{"id":3362,"date":"2020-02-12T14:49:26","date_gmt":"2020-02-12T13:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/?post_type=vitalstoff_journal&#038;p=3362"},"modified":"2020-09-23T08:56:19","modified_gmt":"2020-09-23T06:56:19","slug":"hirse","status":"publish","type":"vitalstoff_journal","link":"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/naehrstoffe-von-a-z\/glossar-h\/hirse\/","title":{"rendered":"Hirse"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Speisehirse war einst Hauptnahrungsquelle der europ\u00e4ischen Urbev\u00f6lkerung<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.naturepower.de\/vitalstoff-journal\/fakten-widerreden\/gifte-und-parasiten-im-koerper\/gift-im-mund-risiken-und-nebenwirkungen-von-zahnmaterialien\/\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hirse ist das weltweit \u00e4lteste Brotgetreide. Die ersten unges\u00e4uerten \nFladenbrote wurden vor ungef\u00e4hr 8000 Jahren aus Hirse hergestellt und \nzwar sowohl in Mesopotamien als auch in China. Unter Hirse versteht man \neine ganze Gruppe von Getreidearten mit kleinen Samenk\u00f6rnern. Die \nHirsearten erinnern in Ihrem Wuchs an kleine Maispflanzen. Alle \nHirsearten sind Gr\u00e4ser, entstammen aber verschiedenen Pflanzengattungen \nHirsearten sind weltweit zu Hause.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hirse ist ein Sammelbegriff f\u00fcr mehrere Getreidesorten, die rund um \nden Erdball wachsen und mindestens einem Drittel der Menschheit \n\u00fcberleben helfen. Gemeinsam ist den verschiedenen Hirsearten, dass \nkleine, runde K\u00f6rner in Rispen oder Kolben auf ihnen wachsen Der \nUS-Ern\u00e4hrungs-Guru Viktoras Kulvinskas nennt sie \u201edie K\u00f6nigin der \nGetreide\u201c.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Speisehirse war einst Hauptnahrungsquelle der europ\u00e4ischen \nUrbev\u00f6lkerung. Die Hirse ist vermutlich das \u00e4lteste, von Menschen \nkultivierte Getreide, vom Fernen Osten \u00fcber Afrika nach Europa. Weil sie\n nur eine kurze Vegetationszeit hat und nicht tief in den Boden \neindringt, war sie auch bei den Nomaden beliebt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ganzen Mittelalter hatte Hirse in Deutschland gro\u00dfe Bedeutung, sie\n wurde erst im 19. Jahrhundert von anderen Getreiden und Kartoffeln \nentthront.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Botanisches zu Hirse<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hirse &#8211; ein glutenfreies Getreide: Aufgrund der Tatsache, dass die \nHirse zu den glutenfreien Getreidearten geh\u00f6rt, wird sie gerade von \nPersonen, die Probleme mit Gluten haben, gegen\u00fcber anderen \nGetreidesorten bevorzugt. Dies betrifft insbesondere Personen, die an \nMagen-Darm-Problemen oder Z\u00f6liakie leiden und eine glutenfreie Ern\u00e4hrung\n einhalten m\u00fcssen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern ist neben der echten Hirse oder\n Rispenhirse (Panicum miliaceum) auch die Kolben- oder Perlhirse \nbekannt, die man Zierv\u00f6geln f\u00fcttert. Heute ist der Anbau und Konsum von \nHirsen vor allem in Afrika und Asien weit verbreitet. Besonders in \ntrockeneren oder gebirgigen Regionen ist Hirse ein wichtiges \nGrundnahrungsmittel. Hirsearten sind \u00f6kologisch besser angepasst an \n\u00e4rmeren Boden, eine k\u00fcrzere Vegetationszeit und ein sp\u00e4rliches \nWasserangebot als etwa Reis und Mais. Daf\u00fcr enth\u00e4lt Hirse mehr \nMineralstoffe als die anderen Getreidearten und ist damit auch f\u00fcr \nunseren Speiseplan interessant. Hirse und Hirsemehl werden traditionell \nzu Fladen oder Brei aber auch zu Bier und anderen Getr\u00e4nken verarbeitet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Hirsen z\u00e4hlen \u00fcbrigens auch Fonio aus Westafrika und Teff aus \u00c4thiopien.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rispenhirse oder echte Hirse hat auch in Europa eine Jahrtausende\n alte Tradition. \u00dcberall in den w\u00e4rmeren Gebieten wurde sie angebaut und\n war wichtiger Bestandteil der Ern\u00e4hrung in Form von Hirsebrei. Ihre \nBedeutung in Europa verlor sie durch die Einf\u00fchrung von Kartoffeln und \nMais aus Amerika, die ertragreicher sind und durch Importe von Reis. \nAuch ist das Backen von richtigem Brot mit Hirse nicht m\u00f6glich. \nHirsemehl fehlt das Klebereiwei\u00df zum Aufgehen des Teiges. Andererseits \nist Hirse glutenfrei und f\u00fcr Z\u00f6liakiepatienten geeignet.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weltweite Bedeutung der Hirsen wird durch verschiedene Faktoren \nzunehmen: Fehlendes Bew\u00e4sserungswasser, zu wenig fruchtbare Ackerfl\u00e4chen\n und immer h\u00e4ufigere D\u00fcrreperioden und andere Unsicherheiten beim Wetter\n machen dieses lange vernachl\u00e4sssigte Getreideart immer interessanter. \nDazu kommen neue Verfahren in der Weiterverarbeitung und ver\u00e4nderte \nErn\u00e4hrungsanforderungen.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hirse ist das mineralstoffreichste Getreide.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Hirse sind Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und \nbesonders viel Silizium (Kiesels\u00e4ure) und Eisen enthalten. Im Handel \n\u00fcblich ist die von Schalen befreite Goldhirse.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt daneben die ungesch\u00e4lte Braunhirse, in der die meisten an den\n Schalen haftenden Mineralstoffe und Spurenelemente erhalten sind. Hirse\n kann zur Herstellung glutenfreier Backwaren verwendet werden. In vielen\n Gebieten Afrikas und Asiens sind die unterschiedlichen Hirsearten \nHauptnahrungsmittel, werden allerdings zunehmend durch Mais verdr\u00e4ngt. \nKolbenhirse dient als Nahrung und in Osteuropa als Viehfutter, in Europa\n und Nordamerika zudem als Vogelfutter f\u00fcr die Ziervogelhaltung.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hirse ist dar\u00fcber hinaus die Grundlage einiger traditioneller Biere, \nzum Beispiel Dolo in Westafrika, Pombe in Ostafrika und Merisa im Sudan.\n In \u00c4thiopien ist die Hirseart Teff (Eragrostis tef) die wichtigste \nNahrungspflanze der Menschen. Industriell wird Hirse von einigen \nspezialisierten Brauereien zur Herstellung von glutenfreiem Bier f\u00fcr \nMenschen mit Glutenunvertr\u00e4glichkeit (Z\u00f6liakie) genutzt. In China werden\n aus Hirse eine Reihe von Spirituosen gebrannt, die Baijiu genannt \nwerden, der bekannteste chinesische Hirseschnaps ist Maotai.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa h\u00e4lt die Hirse, eine Getreideart aus der Familie der \nS\u00fc\u00dfgr\u00e4ser, wieder Einzug. Nicht zuletzt liegt dies daran, dass \nErn\u00e4hrungswissenschaftler herausgefunden haben, dass die Hirse \nhervorragende positive Eigenschaften beinhaltet und so einen wichtigen \nBeitrag f\u00fcr die Gesunderhaltung des K\u00f6rpers leisten kann. Damit steht \ndie Hirse an der Spitze der Getreidesorten, bez\u00fcglich der \ngesundheitsf\u00f6rdernden Charakteristiken. Das gesunde Getreide enth\u00e4lt \nviele Mineralstoffe und Spurenelemente und geh\u00f6rt zu den Basen bildenden\n Getreidesorten. Andere Getreidearten sind S\u00e4ure bildend und k\u00f6nnen \nau\u00dferdem verschleimend wirken.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsstoffe und Wirkungen f\u00fcr die Gesundheit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Proteingehalt der einzelnen Hirsearten schwankt zwischen 5 und 15\n Prozent. Der Fettgehalt betr\u00e4gt 3 bis 4 %, das meiste im Keimling. Es \nsind zu etwa 80 % unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren, zudem ist Hirse reich an \nLecithin.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wertvoll sind seine B-Vitamine (B1, B2, B6 und Pantothens\u00e4ure) und \nSpitzenklasse ist Hirse bei fast allen Mineralien. Ihr Eisengehalt \nbeispielsweise ist 3mal so hoch wie bei Weizen. Herausragend ist ihr \nReichtum an Kiesels\u00e4ure.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ingeborg M\u00fcnzing-Ruef schreibt in \u201eKursbuch Gesunde Ern\u00e4hrung\u201c auf \nSeite 335 mit der \u00dcberschrift \u201cApotheke\u201c: \u201eMittelalterliche Heilkundige \nhaben Hirse hoch gelobt. Heute gilt sie als Geheimtipp f\u00fcr alle \nMenschen, die in zunehmendem Alter \u2013 oder durch Zivilisationssch\u00e4den &#8211; \nan irgendwelchen M\u00e4ngeln leiden: Hirse springt mit ihren \nReparaturkr\u00e4ften ein, wo alles m\u00f6gliche \u201efehlt\u201c, angefangen von \nHaarausfall und br\u00fcchigen Fingern\u00e4geln \u00fcber mangelnde Durchblutung und \nSchlaffwerden der Haut bis zu chronischer M\u00fcdigkeit, Schwindel, \nOhrensausen, Schlaflosigkeit.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Liste ist noch l\u00e4nger: Ob Bindegewebsschw\u00e4che, Schw\u00e4che der \nGef\u00e4\u00dfe, des Knochenger\u00fcstes, der Gelenke, Eingeweide, Schleimh\u00e4ute, ob \nKrampfadern, H\u00e4morrhoiden oder Vergesslichkeit \u2013 die Hirse hat bei all \ndiesen M\u00e4ngeln Reparaturcharakter. Ihre Kiesels\u00e4ure wirkt in unserem \nK\u00f6rper wie ein Ordnungs- und St\u00fctzelement. Man sagt ihr nach, dass sie \nunser gesamtes St\u00fctzgewebe st\u00e4rkt, Knochen, Knorpel, Bindegewebe und \nauch die Haut&#8230;.\u201c\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser K\u00f6rper speichert etwa 7 Gramm Kiesels\u00e4ure (von Eisen 4 \u2013 5 g) .\n Es ist unentbehrlich im Stoffwechsel, sorgt f\u00fcr den Hormon-Nachschub, \nist an der Regulation des Wasserhaushalts&nbsp; und am Austausch der \nN\u00e4hrstoffe beteiligt.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In alten Medizinb\u00fcchern erfahren wir, dass Hirse helfen kann, \nTuberkelbazillen in der Lunge zu verkapseln und damit die Tuberkulose zu\n \u00fcberwinden. Entz\u00fcndungen im K\u00f6rper, z.B. der Blase, klingen unter \nHirsekost oft schneller ab.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hirse ist ein Basenbildner und sehr leicht verdaulich. Da sie keinen\n Kleber (Gluten) enth\u00e4lt, ist sie auch f\u00fcr Allergiker essbar.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Buch \u201e Food Medizin\u201c von Professor Dr. Michael Hamm lesen wir auf \nSeite 101: \u201eAnh\u00e4nger der Naturheilkunde brachten jedoch schon vor circa \n25 Jahren eine schlechte Versorgung mit Kiesels\u00e4ure mit Symptomen wie \nHaarausfall, Furunkulose, Akne und Hautjucken in Verbindung. Erwiesen \nscheint jedenfalls die wachstumsf\u00f6rdernde Wirkung von Kiesels\u00e4ure. Sie \nkommt unter anderem im Bindegewebe und als strukturbildender Faktor in \nHaut, Haaren und Fingern\u00e4geln vor. Menschen mit br\u00fcchigen N\u00e4geln, welker\n Haut, Haarausfall oder einem schwachen Bindegewebe soll es an den \nbetroffenen Stellen h\u00e4ufig an Kiesels\u00e4ure mangeln&#8230;\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Speisehirse war einst Hauptnahrungsquelle der europ\u00e4ischen Urbev\u00f6lkerung Hirse ist das weltweit \u00e4lteste Brotgetreide. Die ersten unges\u00e4uerten Fladenbrote wurden vor ungef\u00e4hr 8000 Jahren aus Hirse hergestellt und zwar sowohl in Mesopotamien als auch in China. Unter Hirse versteht man eine ganze Gruppe von Getreidearten mit kleinen Samenk\u00f6rnern. Die Hirsearten erinnern in Ihrem Wuchs an kleine Maispflanzen. 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