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Wenn Medikamente zu Nährstoff-Räubern werden

Wenn schon krank, dann am liebsten so gesund wie möglich!

Viele Menschen nehmen Medikamente und viele Menschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel, aber viele Menschen, die Medikamente nehmen wissen gar nicht, dass sie besser auch Nahrungsergänzungsmittel nehmen sollten. Und Einige derer die Medikamente nehmen, sollten bestimmte Nahrungsergänzungsmittel besser nicht nehmen. Es ist leider viel zu wenig bekannt, dass und welche Interaktionen zwischen Medikamenten und Mikronährstoffen bestehen. Viele Medikamente und viele Krankheiten verbrauchen in großen Mengen ganz bestimmte Mikronährstoffe. Das führt dazu, dass sich mit der Zeit zu dem eigentlichen Leiden noch ein eigentlich vermeidbarer Kollateralschaden entsteht, der die Gesundheit zusätzlich beeinträchtigt.

Arzneimittel und Mikronährstoffe nutzen die gleichen Transport- und Stoffwechselwege im Körper.

Eine kurzfristige Medikamenteneinnahme beeinflusst in der Regel nicht den Mikronährstoffhaushalt eines gesunden Menschen, der sich normal ernährt. Bei dem oft aber notwendigen Dauergebrauch von Medikamenten steigt jedoch das Risiko für unerwünschte Folgen. Werden ein oder mehrere Arzneimittel eingenommen, besteht immer das Risiko von Interaktionen. Dadurch kann sowohl die Wirkung eines Arzneimittels als auch die physiologische Funktion eines Mikronährstoffs gestört werden. Aktuelle Studien zeigen, dass das Risiko für Neben- und/oder Wechselwirkungen mit jedem zusätzlich eingenommenen Medikament steigt.

Ein erhöhtes Risiko für Arzneimittel-Nährstoff-Interaktionen haben vor allem Risikogruppen wie chronisch Kranke, Kinder und besonders Senioren.

Aufgrund altersbedingter physiologischer Veränderungen besteht für Senioren eine besonders hohe Gefahr für negative Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen, zum Beispiel durch verringerte Magensäureproduktion, hormonelle Störungen oder Einschränkung von Stoffwechselleistungen.

Bei älteren Menschen arbeiten Leber und Niere, die beiden wichtigsten Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane des Körpers, häufig langsamer. Viele Medikamente werden deshalb verzögert ausgeschieden, ihre Wirkung kann länger anhalten, und es kommt häufiger zu unerwünschten Wirkungen. Andererseits nehmen gerade ältere Menschen im Durchschnitt zwischen drei und sechs verschiedene Medikamente am Tag ein, manche sogar erheblich mehr.

Und wie oft probieren chronisch Kranke oder Senioren zudem zusätzliche Medikamente sowie selbstverordnete Nahrungsergänzungsmittel ohne Wissen des behandelnden Arztes aus. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass auch nichtverschreibungspflichtige Präparate mit verschreibungspflichtigen Mitteln Wechselwirkungen hervorrufen können.

Ein paar Beispiele:

Acetylsalicylsäure, häufiger Bestandteil von Schmerzmitteln und Medikamenten gegen Schnupfen und Nebenhöhlenerkrankungen, ist ein ausgesprochener Vitamin- C-Räuber. Schon eine kleine Menge kann die Ausscheidung von Vitamin C verdreifachen. Das kann auch zu einem Mangel an Folsäure und Vitamin B12 führen, was wiederum Anämie und Verdauungsstörungen verursachen kann.

Abführmittel entziehen dem Körper Vitamin A, D, E, K, Kalium und Phosphor, Antidepressiva hingegen Vitamin B12 und Coenzym Q10.

Antibiotika vermindern die Verfügbarkeit nahezu aller B-Vitamine und sind ebenfalls Kaliumräuber.

Die Einnahme von Salicylaten (Salze der Salicylsäure, meist in Schmerzmitteln verwendet) und NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika = entzündungshemmende Schmerzmittel) gehen mit einem erhöhten Bedarf an Folsäure und Vitamin C einher.

Und Patienten, die länger harntreibende Medikamente – sogenannte Schleifendiuretika – einnehmen, haben oft einen Mangel an den Vitaminen A, B6 und C.

Die Nahrung allein kann solche Unterversorgungen meist nicht beheben, denn die tägliche Ernährung des Durchschnittsdeutschen enthält oft zu wenig Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Bioflavonoide. Mögliche Folgen sind Störungen des Immunsystems.

Also gilt: Bei fortgeschrittenem Alter und Medikamenteneinnahme erfordert der Mikronährstoffhaushalt besondere Beachtung. Mit gezielten Ergänzungen können Defizite ausgeglichen und eine durch Medikamenteneinnahme verursachte Nährstoff-Unterversorgung aufgefangen werden.

Für die exakte eigene Bedarfsbestimmung helfen nur individuelle Beratung sowie die Analyse der persönlichen Situation und die Bestimmung diverser Blutwerte im Labor.

Ein Literaturhinweis

Zu diesem Thema gibt es ein wunderbares Buch, geschrieben von Uwe Gröber, dessen Lektüre wir jedem Therapeuten und jedem Patienten empfehlen.

Das Buch von Uwe Gröber mit dem Titel „ Interaktionen, Arzneimittel und Mikronährstoffe“, ISDN 978-3-8047-2375-7, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, ist erhältlich im Buchhandel.

Um ihnen einen kleinen Vorgeschmack zu geben, haben wir viele wichtige Auszüge für Sie zusammengefasst und zum Teil mit Erkenntnissen aus anderen Quellen ergänzt. Für die kompletten Informationen, die Mechanismen der Wechselwirkung, die Folgen, etc empfehlen wir die Lektüre des Buches.

Wichtiger Hinweis und Warnung

Sollten Sie bei der Durchsicht dieser Aufstellungen Beschreibungen finden, die auf ihre Situation passen, konsultieren Sie bitte ihren Hausarzt. Verändern Sie bitte nicht eigenständig ihre Medikation, die Folgen könnten dramatisch sein. Sprechen Sie die Supplementierung mit Mikronährstoffen mit ihrem Arzt / Therapeuten ab.

Links zu weiteren Informationen zu diesem Thema

Wenn schon krank, dann am liebsten so gesund wie möglich!

Mikronährstoffdefizite bei älteren Menschen

Symptome bei Mikronährstoffmangel

Analgetika (Schmerzmittel) und Vitalstoffe

Antazida und Säureblocker (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure) und Vitalstoffe

Antiadiposita (Schlankheitsmittel) und Vitalstoffe

Antianämika (Mittel zur Behandlung von Anämie) und Vitalstoffe

Antiasthmatika (Mittel zur Behandlung von Asthma) und Vitalstoffe

Antidiabetika (Mittel zur Behandlung von Diabetes) und Vitalstoffe

Antibiotika und Vitalstoffe

Antiepileptika (Mittel zur Behandlung von Epilepsie) und Vitalstoffe

Antihypertonika (Mittel zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck) und Vitalstoffe

Antikoagulantien (Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung) und Vitalstoffe

Antirheumatika und Antiphlogistika (Entzündungshemmende Medikamente) und Vitalstoffe

Corticosteroide (Kortison-Derivate) und Vitalstoffe

Diuretika (Entwässerungsmittel) und Vitalstoffe

Gichtmittel und Vitalstoffe

Immunsuppressiva (Medikamente die das Immunsystem unterdrücken) und Vitalstoffe

Kardiaka und Koronarmittel (Herzmittel) und Vitalstoffe

Laxanzien (Abführmittel) und Vitalstoffe

Lipid- und Cholesterinsenker und Vitalstoffe

Migräneprophylaktika und Vitalstoffe

Neuropathie-Präparate (Mittel zur Behandlung der peripheren Nerven) und Vitalstoffe

Osteoporosemittel und Vitalstoffe

Psychopharmaka und Vitalstoffe

Parkinsonmittel und Vitalstoffe

Schilddrüsentherapeutika und Vitalstoffe

Sexualhormone und Antiestrogene und Vitalstoffe

Virusstatika und Vitalstoffe

Zytostatika (Chemotherapeutika) und Vitalstoffe