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Erhöhte Homocysteinwerte und Glaukome


Wie entsteht ein Glaukom?

Maßgeblich für die Entstehung eines Glaukoms ist der Augeninnendruck. Er entsteht folgendermaßen: In der vorderen und hinteren Augenkammer existiert eine klare Körperflüssigkeit, das Kammerwasser. Produziert wird es im Ziliarkörper des Auges, der das Kammerwasser an die hintere Augenkammer abgibt. Von dort gelangt es in die vordere Augenkammer und fließt durch den sogenannten Schlemm-Kanal wieder ab. Das Verhältnis von Kammerwasserabfluss und Kammerwasserproduktion stellt den Augeninnendruck dar, der üblicherweise zwischen 10 und 21 mm Hg beträgt. Bei der Entstehung eines Glaukoms spielt jedoch nicht nur der Augeninnendruck eine Rolle, sondern auch der Blutdruck und das Verhältnis der beiden Druckarten zueinander. So kann hoher Blutdruck, Arteriosklerose, aber auch niedriger Blutdruck zur Entstehung eines Glaukoms beitragen.

Gefährlich ist das Glaukom deshalb, weil die Gesichtsfeldeinschränkungen selbst im fortgeschrittenen Stadium vom Patienten meist nicht wahrgenommen werden, da jeweils das gesunde Auge die Störung ausgleicht.


Welche Formen eines Glaukoms gibt es?

Das primäre Offenwinkelglaukom:

Das primäre Offenwinkelglaukom tritt nicht in Folge einer anderen Augenerkrankung auf. Es unterteilt sich in zwei Formen, das primär chronische Glaukom und das juvenile Glaukom. Das primär chronische Glaukom ist die am häufigsten auftretende Form. Sie tritt üblicherweise nach dem 40. Lebensjahr in Erscheinung und ist oft erblich bedingt. Hier handelt es sich um eine Abflussbehinderung des Kammerwassers im Abflussbereich. Dadurch erhöht sich der Augeninnendruck, meist sehr langsam über Jahre hinweg und wird vom Betroffenen kaum wahrgenommen. Das juvenile Glaukom ist angeboren. Die Abflussstörung entwickelt sich während der Embryonalzeit.

Das sekundäre Offenwinkelglaukom:

Im Gegensatz zum vorgenannten Glaukom wird das sekundäre Offenwinkelglaukom durch andere Erkrankungen des Auges verursacht. Zu diesen Erkrankungen gehören Entzündungen im Auge, Tumore und Diabetes. Kortisonhaltige Medikamente können ebenfalls zu einem Glaukom führen. Zu den sekundären Offenwinkelglaukomen zählt auch das sogenannte PEX-Glaukom, bei dem es zu Ablagerungen im Kammerwinkel und auf der Linse kommt und in Folge zu einer Behinderung des Kammerwasserabflusses.

Engwinkelglaukom:

Entsteht zwischen Iris und Hornhaut eine Engstelle, kommt es zur einer Abflussstörung des Kammerwassers und es bildet sich ein Engwinkelglaukom. Gefährdet sind Menschen mit starker Weitsichtigkeit und/oder einem Grauen Star. Beim Grauen Star handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse.

Glaukomanfall:

Bei dieser Form vermindert sich der Kammerabfluss ganz plötzlich, weil sich der Kammerwinkel verlegt hat. Das führt zu einer starken Innendruckerhöhung, die sich durch einen tastbar steinharten Augapfel äußert. Der Anfall geht mit Augenschmerzen, geröteten Augen und Magen-Darm-Symptomen einher, manchmal auch mit Herzrhythmusstörungen, starken Kopfschmerzen und dem Sehen von Farbringen im Gegenlicht. Der Anfall kann nach einigen Stunden vorübergehen, in zeitlichen Abständen mehrmals auftreten oder gänzlich unerkannt bleiben. Auf jeden Fall ist der Glaukomanfall ein Notfall und muss unverzüglich behandelt werden.


Wer ist Glaukom-gefährdet?

Grundsätzlich kann jeder ein Glaukom bekommen, gefährdet sind Menschen jenseits des 45. Lebensjahres. Das Glaukom ist jedoch vor allem eine Erkrankung des hohen Alters, hier sind Menschen zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr besonders gefährdet. Menschen mit von der Norm abweichendem Blutdruck, mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen sowie starker Fehlsichtigkeit können ebenfalls betroffen sein.


Welche Auswirkungen hat ein Glaukom auf den Alltag?

Wichtig sind regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt, wenn man zur oben genannten Risikogruppe gehört. Finden diese nicht statt, handelt man fahrlässig, denn ein Glaukom wird vom Betroffenen nicht so schnell erkannt, da sich die Krankheit über Jahre hinweg schleichend entwickelt. Bleibt das Glaukom also unbehandelt, kommt es zunächst zu Gesichtsfeldeinschränkungen. Diese veranlassen aber dann doch die meisten Betroffenen einen Arzt aufzusuchen. Wenn nicht, wird der Sehnerv dauerhaft geschädigt, und es kommt zur Erblindung.


Wie behandelt man ein Glaukom?

Ziel einer Behandlung ist die dauerhafte Augeninnendrucksenkung. Der Sehnerv wird in der Regel erst dann geschädigt, wenn der Innendruck chronisch überschritten wird. Als sehr hilfreich haben sich Augentropfen erwiesen, die die Produktion von Kammerwasser vermindern, die Durchlässigkeit des Ziliarkörpers erhöhen sowie dessen Kontraktion, damit der Kammerabfluss geöffnet wird. Weiterhin sind Laseroperationen und klassische Operationen möglich.


Erhöhter Augeninnendruck

Der erhöhte Augeninnendruck ist eine der häufigsten Ursachen eines Glaukoms. Er entsteht, wenn das Kammerwasser, das im Ziliarkörper des Auges produziert wird, nicht mehr abfließen kann. Allerdings gibt es sogenannte Niederdruck- und Normalglaukome, bei denen bereits Schäden am Sehnerv eingetreten sind, obwohl der Augeninnendruck sich noch im Normalbereich befindet. Der Normalbereich liegt bei einem Gesunden zwischen 10 und 21 mm Hg. Es gibt hier jedoch Schwankungen im Tagesverlauf. Der Augeninnendruck ist nachts und frühmorgens am höchsten.


Blutdruckprobleme

Hoher Blutdruck muss nicht unbedingt ein Glaukom verursachen. Die Gefäße, die die Sehnerven versorgen, können jedoch beim hohen Blutdruck geschädigt werden. Dadurch kann ein Normaldruckglaukom entstehen. Medikamentös behandelter Bluthochdruck führt manchmal zu einem zu niedrigen oder einem schwankenden Blutdruck. Beide Fälle, ob mit oder ohne Medikamente, können ein Glaukom verursachen.


Diabetes mellitus

Bei der Zuckerkrankheit Diabetes kommt es zu Ablagerungen und Veränderungen der kleinen Gefäße. Das gilt sowohl für Diabetes Typ 1 als auch für Diabetes Typ 2. Diese sogenannte Mikroangiopathie bleibt anfangs häufig unbemerkt, was fatal ist, da sie die kleinen Gefäße des Auges ebenfalls in Mitleidenschaft zieht. Dadurch kommt es zu einem Sekundärglaukom, das unbedingt behandelt werden muss, ehe der Sehnerv geschädigt ist.


Fehlsichtigkeit

Hohe Kurzsichtigkeit kann zu einem Offenwinkelglaukom führen, hohe Weitsichtigkeit dagegen ein Engwinkelglaukom oder einen Glaukomanfall verursachen.


Weitere Faktoren

Prinzipiell scheint ein hohes Lebensalter ein Risikofaktor zu sein, da ab dem 60. Lebensjahr Glaukome häufiger auftreten. Auch scheinen dunkelhäutige Menschen eher gefährdet als hellhäutige. Darüber hinaus spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Durchblutungsstörungen, die sich in kalten Händen und Füßen äußern, Tinnitus und Migräne können ebenfalls eine Durchblutungsstörung des Sehnervs nach sich ziehen, was wiederrum die Gefahr eines Glaukoms erhöht. Ein hoher Homocysteinspiegel ist ein Warnsignal für eine erhöhte Glaukom-Gefahr!


Symptome des Offenwinkelglaukoms

Dieses Glaukom macht sich erst spät bemerkbar. Erstes Anzeichen ist eine Sehstörung. Hierbei engt sich das Gesichtsfeld von außen her ein. Der Betroffene sieht seine Umwelt wie durch ein Rohr. Es gibt jedoch auch Ausfälle in der „Blickmitte“. Beim Offenwinkelglaukom treten keine Schmerzen auf. Allerdings kann sich, bei sehr hohem Augeninnendruck, ein Epithelödem entwickeln. Der Betroffene sieht dann um jede Lichtquelle Höfe oder farbige Ringe. Wird das Offenwinkelglaukom nicht behandelt, wird der Sehnerv soweit geschädigt, dass die Erblindung droht, denn eine Sehnervschädigung ist irreversibel.


Symptome des primären kongenitalen Glaukoms

Das primäre kongenitale Glaukom ist meist angeboren und macht sich durch lichtscheue, tränende Augen und verkrampfte Lider bemerkbar. Bei Säuglingen sollte darauf geachtet werden, ob sie nach der Geburt über sehr große Augen verfügen, dies könnte möglicherweise ein Hinweis auf das primäre kongenitale Glaukom sein. Sollte die Augengröße nicht weiter auffallen, so gibt das Verhalten des Säuglings häufig Aufschluss. Das Kind ist unruhig, führt die Hände immer wieder zum Auge und schreit auffallend häufig. Hier muss schnell gehandelt werden, bevor der Sehnerv geschädigt wird. In den meisten Fällen wird der Augeninnendruck operativ gesenkt.


Symptome des Sekundärglaukoms

Das Sekundärglaukom verläuft ohne nennenswerte Symptome und ist daher besonders tückisch.


Symptome des Glaukomanfalls

Der Glaukomanfall, auch akutes Glaukom genannt, macht sich durch ein steinhartes, rotes Auge bemerkbar. Das Auge schmerzt, es kann zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch Herzrhythmusstörungen, starke Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme können vorkommen. Es tritt eine Lichtstarre ein. Dabei reagiert die Pupille nicht mehr auf Licht.

Das akute Glaukom muss sofort behandelt werden.


Homocystein und Glaukome

Der Augenarzt Dr. Jost Elborg aus Wiesbaden führte eine Studie mit 196 Patienten mit Makuladegeneration bzw. Optikusatrophie über einen Zeitraum von zwei Jahren durch. Bei allen Patienten wurde der Hcy-Wert im Serum bestimmt, ausgewertet, mit den Patienten besprochen und - wenn nötig - eine Behandlung eingeleitet. Dabei wurden bestimmte Parameter erfasst:

  • Lebensalter des Patienten
  • Geschlecht
  • Hcy-Wert in Mikromol pro Liter
  • Ausprägung der Makuladegeneration (Einteilung von 1-6)
  • Vorliegen eines Glaukoms
  • Vorliegen einer Optikusatrophie

Homocystein als Risikofaktor für die Entwicklung der Augenkrankheit

Dr. Elborg kam zu dem Ergebnis, dass Homocystein - neben den bekannten Faktoren wie heller Haut, heller Regenbogenhaut, AMD-Erkrankungen in der Familie, Rauchen und Hypertonie - ein wichtiger und unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer altersbedingten Makuladegeneration ist. Die Beobachtungen der Wiesbadener Studie über Makuladegeneration, Optikusatrophie und Glaukom im Zusammenhang mit erhöhtem Hcy-Werten lassen sich nahtlos in die bekannten Zusammenhänge von Homocystein und degenerativen Gefäßerkrankungen einfügen. Dr. Elborg empfiehlt deshalb seinen Kollegen als Präventivmaßnahme, aber auch bei schon erkennbaren Veränderungen am Augenhintergrund im Bereich der Makula oder des Sehnervs den Homocysteinwert zu bestimmen.

Wer ausreichend B-Vitamine zu sich nimmt und so den Homocystein-Wert normalisiert, senkt das Risiko der Makula-Degeneration um 34 Prozent. Wie eine australische Studie ergab, schützen die Vitamine B6, B12 und Folsäure außerdem vor altersbedingtem grauem Star. Selbst beim gefürchteten grünen Star (Glaukom) werden durch die Kombination von Vitamin B6, B12 und Folsäure immer bessere Therapieerfolge erzielt.