrebs erkrankt sind.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Anbetracht der Zahl der betroffenen M\u00e4nner sowie der Tatsache,  dass die Operation an gesunden, jungen M\u00e4nnern vorgenommen wurde und  immer noch wird, sollte man annehmen, dass ein Berufsstand von  Wissenschaftlern der Operation solange Einhalt gebieten w\u00fcrde, bis alle  Risiken genau gekl\u00e4rt worden sind. Dies ist jedoch in keinster Weise der  Fall. Die Operation wird immer noch mit derselben Begeisterung wie  vorher durchgef\u00fchrt, und soweit ich wei\u00df, hat bisher auch niemand vor,  die Erfahrungen aus aller Welt zu sammeln, um die genauen Risiken des  Eingriffe herauszufinden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Brust-Verg\u00f6\u00dferungs-Operation<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, dass eine Operation zur Brustvergr\u00f6\u00dferung mit Hilfe von\n Silikonimplantaten echte Gefahren bergen k\u00f6nnte, wurde der \n\u00d6ffentlichkeit erst Anfang 1992 schlagartig bewusst &#8211; obwohl die \nBrustvergr\u00f6\u00dferung genauso wie die Vasektomie bereits seit mehreren \nJahrzehnten sehr beliebt war und die ersten Zweifel an der \nUngef\u00e4hrlichkeit der Operation schon viele Jahre vorher ge\u00e4u\u00dfert worden \nwaren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als \u00fcppige Oberweiten die gro\u00dfe Mode wurden, war den Chirurgen von \nAnfang an klar, dass dies ein ausgezeichnetes Gesch\u00e4ft werden k\u00f6nnte. \nSie bem\u00fchten sich daher auch sehr um eine Rechtfertigung f\u00fcr etwas, das \nf\u00fcr manche Zyniker nur eine Gelegenheit zum Geldverdienen war.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang der achtziger Jahre behauptete die American Society of Plastic and Reconstructive Surgeons, dass <em>\u00bbeine\n wachsende Menge von stichhaltigem medizinischen Datenmaterial darauf \nhindeutet, dass diese Missbildungen (kleine Br\u00fcste) tats\u00e4chlich eine \nKrankheit darstellen\u00ab<\/em>. Die kosmetischen Chirurgen gaben der \nKrankheit einen Namen &#8211; Mikromastie &#8211; und taten ihr Bestes, um sie \nauszurotten. Man sch\u00e4tzt, dass die Sch\u00f6nheitschirurgen in den letzten \ndrei\u00dfig Jahren allein in Amerika mehr als zwei Millionen Opfer von \nMikromastie ausfindig gemacht und&nbsp;\u00bbgeheilt\u00ab&nbsp;haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich haben Chirurgen Silikon direkt in die Brust injiziert.  Die mit diesem Verfahren verbundenen Probleme lie\u00dfen jedoch nicht lange  auf sich warten. In zahlreichen F\u00e4llen streute das Silikon im K\u00f6rper des  Empf\u00e4ngers und l\u00f6ste entsprechende Reaktionen aus. Damit nicht genug,  kam es durch den Abbau des Silikons auch zu einer raschen Schrumpfung  der \u00abversch\u00f6nerten\u00ab&nbsp;Brust. Auf der Suche nach einem sichereren Verfahren  gingen Chirurgen dazu \u00fcber, das Silikon mit Hilfe von kleinen  Plastiks\u00e4ckchen zu implantieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nach 30 Jahren Anwendung noch kein statistisches Material!<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen Ende des Jahres 1991 und zu Beginn von 1992 entstand jedoch eine gro\u00dfe Kontroverse \u00fcber die Sicherheit dieser Implantate.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Sch\u00e4tzungen der angesehenen US Citizen Health Research Group \nhatten 155.500 Frauen Probleme mit rissigen Implantaten oder Infektionen\n erlebt. 123.300 Frauen litten an verh\u00e4rteten Br\u00fcsten, w\u00e4hrend \u00fcber \n250.000 dieser Frauen angaben, sich mit ihren Implantaten unwohl zu \nf\u00fchlen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Vertreter der \u00c4rzteschaft erkl\u00e4rten, es gebe keine Beweise \nf\u00fcr gesundheitssch\u00e4digende Wirkungen der Implantate, hat ein Sprecher \nder amerikanischen Lebensmittelbeh\u00f6rde (FDA) zugegeben, von <em>\u00bbdem Mangel an statistischem Material\u00ab<\/em> beeindruckt zu sein, und f\u00fcgte hinzu\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbim Jahr 1991, also nach 30 Jahren Anwendung, haben wir immer noch keine Daten &#8230; wir m\u00fcssen dieser Sache auf den Grund gehen\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00e4tzungen zufolge beziehen 15.000 amerikanische Chirurgen einen \nerheblichen Teil ihres Einkommens aus Leistungen, die sie im Bereich der\n kosmetischen Chirurgie erbringen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November 1991 hat ein Beratungskomitee der amerikanischen \nLebensmittelbeh\u00f6rde (FDA) empfohlen, die Implantate auf dem Mark zu \nlassen, trotz des Mangels an Beweisen f\u00fcr ihre Unbedenklichkeit. Da die \nImplantate vor der Verabschiedung eines Gesetzes im Jahr 1976, das die \nErbringung eines Nachweises f\u00fcr Unbedenklichkeit und Wirksamkeit solcher\n Verfahren vorschrieb, auf den Markt gebracht wurden, hatten sie \nkeinerlei beh\u00f6rderliche Zulassungsverfahren durchlaufen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. Januar 1992 hat die FDA die \u00c4rzte gebeten, solange vom Einsatz \nder Silikon-Gel-Implantate abzusehen, bis neues Beweismaterial, das auf \neinen urs\u00e4chlichen Zusammenhang zwischen dem Gel und Autoimmunreaktionen\n oder Bindegewebsst\u00f6rungen hinwies, gepr\u00fcft werden konnte. Der \nFDA-Beauftragte erkl\u00e4rte, seine Beh\u00f6rde habe Studienberichte erhalten, \ndie bislang von Dow Corning Wright, dem gr\u00f6\u00dften Hersteller der \nSilikonimplantate, nicht zug\u00e4nglich gemacht worden waren. Es gab jedoch \nauch Beh\u00f6rden, die sich weniger besorgt zeigten. So wandte sich der \noberste Amtsarzt des britischen Gesundheitsdienstes am 27. Januar 1992 \nin einem Schreiben an die \u00c4rzteschaft:\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bb &#8230; gibt es keinen Grund, zu einer allgemeinen \u00c4nderung dieser \nForm von chirurgischen Eingriffen in Gro\u00dfbritannien zu raten. Die \nEntscheidung f\u00fcr einen solchen chirurgischen Eingriff ist Sache der \nPatientinnen nach Einholung des \u00e4rztlichen Rates\u00ab.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus gab der Amtsarzt an, von der FDA entsprechende \nInformationen angefordert zu haben &#8211; derselben FDA, die den \namerikanischen Chirurgen angewiesen hatte, vom Gebrauch der \nSilikonimplantate zun\u00e4chst abzusehen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem bestand darin, dass sogar nach 30 Jahren Einsatz die \nFrage noch immer ungekl\u00e4rt blieb, welche Wirkungen das ausgetretene \nSilikon im K\u00f6rper hervorruft, obwohl Berichte \u00fcber Schw\u00e4che, \nSch\u00e4digungen des Immunsystems, Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che, M\u00fcdigkeit, chronische\n grippe\u00e4hnliche Erkrankungen und weiteres vorlagen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende Februar lag dem FDA die Empfehlung vor, kontrollierte klinische  Versuche zur Risikoabsch\u00e4tzung von Silikonimplantate durchzuf\u00fchren. Die  Frage, warum klinische Versuche nicht bereits 30 Jahre fr\u00fcher, und zwar  von den Chirurgen, die dieses Verfahren als erste aufgegriffen hatten,  durchgef\u00fchrt worden sind, erscheint mehr als gerechtfertigt. Zumindest  kann es keinen Zweifel geben, dass ein korrekter wissenschaftlicher  Ansatz kontrollierte Studien mit eingeschlossen h\u00e4tte. (Wir wollen die  Frage nach der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit solcher Operationen hier ausgeklammert  lassen).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Es gibt in der Medizin keine Gewissheit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mangel an wissenschaftlichen Beweisen, die medizinische Praktiken\n untermauern, ist in allen Bereichen der Medizin nicht zu \u00fcbersehen.\nVon einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, gibt es keine Gewissheiten \nin der Medizin. Was einem Patienten verordnet wird, h\u00e4ngt mehr vom \nZufall und den pers\u00f6nlichen Vorurteilen des einzelnen Arztes ab als von \nder Wissenschaft.\nDieses Problem ist nat\u00fcrlich alles andere als neu.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Einleitung zu seinem B\u00fchnenst\u00fcck&nbsp;\u00bbThe Doctor&#8217;s \nDilemma\u00ab&nbsp;verweist George Bernard Shaw auf ein Ereignis, das sich zur \nZeit der ersten gro\u00dfen Grippeepidemie am Ende des neunzehnten \nJahrhunderts ereignet hat. Eine Londoner Abendzeitung hatte einen \nJournalisten beauftragt, alle gro\u00dfen Koryph\u00e4en der damaligen Zeit als \nPatienten aufzusuchen. Die erteilten Ratschl\u00e4ge und \u00e4rztlichen \nVerordnungen wurden dann in der Zeitung ver\u00f6ffentlicht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl diese ganze Vorgehensweise von den medizinischen \nFachzeitschriften als unverzeihlicher Vertrauensbruch angeprangert \nwurde, waren die Ergebnisse frappierend. Obwohl der Journalist jedesmal \ngenau dieselben Beschwerden angef\u00fchrt hatte, erteilte jeder Arzt andere \nRatschl\u00e4ge und traf andere Verordnungen. Daran hat sich bis heute nichts\n ge\u00e4ndert.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in der heutigen Medizin, die sich einer noch nie dagewesenen \nHochtechnologie bedienen kann, gibt es viele, fast endlose Variationen \nhinsichtlich der Behandlungsverfahren, die von unterschiedlichen \u00c4rzten \nbevorzugt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rzte treffen unterschiedliche Verordnungen f\u00fcr identische Symptome; \ndie Dauer des Krankenhausaufenthalts, die sie ihren Patienten anordnen, \nweist extrem gro\u00dfe Schwankungen auf, w\u00e4hrend verschiedene Arten von \nOperationen an Patienten mit offensichtlich identischen Problemen \ndurchgef\u00fchrt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt, wie es scheint, keine Gewissheiten in der Medizin. Jedes  Jahr unterziehen sich 61 von 100.000 Amerikanern einer Bypass-Operation.  In Gro\u00dfbritannien sind es lediglich sechs von 100.000 Einwohnern, in  Japan hingegen kommt nur eine Operation auf 100.000 Personen. In den  Vereinigten Staaten und D\u00e4nemark wird sieben von zehn Frauen im Verlauf  ihres Lebens die Geb\u00e4rmutter operativ entfernt, w\u00e4hrend in England nur  zwei von zehn Frauen sich dieser Operation unterziehen. Woher kommen  solche Unterschiede? Werden zu viele dieser Operationen in den  Vereinigten Staaten durchgef\u00fchrt, oder in Gro\u00dfbritannien zu wenige? In  den Vereinigten Staaten kommt eines von f\u00fcnf Neugeborenen durch  Kaiserschnitt auf die Welt. In England und Wales kommen nur 9% der  Kinder durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. In Japan liegt der Anteil  bei 8%.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nur subjektive Meinungen &#8211; keine objektiven Kriterien<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch innerhalb bestimmter Krankenh\u00e4user sind gro\u00dfe Abweichungen der \nfachlichen Ansichten unter den \u00c4rzten an der Tagesordnung. Es gibt \nHals-, Nasen- und Ohrenspezialisten die immer noch die Meinung \nvertreten, Mandeln und Rachenmandeln sollten bei der erstbesten \nM\u00f6glichkeit entfernt werden, w\u00e4hrend andere Fach\u00e4rzte diese Eingriffe \nals nutzlos oder gar gef\u00e4hrlich betrachten und nur in seltenen F\u00e4llen \ndazu raten. Es gibt Chirurgen, die eine Gallenblase durch einen winzigen\n Einschnitt entfernen, w\u00e4hrend andere Chirurgen wiederum sehr gro\u00dfe \nSchnitte bevorzugen. Manche \u00c4rzte empfehlen ihren Magengeschw\u00fcrpatienten\n eine auf Milchprodukte basierende Di\u00e4t, obwohl andere \u00c4rzte eine solche\n Ern\u00e4hrungsweise f\u00fcr restlos \u00fcberholt halten. Trotz all dieser \ntherapeutischen Abweichungen sind die meisten \u00c4rzte der Ansicht, ihre \nBehandlungsmethoden w\u00e4ren unanfechtbar.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man erlebt es leider immer wieder, dass Haus- und Krankenhaus\u00e4rzte \nihre Entscheidungen so verk\u00fcnden, als w\u00fcrden diese anschlie\u00dfend f\u00fcr alle\n Ewigkeit auf Marmortafeln eingemei\u00dfelt werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine n\u00fcchterne Betrachtung der Sachlage zeigt, dass die meisten  therapeutischen Entscheidungen auf einer wissenschaftlichen Basis  getroffen werden, die sich gr\u00f6\u00dftenteils aus Vermutungen, pers\u00f6nlicher  Erfahrung, Intuition und Vorurteilen zusammensetzt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Unn\u00f6tige Brust-Operationen bei Frauen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der traurigste und zugleich besorgniserregendste Aspekt in diesem \nZusammenhang ist die Tatsache, dass so viele moderne Behandlungsformen \npotentiell gef\u00e4hrlich, bzw. mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet \nsind. Wie oft f\u00fchrt der Missbrauch der medizinischen Wissenschaft zu \npers\u00f6nlichen Trag\u00f6dien.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir Brustkrebs als Beispiel. Noch vor wenigen Jahren galt die \nTotalmastektomie, die Entfernung der weiblichen Brust zusammen mit dem \numliegenden Gewebe und dem darunterliegenden Muskel als die Behandlung \nder Wahl. Dieser radikale Eingriff kommt einer Verunstaltung der \nbetroffenen Personen gleich. In der Zwischenzeit (nachdem einige \nForschungsarbeiten vorliegen) hat es sich herausgestellt, dass dieses \nVerfahren weder von nachweisbaren Nutzen, noch erfolgreicher ist als \nweniger radikale chirurgische Eingriffe. Bedauerlicherweise wird diese \nRadikaloperation immer noch von Tausenden von \u00c4rzten praktiziert, wohl \naus dem guten Grund, dass man es immer schon so und nicht anders gemacht\n hat. Wie kann man ein erwiesenerma\u00dfen nutzloses und brutales Verfahren \nim Namen der Wissenschaft weiterpraktizieren?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche nutzlosen und gef\u00e4hrlichen Behandlungsmethoden sind leider \nkeine Seltenheit und werden in vielen F\u00e4llen \u00fcber Jahre beibehalten. \nWenn Chirurgen unter Druck gesetzt werden und zu den angewandten \nMethoden entsprechende Erkl\u00e4rungen abgeben oder Beweise liefern sollen, \nwerden diese h\u00e4ufig mit der Bemerkung verteidigt, sie w\u00fcrden \nnach&nbsp;\u00bbklinischem Urteilsverm\u00f6gen\u00ab&nbsp;angewandt. Dies mag zwar nach einer \nfachlichen fundierten Entscheidung klingen, bedeutet aber im Klartext, \ndass der betreffende Chirurg feste Ansichten hat und nicht bereit ist, \nauf andere Meinungen zu h\u00f6ren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gro\u00dfen und Ganzen zeigen sich \u00c4rzte wenig erfreut dar\u00fcber, wenn \nihre Behandlungsmethoden einer wissenschaftlichen Nachpr\u00fcfung unterzogen\n werden. Es kommt sogar h\u00e4ufig vor, dass \u00c4rzte die Ergebnisse solcher \nNachpr\u00fcfungen ignorieren, wenn die Ergebnisse nicht ihren pers\u00f6nlichen \nAnsichten entsprechen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen F\u00e4llen wei\u00df niemand warum und ob ein therapeutisches \nVerfahren funktioniert. Neue Behandlungsmethoden werden so lange \nausprobiert, bis sie entweder zu viele Opfer fordern und eingestellt \nwerden m\u00fcssen, oder eine neues, aufregenderes Konzept vorgebracht wird. \nDie Arzneimittelhersteller tun das ihre, um diesem unwissenschaftlichen \nTreiben Vorschub zu leisten, denn sie wissen nur allzu genau, dass eine \nMedizin, die die Bezeichnung wissenschaftlich wirklich verdient hat, \nzugleich auch das Ende ihrer gigantischen Renditen einl\u00e4uten w\u00fcrde.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber, aber &#8211; werden Sie an dieser Stelle vielleicht einwenden wollen &#8211;  wenn die therapeutischen Verfahren nicht streng nach wissenschaftlichen  Gesichtspunkten zur Anwendung gelangen, werden die Diagnosen sicherlich  in wissenschaftlich einwandfreier Weise getroffen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">50 % der Diagnosen waren falsch<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier spricht die Beweislast gegen eine solche Annahme. Auch hier gibt es keine Gewissheiten in der Medizin.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wissenschaftliche Methoden angewandt werden, wird es klar, dass \ndie Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Arzt den Verlauf einer Krankheit\n genau prognostizieren kann, nicht gr\u00f6\u00dfer ist als f\u00fcnfzig zu f\u00fcnfzig. In\n einer k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten Studie sind zwei Pathologen auf der \nGrundlage von 400 post-mortem Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, \ndass eine falsche Diagnose bei mehr als der H\u00e4lfte der verstorbenen \nPatienten gestellt worden war. Dies bedeutet wahrscheinlich auch, dass \nmehr als die H\u00e4lfte dieser Personen eine falsche Behandlung erhalten \nhatten.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man an die starke Wirksamkeit vieler moderner Medikamente denkt,\n kann man sich vorstellen, dass ein gro\u00dfer Anteil dieser Patienten nicht\n an ihrer urspr\u00fcnglichen Krankheit, sondern an der falschen Behandlung \ngestorben sind. Wie die Pathologen ebenfalls berichteten, war eine \ntherapeutisch zug\u00e4ngliche Krankheit bei einem von sieben Patienten \n\u00fcbersehen worden. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass 65 von 134 \nF\u00e4llen von Lungenentz\u00fcndungen unerkannt geblieben waren, w\u00e4hrend aus \neiner Gruppe von 51 Personen, die einen Herzinfarkt erlitten hatten, \ndies in 18 F\u00e4llen von den \u00c4rzten nicht diagnostiziert worden war.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es hat den Anschein, als nehme die Ignoranz in der medizinischen Praxis bedrohlich zu.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch im Jahr 1982 hat eine im&nbsp;\u00bbMedical News\u00ab&nbsp;erschienene Studie \u00fcber \npraktische \u00c4rzte ergeben, dass ein Viertel der befragten praktischen \n\u00c4rzte den Zusammenhang zwischen Rauchen und Herzkrankheiten entweder \nnicht kannte, oder nicht daran glaubte, und, man h\u00f6re und staune, fast \nzwanzig Prozent sich \u00fcber den urs\u00e4chlichen Zusammenhang zwischen dem \nRauchen und Lungenkrebs nicht im Klaren waren.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Frankreich gibt es Berichte \u00fcber die Abschlusspr\u00fcfungen von \nPariser Medizinstudenten. Bei der Auflistung von krebsverursachenden \nFaktoren haben ein Zehntel der Studenten den Faktor Tabakkonsum \n\u00fcbergangen. Im Gegensatz hierzu haben \u00fcber ein Drittel der Studenten \njene Krebsart angef\u00fchrt, die bei Pferden durch die Reibung mit dem \nZaumzeug entsteht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Befragung von 70 praktischen \u00c4rzten stellte Dr. Badal Pal, \noberster Registrator in der Abteilung f\u00fcr Rheumatologie am Dryburn \nHospital in Durham, fest, dass die H\u00e4lfte dieser Personengruppe nur sehr\n d\u00fcrftige Kenntnisse von den Inhaltsstoffen der beliebten, steroidfreien\n entz\u00fcndungshemmenden Medikamenten hatten &#8211; Medikamente, die heute zu \nden am h\u00e4ufigsten verordneten Pr\u00e4paraten z\u00e4hlen und von einem \nMillionenheer von Arthritisleidenden regelm\u00e4\u00dfig eingenommen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere, vom Royal College of General Practitioners durchgef\u00fchrte\n Studie kam zu dem traurigen Ergebnis, dass viele erfahrene Haus\u00e4rzte \nunzureichende Kenntnisse von der Diagnose und Behandlung g\u00e4ngiger \nKrankheiten hatten. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Frageb\u00f6gen an \n1.400 praktische \u00c4rzte verschickt. Die Fragen betrafen unter anderem \nh\u00e4ufig auftretende Krankheiten wie An\u00e4mie, Mittelohrinfektionen, \nDr\u00fcsenfieber und Gelbsucht.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. William Acheson, oberster Lehrbeauftragter f\u00fcr praktische Medizin\n an der Manchester University bem\u00e4ngelte, dass viele der \u00c4rzte\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00bbwichtige Antworten schuldig geblieben waren. Einige machten sehr \nungew\u00f6hnliche Angaben, w\u00e4hrend andere wiederum v\u00f6llig falsche Antworten \nabgaben.\u00ab<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur die H\u00e4lfte der befragten \u00c4rzte f\u00fchrten die drei h\u00e4ufigsten \nSymptome einer Mittelohrinfektion an, w\u00e4hrend \u00fcber die H\u00e4lfte wichtige \nFragen an einen Patienten mit Gelbsucht auslie\u00dfen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Zusammenhang \u00e4u\u00dferte sich Dr. Donald Alastair Donald,  Vorsitzender des Komitees f\u00fcr Weiterbildung in praktischer Medizin,  wenig erstaunt \u00fcber die von der Studie aufgedeckten M\u00e4ngel. <em>\u00bbJedes Wissen nimmt kontinuierlich ab, wenn es nicht aufgefrischt wird\u00ab<\/em> sagte Dr. Donald und gab zu bedenken, dass <em>\u00bbder  durchschnittliche praktische Arzt j\u00e4hrlich nicht mehr als vier Stunden  mit der Absolvierung von weiterbildenden Kursen besch\u00e4ftigt ist\u00ab<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">High-Tech-Zauber ein moderner Hokospukus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere heutige \u00c4rzteschaft gibt sich gro\u00dfe M\u00fche, die schwarze Kunst \nder Praxis im Glanze der Wissenschaftlichkeit erstrahlen zu lassen. Es \nentstand eine&nbsp;\u00bbPseudowissenschaft\u00ab&nbsp;gigantischen Ausma\u00dfes, die es den \n\u00c4rzten erm\u00f6glicht, sich auf ein gewaltiges medizin- und labortechnisches\n Instrumentarium zu st\u00fctzen, mit dessen Hilfe sie ihre therapeutischen \nInterventionen erkl\u00e4ren und ihnen die erforderliche W\u00fcrde verleihen \nk\u00f6nnen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All dies ist ja keineswegs neu. Die Alchemisten des Mittelalters und \ndie afrikanischen Medizinm\u00e4nner wussten sehr wohl, mit welchen Worten \nund Zauberformeln sie die G\u00f6tter und ihre Magie herbei beschw\u00f6ren \nkonnten und so schufen sie ein geheimes und undurchdringliches Konstrukt\n aus Heilpflanzen, Ges\u00e4ngen, T\u00e4nzen, Fetischen, Beschw\u00f6rungsformeln und \nrituellen Ges\u00e4ngen. Man beherrschte sogar schon die Sch\u00e4deler\u00f6ffnung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere heutigen Kliniker k\u00f6nnen jedoch mit einem High-Tech-Zauber \naufwarten, der v\u00f6llig neue Dimensionen erschlie\u00dft. Mit einer Bandbreite,\n die von Laserchirurgie, Psychotherapie, \u00fcber Computertomographie bis \nhin zu komplexen Blutuntersuchungen reicht, wird der Anspruch auf \nWissenschaftlichkeit eindrucksvoll untermauert. Dennoch, so \nundurchdringlich dieses pseudowissenschaftliche Gestr\u00fcpp erscheinen mag,\n so wissenschaftlich einwandfrei die der Medizintechnik \nzugrundeliegenden Prinzipien auch sein m\u00f6gen, die praktische Anwendung \nder Apparate und Verfahren ist wenig mehr als ein Hokuspokus. Die \nTatsache, dass \u00c4rzte sich wissenschaftlicher Apparaturen bedienen, macht\n sie ebenso wenig zu Wissenschaftlern, wie Medizinm\u00e4nner als solche \ngelten k\u00f6nnen, die sich ein Stethoskop umh\u00e4ngen und um ein Mikroskop \ntanzen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die \u00c4rzteschaft sich wenigstens dar\u00fcber im Klaren w\u00e4re, wie  wenig unsere Medizin eine echte Wissenschaft ist, und dass sie an einem  der gr\u00f6\u00dften T\u00e4uschungsman\u00f6ver in der Geschichte der Menschheit  teilnehmen, lie\u00dfe sich der Schaden in relativ bescheidenen Grenzen  halten. Das Problem besteht jedoch darin, dass die gro\u00dfe Mehrheit der  \u00c4rzte an jene L\u00fcgen, die man sie gelehrt hat, durchaus glaubt; mit  anderen Worten, sie sind von sich als Wissenschaftler \u00fcberzeugt, die  eine angewandte Wissenschaft praktizieren. Als Medizinstudenten und  angehende \u00c4rzte brachte man ihnen bei, dass sie eine wissenschaftliche  Disziplin praktizieren werden, und es kann wenig Zweifel geben, dass die  meisten von ihnen, wie viel Pannen und Ungereimtheiten es mit den  Prinzipien der Wissenschaft auch geben mag, durchaus \u00fcberzeugt sind, als  Wissenschaftler zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Folgen des modernen Aberglaubens<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der Folgen dieses modernen Aberglaubens ist die Anwendung der \nverf\u00fcgbaren Technik, ohne allzu viele, und in manchen F\u00e4llen gar keine, \nGedanken an die betroffenen Patienten zu verschwenden; schlie\u00dflich hat \nman gelernt, nicht zuletzt dank der Technik des 20. Jahrhunderts, ein \nmittelalterliches Autorit\u00e4tsgebaren mit einem gott\u00e4hnlichen \n\u00dcberlegenheitsbewusstsein zu verbinden. Das Ergebnis ist ein \ntherapeutisches Chaos.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patienten werden einer F\u00fclle von meist unn\u00f6tigen, und teilweise \ngef\u00e4hrlichen, Untersuchungen und Behandlungsverfahren unterzogen, die \nvon einem Arzt zum anderen nat\u00fcrlich stark variieren, und mehr aufgrund \nvon Vermutungen geplant und definiert werden, anstatt durch eine \nwissenschaftliche Analyse der M\u00f6glichkeiten und Konsequenzen. Um sich \nvor jenen \u00c4ngsten zu sch\u00fctzen, die eine Unwissenheit dieses Ausma\u00dfes \nallzu verst\u00e4ndlicherweise zu sch\u00fcren vermag, wenden sich viele \u00c4rzte \nverst\u00e4rkt der M\u00f6glichkeiten der Medizintechnik zu, die ihnen ein Gef\u00fchl \nvon Sicherheit vermittelt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch ihre Ausbildung lernen \u00c4rzte, stets nach dem zu fahnden, was \nals gesichert gelten kann. Dies geht soweit, dass Untersuchungen zu \neinem reinen Selbstzweck geraten, anstatt als Indikator f\u00fcr eine \nsinnvolle Therapie zu dienen. W\u00e4hrend die Fortschritte der modernen \nMedizin gefeiert werden, geraten die eigentlichen Bed\u00fcrfnisse der \nPatienten immer mehr in den Hintergrund. Anstatt die Leiden der Kranken \nzu lindern oder gar zu heilen, sind allzu viele \u00c4rzte mehr mit \nintellektuellen Spielen besch\u00e4ftigt, die sich um die Erstellung und \nAnalyse von Untersuchungen drehen und mit der notwendigen Hinwendung und\n Pflege des Patienten nichts zu tun haben.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt zu viele Patienten, die zu viele Untersuchungen, Diagnosen \nund Behandlungen durchlaufen und dabei zu wenig echte Pflege, Zuwendung \nund Unterst\u00fctzung erfahren haben. Die Behebung von Symptomen ist zum Ma\u00df\n aller Dinge geworden, so dass der Behandlungserfolg eher im Labor als \nam Krankenbett, am Menschen selbst, ausgemacht wird.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist eigentlich mit unserer Medizin geschehen? Warum wird sie den  Ma\u00dfst\u00e4ben einer echten Wissenschaft nicht gerecht? Was ist auf den  gro\u00dfartigen Fundamenten gewachsen, die im sechzehnten Jahrhundert von  M\u00e4nnern wie Bacon, Paracelsus, Vesalius, Santorio Santorio, Michael  Servetus, Franciscus Sylvius und Amboise Pare gelegt wurden? Auf diesen  Fundamenten haben Gr\u00f6\u00dfen aufgebaut wie Hermann Boerhave, Professor der  Chemie an der Universit\u00e4t Leyden, Robert Boyle, der herausragende  englische Chemiker, Giogio Baglivi, ein fr\u00fcher experimenteller  Physiologe, der ebenfalls als Arzt und Professor der Anatomie in Rom  t\u00e4tig war, William Harvey, jener Anatom, der im siebzehnten Jahrhundert  als erster den Blutkreislauf beschrieben hatte, sowie Bernadino  Ramazzine, ein italienischer Professor der Medizin, Begr\u00fcnder der  Industriemedizin und der erste Arzt, der seine Patienten routinem\u00e4\u00dfig  nach ihren Arbeitsbedingungen befragte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zum Anh\u00e4ngsel der Pharma-Industrie verkommen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert dienten ihre Arbeiten und \nSchriften als feste Grundlage f\u00fcr die Entwicklung der medizinischen \nWissenschaft durch Thomas Addison, William Beaumont, \nMarie-Francois-Xavier Bichat, Richard Bright, Edwin Chadwick, Marie und \nPierre Curie, Jean-Marie Charcot, Carlos Finlay, Paul Ehrlich, William \nHeberden, John Hunter, Rene Theophile Hyacynthe Laennec, Alphonse \nLaveran, Joseph Lister, Philippe Pinel, Wilhelm Conrad R\u00f6ntgen, James \nSimpson, Ignaz Semmelweiss, John Snow, William Withering, Charles \nThackrah und Rudolf Virchow.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie konnte dieses gro\u00dfartige wissenschaftliche Geb\u00e4ude soweit \nverfallen wie es heute der Fall ist? Warum ist die Medizin des \nzwanzigsten Jahrhunderts wieder in den Dunstkreis der Hexerei und \nSchwarzen Magie ger\u00fcckt?\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort ist sehr einfach. Im letzten Jahrhundert hat sich die \nMedizin zu einem Anh\u00e4ngsel der pharmazeutischen Industrie und der \nOrganisationen eines gigantischen, \u00fcberm\u00e4chtigen und \u00fcberaus \ngewinntr\u00e4chtigen Gesundheitswesens entwickelt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Medizin hat ihren unabh\u00e4ngigen Status inzwischen verloren. Das  Wohl des Patienten liegt weder der \u00c4rzteschaft noch dem Heer der  Verkaufs- und Marketingexperten am Herzen, denn die Herren, denen sie  dienen, sind anderswo zu suchen. Die Rolle, die den \u00c4rzten heute  zukommt, ist die des n\u00fctzlichen Verbindungsgliedes zwischen der  pharmazeutischen Industrie und dem Konsumenten ihrer Erzeugnisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht gemeint sind mit diesem Beitrag all jene Naturheil\u00e4rzte,  Ganzheitsmediziner, und Heilpraktiker, die sich gemeinsam mit dem  Patienten bem\u00fchen, die wahren Ursachen der Krankheit zu finden und  entsprechende Behandlungskonzepte zu erarbeiten. Ihre Anzahl nimmt  erfreulicherweise stetig zu.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die orthodoxe Medizin, die sich hochwissenschaftlich gibt ist ein moderner Hokuspokus, bei dem Aberglaube, falsche Diagnosen, subjektive Meinungen, Arroganz und Ignoranz stets den Vorrang vor irgendeiner Form der Wissenschaftlichkeit haben. Von Dr. med. 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