{"id":3368,"date":"2020-02-12T14:53:05","date_gmt":"2020-02-12T13:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3368"},"modified":"2020-09-16T15:24:48","modified_gmt":"2020-09-16T13:24:48","slug":"holunder","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/naehrstoffe-von-a-z\/glossar-h\/holunder\/","title":{"rendered":"Holunder"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fr\u00fcher pflanzte man den Holunder zum Schutz gegen b\u00f6se Geister<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Holunder war vermutlich schon den Steinzeitmenschen bekannt. Man \npflanzte den Holunder fr\u00fcher auch in jedem Bauerngarten, um gute \nHausgeister anzuziehen. Der Holunderbusch w\u00e4chst besonders gerne in der \nN\u00e4he von Behausungen, daher ist es meistens recht einfach, ihn zu \nfinden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine wei\u00dfen Bl\u00fcten-Dolden, \ndie weithin duften. Als Tee werden seine Bl\u00fcten gerne f\u00fcr Schwitzkuren \nbei Fieber und Erk\u00e4ltung eingesetzt. Er reinigt das Blut, ist abf\u00fchrend \nund treibt den Harn. Die schwarzen Beeren sind sehr Vitamin C haltig und\n k\u00f6nnen als Saft, Mus oder Marmelade eingenommen werden.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Volksmedizin wurden in den letzten Jahren zahlreiche \nVerwendungen f\u00fcr den Holunder gefunden. Der Holunder hat die F\u00e4higkeit, \nAusscheidungen zu f\u00f6rdern und wird daher bei Rheuma, Gicht und manchen \nHautkrankheiten eingesetzt. Er soll auch bei Ischias und Neuralgien \nhelfen. Da die Beeren Brechreiz und Verdauungsst\u00f6rungen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen,\n sollte man sie niemals roh essen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch machte schon immer in Erk\u00e4ltungszeiten von den F\u00e4higkeiten\n des Holunders Gebrauch. Auch die moderne Medizin erkannte inzwischen \nseine gro\u00dfartige gesundheitliche Wirkung. Inzwischen wei\u00df man sogar, \ndass Holunder gegen Krebs und Herzinfarkte vorbeugt. Die im Holunder \nenthaltenen Spurenelemente (besonders das Zink) und Vitamine (besonders \nVitamin C) aktivieren das Immunsystem gegen Erk\u00e4ltungen. Laut einer \nStudie verk\u00fcrzt Holunder die Dauer einer Erk\u00e4ltung von durchschnittlich 6\n Tagen auf nur 2 Tage. Gegen Husten wirken die enthaltenen \u00e4therischen \n\u00d6le. Sie f\u00f6rdern die Schleimbildung und erleichtern das Abhusten. Am \nbesten nimmt man dazu bis zu f\u00fcnf Mal am Tag eine Tasse Holundertee zu \nsich. Ein Sirup aus Holunder und Honig hilft bei Halsschmerzen.\n<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wertvolle Inhaltsstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Bl\u00fcten des Holunderstrauches finden sich Sambunigrin, ein \nBlauss\u00e4ure-Glykosid, Triterpene, Triterpens\u00e4uren, Rutin, \u00e4therische \u00d6le,\n Flavonoide, Sterole, Cholesterin, Kaffees\u00e4ure, Schleimstoffe, \nGerbstoffe und Mineralstoffe.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beeren sind reich an Vitamin C und enthalten auch die Vitamine A,\n B1 und B2. Der Mineralstoffgehalt h\u00e4ngt von der Bodenbeschaffenheit des\n Standortes ab. Der s\u00e4uerliche Geschmack kommt durch Apfels\u00e4ure, \nZitronens\u00e4ure, Baldrians\u00e4ure, Essigs\u00e4ure, Weins\u00e4ure und Gerbs\u00e4ure. Die \nBeerensamen enthalten Sambunigrin, Prunasin, Zierin, Holocalin, Zucker, \nVitamin B2, C und Fols\u00e4ure.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Bl\u00e4ttern finden sich Sambucin, Gerbstoffe, Bitterstoffe, \n\u00e4therische \u00d6le, Harze, Flavonoide und Triterpene. Die Rinde enth\u00e4lt \nSambucin, Triterpene, Saponin, Phyth\u00e4magglutinine, \u00e4therische \u00d6le, \nBitterstoffe, Gerbstoffe und Harze.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Holunderbusch war der Lieblingsbaum der germanischen G\u00f6ttin \nHolla, die wir als Frau Holle vor allem durch das Grimm-M\u00e4rchen kennen. \nDie Liebe der G\u00f6ttin zum Holderbusch verwundert ein wenig, denn eine \nbesondere Busch- oder Baumsch\u00f6nheit ist er gerade nicht. Seine \u00c4ste sind\n krumm und mit einer unsch\u00f6nen Rinde bedeckt. Sie wirken morsch und \nabbruchreif. Im Winter gleicht der Busch einer zusammengefallenen \ngreisenhaften Figur. Im Fr\u00fchjahr allerdings, wenn seine wei\u00dfen Bl\u00fcten \naus dem satten Gr\u00fcn der Bl\u00e4tter herausleuchten, besitzt er eine stille \nSch\u00f6nheit, und da ist die Wohnung des besch\u00fctzenden Hausgeistes Holla \nsehr wohl in ihm zu vermuten. Nicht ohne Grund also erhielt der Holunder\n den Namen der G\u00f6ttin.\n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Heilwirkung<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>anregend,<\/li><li>blutreinigend,<\/li><li>blutstillend,<\/li><li>entz\u00fcndungshemmend,<\/li><li>erweichend,<\/li><li>harntreibend,<\/li><li>krampfl\u00f6send,<\/li><li>pilzt\u00f6tend,<\/li><li>schleiml\u00f6send,<\/li><li>schwei\u00dftreibend,<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Historische Anwendung <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Holunderbusch hat die alte Fruchtbarkeitsg\u00f6ttin anscheinend mit \ngro\u00dfer Heilkraft ausgestattet. Der Holunder geh\u00f6rt seit eh und je zu den\n popul\u00e4rsten Volksheilmitteln. Und seit Urzeiten hat sich in der Art der\n Anwendung bis heute kaum etwas ge\u00e4ndert. Hippokrates beschreibt die \nPflanze als abf\u00fchrend und harntreibend. Dioskorides beschreibt die \nVerwendung der Bl\u00e4tter als Auflage bei Furunkeln und die Wurzeln zur \nBehandlung von \u00d6demen. Auch Paracelsus hat die Verwendung von Holunder \nbeschrieben.\n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Chinesische Medizin <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der chinesischen Medizin kann der Holunder den Elementen Yin und \nYang zugeordnet werden. Yin-Elemente sind die Fr\u00fcchte im Herbst, die \ndunklen Beeren, der bittere Beerensaft und die graubraune Rinde. \nYang-Elemente sind die Bl\u00fcten im Fr\u00fchjahr, die hellen Bl\u00fcten, die \ns\u00fc\u00dflichen Bl\u00fcten und das wei\u00dfe Mark.\n<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anwendungsbereiche<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der anspruchslose schwarze Holunderbusch (Sambucus nigra L., Familie \nder Gei\u00dfblattgew\u00e4chse \/ Caprifoliaceae) findet in ganz Europa meist an \nWaldr\u00e4ndern in der N\u00e4he menschlicher Behausungen auch auf den \u00e4rmsten \nB\u00f6den die notwendigen Bedingungen f\u00fcr sein \u00fcppiges Wachstum. Synonyme \nBezeichnungen sind Eiderbaum, Flieder, Holder, Holler, Huskolder, \nKeilken, Kischke, Schwarzholder, Schwitztee, Elder (englisch ), Sambuco (\n italienisch ), Hyld (d\u00e4nisch ), Buzina tschornaja ( russisch ), Fl\u00e4der (\n schwedisch ). Der Holunderbusch ist aber auch in Vorderasien und \nNordafrika verbreitet. Er kann eine H\u00f6he bis zu sechs Metern erreichen. \nSeine hellgraue, rissige Rinde mit warzenartigen Punkten umschlie\u00dft das \nkorkartige Mark in den \u00c4sten. Die lang zugespitzten unpaarig gefiederten\n Bl\u00e4tter sind am Rand einges\u00e4gt, die Endbl\u00e4tter sind gr\u00f6\u00dfer als die \nseitlichen Bl\u00e4tter. Ende Mai, Anfang Juni gehen die kleinen \ngelblich-wei\u00dfen, f\u00fcnfstrahligen Bl\u00fcten in gro\u00dfen Trugdolden auf. Die \nBl\u00fcten haben einen s\u00fc\u00dflichen, aashaften Geruch. Die blauschwarzen Beeren\n sind oft bereits Anfang August reif. Sie beinhalten zwei oder drei \nSamen und ein violettes Fruchtfleisch. Die Holunderbeeren sind intensiv \nf\u00e4rbend. Der Holunderbusch wird massiv von Blattl\u00e4usen heimgesucht, was \nsein Wachstum aber nicht zu st\u00f6ren scheint.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Abwehrschw\u00e4che,<\/li><li>Abszesse,<\/li><li>Akne,<\/li><li>Angina pectoris,<\/li><li>Arteriosklerose,<\/li><li>Arthritis,<\/li><li>Atemwegserkrankungen,<\/li><li>Augenentz\u00fcndung,<\/li><li>Bl\u00e4hungen,<\/li><li>Blasenentz\u00fcndung,<\/li><li>Bronchitis,<\/li><li>Cellulite,<\/li><li>Diabetes,<\/li><li>Ekzeme,<\/li><li>Erk\u00e4ltung,<\/li><li>Ersch\u00f6pfung,<\/li><li>Fieber,<\/li><li>Furunkel,<\/li><li>Gelenkentz\u00fcndung,<\/li><li>Geschwollene F\u00fcsse,<\/li><li>Gicht,<\/li><li>Grippe,<\/li><li>G\u00fcrtelrose,<\/li><li>H\u00e4morrhoiden,<\/li><li>Halsschmerzen,<\/li><li>Harndrang,<\/li><li>Hautentz\u00fcndungen,<\/li><li>Heiserkeit,<\/li><li>Herpes,<\/li><li>Heuschnupfen,<\/li><li>Husten,<\/li><li>Ischias,<\/li><li>Kehlkopfentz\u00fcndung,<\/li><li>Knochenschw\u00e4che,<\/li><li>Kopfschmerzen,<\/li><li>Kreislaufschw\u00e4che,<\/li><li>Leberschw\u00e4che,<\/li><li>Luftr\u00f6hrenkatarrh,<\/li><li>Magen-Darm-Entz\u00fcndung,<\/li><li>Migr\u00e4ne,<\/li><li>M\u00fcdigkeit,<\/li><li>Nebenh\u00f6hlenentz\u00fcndung,<\/li><li>Nervosit\u00e4t,<\/li><li>Neuralgien,<\/li><li>Nierenschw\u00e4che,<\/li><li>\u00d6deme,<\/li><li>Ohrenschmerzen,<\/li><li>Osteoporose,<\/li><li>Quetschung,<\/li><li>Prellung,<\/li><li>Rheuma,<\/li><li>Schlafst\u00f6rungen,<\/li><li>Schnupfen,<\/li><li>Sonnenbrand,<\/li><li>\u00dcberanstrengte Augen,<\/li><li>\u00dcbergewicht,<\/li><li>Verbrennungen,<\/li><li>Verstauchung,<\/li><li>Verstopfung,<\/li><li>Wassersucht,<\/li><li>Wunden,<\/li><li>Zahnschmerzen,<\/li><li>Zellulite<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher pflanzte man den Holunder zum Schutz gegen b\u00f6se Geister Der Holunder war vermutlich schon den Steinzeitmenschen bekannt. 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