{"id":3448,"date":"2020-02-14T12:02:27","date_gmt":"2020-02-14T11:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3448"},"modified":"2020-09-23T08:56:22","modified_gmt":"2020-09-23T06:56:22","slug":"loewenzahnblaetter","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/naehrstoffe-von-a-z\/glossar-l\/loewenzahnblaetter\/","title":{"rendered":"L\u00f6wenzahnbl\u00e4tter"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Botanisches zum L\u00f6wenzahn<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/gifte-und-parasiten-im-koerper\/gift-im-mund-risiken-und-nebenwirkungen-von-zahnmaterialien\/\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der L\u00f6wenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine \nWuchsh\u00f6he von 10 cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen wei\u00dfen \nMilchsaft enth\u00e4lt. Seine bis zu einem Meter (selten auch bis zwei Meter)\n lange, fleischige Pfahlwurzel ist au\u00dfen dunkelbraun bis schwarz. Sie \ngeht in eine kurze, stark gestauchte Sprossachse \u00fcber, auf der die \nBl\u00e4tter dicht in einer grundst\u00e4ndigen Rosette stehen. Nach einer \nVerletzung des Vegetationspunktes regeneriert sich die Pflanze aus der \nWurzel und bildet dann meist mehrere Blattrosetten. Die 10 bis 30 cm \nlangen Bl\u00e4tter sind eif\u00f6rmig bis eilanzettlich, unregelm\u00e4\u00dfig stark \ngelappt und tief eingeschnitten und gez\u00e4hnt. Einschnitte und Z\u00e4hne sind \nvon der Basis bis zu etwa 2\/3 der L\u00e4nge stark, weiter zur Blattspitze \nh\u00e4ufig geringer ausgepr\u00e4gt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Blattachseln entspringen meist mehrere, bis zu 60 cm lange \nBl\u00fctenstandsstiele. Jeder ist eine blattlose, au\u00dfen schwach befilzte, \nhohle R\u00f6hre. An ihrem oberen Ende stehen dicht spiralig verteilt 30 bis \n40 abstehende Hochbl\u00e4tter, die bald austrocknen. Dar\u00fcber bildet ein \nWirtel aus H\u00fcllbl\u00e4ttern einen anfangs geschlossenen Schutz um die \nBl\u00fctenstandsknospe. Die H\u00fcllbl\u00e4tter \u00f6ffnen und schlie\u00dfen sich sch\u00fctzend \nmit dem Bl\u00fctenstand und bleiben bis zur Fruchtreife gr\u00fcn. Der \nBl\u00fctenstand ist eine Scheinbl\u00fcte, in dem viele gelbe Zungenbl\u00fcten zu \neinem tellerf\u00f6rmigen K\u00f6rbchen von etwa drei bis f\u00fcnf Zentimeter \nDurchmesser zusammengefasst sind. In ihm \u00f6ffnen sich die Einzelbl\u00fcten \nringf\u00f6rmig von au\u00dfen nach innen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der mehrere Tage w\u00e4hrenden Bl\u00fctezeit schlie\u00dft sich der Bl\u00fctenstand\n jeweils bei Nacht, Regen oder Trockenheit und schlie\u00dflich beim \nVerbl\u00fchen. Nach mehreren Tagen \u00f6ffnen sich die H\u00fcllbl\u00e4tter letztmalig \nbei Fruchtreife und entlassen zuerst die eingetrockneten und \nabgesto\u00dfenen Bl\u00fctenh\u00fcllen der Zungenbl\u00fcten. Die Fr\u00fcchte, schlank \ntonnenf\u00f6rmige, mit haarigen Flugschirmen (Pappus) ausgestattete Ach\u00e4nen,\n werden durch den Wind ausgebreitet (Schirmflieger). Der mit den \nFr\u00fcchten besetzte Kopf des Bl\u00fctenstandes ist die bekannte \u201ePusteblume\u201c.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Mitteleuropa ist die Hauptbl\u00fctezeit von April bis Mai. In deutlich\n geringerer Anzahl erscheinen Bl\u00fcten auch noch bis in den Herbst.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Heilwirkungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gelben Bl\u00fcten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden,\n honig\u00e4hnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich. Die jungen, nur \nleicht bitter schmeckenden Bl\u00e4tter k\u00f6nnen als Salat verarbeitet werden. \nMit einer Speck-Rahmsauce gilt dieser als Delikatesse. Aus der \ngetrockneten Wurzel der Pflanze wurde in der Nachkriegszeit ein \nErsatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz).<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>blutbildend,<\/li><li>blutreinigend,<\/li><li>harntreibend,<\/li><li>tonisierend,<\/li><li>Bronchitis,<\/li><li>Husten,<\/li><li>Fieber,<\/li><li>Appetitlosigkeit,<\/li><li>Fr\u00fchjahrsm\u00fcdigkeit,<\/li><li>Verstopfung,<\/li><li>Magenschw\u00e4che,<\/li><li>H\u00e4morrhoiden,<\/li><li>chronische Gelenkerkrankungen, <\/li><li>Rheuma, <\/li><li>Gicht,<\/li><li>Leberschw\u00e4che,<\/li><li>Gallenschw\u00e4che,<\/li><li>Gallensteine,<\/li><li>Nierensteine, <\/li><li>Allergien,<\/li><li>Arteriosklerose,<\/li><li>Wassersucht,<\/li><li>Kopfschmerzen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\n gelben Bl\u00fcten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, \nhonig\u00e4hnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich. Die jungen, nur \nleicht bitter schmeckenden Bl\u00e4tter k\u00f6nnen als Salat verarbeitet werden. \nMit einer Speck-Rahmsauce gilt dieser als Delikatesse. Aus der \ngetrockneten Wurzel der Pflanze wurde in der Nachkriegszeit ein \nErsatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz).\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anwendungen in Medizin, Volksheilkunde und Hom\u00f6opathie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kr\u00e4uterhexen sch\u00e4tzen ihn als heilkr\u00e4ftigen Vitamin- und \nMineralstoffspender, Gartenfreunde sehen in ihm ein l\u00e4stiges Unkraut: \nDer L\u00f6wenzahn. Bei uns geh\u00f6rt er zu den bekanntesten Pflanzen, er w\u00e4chst\n fast auf allen Wiesen.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Folgende Pflanzenteile werden verwendet:<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>L\u00f6wenzahnkraut, Taraxaci folium (syn. Folium Taraxaci, Herba Taraxaci, Taraxaci herba)<\/li><li>L\u00f6wenzahnwurzel, Taraxaci radix (syn. Radix lentis leonis, Radix Taraxaci)<\/li><li>L\u00f6wenzahnwurzel\n mit Kraut, Taraxaci herba cum radice (syn. Taraxacci radix cum herba, \nHerba Taraxaci cum radice, Radix Taraxaci cum herba).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirkstoffe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe \n(Tetrahydroridentin B, Taraxacolid-\u00df-D-glucodid und andere), ein \nPhenolcarbons\u00e4urederivat (Taraxosid), und Triterpene (Taraxasterol und \ndessen Derivate); ferner hohe Kaliumkonzentrationen (bis zu 4,5 %) und \nInulin (im Herbst bis zu 40 %).\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anwendungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Wirkstoffe des L\u00f6wenzahns sind die Bitterstoffe. Sie \nf\u00f6rdern allgemein die Sekretion der Verdauungsdr\u00fcsen. Daneben wurde auch\n eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die m\u00f6glicherweise auf die \nhohe Kaliumkonzentration zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden \nmit V\u00f6llegef\u00fchl und Bl\u00e4hungen, bei St\u00f6rungen im Bereich des \nGallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei entz\u00fcndlichen \nErkrankungen und Steinbildung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Volksheilkunde nutzt die Drogen au\u00dferdem als leichte \nAbf\u00fchrmittel, bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen, verbreitet \nauch die frischen jungen Bl\u00e4tter zu Fr\u00fchjahrskuren als Salat oder \nPresssaft. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute \nwieder) ger\u00f6stet als Kaffee-Ersatz.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hom\u00f6opathische Zubereitungen werden ebenfalls bei Lebererkrankungen \nund Verdauungsbeschwerden gegeben. In den hohen Potenzen ist bei der \nHom\u00f6opathie jedoch keine Wirksamkeit nachgewiesen. Gegenanzeigen sind \nGallensteinleiden sowie Verschluss der Gallenwege.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00e4ufiger Kontakt mit dem Milchsaft der Pflanze kann zu Kontaktdermatitis f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Botanisches zum L\u00f6wenzahn Der L\u00f6wenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchsh\u00f6he von 10 cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen wei\u00dfen Milchsaft enth\u00e4lt. Seine bis zu einem Meter (selten auch bis zwei Meter) lange, fleischige Pfahlwurzel ist au\u00dfen dunkelbraun bis schwarz. 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